Quellen der Menschheit

Jaiminīya-Brāhmaṇa · Kāṇḍa 3

Kapitel 8 Der Dämon im Rauschtrank: Mada, die Aśvins und der Streit um das rechte Pṛṣṭha

Im Zentrum dieses Kapitels steht die Fortsetzung der Cyavana-Erzählung: Als Śaryāta Mānava auf einer Anhöhe opfert und Götter wie Menschen gemeinsam vom selben Soma trinken, sichert Cyavana den Aśvins einen Becher; Indra hinterfragt diesen 'unbekannten Becher', woraufhin Vidanvān Bhārgava, wohl ein Nachkomme Cyavanas, ihm entgegentritt. Über dem eskalierenden Streit stehen neunundneunzig speerbewaffnete Maruts kampfbereit, bis die Ṛṣis den furchterregenden Dämon Mada heraufbeschwören, dessen Haupt den ganzen Luftraum ausfüllt; erst Agnis Mahnung, die Götter selbst seien von den Ṛṣis geboren, besänftigt Indras Zorn. Der gebändigte Mada wird danach nicht in den Soma, sondern in den Rauschtrank Surā gelegt – eine Ätiologie für dessen gefährlich-dämonische Natur im Gegensatz zum göttlichen Soma. Daneben setzt sich die Debatte um das rechte Pṛṣṭha des sechsten Tages fort, mit dem einprägsamen Vergleich des greisen Abhipratāraṇa, der die Wahl des Vāravantīya statt des Raivata mit Söhnen vergleicht, die schon am Erbe eines noch Lebenden teilhaben, und mit der Auflösung des Paradoxes, warum die samenlosen Mahānāmnīs Nachkommen bringen, die samenhaltigen Revatīs aber nicht: Der Same endet eben im Sohn. Vasiṣṭha erhält, nach dem Verlust eines weiteren Sohnes, mit dem verhüllt benannten Pippalī-Sāman (wahrer Name: Pippalin) erneut reiche Nachkommenschaft.

mṛjyamānas suhastyā samudre vācam invasi. rayim iti (sāma 1079) ru iti revatīnāṃ rūpam piśaṅgaṃ bahulaṃ puruspṛhaṃ pavamānābhy arṣasi. punāno vāre pavamāno avyaye vṛṣo acikradad vane. iti vṛṣaṇvatīr bhavanti bṛhato rūpam. bārhatam etad ahaḥ. devānāṃ soma pavamāna niṣkṛtaṃ gobhir añjāno arṣasīti gomatīḥ paśumatīr bhavanti, paśūnām evāvaruddhyai. paśavo hy etad ahaḥ. tāsu sauṣāvam abhyāsavat simānāṃ rūpam. abhyāso vai simānāṃ revatayaḥ. tad v evācakṣate vasiṣṭhasya pippalīti. vasiṣṭho vai jīto hataputro ’kāmayata - bahuḥ prajayā paśubhiḥ prajāyeyeti. sa etat sāmāpaśyat. tenāstuta. tato vai sa bahuḥ prajayā paśubhiḥ prājāyata. so ’bravīt - pippali vā idam āsa yena prājaniṣīti. tat pippalīnāṃ pippalitvam. pippalinaṃ ha vai nāmaitat pippalīty ākhyāyate tat. prajā vai pippalaṃ, paśavaḥ pippalaṃ, svargo lokaḥ pippalam. tad yat pippali bhavaty etasyaiva sarvasyāvaruddhyā. etasyopāptyai. yad ūrdhveḷaṃ bhavati bṛhato rūpaṃ, bārhate ’han. tena vai rūpasamṛddham. yad u vasiṣṭho ’paśyat tasmād vasiṣṭhasya pippalīty ākhyāyate

»Gereinigt durch die gute Hand, im Meer regst du die Stimme, Reichtum« (Sāman 1079) — so ist »ru« die Gestalt der Revatīs — »das Bräunliche, Reichliche, Vielbegehrte, o sich Läuternder, strömst du zu.« »Sich läuternd im Seihetuch, sich läuternd in der Wollhürde, brüllte der Bulle im Holzgefäß« — so sind es vṛṣaṇvatī-Verse, die Gestalt des Bṛhat; Bārhata ist dieser Tag. »Der Götter, o Soma, sich läuternd, zum Treffpunkt, mit Kühen gesalbt, strömst du« — so sind es kuhreiche, viehreiche Verse, eben zur Erlangung von Vieh; Vieh nämlich ist dieser Tag. Bei ihnen ist das Sauṣāva, nach-pressungsartig, die Gestalt der Sīmās; Wiederholung nämlich der Sīmās sind die Revatīs. Das nennen sie eben ›Vasiṣṭhas Pippalī‹. Vasiṣṭha nämlich, besiegt, mit erschlagenem Sohn, wünschte: »Möchte ich mich doch reichlich durch Nachkommenschaft und Vieh vermehren!« Er erblickte dieses Sāman, wurde damit gepriesen. Danach vermehrte er sich reichlich durch Nachkommenschaft und Vieh. Er sprach: »Pippalī nämlich war dies, wodurch ich mich vermehrt habe.« Das ist die Pippalī-heit der Pippalīs. Pippalin nämlich ist wahrhaftig ihr Name; ›Pippalī‹ wird es genannt. Nachkommenschaft nämlich ist Frucht, Vieh ist Frucht, die Himmelswelt ist Frucht. Dass es Pippalī ist, geschieht eben zur Erlangung all dessen, zum Erwerb davon. Dass es Ūrdhveḷa ist, die Gestalt des Bṛhat, am Bārhata-Tag — damit ist es formvollendet. Und weil Vasiṣṭha es erschaute, deshalb wird es ›Vasiṣṭhas Pippalī‹ genannt.

