Quellen der Menschheit

Jaiminīya-Brāhmaṇa · Kāṇḍa 3

Kapitel 13 Der Hirsch und die Morgenröte: Prajāpatis Verlangen und der Ursprung der Menschen

Den Höhepunkt dieses Kapitels bildet die berühmte, auch aus Aitareya- und Śatapatha-Brāhmaṇa bekannte Erzählung von Prajāpatis Begehren nach seiner eigenen Tochter Uṣas, der Morgenröte: Beide verwandeln sich in Hirsch und Hirschkuh, doch der eigens aus dem vor der Sattra-Sitzung ausgeschiedenen 'Rohen' der Götter geborene Gott Akhala – hier an die Stelle des in anderen Fassungen auftretenden Rudra gesetzt – durchbohrt Prajāpati mit einem Pfeil. Dessen herabfallender Same bleibt auf dem Himalaya haften und wird, unter der Sorge der Götter und Ṛṣis, 'dies möge nicht verunreinigt werden', zum Māduṣa oder Mānuṣa: der Menschheit. Mit Feuer gekocht, bringt dieser Same je nach Erhitzungsgrad rote, rötlich-braune, braune, weiße und schwarze Tiere hervor; aus den Funken entstehen Ziegen und Antilopen, aus den Kohlen – einem Wortspiel mit aṅgāra – die Aṅgirasas selbst, aus der Asche mit Kohle drei heilige Kühe, aus der reinen Asche schließlich der aschfarbene, lastentragende Esel. Daneben entzieht Indra mit dem Hariśrī-Ruf zunächst Prajāpati, dann den Asuras deren 'Śrī', ihre Herrlichkeit; ein drohend zerfallender Dreinächte-Zeitraum wird gleich zweifach – einmal als Saṃkṛti, einmal als Devasthāna mit dem Ausruf 'E, hier stand es!' – wieder gefestigt, bis die Götter dadurch zur Unsterblichkeit gelangen. Zwei Seher, die sich für 'Gift-Verschlinger' halten, weil sie unrechtmäßig Gaben angenommen haben, reinigen sich mit einem eigenen Sühne-Sāman.

atha saindhukṣitam. sindhukṣid vā antaṃ vāco ’paśyat. vācaṃ chandomais samicchanti. āpteva vā etarhi vāg bhavati chandomeṣu. tām evaitat saṃvindanti. atho antyena sāmnāntyaṃ svargaṃ lokam aśnavāmahā iti. tad aiḷaṃ bhavati. paśavo vā iḷā. paśavaś chandomāḥ - paśūnām evāvaruddhyai. atha hariśrīnidhanam. prajāpatau ha vā agre śrīr āsa. sa indro ’kāmayata yeyaṃ prajāpatau śrīr mayy eṣā syād iti. sa etat sāmāpaśyat. tenāstuta. tena hariśrīr iti prajāpate śriyam aharat. tad dhariśrīnidhanasya hariśrīnidhanatvam. tad etac chrīssavas sāma. aśnute śriyaṃ ya evaṃ veda. devāsurā aspardhanta. teṣu hobhayeṣv eva śrīr āsa. sa indro ’kāmayata vṛñjīyāsurāṇāṃ śriyam iti. sa etat sāmāpaśyat. tena hariśrīr ity evāsurāṇāṃ śriyam avṛṃkta. tad v eva hariśrīnidhanasya hariśrīnidhanatvam. tad etac chrīr eva sāma. aśnute śriyaṃ, vṛṃkta dviṣato bhrātṛvyasya śriyaṃ ya evaṃ veda. tat tryakṣaraṇidhanaṃ bhavati - trayo vā ime lokā - eṣāṃ lokānāṃ vidhṛtyai

Nun das Saindhukṣita. Sindhukṣit sah ja das Ende der Rede. Mit den Chandomas suchen sie eben die Rede zu erreichen. Wie erreicht nämlich ist die Rede jetzt eben in den Chandomas. Eben diese finden sie damit. Und: »Mit dem letzten Sāman wollen wir die letzte, himmlische Welt erlangen!« Dies ist das Iḷā-verbundene. Tiere nämlich sind Iḷā. Tiere sind die Chandomas - eben zur Sicherung der Tiere. Nun das Hariśrī-Nidhana. In Prajāpati war anfangs fürwahr die Herrlichkeit. Indra wünschte: »Möge doch diese Herrlichkeit, die in Prajāpati ist, in mir sein!« Er erschaute dieses Sāman. Mit ihm stimmte er den Lobgesang an. Damit, »hariśrīr« rufend, entnahm er Prajāpati die Herrlichkeit. Das eben ist die Hariśrīnidhana-heit des Hariśrīnidhana. Dies ist das Herrlichkeit-erzeugende Sāman. Herrlichkeit erlangt, wer so weiß. Götter und Asuras stritten miteinander. In beiden gleichermaßen war die Herrlichkeit. Indra wünschte: »Möge ich doch der Asuras Herrlichkeit rauben!« Er erschaute dieses Sāman. Damit, »hariśrīr« rufend, raubte er eben den Asuras die Herrlichkeit. Auch das eben ist die Hariśrīnidhana-heit des Hariśrīnidhana. Dies ist eben das Herrlichkeits-Sāman. Herrlichkeit erlangt, dem hassenden Rivalen die Herrlichkeit raubt, wer so weiß. Dies hat ein dreisilbiges Nidhana - drei nämlich sind diese Welten - eben zum Halt dieser Welten.

[Anm.: Zwei eigenständige Abschnitte: das Saindhukṣita (Sindhukṣit, sonst nicht identifiziert) und das Hariśrīnidhana, ein Doppelmythos (Indra entzieht zunächst Prajāpati, dann den Asuras die ›Śrī‹, die Herrlichkeit/das Glück) nach dem Muster wiederkehrender Rivalitäts-Ätiologien des Textes. Der Ausruf »hariśrīr« (etwa: goldene/leuchtende Herrlichkeit) liefert die Namensformel für das Hariśrīnidhana.]

athāṅgirasāṃ niveṣṭaḥ. aṅgiraso vā akāmayantāva paśūn rundhīmahīti. ta etat sāmāpaśyan. tenāstuvata. tato vai tān sarvābhyo digbhyaḥ paśavo ’bhinyaveṣṭanta. tad yad enān sarvābhyo digbhyaḥ paśavo ’bhinyaveṣṭanta tan niveṣṭasya niveṣṭatvam. te ’bruvan saṃ vai na imā iḷā akṣāriṣur iti. paśavo vā iḷā. tasmād v iḷānāṃ saṃkṣāraḥ. atha bābhravaṃ gvābhirnidhanaṃ bahirnidhanaṃ bārhatam. tasmād bārhate ’han kriyate. babhrur vai kumbhyo ’kāmayata paśubhis sūyeyeti. sa etat sāmāpaśyat. tenāstuta. sa gvābhir ity eva nidhanam upait. tato vai sa paśubhir asūyata. tad etat paśavyaṃ sāma. ava paśūn runddhe, bahupaśur bhavati ya evaṃ veda. yad u babhruḥ kumbhyo ’paśyat tasmād bābhravam ity ākhyāyate. atha ṛṣabhaḥ pavamānaḥ. paśavo vai simāḥ, paśavo revatayaḥ, paśava ṛṣabhaḥ. ṛṣabham evaitat paśuṣv apisṛjanti mithunatvāya prajananāya. pra mithunena jāyate ya evaṃ veda. atho haiṣām etenaiva sarve chandomā ṛṣabhavantaḥ kriyante

Nun das Niveṣṭa der Aṅgirasas. Die Aṅgirasas wünschten: »Möchten wir doch Tiere sichern!« Sie erschauten dieses Sāman. Mit ihm stimmten sie den Lobgesang an. Da umringten sie fürwahr die Tiere von allen Himmelsrichtungen her. Dass die Tiere sie von allen Himmelsrichtungen her umringten, das eben ist die Niveṣṭa-heit des Niveṣṭa. Sie sprachen: »Zusammengeflossen sind uns ja diese Iḷās!« Tiere nämlich sind Iḷā. Deshalb eben gibt es das Zusammenfließen der Iḷās. Nun das Bābhrava, mit dem Nidhana »gvābhiḥ«, ein äußeres Nidhana, ein Bārhata. Deshalb wird beim Bārhata ein Schlag ausgeführt. Babhru Kumbhya wünschte: »Möchte ich doch mit Tieren gedeihen!« Er erschaute dieses Sāman. Mit ihm stimmte er den Lobgesang an. Er gelangte eben mit »gvābhiḥ« zum Nidhana. Da gedieh er fürwahr mit Tieren. Dies ist das viehbringende Sāman. Er sichert Tiere, er wird reich an Tieren, der so weiß. Und weil Babhru Kumbhya dies erschaute, wird es ›Bābhrava‹ genannt. Nun der Ṛṣabha Pavamāna. Tiere nämlich sind die Sīmās, Tiere die Revatīs, Tiere der Stier. Eben diesen Stier legen sie in die Tiere hinein, zur Paarung, zur Zeugung. Durch Paarung pflanzt sich fort, wer so weiß. Und damit eben werden alle ihre Chandomas stierhaltig gemacht.