[Anm.: »(Sāman 1079)« ist offenbar ein aus der kritischen Edition übernommener Verweis auf eine Melodie-Katalognummer, hier wie andere editorische Markierungen (vgl. 3.97/98) unverändert beibehalten. Die Erzählung von Vasiṣṭhas Niederlage und erschlagenem Sohn dürfte auf die bekannte Überlieferung vom Verlust seiner Söhne anspielen (Vasiṣṭha-Śakti-Tradition), ohne dass der Text hier Details nennt. Sauberes Beispiel der geschärften Regel zu 'wahren' Namen (vgl. 3.104/3.117): ›Pippalin‹ als der wahre Name bleibt unquotiert, die parokṣa-Umbenennung ›Pippalī‹ erhält ›...‹.]

athaukṣṇorandhram. ukṣṇo vai randhraḥ kāvyo ’kāmayatādbhiḥ pratīpaṃ svargaṃ lokam āroheyam apsu me vartmāni paśyeyaṃ niyānam iti. sa etat sāmāpaśyat. tenāstuta. tato vai so ’dbhiḥ pratīpaṃ svargaṃ lokam ārohad, apsu svavartmāny apaśyan niyānam. sa ha vāva raumaṇvataḥ. sa evośanā kāvyaḥ. sa ha sa yamunayaiva pratīpaṃ svargaṃ lokam ārohat. tad etat svargyaṃ sāma. adbhiḥ pratīpaṃ svargaṃ lokam ārohati ya evaṃ veda. yad ukṣṇo randhraḥ kāvyo ’paśyat tasmād aukṣṇorandhram ity ākhyāyate. atho āponiyānam iti, yad asyāpsu niyānam apaśyat

Dann das Aukṣṇorandhra. Ukṣan Randhra Kāvya nämlich wünschte: »Möchte ich doch mit den Gewässern stromaufwärts zur Himmelswelt emporsteigen; möchte ich doch in den Gewässern meine Pfade erblicken, den Weg hinab!« Er erblickte dieses Sāman, wurde damit gepriesen. Danach stieg er mit den Gewässern stromaufwärts zur Himmelswelt empor, erblickte in den Gewässern seine eigenen Pfade, den Weg hinab. Er ist ja fürwahr der Raumaṇvata; er ist eben Uśanas Kāvya. Er stieg eben mit der Yamunā stromaufwärts zur Himmelswelt empor. Das ist also das himmlische Sāman; er steigt mit den Gewässern stromaufwärts zur Himmelswelt empor, wer dies weiß. Und weil Ukṣan Randhra Kāvya es erschaute, deshalb wird es ›Aukṣṇorandhra‹ genannt. Und ›Āponiyāna‹, weil er in den Gewässern seinen Weg hinab erblickte.

[Anm.: Bemerkenswerte Identifikation: Ukṣan Randhra Kāvya (alias Raumaṇvata) wird hier ausdrücklich mit Uśanas Kāvya (Śukra) gleichgesetzt, der aus späterer epischer und purāṇischer Überlieferung bekannten Sehergestalt (dort Lehrmeister der Asuras, mit dem Planeten Venus identifiziert). Die Yamunā ist ein real bezeugter Fluss. Das Sāman trägt zwei Namen (Aukṣṇorandhra, Āponiyāna), die je einem Teil des Wunsches Ukṣan Randhras entsprechen.]

atha vājajit. annaṃ vai vājaḥ. yadā vai gaur aśvaḥ puruṣo ’nnasya suhito bhavati, atha sa vājī bhavati. devāsurā annādye aspardhanta. te devā akāmayanta vṛñjīmahy annādyam asurāṇām iti. ta etat sāmāpaśyan. tenāstuvata. te vājijigīvety evānnādyam asurāṇām avṛñjata. tad eva vājijito vājajittvam. tad etad annādyasyāvaruddhissāma. avānnādyaṃ runddhe, vṛṃkte dviṣato bhrātṛvyasyānnādyaṃ ya evaṃ veda. tat pañcākṣaraṇidhanaṃ bhavati. pāṃkto vai yajñaḥ. atīva vā ete yajñasya mātrāṃ krāmanti ya etad ahar āgacchanti. tad yat pañcākṣaraṇidhanaṃ bhavati - pāṃkto yajño - yāvatī yajñasya mātrā tāṃ ned atikrāmāmeti

Dann das Vājajit. Speise nämlich ist Kraft; wenn nämlich eine Kuh, ein Pferd, ein Mensch der Speise wohlversehen ist, dann wird er kraftvoll. Götter und Asuras stritten um Speise und Nahrung. Die Götter wünschten: »Möchten wir doch den Asuras die Speise und Nahrung entreißen!« Sie erblickten dieses Sāman, priesen sich damit. Sie entrissen, als Kraft-Sieger, eben den Asuras die Speise und Nahrung. Das eben ist die Vājajit-heit des Vājajit. Das ist also das Sāman der Erlangung von Speise und Nahrung; er erlangt Speise und Nahrung, entreißt dem hassenden Rivalen Speise und Nahrung, wer dies weiß. Das hat ein fünfsilbiges Nidhana. Pāṅkta nämlich ist das Opfer; diese überschreiten ja das Maß des Opfers, die zu diesem Tag gelangen. Dass es ein fünfsilbiges Nidhana hat — Pāṅkta ist das Opfer —, geschieht, damit gilt: »Welches Maß auch das Opfer hat, das mögen wir nicht überschreiten.«

[Anm.: Die Begründung des fünfsilbigen Nidhanas über das Pāṅkta-Versmaß des Opfers zeigt eine eigene rituelle Sorge um das rechte 'Maß' des Opfers, die ein Überschreiten am sechsten Tag verhindern soll.]

atha varuṇasāma. varuṇo vai rājā sadhamādam avānyābhir devatābhir āsīt. so ’kāmayata sarveṣāṃ devānāṃ rājyāya sūyeyeti. sa prajāpatau śataṃ varṣāṇi brahmacaryam avasat. tasmā etat sāmābravīd - etad vai me rājyaṃ rūpam. gaccha. rājānaṃ tvā devāḥ kariṣyanta iti. sa devān abhyait. tam āyantaṃ dṛṣṭvā devāḥ pratyavārohan. tān abravīn - mā mā pratyavarukṣata. bhrātaro vai mama yūyaṃ stha. yādṛśā vai yūyaṃ stha, tādṛṅ aham asmīti. nety abruvan. yad vai naḥ pituḥ prajāpate rūpaṃ tad idaṃ tvayi paśyāma iti. taṃ praty evāvārohan. tasmā etāṃ rājāsandīṃ tyadadhuḥ(nyadadhuḥ?). tasyām enam abhyaṣiñcanta - vasavo rājyāya rudrā vairājyāyādityā svārājyāya viśvedevās sāmrājyāya marutas sārvavaśyāya sādhyāś cāptyāś ca pārameṣṭhyāya. tad etac chrīsavassāma. aśnute śriyaṃ gacchati rājyaṃ ya evaṃ veda. yad u varuṇo rājāpaśyat, tasmād varuṇasāmety ākhyāyate

Dann das Varuṇa-Sāman. Varuṇa, der König, war zunächst ohne Festgenossenschaft mit den anderen Gottheiten. Er wünschte: »Möchte ich doch zur Königsherrschaft über alle Götter geweiht werden!« Er verweilte bei Prajāpati hundert Jahre als Brahmacārin. Diesem sagte er dieses Sāman: »Dies nämlich ist die Gestalt meiner Königsherrschaft. Geh! Die Götter werden dich zum König machen.« Er ging zu den Göttern hin. Als sie ihn kommen sahen, stiegen die Götter ihm entgegen herab. Er sprach zu ihnen: »Steigt mir nicht entgegen herab! Meine Brüder nämlich seid ihr; wie ihr seid, so bin auch ich.« »Nein — die Gestalt unseres Vaters Prajāpati, die sehen wir hier in dir«, sprachen sie. Sie stiegen ihm eben entgegen herab. Für ihn richteten sie diesen Königsthron auf. Auf diesem weihten sie ihn: die Vasus zur Königsherrschaft, die Rudras zur Vairājya-Herrschaft, die Ādityas zur Svārājya-Herrschaft, die Viśvedevas zur Sāmrājya-Herrschaft, die Maruts zur Allbotmäßigkeit, die Sādhyas und Āptyas zur höchsten Erhabenheit. Das ist also das Śrīsavas-Sāman. Er erlangt Glanz, gelangt zur Königsherrschaft, wer dies weiß. Und weil König Varuṇa es erschaute, deshalb wird es ›Varuṇasāma‹ genannt.

[Anm.: Eine Version des bekannten Musters der Königsweihe durch Buße/Brahmacarya bei Prajāpati, vergleichbar anderen Herrschaftsantritts-Mythen im Text. Die Handschrift bietet an der Stelle 'tyadadhuḥ' (unklar), wahrscheinlich zu 'nyadadhuḥ' ('sie setzten/richteten auf') zu emendieren, wie in der Quelle selbst mit Fragezeichen vermerkt. Die abgestufte Herrschaftstypologie (Rājya/Vairājya/Svārājya/Sāmrājya/Allbotmäßigkeit/Pārameṣṭhya), je einer Götterklasse zugeordnet, ist ein bekanntes vedisches Ordnungsschema.]

atha goṣṭhaḥ śakvarīṇāṃ ca vā eṣa revatīnāṃ ca goṣṭhaḥ. paśūnāṃ dhṛtyai goṣṭhaḥ. dhriyante ’smin paśavaḥ. paśūmān bhavati ya evaṃ veda. prajāpatiḥ paśūn asṛjata. te ’smāt sṛṣṭā apākrāman. tān prathamenāhnāvivārayiṣata. tān nāvārayata. tān dvitīyena nāvārayata. tāṃs tṛtīyena nāvārayata. tāṃś caturthena nāvārayata. tān pañcamena naivāvārayata. tān ṣaṣṭhe ’hann etenaiva sāmnāvārayata. so ’bravīd goṣṭho vāva ma idaṃ paśūnāṃ sāmābhūd iti. tad eva goṣṭhasya goṣṭhatvam. tad etat paśavyaṃ sāma goṣṭhaḥ. dhriyante ’smin paśavaḥ. paśumān bhavati ya evaṃ veda. tad u niṣiddham iva bhavatīhā iḷā ihā iḷā iti. etad dha vā enāṃs tad etena purastād vārayāṃcakre. etam u tyaṃ daśa kṣipo mṛjanti sindhumātaram iti yad vai sindhumat samudravat tad etasyāhno rūpam. āpobhājanam etad ahaḥ. tadā āhur yanti ete triṣṭubhaḥ pavanānāntād ye gāyatrīṣv antyaṃ kurvantīti. tās sūryavatīr bhavanti. atho aindrīḥ. tena triṣṭubhaḥ pavamānāntān na yanti. tāsv ihavad vāmadevyam. paśavo vai simāḥ. paśavo raivatam. paśava ihavad vāmadevyam. paśumanta iva bhavanty enena tuṣṭuvānāḥ. tad u niṣiddham ivaiva bhavaty - etam u tyaṃ daśa kṣipa ihā mṛjanti sindhumātaram iheti etad dha vā enāṃs tad apy etenaiva purastād vārayāṃcakre