[Anm.: Drei Abschnitte: Niveṣṭa der Aṅgirasas (Tiere ›umschlingen‹ sie von allen Seiten - Wortspiel mit ni-viṣ), Bābhrava (Babhru Kumbhya, mit einem an das Fuß-Nidhana-Schlagmuster aus 3.212/216/218/220/233 erinnernden, hier als äußeres (bahis-)Nidhana auf das Bārhata übertragenen Formelmuster) und Ṛṣabha Pavamāna (Stier-Symbolik als Abschluss-Segen für sämtliche Chandomas). ›Sūyeya/asūyata‹ (etwa: gedeihen, sich mehren) ist lexikalisch nicht ganz sicher.]

atha gauṣūktaṃ bahirnidhanaṃ bārhatam. tasmād bārhate ’han kriyate. gauṣūktiś ca vā āśvasūktiś caiṣau. tau ha bahu pratigṛhya garagirāv iva menāte. tāv akāmayetām - apemaṃ garaṃ gīrṇaṃ hanīvahīti. tāv ete sāmanī apaśyatām. tābhyām astuvātām. tayor anyataro ’gnir āhuta ity evemaṃ lokam abhinirājuhot. agniṃ ha vā asmin loke na kiñcanātiricyate. śukra āhuta ity evānyataro ’muṃ lokam abhinirājuhot. ādityam u ha vā amuṣmin loke na kiñcanātiricyate. tato vai tau taṃ garaṃ gīrṇam apāghnātām. tata enayor yathā dvidataḥ kumārasya sātaṃ syād, evaṃ sātam āsa. yo garagīr manyetāpratigṛhyasya pratigṛhyānāśyānnasyānnam aśitvā, sa etābhyāṃ stuvīta. apa haiva taṃ garaṃ gīrṇaṃ hate. yad enena kiṃ ca pāpaṃ kṛtaṃ bhavati, tad apahate. te u pañcākṣaraṇidhane bhavataḥ - pañcapadā vai paṃktiḥ pāṃktāḥ paśavaḥ. paśavaś chandomāḥ - paśūnām evāvaruddhayai. yad u gauṣūktiś cāśvasūktiś caiṣāv apaśyatāṃ tasmād gauṣūktāśvasūkte ity ākhyāyate

Nun das Gauṣūkta, ein äußeres Nidhana, ein Bārhata. Deshalb wird beim Bārhata ein Schlag ausgeführt. Gauṣūkti und Āśvasūkti waren nämlich diese beiden. Die beiden, nachdem sie viel angenommen hatten, hielten sich selbst für gleichsam zwei Gift-Verschlinger. Sie wünschten: »Wir wollen doch dieses verschlungene Gift vertreiben!« Die beiden erschauten diese beiden Sāmans. Mit ihnen stimmten sie den Lobgesang an. Der eine von ihnen goss mit »Agni ist geopfert« eben in diese Welt hinein. Agni nämlich wird in dieser Welt durch nichts übertroffen. Der andere goss mit »Śukra ist geopfert« eben in jene Welt hinein. Āditya wird nämlich in jener Welt durch nichts übertroffen. Da schlugen die beiden fürwahr jenes verschlungene Gift fort. Da wurde ihnen ein Gewinn zuteil, so wie er einem Knaben mit den ersten zwei Zähnen zuteilwird. Wer sich für einen Gift-Verschlinger hält, weil er von einem, von dem man nicht annehmen sollte, angenommen hat, oder von ungenießbarer Speise Speise gegessen hat, der sollte mit diesen beiden den Lobgesang anstimmen. Fürwahr schlägt er eben jenes verschlungene Gift fort. Was immer er dabei an Übel begangen hat, das schlägt er fort. Diese beiden haben ein fünfsilbiges Nidhana - fünffüßig nämlich ist die Paṅkti, paṅktisch sind die Tiere. Tiere sind die Chandomas - eben zur Sicherung der Tiere. Und weil Gauṣūkti und Āśvasūkti dies beide erschauten, werden sie ›Gauṣūkta und Āśvasūkta‹ genannt.

[Anm.: Reaktiviert das Gift-Verschlinger-Sühnemotiv aus 3.139 (Taranta/Purumīḍha) in neuer Ausprägung mit zwei Sehern (Gauṣūkti, Āśvasūkti), die je eine Welt (diese Welt/Agni bzw. jene Welt/Āditya-Śukra) besühnen. Der Vergleich »wie der Gewinn eines zweizähnigen Knaben« bezieht sich vermutlich auf einen Brauch kleiner Geschenke beim ersten Zahnen eines Kindes; Einzelheiten dieses Brauchs bleiben im Text unspezifiziert.]

parīto ṣiṃcatā sutam iti parivatīr bhavanty antasya rūpam. antyo hy etad ahaḥ. somo ya uttamaṃ havir ity uttamaṃ hy etad dhaviḥ kriyate yac chandomāḥ. dadhanvāṃ yo naryo apsv antar ā suṣāva somam adribhiḥ. nūnaṃ punāno ’vibhiḥ pari sravādabdhas surabhintaraḥ. sute cit tvāpsu madāmo andhasā. ity andhsvatīr bhavanty - annaṃ vā andho - ’nnādyasyaivāvaruddhyai. śrīṇanto gobhir uttaram iti gomatīḥ paśumatīr bhavanti paśūnām evāvaruddhyai. paśavo hi chandomāḥ. pari svānaś cakṣase devamādanaḥ kratur indur vicakṣaṇa iti caturṛcaṃ bhavati - catuṣpadā vai paśavaḥ. paśavaś chandomāḥ - paśūnām evāvaruddhyai. tāsu pṛṣṭham. pṛṣṭhena vai devāḥ pṛṣṭhaṃ abhavan. pṛṣṭham asāmeti satram āsate. pṛṣṭham eva bhavanti. devā vā akāmayanta pṛṣṭhaṃ syāmeti. ta etat sāmāpaśyan. tenāstuvata. tato vai te pṛṣṭham abhavan. tat pṛṣṭham vā ayam agnir asya lokasya, pṛṣṭham ayaṃ vāyur antarikṣasya, pṛṣṭham asāv ādityo divaḥ. tat pṛṣṭham iti vai praśaṃsanty atra pratiṣṭhāpayanti. tac chrīr vai pṛṣṭhaṃ, varṣma vai pṛṣṭham. aśnute śriyaṃ, varṣma bhavati ya evaṃ veda. tad ūrdhveḷaṃ bhavati bṛhato rūpaṃ bārhate ’han. tena vai rūpa samṛddham