Dann das Goṣṭha: Dies ist ja der Rinderstall der Śakvarīs und der Revatīs. Zum Halt des Viehs dient der Rinderstall; darin wird das Vieh gehalten. Er wird viehreich, wer dies weiß. Prajāpati brachte das Vieh hervor. Dieses, von ihm hervorgebracht, entwich. Er versuchte, es am ersten Tag zurückzuhalten; er hielt es nicht zurück. Mit dem zweiten hielt er es nicht zurück, mit dem dritten hielt er es nicht zurück, mit dem vierten hielt er es nicht zurück, mit dem fünften hielt er es auch nicht zurück. Am sechsten Tag hielt er es eben mit diesem Sāman zurück. Er sprach: »Ein Rinderstall fürwahr ist mir dies geworden, dieses Sāman des Viehs.« Das eben ist die Goṣṭha-heit des Goṣṭha. Das ist also das viehbezogene Sāman, das Goṣṭha; darin wird das Vieh gehalten. Er wird viehreich, wer dies weiß. Das ist auch gleichsam untersagt: »Hier ist die Iḷā, hier ist die Iḷā.« Damit eben hielt er sie zuvor schon zurück. »Diesen da reinigen die zehn Finger, die Strom-Mutter habende« — was strom-artig, meer-artig ist, das ist die Gestalt dieses Tages. Dies ist der Wasser-Anteil-Tag. Da sagen sie: »Diese Triṣṭubh-Verse gehen vom Ende der Pavamāna-Pressung fort, die bei den Gāyatrīs ihr Ende machen.« Diese werden sonnenhaft, und auch Indra-bezogen; dadurch gehen die Triṣṭubh-Verse nicht zum Ende der Pavamāna-Pressung. Bei ihnen ist das ihavat-Vāmadevya. Vieh nämlich sind die Sīmās, Vieh ist das Raivata, Vieh ist das ihavat-Vāmadevya; viehreich gleichsam werden die, die sich damit gepriesen haben. Das ist auch gleichsam untersagt: »Diesen da reinigen hier die zehn Finger, die Strom-Mutter habende, hier« — damit eben hielt er sie auch zuvor mit eben diesem zurück.

[Anm.: Bemerkenswerte rituelle Technik: das redundante Einfügen des Wortes ›ihā/iha‹ ('hier') in einen sonst festen Vers gilt als 'gleichsam untersagt' (niṣiddham iva) – vermutlich wegen der Nähe zur in 3.145 thematisierten jāmi-Problematik (unerwünschte Wiederholung) –, wird hier aber gerade deshalb als magisches Mittel eingesetzt, um das fliehende Vieh 'festzuhalten'. Das ihavat-Vāmadevya knüpft an dieselbe iha-Einfügetechnik an.]

revatīr nas sadhamāda iti revatayo bhavanti. samād evaitat samam upayanti. gāyatryo madhyandinasyāntyā bhavanti. gāyatrya etāḥ. sa yathā samāt samaṃ saṃkrāmet tādṛk tat. yātayāmāni vā etarhy anyāni chandāṃsi, gāyatry evāyātayāmnī. yātayāmabhi stotrair yātayāmabhiś śastrair vaṣaṭkāro yātayāma. ṛtumanti pañcāhāny anṛtu ṣaṣṭham. tad yad dhotrā ṛtuyājān nānā vaṣaṭkurvanti tenaiva ṣaṣṭham ahar ṛtumat kriyate. tāsu vāravantīyam. etad dha vai revad raivatyaṃ yad revatīṣu vāravantīyam. revān bhavaty āsya revān raivatyo jāyate ya evaṃ vidvān revatīṣu vāravantīyena stute. etad vai bṛhad raivatyam yad revatīṣu vārayantīyam. bārhataṃ ṣaṣṭham ahaḥ. tenaiva ṣaṣṭham ahar bārhataṃ kriyate. agnir vā eṣa vaiśvānaro yat pṛṣṭhyaṣ ṣaḍahaḥ. ṛtavo vai pṛṣṭhāni. saṃvatsara ṛtavaḥ. saṃvatsaro ’gnir vaiśvānaraḥ. so ’śānta īśvaraḥ pradagdhoḥ. tad yad vāravantīyaṃ pṛṣṭhaṃ bhavaty agner eva vaiśvānarasya śāntyā apradāhāya

»Die Revatīs sind uns zur Festgenossenschaft« — so sind es Revatī-Verse. Von Gleichem gehen sie eben zu Gleichem über. Die Gāyatrī-Verse sind die letzten der Mittagspressung; Gāyatrī-Verse sind diese. Wie er von Gleichem zu Gleichem überginge, so ist dies. Erschöpft sind ja jetzt die anderen Versmaße, die Gāyatrī allein ist unerschöpft. Mit erschöpften Preisliedern, mit erschöpften Rezitationen ist der Vaṣaṭ-Ruf erschöpft. Jahreszeit-versehen sind die fünf Tage, jahreszeitlos ist der sechste. Dass die Hotar-Priester die Jahreszeiten-Opfer einzeln mit Vaṣaṭ vollziehen, dadurch eben wird der sechste Tag jahreszeit-versehen gemacht. Bei ihnen ist das Vāravantīya. Dies nämlich ist das revatī-hafte Raivatya, dass bei den Revatīs das Vāravantīya steht. Reich wird er, reich wird ihm ein Raivatya-Nachkomme geboren, wer, dies wissend, sich bei den Revatīs mit dem Vāravantīya preist. Dies nämlich ist das große Raivatya, dass bei den Revatīs das Vāravantīya steht. Bārhata ist der sechste Tag; eben dadurch wird der sechste Tag zum Bārhata gemacht. Dieser Pṛṣṭhya-Sechstagesabschnitt ist ja Agni Vaiśvānara; die Jahreszeiten nämlich sind die Pṛṣṭhas, das Jahr besteht aus den Jahreszeiten, das Jahr ist Agni Vaiśvānara. Er, unbesänftigt, ist imstande zu verbrennen. Dass es das Vāravantīya-Pṛṣṭha ist, geschieht eben zur Besänftigung Agni Vaiśvānaras, damit er nicht verbrenne.

[Anm.: Der Yātayāma/Ayātayāma-Kontrast (vgl. 3.115, 3.129) wird hier verallgemeinert auf die Versmaße insgesamt angewandt: am sechsten Tag gelten alle anderen Versmaße als 'erschöpft', allein die Gāyatrī als unerschöpft. Die doppelte Raivatya-Erklärung (über 'revavat' und über 'bṛhat') bleibt knapp-assoziativ gehalten.]

prajāpatir vā etaṃ yajñam asṛjata yat pṛṣṭhyaṃ ṣaḍaham. sa sṛṣṭaḥ prādravat. taṃ rathantareṇāvivārayiṣata. taṃ nāvārayata. taṃ bṛhatā nāvārayata. taṃ vairūpeṇa nāvārayata. taṃ vairājena nāvārayata. taṃ mahānāmnībhir nāvārayata. taṃ revatībhir naivavārayata. taṃ vāravantīyenaivāvārayata. yad avārayata tad vāravantīyasya vāravantīyatvam. tad yad vāravantīyaṃ pṛṣṭhaṃ bhavati yajñasyaiva vāraṇāyai. prajāpatir vā etaṃ yajñam asṛjata yat pṛṣṭhyaṃ ṣaḍaham. tasmai pratiṣṭhām aicchat. tasmā apa evāvindat. tāsu rathantareṇa pratiṣṭhām aicchat. sa nāvindat. tāsu bṛhatā nāvindat. tāsu vairūpeṇa nāvindat. tāsu vairājena nāvindat. tāsu mahānāmnībhir nāvindat. tāsu revatībhir naivāvindat. tāsu vāravantīyenaivāvindat. yad avindat tad v eva vāravantīyasya vāravantīyatvam. tad yad vāravantīyaṃ pṛṣṭhaṃ bhavati yajñasyaiva pratiṣṭhāyai. iyaṃ vai vāravantīyam, iyaṃ pratiṣṭhā. asyām evaitad yajñaṃ pratiṣṭhāpayanti. agnir vā eṣa vaiśvānaro yad vāravantīyam. āpa u revatayaḥ. tad yad revatīṣu vāravantīyaṃ bhavati, tasmād āpo ’gniyonayaḥ. jīryantīva vā etat pṛṣṭhāni yadā ṣaṣṭham ahar āgacchanti. na vai jīrṇe retaḥ pariśiṣyate. tad yad vāravantīyaṃ pṛṣṭhaṃ bhavaty uttareṣām eva yajñakratūnāṃ prajātyai

Prajāpati brachte ja dieses Opfer hervor, den Pṛṣṭhya-Sechstagesabschnitt. Er, hervorgebracht, lief davon. Er versuchte, ihn mit dem Rathantara zurückzuhalten; er hielt ihn nicht zurück. Mit dem Bṛhat hielt er ihn nicht zurück, mit dem Vairūpa hielt er ihn nicht zurück, mit dem Vairāja hielt er ihn nicht zurück, mit den Mahānāmnīs hielt er ihn nicht zurück, mit den Revatīs hielt er ihn auch nicht zurück. Mit dem Vāravantīya eben hielt er ihn zurück. Dass er ihn zurückhielt, das ist die Vāravantīya-heit des Vāravantīya. Dass es das Vāravantīya-Pṛṣṭha ist, geschieht eben zum Zurückhalten des Opfers. Prajāpati brachte ja dieses Opfer hervor, den Pṛṣṭhya-Sechstagesabschnitt. Für dieses suchte er einen festen Stand; für dieses fand er eben Wasser. Bei ihnen suchte er mit dem Rathantara einen festen Stand; er fand keinen. Mit dem Bṛhat fand er keinen, mit dem Vairūpa fand er keinen, mit dem Vairāja fand er keinen, mit den Mahānāmnīs fand er keinen, mit den Revatīs fand er auch keinen. Mit dem Vāravantīya eben fand er einen. Dass er ihn fand, das eben ist die Vāravantīya-heit des Vāravantīya. Dass es das Vāravantīya-Pṛṣṭha ist, geschieht eben zum festen Stand des Opfers. Diese Erde nämlich ist das Vāravantīya, diese ist der feste Stand; auf dieser eben lassen sie das Opfer festen Stand fassen. Dieses, das Vāravantīya, ist ja Agni Vaiśvānara. Wasser sind auch die Revatīs; dass bei den Revatīs das Vāravantīya ist, deshalb sind die Gewässer der Ursprungsschoß Agnis. Gleichsam alternd nämlich sind diese Pṛṣṭhas, wenn sie zum sechsten Tag gelangen; im Gealterten nämlich bleibt kein Same übrig. Dass es das Vāravantīya-Pṛṣṭha ist, geschieht eben zur Zeugung der folgenden Opferhandlungen.