»Ringsum begießt den Ausgepressten« - so sind dies ›umgreifende‹ Verse - das Merkmal des Endes. Denn dies ist der letzte Tag. »Soma, der die höchste Opfergabe ist« - denn dies wird zur höchsten Opfergabe gemacht, was die Chandomas sind. »Der mannhaft Eilende, der inmitten der Gewässer den Soma mit den Preßsteinen ausgepresst hat. Jetzt, dich läuternd mit den Schafwollsieben, fließe ringsum, unangetastet, wohlriechender. Selbst im Ausgepressten, in den Gewässern, berauschen wir uns an dir durch den Trank.« So sind dies ›trankhaltige‹ Verse - Speise nämlich ist der Trank - eben zur Sicherung von Speise und Nahrung. »Bereitend mit Kuhmilch das Höhere« - so sind dies ›kuhhaltige, viehhaltige‹ Verse, eben zur Sicherung der Tiere. Tiere nämlich sind die Chandomas. »Ringsum tönend zum Schauen, den Göttern Freude bereitend, die Willenskraft, der Tropfen, der Weitschauende« - so ist dies vierversig - vierfüßig nämlich sind die Tiere. Tiere sind die Chandomas - eben zur Sicherung der Tiere. Unter diesen ist das Pṛṣṭha. Durch das Pṛṣṭha wurden die Götter fürwahr zum Pṛṣṭha. »Mögen wir das Pṛṣṭha sein« - so nehmen sie an der Sattra-Sitzung teil. Sie werden eben zum Pṛṣṭha. Die Götter wünschten: »Mögen wir doch das Pṛṣṭha sein!« Sie erschauten dieses Sāman. Mit ihm stimmten sie den Lobgesang an. Da wurden sie fürwahr zum Pṛṣṭha. Das Pṛṣṭha nämlich, das ist dieser Agni dieser Welt, das Pṛṣṭha ist dieser Vāyu des Luftraums, das Pṛṣṭha ist jener Āditya des Himmels. So preisen sie es als Pṛṣṭha; darin gründen sie es fest. Das Pṛṣṭha ist nämlich Herrlichkeit, das Pṛṣṭha ist Erhabenheit. Herrlichkeit erlangt, zur Erhabenheit gelangt, wer so weiß. Dies wird zum aufwärtsgerichteten Iḷā - das Merkmal des Bṛhat - am Bārhata-Tag. Damit ist fürwahr die Gestalt zur Fülle gebracht.

[Anm.: Dichter Verszitat-Katalog für den letzten Tag des Zwölftagesritus, kulminierend in der Pṛṣṭha-Identifikation (Rücken/Höchstes) mit der Trias Agni/Vāyu/Āditya als Pṛṣṭha der drei Welten - thematisch verwandt mit, aber nicht identisch mit dem großen Ursprungsmythos der sechs Pṛṣṭha-Sāmans aus 3.117f. Varṣman (Erhabenheit, Höhe) ist eine seltene Gleichsetzung mit Pṛṣṭha.]

atha saṃkṛti. trirātreṇa vai devā ūrdhvā svargaṃ lokam āyan. sa eṣām asaṃgṛhīto vīvāvṛhyata. taṃ gāyatrapārśveṇaivodattabhnuvan, santaninā samatanvan, saṃkṛtinā samakurvaṃs, triṣandhinā samadadhuḥ, śrāyantīyena samaśrīṇann, ariṣṭenāriṣṭatām agamayan. trirātreṇa yad devā svargaṃ lokam āyann etena vai tad āyan. sa eṣāṃ saṃvyavṛhyata. tasminn etāni bhūyiṣṭhāni sāmāni kriyante. etam evaitat trirātraṃ bhiṣajyanti. bheṣajam evaitena prāyaścittiṃ kurvate. saṃkṛtinā vai devāḥ prajāḥ paśūñ chriyam annādyaṃ samakurvata. tat saṃkṛtinas saṃkṛtitvam. prajāḥ paśūñ chriyam annādyaṃ saṃskurute ya evaṃ veda. tasyo ete vṛkaṇāvā bhavanty, ubhayyā eva vāca upāptyai yā ca grāmyā yā cāraṇyā. tac caturnidhanaṃ bhavati - catuṣpadā vai paśavaḥ. paśavaś chandomāḥ - paśūnām evāvaruddhayai

Nun das Saṃkṛti. Mit dem Dreinächte-Zeitraum stiegen die Götter fürwahr aufwärts zur himmlischen Welt. Dieser, von ihnen nicht zusammengehalten, drohte auseinanderzureißen. Diesen stützten sie eben mit dem Gāyatrapārśva empor, mit dem Santani spannten sie ihn zusammen, mit dem Saṃkṛti fügten sie ihn zusammen, mit dem Triṣandhi setzten sie ihn zusammen, mit dem Śrāyantīya ließen sie ihn zusammen erglänzen, mit dem Ariṣṭa führten sie ihn zur Unversehrtheit. Dass die Götter mit dem Dreinächte-Zeitraum zur himmlischen Welt gelangten, damit eben gelangten sie dorthin. Dieser wurde von ihnen zusammengehalten. Dabei werden die meisten dieser Sāmans ausgeführt. Eben damit heilen sie diesen Dreinächte-Zeitraum. Als Heilmittel eben vollziehen sie damit die Sühnehandlung. Mit dem Saṃkṛti fügten die Götter fürwahr Nachkommenschaft, Tiere, Herrlichkeit, Speise und Nahrung zusammen. Das eben ist die Saṃkṛti-heit des Saṃkṛti. Nachkommenschaft, Tiere, Herrlichkeit, Speise und Nahrung fügt zusammen, wer so weiß. Dazu gehören diese beiden Vṛkaṇa-Rufe, eben zur Erlangung beider Arten von Rede, sowohl der dörflichen als auch der waldbezogenen. Dies hat ein vierfaches Nidhana - vierfüßig nämlich sind die Tiere. Tiere sind die Chandomas - eben zur Sicherung der Tiere.

[Anm.: Der drohende Zerfall des Dreinächte-Zeitraums (vīvāvṛhyata, von vṛh, zerreißen) und seine Stabilisierung durch eine Reihe benannter Sāmans - darunter das aus 3.214 bekannte Gāyatrapārśva - bilden einen eigenständigen kosmologisch-rituellen Reparaturmythos, der in 3.255 (Devasthāna) mit einem verwandten, aber sprachlich unterschiedenen Motiv (vīvāsraṃsata, von sraṃs, gleiten/zerfallen) fortgesetzt wird. Vṛkaṇau (die beiden Vṛkaṇa-Rufe, wörtlich vielleicht Wolfs-Rufe) bleibt in seiner genauen liturgischen Funktion unsicher; die grāmya/āraṇya-Unterscheidung (dörflich/wild) knüpft an das in 3.181 etablierte Haus-/Wildtier-Schema an.]

atha kaunmalabarhiṣam. etena vai kunmalabarhir ubhayān paśūn aspṛṇot gavyāṃś cāśvyāṃś ca. tān evaitena spṛṇoti. kunmalabarhir vā akāmayatobhayān paśūn avarundhīya gavyāṃśa cāśvyāṃś ceti. sa etat sāmāpaśyat. tenāstuta. tvaṃ hy ehi cerave vidā bhagaṃ vasuttaye. ud vāvṛṣasva maghavan gaviṣṭaya ud indro aśvamiṣṭaye. ity eva gavyāṃś cāśvyāṃś ca paśūn avārunddha. tair u paśubhir iṣṭavā svargam eva lokam agacchat. tad etat paśavyaṃ svargyaṃ sāma. ava paśūn runddhe gacchati svargaṃ lokaṃ ya evaṃ veda. yad u kunmalabarhir apaśyat tasmāt kaunmalabarhiṣam ity ākhyāyate

Nun das Kaunmalabarhiṣa. Damit gewann Kunmalabarhis fürwahr beiderlei Tiere, die rinderartigen und die pferdeartigen. Eben diese gewinnt er damit. Kunmalabarhis wünschte: »Möchte ich doch beiderlei Tiere sichern, die rinderartigen und die pferdeartigen!« Er erschaute dieses Sāman. Mit ihm stimmte er den Lobgesang an. »Denn du, komm zum Wandernden, verschaffe Glücksanteil zum besten Besitz. Regne dich empor, Freigebiger, zum Rindergewinn; empor, Indra, zum Pferdegewinn.« So sicherte er eben die rinderartigen und pferdeartigen Tiere. Mit diesen Tieren geopfert habend, gelangte er eben zur himmlischen Welt. Dies ist das viehbringende, himmelbringende Sāman. Er sichert Tiere, gelangt zur himmlischen Welt, wer so weiß. Und weil Kunmalabarhis dies erschaute, wird es ›Kaunmalabarhiṣa‹ genannt.