[Anm.: Doppelte, bewusst nebeneinandergestellte Etymologie für ›Vāravantīya‹: einmal von vāraṇa 'Zurückhalten' (dieser Abschnitt, erster Teil), einmal von vid 'Finden' (avindat, zweiter Teil) – ein weiteres Beispiel der im Text wiederkehrenden Doppeletymologien (vgl. Bhārata 3.62, Vāsiṣṭha 3.83, Ātīṣādīya 3.79). Die Gleichung 'Wasser ist der Ursprungsschoß Agnis' (agniyoni) ist ein bekanntes vedisches Motiv (vgl. Apāṃ Napāt). Der Schlussabschnitt wiederholt wortgleich die Formel aus 3.145.]

tad u hovācābhipratāraṇo jīrṇaś śayānaḥ. putrā hāsya dāyaṃ vibhejire. sa ha ghoṣa āsa. ko ghoṣa iti. tasmai hocuḥ - putrās te bhagavo dāyaṃ vibhajanta iti. sa hovāca - suśravā vā ahaṃ tat pṛṣṭhānāṃ brāhmaṇe jīvato ’sya putrā dāyam upayantīti. suśravā vā ahaṃ tad iti. tad etad yathā jīvato dāyam upeyād evaṃ tad yad raivate ’hani sati vāravantīyaṃ pṛṣṭhaṃ bhavati. athetarat pavamāne kurvanti. atha ha gaireya āṣāḍhir aṣāḍhaṃ bhāllaveyaṃ papraccha yad imāni yad bahūni sāmāni kathaṃ ṣaṣṭhāyāhne na prābhavann iti. sa hovāca - tvatvādṛśāṣ ṣaḍ rājānaḥ pañcāleṣu vedyā iti. sa hovācaivaṃ nyūnaṃ tvaṃ vetthānyathā vayam ato vidmeti. sa yad evaitad apṛṣṭhaṃ pṛṣṭhaṃ vāravantīyaṃ kriyate tenaivaitad ahar aprabhūtam. atha ha naitatnava āruṇiṃ papracchāruṇa āruṇe kasmād aretodhās satyo mahānāmnayaḥ prajanayanti. kasmād u retodhās satyo revatayo na prajanayantīti. yadra iti reta eva prathamenābhivyāharatīti. tad dha na pratyuvāca. tena hainaṃ jigāya. sa yat pratyavakṣyad - reto vai revatayo reta u raivataṃ sāma. na vai retaso reto ’sti. putra evaitarhi reto ’ntam etat pṛṣṭhāni gacchanti. yadā ṣaṣṭham ahar āgacchanti nātaḥ parāñci prajāyante. tasmād aretodhās satyo mahānāmnayaḥ prajanayanti. tasmād u retodhās satyo revatayo na prajanayantīti. atha vāmadevyam. paśavo vai vāmadevyam. paśumanta eva bhavanty enena tuṣṭuvānāḥ. surūpakṛtnum ūtaya ity abhyārambheṇa ṣaṭpadāṣ ṣaṣṭhe ’han bhavanti. tenaiva ṣaḍahāni kalpante

Da sprach Abhipratāraṇa, greis, daliegend. Seine Söhne hatten das Erbe verteilt. Da war ein Lärm. »Was ist das für ein Lärm?« Ihm sprachen sie: »Deine Söhne, o Herr, verteilen das Erbe.« Er sprach: »Ich habe wohl gehört, dass im Brāhmaṇa der Pṛṣṭhas gelehrt wird: eines Lebenden Söhne treten schon an das Erbe heran. Ich habe das wohl gehört.« Das ist so, wie ein Sohn zum Erbe eines noch Lebenden träte: dass, obwohl es der Raivata-Tag ist, das Vāravantīya-Pṛṣṭha vollzogen wird; das andere aber vollziehen sie bei der Pavamāna-Pressung. Da fragte Gaireya Āṣāḍhi den Aṣāḍha Bhāllaveya: »Dass es diese, dass es viele Sāmans gibt — wie kamen sie am sechsten Tag nicht zur vollen Geltung?« Er sprach: »Wie du selbst weißt: sechs Könige sind es, die bei den Pañcālas bekannt sind.« Er sprach: »So verstehst du das nur unvollständig; anders wissen wir es hierüber.« Dass eben dieses reguläre Pṛṣṭha, das Vāravantīya, vollzogen wird, eben dadurch ist dieser Tag nicht zur vollen Geltung gekommen. Da fragte Naitatnava Āruṇi den Āruṇa Āruṇi: »Warum bringen die Mahānāmnīs, obwohl fürwahr samenlos, hervor? Und warum bringen die Revatīs, obwohl fürwahr samenhaltig, nicht hervor?« Die Antwort läge wohl darin, dass er mit ›yadra‹ bereits im ersten Wort eben ›reta‹ ausspricht. Das aber erwiderte er nicht; damit besiegte ihn jener. Was er hätte erwidern sollen: »Same nämlich sind die Revatīs, Same auch ist das Raivata-Sāman; vom Samen selbst gibt es ja keinen weiteren Samen. Der Sohn eben ist jetzt das Ende des Samens; dorthin gehen diese Pṛṣṭhas. Wenn sie zum sechsten Tag gelangen, werden sie von da an nicht weiter fortgezeugt. Deshalb bringen die Mahānāmnīs, obwohl samenlos, hervor; deshalb bringen die Revatīs, obwohl samenhaltig, nicht hervor.« Dann das Vāmadevya: Vieh nämlich ist das Vāmadevya; viehreich eben werden die, die sich damit gepriesen haben. »Den Schönheit-Schaffenden zum Beistand« — mit dem Abhyārambha sind es sechsfüßige Verse am sechsten Tag. Eben dadurch werden die Sechstagesabschnitte vollzogen.

[Anm.: Abhipratāraṇas Vergleich (Vāravantīya-statt-Raivata wie ein Sohn, der zum Erbe eines noch Lebenden greift) liefert ein einprägsames Bild für die in 3.144f./154f. begründete Ritual-Umstellung. Die Antwort Aṣāḍha Bhāllaveyas ('sechs Könige bei den Pañcālas') bleibt als Lehrrätsel-Analogie dunkel und wird hier unaufgelöst wiedergegeben. Ob Naitatnava Āruṇi und Āruṇa Āruṇi zwei verschiedene Träger desselben Aruṇa-Patronymikons sind, bleibt unsicher. Die Fruchtbarkeits-Paradoxie (samenlose Mahānāmnīs zeugen, samenhaltige Revatīs nicht) wird damit gelöst, dass der Same seinen natürlichen 'Endpunkt' im Sohn/Revatī-Stadium erreicht und von dort nicht mehr weiterzeugt.]

tāsv ṛṣabho raivataḥ. paśavo vai simāḥ, paśavo revatayaḥ, paśava ṛṣabhaḥ. ṛṣabham evaitat paśuṣv apisṛjanti mithunatvāya prajananāya. pra mithunena jāyate ya evaṃ veda. tasya pūrvārdhaṃ ca jaghanārdhaṃ ca bhūyiṣṭhaṃ bhājayanti. tasmāt paśavaḥ pūrvārdhena ca jaghanārdhena ca bhūyiṣṭhaṃ bhuñjanti vahanti. pūrvārdhena duhre ca jaghanārdhena pra ca janayanti. ubhayaṃ dhenupayasaṃ cānaḍutpayasaṃ cāvarunddhe ya evaṃ veda. ubhe yad indra rodasī iti ṣaṭpadāṣ ṣaṣṭhe ’han bhavanti. tenaiva ṣaḍahāni kalpante. devāsurāḥ paśuṣva aspardhanta. te ’surāḥ paśubhis saha samudram abhyavāyan. te devā akāmayanta vṛñjīmahy asurāṇāṃ paśūn iti. ta etān aṃkān apaśyann etā ṛco - devī janitry ajījanad bhadrā janitry ajījanad iti. etad aṅkaṃ rūpam. tair udārumpaṃs tān paśūn. tā etā- paśavyā ṛcaḥ. ava paśūn runddhe bahupaśur bhavaty etābhir ṛgbhis tuṣṭuvānaḥ

Bei ihnen ist der Raivata-Bulle. Vieh nämlich sind die Sīmās, Vieh sind die Revatīs, Vieh ist der Bulle. Eben diesen Bullen setzen sie unter das Vieh, zur Paarung, zur Fortpflanzung. Er vermehrt sich durch Paarung, wer dies weiß. Seine Vorderhälfte und seine Hinterhälfte teilen sie zum größten Teil auf; deshalb genießen und tragen die Tiere zum größten Teil mit der Vorderhälfte und der Hinterhälfte. Mit der Vorderhälfte melken sie, und mit der Hinterhälfte erzeugen sie. Beides erlangt er, die Milch der Milchkuh und die Milch des Zugochsen, wer dies weiß. »Wenn, o Indra, beide Welthälften« — sechsfüßige Verse sind es am sechsten Tag. Eben dadurch werden die Sechstagesabschnitte vollzogen. Götter und Asuras stritten um das Vieh. Die Asuras zogen mit dem Vieh zum Meer hin. Die Götter wünschten: »Möchten wir doch den Asuras das Vieh entreißen!« Sie erblickten diese Brandzeichen, diese Verse: »Die göttliche Erzeugerin hat erzeugt, die glückbringende Erzeugerin hat erzeugt.« Dies ist die Gestalt des Brandzeichens. Damit rissen sie jenes Vieh los. Dies sind die viehbezogenen Verse. Er erlangt Vieh, wird viehreich, wer sich mit diesen Versen gepriesen hat.

[Anm.: Setzt das etablierte Sīmā/Revatī/Bulle=Vieh-Formelrepertoire fort (vgl. 3.131f.). Die Devāsura-Erzählung liefert hier eine eigene Ätiologie für das rituelle Vieh-Brandzeichen (aṅka).]

tāsu śyenas saṃpāraṇo ’napahānāya kriyate. śyeno ha vā etad ahas saṃpārayitum arhati. devā vai svargakāmās tapo ’tapyanta. ta etat sāmāpaśyan. tenāstuvata. tad enānāñ chyena eva bhūtvā svargaṃ lokam avahat. te ’bruvan svargaṃ lokaṃ gatvā - śyeno vāva no bhūtvedaṃ sāma svargaṃ lokam avākṣīd iti. tad eva śyenasya śyenatvam. tad etat svargyaṃ sāma. aśnute svargaṃ lokaṃ ya evaṃ veda. indro vā etena sāmnā śyeno bhūtvā asurān apāvapat. tad v eva śyenasya śyenatvam. tad u bhrātṛvyahā. hanti dviṣantaṃ bhrātṛvyaṃ ya evaṃ veda. tad aiḷam acchāvākasāma bhavati. paśavo vā iḷā. paśuṣv evaitat pratitiṣṭhanti