[Anm.: Kunmalabarhis ist sonst nicht identifiziert. Das zitierte Indra-Preislied verbindet Rinder- und Pferdegewinn in Parallelformulierung.]

atha devasthānam. etena vai tṛtīyena tryaheṇa devā ūrdhvā svargaṃ lokam āyan. sa eṣām asaṃgṛhīto vīvāsraṃsata. ta etat sāmāpaśyan. tenainam e ’sthād idaṃ e ’sthād idam ity evāsthāpayan. tam etenaivādṛṃhan. tad yad etenāsthāpayaṃs tad devasthānasya devasthānatvam. tad yad atra devasthānaṃ bhavaty etam evaitat trirātraṃ pratiṣṭhāpayanty, etaṃ dṛṃhanti. taṃ saṃskṛtya tena svargaṃ lokam āyan. tasmin yat svarge loke samatiṣṭhanta tad v eva devasthānasya devasthānatvam. te yatra svargaṃ lokam āyaṃs tad dhīdaṃ sarvaṃ saṃgopāñcakre yathāsyaitannidhanam. tena haitena sāmnā mahad evānapajayyaṃ jayati. tasyaiṣa śloko - vairūpaṃ devā abhisaṃvasānās tadātasthus tad u haiṣāṃ vyārate. hiṃkṛtya punar āruhya sarvaṃ evādhūnvata jarasaṃ tanūnām. iti. ta etam eva chandomyaṃ tryahaṃ saṃskṛtya devasthānam eva sāma samāruhya svargaṃ lokam agacchan. tasyo evaiṣa ślāko - yad vairūpa upahate vyaddhve hiṃkṛṇvantas samatiṣṭhanta yāmam. tad devasthānam asṛjanta sāma tena devāso amṛtatvam āyan. ity evāmṛtatvam agacchan

Nun das Devasthāna. Mit diesem dritten Dreitageszeitraum stiegen die Götter fürwahr aufwärts zur himmlischen Welt. Dieser, von ihnen nicht zusammengehalten, drohte zu zerfallen. Sie erschauten dieses Sāman. Damit richteten sie ihn eben auf, indem sie sprachen: »E, hier stand es! E, hier stand es!«, und stellten ihn so fest. Ihn eben festigten sie damit. Dass sie ihn damit aufrichteten, das eben ist die Devasthāna-heit des Devasthāna. Dass hier das Devasthāna stattfindet, damit richten sie eben diesen Dreinächte-Zeitraum fest auf, festigen sie ihn. Nachdem sie ihn zubereitet hatten, gelangten sie damit zur himmlischen Welt. Dass sie in jener himmlischen Welt gemeinsam standen, das eben ist auch die Devasthāna-heit des Devasthāna. Wo sie zur himmlischen Welt gelangten, dort hüllten sie dies alles ein, so wie es diesem sein Nidhana entspricht. Mit eben diesem Sāman gewinnt er fürwahr etwas Großes, Unüberwindliches. Dazu gibt es diesen Vers: »Das Vairūpa anziehend, standen die Götter darauf; das eben löste sich ihnen wieder. Nachdem sie Hiṃ-Laut gemacht hatten und wieder emporgestiegen waren, schüttelten sie das Alter ihrer Leiber gänzlich ab.« Sie, nachdem sie eben diesen Chandomas-Dreitageszeitraum zubereitet hatten, gelangten, nachdem sie eben das Devasthāna-Sāman bestiegen hatten, zur himmlischen Welt. Dazu gibt es auch diesen Vers: »Als ihr beim Vairūpa, angegriffen, euch trenntet, tratet ihr, Hiṃ-Laut machend, gemeinsam zum Zuge an. Da schuft ihr das Devasthāna-Sāman; damit gelangten die Götter zur Unsterblichkeit.« So gelangten sie eben zur Unsterblichkeit.

[Anm.: Setzt das in 3.253 (Saṃkṛti) begonnene Motiv des drohend zerfallenden Dreinächte-Zeitraums fort, hier mit dem Verb sraṃs (gleiten, zerfallen) statt vṛh. Die Etymologie ist besonders klar: der wiederholte Ausruf »e, hier stand es!« (von sthā, stehen) liefert unmittelbar den Namen Devasthāna (Standort/Aufstellung der Götter). Der Satz saṃgopāñcakre (etwa: sie hüllten/verbargen dies alles ein) bleibt in seiner genauen Bedeutung unsicher. Die beiden zitierten Verse verbinden das Devasthāna mit dem Vairūpa-Sāman und mit der Erlangung der Unsterblichkeit (amṛtatvam) durch die Götter - ein bedeutsamer eschatologischer Schlusspunkt dieses Abschnitts.]

prajāpatir annādyam asṛjata. tat kṣayād bibhyad diśo vyudakrāmat. so ’kāmayatāvānnādyaṃ rundhīyeti. sa etat sāmāpaśyat. tenainad e ’sthād idam e ’sthād idam ity eva sarvābhyo digbhyo ’nnādyam avārunddha. sa yo ’nnādyakāma syāc catur brūyāt. tacasro diśaḥ. digbhya evānnādyam avarunddhe. atha ya svargakāma syāt trir brūyāt - trayo vā ime lokā - eṣāṃ lokānāṃ samaṣṭayai. athārkapuṣpam - annaṃ vā arkaḥ. tasyaitat puṣpaṃ yad āraṇyam. tad dhy araṇye jāyat - āraṇyasyaivānnādyasyāvaruddhyai. devā vai svargakāmās tapo ’tapyanta. ta ete sāmanī apaśyan. tābhyām astuvata. tato vai te svargaṃ lokam āśnuvata. te ete svargye sāmanī. aśnute svargaṃ lokaṃ ya evaṃ veda. tad yathā vā ado vṛṣṭe niyāne ’nudadṛśāte evam evaitābhyāṃ svargo loko ’nudadṛśe. te u svargye. aśnute svargaṃ lokaṃ ya evaṃ veda

Prajāpati erschuf Speise und Nahrung. Diese, aus Furcht vor Schwund, entwich nach den Himmelsrichtungen auseinander. Er wünschte: »Möchte ich doch Speise und Nahrung sichern!« Er erschaute dieses Sāman. Damit sicherte er, »e, hier stand es! e, hier stand es!« rufend, eben von allen Himmelsrichtungen her Speise und Nahrung. Wer nach Speise und Nahrung verlangt, sollte es viermal sprechen. Das sind die vier Himmelsrichtungen. Von den Himmelsrichtungen her sichert er eben Speise und Nahrung. Wer aber nach der himmlischen Welt verlangt, sollte es dreimal sprechen - drei nämlich sind diese Welten - eben zur Gesamtheit dieser Welten. Nun die Arka-Blüte - Speise nämlich ist der Arka. Dies ist dessen Blüte, die waldhafte. Denn diese entsteht im Wald - eben zur Sicherung der waldhaften Speise und Nahrung. Die Götter übten fürwahr, nach der himmlischen Welt verlangend, Askese. Sie erschauten diese beiden Sāmans. Mit ihnen stimmten sie den Lobgesang an. Da erlangten sie fürwahr die himmlische Welt. Diese beiden sind die himmelbringenden Sāmans. Die himmlische Welt erlangt, wer so weiß. So wie sich jene beiden bei Regen in der Wassersenke zeigen, ebenso zeigte sich durch diese beiden die himmlische Welt. Diese sind eben himmelbringend. Die himmlische Welt erlangt, wer so weiß.

[Anm.: Der Ausruf »e, hier stand es!« wird hier wortgleich aus 3.255 (Devasthāna) übernommen und auf einen ganz anderen Mythos (Prajāpatis Sicherung von Speise und Nahrung vor den Himmelsrichtungen) angewandt - bestätigt diesen Ausruf als eigenständiges, wiederverwendbares liturgisches Formelelement. Der Vergleich »wie sich jene beiden bei Regen in der Wassersenke zeigen« bleibt in seinem genauen Bildgehalt unsicher; der duale Bezug von ›jene beiden‹ (bei Regen) ist im Text nicht näher erläutert.]

atha dairghaśravasam - annaṃ vai dairghaśravasam - annādyasyaivāvaruddhyai. dīrghatamā vai māmateyas saniṃ prayann abravīd dīrghaśravasaṃ kanīyāṃsaṃ bhrātaram - eteṣāṃ no bhāryāṇām adhyakṣa syā iti. so ’kāmayata dīrghaśravā - avānnādyaṃ rundhīya, neme bhāryā aśanāyeyur iti. sa etat sāmāpaśyat. tenāgnim astaud - yo viśvā dayate vasu hotā mandro janānām. madhor na pātrā prathama ny asmai pra stomā yantv agnaye. iti. so ’smā agni stutas sarvam evedaṃ madhumayam annādyam akarot. te hāsya bhāryā āsur yathā madhv aśnanta evam. sa haiṣa mahān eva raso, mahad evaitad annādyam. tena haitena sāmnā mahad evānnādyam avarunddhe. yad u dīrghaśravā apaśyat tasmād dairghaśravasam ity ākhyāyate

Nun das Dairghaśravasa - Speise nämlich ist das Dairghaśravasa - eben zur Sicherung von Speise und Nahrung. Dīrghatamas Māmateya sprach fürwahr, als er auf Erwerb auszog, zu seinem jüngeren Bruder Dīrghaśravas: »Sei du der Aufseher über diese unsere Gattinnen!« Dīrghaśravas wünschte: »Möchte ich doch Speise und Nahrung sichern, damit diese Gattinnen nicht hungern müssen!« Er erschaute dieses Sāman. Damit stimmte er Agni den Lobgesang an: »Der alle Güter verteilt, der freudige Hotar der Menschen. Wie die ersten Gefäße des Süßtranks seien sie ihm dargebracht; ihm, Agni, mögen die Lobpreisungen zuteilwerden.« Dieser Agni, gepriesen, machte ihm eben alle diese Speise und Nahrung honigreich. Dessen Gattinnen aßen fürwahr, als äßen sie Honig. Dies ist fürwahr ein großer Genuss, eine große Speise und Nahrung ist dies. Mit eben diesem Sāman sichert man fürwahr reichliche Speise und Nahrung. Und weil Dīrghaśravas dies erschaute, wird es ›Dairghaśravasa‹ genannt.

[Anm.: Dīrghatamas Māmateya ist der aus 3.239 bekannte, im Mutterleib redende Ṛṣi (RV 1.147-164); hier tritt er mit einem sonst nicht belegten jüngeren Bruder Dīrghaśravas auf. »Saniṃ prayan« (etwa: als er auf Erwerb/in die Ferne auszog) bleibt lexikalisch unsicher. Das zitierte Agni-Preislied ist ein archaischer, formelhafter Vers.]

atha yaśaḥ. yaśasā vai devā yaśo ’bhavan. yaśo ’sāmeti satram āsate. yaśa eva bhavanti. tac chrīr vai yaśaḥ. aśnute śriyaṃ ya evaṃ veda. tad u saptatriṃśadakṣaraṇidhanaṃ bhavati. ṣaṭtriṃśadakṣarā vai bṛhatī. bṛhatī svargo lokaḥ. asāv ādityas saptatriṃśaḥ. etasminn eva tat svarge loke ’ntataḥ pratitiṣṭhanti. tasyo etāṃ kalyāṇīm āśiṣam antata āśāsata āyur viśvāyur viśvaṃ viśvam āyur aśīmahīti. tayaivaitat samṛdhyodṛcam aśnuvate. atha śulkaḥ. śulkena vai devāś śulko ’bhavan. śulko ’sāmeti satram āsate. śulka eva bhavanti. tac chrīr vai śulkaḥ. aśnute śriyaṃ ya evaṃ veda. tad v evācakṣata āśvam iti. devā vai svargakāmās tapo ’tapyanta. ta etat sāmāpaśyan. tenāstuvata. tato vai te svargaṃ lokam āśnuvata. tad etat svargyaṃ sāma. aśnute svargaṃ lokaṃ ya evaṃ veda. atha bhargaḥ. bhargeṇa vai devā bhargo ’bhavan. bhargo ’sāmeti satram āsate. bharga eva bhavanti. tac chrīr vai bhargaḥ. aśnute śriyaṃ ya evaṃ veda. athābhiśavam ubhayābhīśutāyai. yathā haikābhīśunā yāyād evaṃ tad yad anyatarad, atha yathobhayābhīśunā yāyād evaṃ tad yad ubhe. etābhyāṃ vai dvādaśarātro ’riṣṭas saṃgṛhīta eti. ariṣṭena saṃgṛhītena dvādaśarātreṇa pāpmānaṃ tarati śriyam aśnute ya evaṃ veda

Nun das Yaśas. Durch Ruhm wurden die Götter fürwahr ruhmreich. »Mögen wir ruhmreich sein« - so nehmen sie an der Sattra-Sitzung teil. Sie werden eben ruhmreich. Ruhm ist nämlich Herrlichkeit. Herrlichkeit erlangt, wer so weiß. Dies hat nun ein siebenunddreißigsilbiges Nidhana. Sechsunddreißigsilbig nämlich ist die Bṛhatī. Die Bṛhatī ist die himmlische Welt. Jener Āditya ist der Siebenunddreißigste. Eben darin gründen sie sich am Ende fest, in jener himmlischen Welt. Dazu erbitten sie am Ende diesen schönen Segenswunsch: »Lebenszeit, alllebendige Lebenszeit - möchten wir gänzlich alle Lebenszeit erlangen!« Damit eben, nachdem sie es zum Gedeihen gebracht haben, erlangen sie den Empor-Vers. Nun das Śulka. Durch den Kaufwert wurden die Götter fürwahr von hohem Wert. »Mögen wir von hohem Wert sein« - so nehmen sie an der Sattra-Sitzung teil. Sie werden eben von hohem Wert. Der Kaufwert ist nämlich Herrlichkeit. Herrlichkeit erlangt, wer so weiß. Das eben nennt man auch ›das Pferdehafte‹. Die Götter übten fürwahr, nach der himmlischen Welt verlangend, Askese. Sie erschauten dieses Sāman. Mit ihm stimmten sie den Lobgesang an. Da erlangten sie fürwahr die himmlische Welt. Dies ist das himmelbringende Sāman. Die himmlische Welt erlangt, wer so weiß. Nun das Bharga. Durch Glanz wurden die Götter fürwahr glanzvoll. »Mögen wir glanzvoll sein« - so nehmen sie an der Sattra-Sitzung teil. Sie werden eben glanzvoll. Glanz ist nämlich Herrlichkeit. Herrlichkeit erlangt, wer so weiß. Nun das Abhiśava, zur beiderseitigen Pressung. Wie man mit einem einzigen Zügel führt, so ist es, wenn nur eines von beiden vorliegt; wie man aber mit beiden Zügeln zugleich führt, so ist es, wenn es beide sind. Mit diesen beiden geht der Zwölfnächte-Zeitraum fürwahr unversehrt, zusammengehalten, voran. Mit unversehrtem, zusammengehaltenem Zwölfnächte-Zeitraum überwindet das Übel, erlangt Herrlichkeit, wer so weiß.

[Anm.: Drei parallel gebaute Kurzabschnitte (Yaśas, Śulka, Bharga) nach demselben Formelmuster ›X-ena X abhavan... tac chrīr vai X‹, das bereits in 3.249 (Hariśrī) begegnete. »Udṛc« (Empor-Vers) und die Gleichsetzung des Śulka mit dem ›Pferdehaften‹ bleiben in ihrer genauen Bedeutung unsicher. Das abschließende Abhiśava behandelt technisch die ein- bzw. zweifache Pressung (mit einem oder beiden ›Zügeln‹/Riemen) als Sicherung des unversehrten Zwölfnächte-Zeitraums; die genaue rituelle Mechanik von abhīśu an dieser Stelle bleibt unsicher.]

atha dīrghatamaso ’rko - ’nnaṃ vā arko - ’nnādyasyaivāvaruddhayai. dīrghatamā vai māmateyo ’nnādyakāmas tato ’tapyata. sa etat sāmāpaśyat. tenāstuta. tato vai so ’nnādyam avārunddha. tad etad annādyasyaivāvaruddhis sāma. avānnādyaṃ runddhe ’nnāda śreṣṭha svānāṃ bhavati ya evaṃ veda. yad u dīrghatamā māmateyo ’paśyat tasmād dīrghatamaso ’rka ity ākhyāyate. asāvi somo aruṣo vṛṣā harir iti vṛṣaṇvatīr bhavanti bṛhato rūpam. bārhatam etad ahaḥ. rājeva dasmo abhi gā acikradat. punāno vāram aty eṣy avyayaṃ śyeno na yoniṃ ghṛtavantam āsadat. parjanyaḥ pitā mahiṣasya parṇino nābhā pṛthivyā giriṣu kṣayaṃ dadhe. svasāra āpo abhi gā ud āsaran saṃ grāvabhir vasate vīte adhvare. iti gomatīḥ paśumatīr bhavanti paśūnām evāvaruddhayai. paśavo hi chandomāḥ. kavir vedhasyā pary eṣi māhinam atyo na nikto abhi vājam arṣasi. apasedhaṃ duritā soma no mṛḍa ghṛtā vasānaḥ pari yāsi nirṇijam. iti parivatīr bhavanty antasya rūpam. anto hy etad ahaḥ

Nun der Arka des Dīrghatamas - Speise nämlich ist der Arka - eben zur Sicherung von Speise und Nahrung. Dīrghatamas Māmateya übte, nach Speise und Nahrung verlangend, Askese. Er erschaute dieses Sāman. Mit ihm stimmte er den Lobgesang an. Da sicherte er fürwahr Speise und Nahrung. Dies ist das Speise-und-Nahrung-sichernde Sāman. Er sichert Speise und Nahrung, wird zum besten Speiser unter den Seinen, wer so weiß. Und weil Dīrghatamas Māmateya dies erschaute, wird es der Arka des Dīrghatamas genannt. »Ausgepresst ist der rötliche, stierhafte, goldgelbe Soma« - so sind dies ›stierhaltige‹ Verse - das Merkmal des Bṛhat. Ein Bārhata-Tag ist dies. »Wie ein König, der Wundertätige, brüllte er den Kühen zu. Sich läuternd durchdringst du das Schafwollsieb, wie ein Falke ließ er sich in dem gutbeölten Nest nieder. Parjanya, der Vater des büffelhaften, beflügelten Soma, hat in der Nabel der Erde, in den Bergen, seinen Wohnsitz. Die Schwestern, die Gewässer, erhoben sich zu den Kühen; er kleidet sich mit den Preßsteinen beim geliebten Opfer.« So sind dies ›kuhhaltige, viehhaltige‹ Verse, eben zur Sicherung der Tiere. Tiere nämlich sind die Chandomas. »Der Seher, der Anordnende, du umschreitest das Große; wie ein gebadetes Ross eilst du zur Kraft. Vertreibend die Fährnisse, sei uns gnädig, Soma; mit Schmalz bekleidet umschreitest du das Festgewand.« So sind dies ›umgreifende‹ Verse - das Merkmal des Endes. Denn dies ist der letzte Tag.

[Anm.: Dīrghatamas Māmateya erhält hier, nach seinem Bruder Dīrghaśravas in 3.257, ein eigenes Speise-und-Nahrung-Sāman - eine bemerkenswerte Fortsetzung des Dīrghatamas-Erzählstrangs (cf. 3.239). Der anschließende Verskatalog (Soma-Pavamāna-Verse, teils sehr nah an geläufigen ṛgvedischen Formulierungen, ohne dass eine genaue Stellenidentifikation vorgenommen wurde) markiert den Übergang vom Bārhata-Tag zum letzten Tag des Zwölftagesritus.]

tāsu sāmarājam. śrīr vai rājyam. aśnute śriyaṃ gacchati rājyaṃ ya evaṃ veda. tad v evācakṣate saṃvad iti. pravatā vai devā svargaṃ lokam āyann udvatodapatan. saṃvatā samāśnuvata. tad yad etāni sāmāni bhavanti pravataiva svargaṃ lokaṃ prayanty, udvatotpatanti. saṃvatā samaśnuvate. tāny u vāṅnidhanāni bhavanti. vācaś chandomais samicchanti. āpteva vā etarhi vāg bhavati. chandomeṣu tad yad etāni vāṅganidhanāni bhavanti, tām evaitad vācaṃ pratyakṣam upayanti

Unter diesen ist das Sāmarāja. Herrlichkeit nämlich ist das Königtum. Herrlichkeit erlangt, zum Königtum gelangt, wer so weiß. Das eben nennt man auch ›das Zusammenlaufende‹. Auf abschüssigem Weg gelangten die Götter fürwahr zur himmlischen Welt; auf ansteigendem Weg flogen sie empor. Auf dem Zusammenlaufenden-Weg erlangten sie es gemeinsam. Dass es diese Sāmans gibt: Auf abschüssigem Weg eben gehen sie zur himmlischen Welt voran, auf ansteigendem Weg fliegen sie empor. Auf dem Zusammenlaufenden-Weg erlangen sie es gemeinsam. Diese haben zudem Rede-Nidhanas. Mit den Chandomas suchen sie eben die Rede zu erreichen. Wie erreicht nämlich ist die Rede jetzt in den Chandomas. Dass diese Rede-Nidhanas haben, damit nähern sie sich eben dieser Rede unmittelbar an.

[Anm.: Das Sāmarāja (Königtum=Herrlichkeit) leitet zu einer dreiteiligen Wegsymbolik über (pravat/abschüssiger Weg, udvat/ansteigender Weg, saṃvat/Zusammenlaufender Weg). Der Schlussteil über die Rede-Nidhanas wiederholt wortgleich die Eingangsformel des Saindhukṣita aus 3.249.]

atha bṛhat. varṣma vai bṛhat. varṣmaṇy evaitat pratitiṣṭhanto yanti. taj jāgate ’han bhavati. puṃso vā etad rūpaṃ yad bṛhat striyai jagatī. tad yad atra bṛhat pṛṣṭhaṃ bhavati, tenaivaitad ahar mithunaṃ kriyate. atha vāmadevyam. paśavo vai vāmadevyam. paśumanta eva bhavanty enena tuṣṭuvānāḥ. śrāyanta iva sūryaṃ viśved indrasya bhakṣateti viśvavatīr bhavanti. vaiśvadevaṃ hy etad ahaḥ. vasūni jāto janimāny ojaseti janadvatīr bhavanti. janadvad vai jagatyai rūpam. jāgatam etad ahaḥ. prati bhāgaṃ na dīdhimaḥ. alarṣirātiṃ vasudām upa stuhi bhadrā indrasya rātayaḥ. yo asya kāmaṃ vidhato na roṣati mano dānāya codayan. ity āśiṣam evaitenāśāste

Nun das Bṛhat. Erhabenheit nämlich ist das Bṛhat. In der Erhabenheit gründen sie sich eben fest, während sie so vorangehen. Dies ereignet sich am jagatischen Tag. Dies ist nämlich die männliche Gestalt, das Bṛhat, die weibliche die Jagatī. Dass hier das Bṛhat-Pṛṣṭha auftritt, damit eben wird dieser Tag zur Paarung gebracht. Nun das Vāmadevya. Tiere nämlich sind das Vāmadevya. Reich an Tieren eben werden die, die damit gepriesen haben. »Sich gleichsam an die Sonne anlehnend, genießen alle den Anteil Indras« - so sind dies ›allhaltige‹ Verse. Denn dies ist der Allgötter-Tag. »Güter, geboren, die Geschlechter zur Kraft« - so sind dies ›geschlechthaltige‹ Verse. Geschlechthaltig nämlich ist das Merkmal der Jagatī. Ein jagatischer Tag ist dies. »Wir haben gleichsam auf unseren Anteil geblickt. Preise die eilende, güterschenkende Gabe; heilvoll sind Indras Gaben. Wer dessen Wunsch, ihm dienend, nicht zürnt, den Sinn zur Gabe antreibend.« So erbittet er eben damit einen Segenswunsch.

[Anm.: Die Bṛhat(männlich)/Jagatī(weiblich)-Paarbildung knüpft an das etablierte Muster aus 3.189/219 an.]

tāsu śrāyantīyam. devā vai satram upayanto ’bruvan - yan naḥ krūram ātmanas tan nirmimāmahai. mā sakrūrā upagāmeti. tad yad eṣāṃ krūram ātman āsīt, tan nirmāya śarāvayos saṃmārjaṃ nyadadhuḥ. atha satram upāyan. tata eṣo ’khalo devo ’jāyata. tad yac charāvābhyām ajāyata, tad asyaitan nāma. eṣa ha vāva so ’gnir jajñe. na hainam eṣa hinasti ya evaṃ veda. sa devān abravīt - kasmai mām ajījanateti. aupadraṣṭryāyety abruvan - yo ’tipādayāt taṃ hanāsā iti. prajāpatir hoṣasaṃ svāṃ duhitaram abhyadhyāyat. sāsmai rohid bhūtvātiṣṭhat. tāṃ pṛṣato bhūtvāskandat. sa aiṣatāsmai vai māṃ devā ajījanann aupadraṣṭryāya. ati vā ayaṃ pādayati, hantainaṃ vidhyānīti. tam avidhyat. sa viddha etad rūpaṃ pratyasyordhva udakrāmat

Unter diesen ist das Śrāyantīya. Die Götter sprachen, als sie sich zur Sattra-Sitzung begaben: »Was auch immer an uns selbst roh ist, das wollen wir ausscheiden. Lasst uns nicht mit dem Rohen dorthin gehen!« Was auch immer an ihnen selbst roh war, das schieden sie aus und legten den Abschabsel in zwei Tonschalen. Dann begaben sie sich zur Sattra-Sitzung. Daraus wurde jener Gott Akhala geboren. Dass er aus den beiden Schalen geboren wurde, das ist eben sein Name. Dieser war fürwahr eben jener Agni, der geboren wurde. Ihn verletzt dieser nicht, wer so weiß. Er sprach zu den Göttern: »Für wen habt ihr mich gezeugt?« Sie sprachen: »Für Aupadraṣṭrya; wer da entkommen sollte, den sollst du erschlagen.« Prajāpati begehrte fürwahr seine eigene Tochter Uṣas. Sie, zu einer roten Hirschkuh geworden, stand ihm gegenüber. Er, zu einem gefleckten Hirsch geworden, bestieg sie. Er dachte: »Für ihn fürwahr haben mich die Götter gezeugt, für den Aupadraṣṭrya. Dieser entkommt ja gerade! Wohlan, ich will ihn durchbohren!« Er durchbohrte ihn. Er, getroffen, warf diese Gestalt von sich und stieg aufwärts empor.

[Anm.: Dies ist die real bezeugte, berühmte Erzählung von Prajāpatis Begehren nach seiner Tochter Uṣas (Morgenröte) in Gestalt von Hirsch und Hirschkuh, mit zahlreichen Parallelen (u.a. Aitareya-Brāhmaṇa 3.33, RV 10.61.5-7, Śatapatha-Brāhmaṇa 1.7.4). Bemerkenswert ist die hiesige Fassung: Statt des in den meisten Versionen auftretenden Rudra tritt hier der eigens zu diesem Zweck geschaffene Gott Akhala (mit Agni gleichgesetzt) als Schütze auf - eine eigenständige Traditionsvariante, hier nicht harmonisiert. »Aupadraṣṭrya« (etwa: der zum Überwacher/Beobachter Gehörige) bleibt als Bezeichnung unsicher; die genaue phonetische Herleitung des Namens Akhala aus den beiden Tonschalen (śarāva) wird vom Text nicht explizit gemacht, anders als bei den meisten übrigen Namensetymologien dieses Werks.]

sa eṣa iṣus trikāṇḍaḥ. tasmāt pṛṣato ’svādutamaḥ. tasmād u śocatīva. tasya viddhasya retaḥ parāpatat. tad dhimavati pratyatiṣṭhat. tan mānuṣam abhavata. tad devāś carṣayaś copasametyābruvan - medaṃ duṣada iti. yad abruvan - medaṃ duṣad iti, tan māduṣasya māduṣatvam. māduṣaṃ ha vai nāmaitat. tan mānuṣam ity ākhyāyate. tad agninā paryaindhata. maruto ’dhaman. śrāyantīyenainad aśrīṇan. tac chrāyantīyasya śrāyantīyatvam. tataḥ paśavo ’sṛjyanta. ye prathame ’sṛjyanta te rohitāḥ. ye ’bhitapyamānād asṛjyanta te ’ruṇāḥ. ye ’bhitaptād asṛjyanta te babhravaḥ. ye dahyamānād asṛjyanta te śvetāś ca kṛṣṇāś ca. tasmād v ayam evāgnir dahati śvetaṃ caiva kṛṣṇaṃ ca. viṣphuliṃgābhya evājāś caiṇeyāś cāsṛjyanta, aṅgārebhyo ’ṅgirasaḥ

Dieser Pfeil hier hat drei Rohrglieder. Deshalb ist der gefleckte Hirsch am wenigsten schmackhaft. Deshalb ist er auch gleichsam von brennendem Wesen. Dessen, des Durchbohrten, Same fiel herab. Dieser blieb auf dem Himalaya haften. Dies wurde zum Mānuṣa. Da traten die Götter und die Ṛṣis zusammen und sprachen: »Möge dies nicht verunreinigt werden!« Weil sie sprachen: »Möge dies nicht verunreinigt werden«, das eben ist die Māduṣa-heit des Māduṣa. Māduṣa nämlich ist fürwahr dessen Name. Das wird ›Mānuṣa‹ genannt. Dies wurde mit Feuer ringsum entzündet. Die Maruts bliesen es an. Mit dem Śrāyantīya kochten sie es. Das eben ist die Śrāyantīya-heit des Śrāyantīya. Daraus wurden die Tiere erschaffen. Die zuerst erschaffen wurden, das waren die roten. Die aus dem, was gerade erhitzt wurde, erschaffen wurden, das waren die rötlich-braunen. Die aus dem bereits Erhitzten erschaffen wurden, das waren die braunen. Die aus dem gerade Verbrennenden erschaffen wurden, das waren die weißen und die schwarzen. Deshalb eben verbrennt dieses Feuer sowohl Weißes als auch Schwarzes. Aus den Funken wurden die Ziegen und die Antilopen erschaffen, aus den Kohlen die Aṅgirasas.

[Anm.: Setzt die Prajāpati-Uṣas-Erzählung aus 3.262 fort: Aus dem herabfallenden Samen des durchbohrten Prajāpati entsteht auf dem Himalaya das Māduṣa/Mānuṣa (Menschheit) - eine eigenständige, an anderer Stelle so nicht belegte Kosmogonie des Menschengeschlechts, mit einer Volksetymologie māduṣa (möge es nicht verunreinigt werden) hin zu mānuṣa. Diese Verwendung von Mānuṣa steht neben der in 3.245/248 begegneten (dort im Dāśarājña-Zusammenhang); ob beide zusammenhängen, bleibt offen. Die anschließende Farbenätiologie der Tiere (rot/rötlichbraun/braun/weiß-schwarz nach Erhitzungsgrad) kulminiert in einer bemerkenswerten Volksetymologie der Aṅgirasas selbst, die aus den Kohlen (aṅgāra) entstehen - ein klanglicher Anklang, den der Text selbst nahelegt.]

aṅgāramiśrād bhasmanas tisro vaśā asṛjyanta - maitrāvaruṇī bārhaspatyā vaiśvadevī. bhasmana eva gardabho ’sṛjyata. tasmāt sa bhasmanaḥ pratirūpaḥ. tasmāt sa babhriyamāṇo jīvati. tad etad vīrajananaṃ paśavyaṃ sāma. vīrā vai tad ajāyanta yad aṅgirasaḥ. eta u paśavo ’sṛjyanta. asya vīro jāyate, ’va paśūn runddhe, bahupaśur bhavati ya evaṃ veda. sa yo yajñavibhraṣṭa syāc chrāyantīyam asya pṛṣṭheṣu brahmasāma kuryuḥ. pṛṣṭhāni ca vā etaṃ stotrāṇi cāvadhūnvate yo yajñasya vibhraṣṭaḥ. pṛṣṭheṣu caivainaṃ tat stotreṣu ca pratiṣṭhāpayanti. yata indra bhayāmahe tato no abhayaṃ kṛdhi. maghavan śagdhi tava tan na ūtaye vi dviṣo vi mṛdho jahi. iti mṛdha evaitena pāpmānam apaghnate. tāsu samantam uktabrāhmaṇam. tad aiḷam acchāvākasāma bhavati. paśavo vā iḷā. paśuṣv evaitat pratitiṣṭhanti

Aus der mit Kohle vermischten Asche wurden drei Kühe erschaffen - eine dem Mitra-Varuṇa-Paar zugehörige, eine dem Bṛhaspati zugehörige, eine allgöttliche. Aus der Asche selbst wurde der Esel erschaffen. Deshalb hat er die Farbe der Asche. Deshalb lebt er, indem er Lasten trägt. Dies ist das heldenzeugende, viehbringende Sāman. Helden nämlich wurden da geboren, nämlich die Aṅgirasas. Diese Tiere wurden ebenfalls erschaffen. Ihm wird ein Held geboren, er sichert Tiere, wird reich an Tieren, wer so weiß. Wer vom Opfer abgekommen sein sollte - für den sollten sie das Śrāyantīya bei dessen Pṛṣṭhas als Brahma-Sāman ausführen. Die Pṛṣṭhas und die Lobgesänge schütteln nämlich den ab, der vom Opfer abgekommen ist. Dadurch gründen sie ihn eben in den Pṛṣṭhas und in den Lobgesängen fest. »Wovor wir uns fürchten, Indra, davor schaffe uns Furchtlosigkeit. Freigebiger, vermöge das zu unserem Beistand; zerschlage die Hasser, zerschlage die Verächter.« So schlägt er eben mit dieser Verächter-Formel das Übel fort. Unter diesen ist das Samanta bereits erklärt. Dies ist ein Iḷā-verbundenes Acchāvāka-Sāman. Tiere nämlich sind Iḷā. Eben in Tieren gründen sie sich fest.

[Anm.: Schließt die Kosmogonie aus 3.262f. ab (drei heilige Kühe, der Esel aus der Asche) und geht zu einer eigenständigen Śrāyantīya-Anwendung über: als Heilmittel für vom Opfer Abgekommene. Samanta verweist zurück auf 3.186.]

tvaṃ somāsi dhārayur iti dhṛtyai. antam iva hy etarhi gacchanti chandomebhyo net parāñco ’tipadyāmahā iti. tvaṃ suto madintama iti madvatīr bhavanti. raso vai madaḥ. dhītam ivaitad yat tṛtīyasavanam. tad yad etā madvatīr bhavanti rasam evāsminn etad dadhati. aivainad etena pyāyayanti. tvaṃ suṣvāṇo adribhir iti tvam iti bhavati bṛhato rūpam. bārhatam etad ahaḥ. abhy arṣa kanikradat. dyumantaṃ śuṣmam uttamam. ity uttamo hy eṣa tryahaḥ kriyate yaś chandomāḥ. tās samānaprabhṛtayo bhavanti nānodarkāḥ. idaṃ vai prathamaṃ padam idaṃ dvitīyam adas tṛtīyam. tad āhuḥ preva vā ete ’smāl lokāc cyavante ye dvādaśāhayājino ’ntam iva hi gacchanti. tad yad etās samānaprabhṛtayo bhavanti nānodarkā, asminn evaital loke pratitiṣṭhanti. nānāprabhṛtayas samānodarkāṣ ṣaṣṭhe ’han bhavanti. amuṣminn utābhir loke pratitiṣṭhanti. tāsu gāyatram uktabrāhmaṇam. athaidāvasunidhanaṃ bahirnidhanaṃ bārhatam. tasmād bārhate ’han kriyate. asur ha vai nāmarṣir apaśur āsa. so ’kāmayatāva paśūn rundhīyeti. sa etat sāmāpaśyat. tenāstuta. sa idaṃ vasv ity eva nidhanam upait. tad evaidāvasunidhanasyaidāvasunidhanatvam. tat paśavo vai vasu. tato vai sa paśūn avārunddha. tad etat paśavyaṃ sāma. ava paśūn runddhe bahupaśur bhavati ya evaṃ veda. tac caturakṣaraṇidhanaṃ bhavati - catuṣpadā vai paśavaḥ. paśavaś chandomāḥ - paśūnām evāvaruddhayai

»Du, Soma, bist der Träger« - so dient dies zur Stützung. Denn jetzt gehen sie gleichsam dem Ende der Chandomas entgegen: »Dass wir doch nicht, uns abwendend, darüber hinausschreiten!« »Du, ausgepresst, bist der Berauschendste« - so sind dies ›rauschhaltige‹ Verse. Saft nämlich ist der Rausch. Wie geschwächt ist dieser dritte Somaguss. Dass diese ›rauschhaltig‹ sind, legt man eben dadurch Saft in ihn. Eben damit lässt man ihn anschwellen. »Du, ausgepresst mit den Preßsteinen« - so beginnt es mit »du«; das ist das Merkmal des Bṛhat. Ein Bārhata-Tag ist dies. »Fließe zu, laut brüllend, zu glanzvoller, höchster Kraft.« So wird eben dieser höchste Dreitageszeitraum ausgeführt, welcher die Chandomas sind. Diese haben gleichen Anfang, aber verschiedene Fortsetzung. Dies ist der erste Teil, dies der zweite, jenes der dritte. Dazu sagt man: Diese, die den Zwölftagesritus opfern, weichen gleichsam allmählich aus dieser Welt, da sie gleichsam dem Ende entgegengehen. Dass diese gleichen Anfang, aber verschiedene Fortsetzung haben, darin gründen sie sich eben in dieser Welt fest. Verse mit verschiedenem Anfang, aber gleicher Fortsetzung, treten am sechsten Tag auf. In jener Welt gründen sie sich mit diesen fest. Unter diesen ist das Gāyatra bereits erklärt. Nun das Aidāvasu-Nidhana, ein äußeres Nidhana, ein Bārhata. Deshalb wird beim Bārhata-Tag ein Schlag ausgeführt. Asu war fürwahr der Name eines Ṛṣis, der ohne Tiere war. Er wünschte: »Möchte ich doch Tiere sichern!« Er erschaute dieses Sāman. Mit ihm stimmte er den Lobgesang an. Er gelangte eben mit »idaṃ vasu« zum Nidhana. Das eben ist die Aidāvasunidhana-heit des Aidāvasunidhana. Tiere nämlich sind das Gut. Da sicherte er fürwahr Tiere. Dies ist das viehbringende Sāman. Er sichert Tiere, wird reich an Tieren, wer so weiß. Dies hat ein viersilbiges Nidhana - vierfüßig nämlich sind die Tiere. Tiere sind die Chandomas - eben zur Sicherung der Tiere.

[Anm.: Reaktiviert gleich zwei etablierte Formelmuster: dhītam iva tṛtīyasavanam (der dritte Somaguss als geschwächt, zuletzt 3.222/223/225) und die Struktur gleicher Anfang/verschiedene Fortsetzung vs. verschiedener Anfang/gleiche Fortsetzung samt dem zugehörigen Refrain über die allmählich aus dieser Welt weichenden Zwölftagesopferer, wortgleich zu 3.241. Der Ausruf »idaṃ vasu« liefert die Namensformel für das Aidāvasu-Nidhana.]

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