Bei ihnen wird der Śyena, der Übersetzende, zur Nicht-Minderung vollzogen. Der Falke nämlich vermag fürwahr diesen Tag hinüberzutragen. Die Götter, nach der Himmelswelt verlangend, übten Askese. Sie erblickten dieses Sāman, priesen sich damit. Dies, zum Falken für sie geworden, trug sie zur Himmelswelt. Sie sprachen, zur Himmelswelt gelangt: »Zum Falken fürwahr für uns geworden, hat uns dieses Sāman zur Himmelswelt getragen.« Das eben ist die Śyena-heit des Śyena. Das ist also das himmlische Sāman; er erlangt die Himmelswelt, wer dies weiß. Indra nämlich, mit diesem Sāman zum Falken geworden, streute die Asuras fort. Das eben auch ist die Śyena-heit des Śyena. Es ist auch rivalentötend; er erschlägt den hassenden Rivalen, wer dies weiß. Das ist das ›aiḷa‹, das Acchāvāka-Sāman; Vieh nämlich ist Iḷā. Darauf gründen sie sich eben im Vieh.

[Anm.: Doppelte Etymologie für Śyena (Falke): einmal über den Himmelsflug der Götter, einmal über Indras Falkengestalt beim Asura-Sieg – ein weiteres Beispiel des im Text wiederkehrenden Doppeletymologie-Musters.]

pari svāno giriṣṭhā ity ārbhavasya pavamānasya parivatīr gāyatryo bhavanty antasya rūpam. anto hy etad ahaḥ. pavitre somo akṣarat. madeṣu sarvadhā asi. iti madvatīr bhavanti. raso vai madaḥ. dhītam ivaitad yat tṛtīyasavanam. tad yad etā madvatīr bhavanti rasam evāsminn etad dadhaty aivainad etena pyāyayanti. tvaṃ vipras tvaṃ kavir iti tvam iti bhavati bṛhato rūpam. bārhatam etad ahaḥ. madhu pra jātam andhasā. madeṣu sarvadhā asi. tve viśve sajoṣasaḥ iti viśvavatīr bhavanti. vaiśvadevaṃ hy atad ahaḥ. devāsaḥ pītim āśata. madeṣu sarvadhā asi. ity upariṣṭād udarkaṃ dadhati. raso vai ṣaṣṭham ahas, tasyānatinedāya. tāsu gāyatram uktabrāhmaṇam. atha trīṇi vaidanvatāni. śaryāto vai mānavaḥ prācyāṃ sthalyām ayajata. taṃ harṣayo yājayāṃcakruḥ. tad ubhaye devamanuṣyās somaṃ samapiban. tad ubhayair devamanuṣyair uttamaṃ somas saṃpītaḥ. tasmiṃś cyavano bhārgavo ’śvibhyāṃ graham agṛhṇāt. tam indraś camasam avāgṛhṇāt - ko ’yam ajñātaś camasaḥ pracaratīti. tasya vidanvān bhārgavaḥ pratyahan, kas taṃ camasaṃ mīmāṃsitum arhati yaṃ vayaṃ prayacchemeti

»Ringsum tönend, auf dem Berge stehend« — so sind es die parivatī Gāyatrī-Verse der Ārbhava-Pavamāna-Pressung, die Gestalt des Endes; Ende nämlich ist dieser Tag. »Im Seihetuch floss der Soma; in den Räuschen bist du allbegründend« — so sind es madvatī-Verse; Rausch nämlich ist Essenz. Gleichsam ersehnt ist dies, was die dritte Pressung ist. Dass es diese madvatī-Verse sind, damit legen sie eben die Essenz in diesen Tag und mehren ihn eben damit. »Du bist der Redekundige, du bist der Seher« — »du« ist die Gestalt des Bṛhat; Bārhata ist dieser Tag. »Die Süße, hervorgebracht durch den Trank; in den Räuschen bist du allbegründend; in dir sind alle einträchtig« — so sind es viśvavatī-Verse; Vaiśvadeva nämlich ist dieser Tag. »Die Götter haben den Trank erlangt; in den Räuschen bist du allbegründend« — damit legen sie von oben den Nachklang darauf; Essenz nämlich ist der sechste Tag, damit sie nicht überklingt. Bei ihnen ist das Gāyatra bereits erklärt. Dann die drei Vaidanvata-Sāmans: Śaryāta Mānava opferte auf einer östlich gelegenen Anhöhe; ihn ließen die Ṛṣis opfern. Da tranken beide, Götter und Menschen, gemeinsam den Soma; da wurde der Soma von beiden, Göttern und Menschen, bis zum Letzten gemeinsam ausgetrunken. Dabei nahm Cyavana Bhārgava für die beiden Aśvins den Trank. Diesen Becher nahm Indra weg: »Was ist das für ein unbekannter Becher, der da umhergeht?« Diesem schlug Vidanvān Bhārgava entgegen: »Wer vermag jenen Becher in Frage zu stellen, den wir doch weitergeben?«

[Anm.: Der Rückgriff auf Śaryāta Mānava und Cyavana Bhārgava, der hier eigens für die Aśvins einen Soma-Anteil sichert, knüpft direkt an den in 3.120–127 erzählten Cyavana-Sukanyā-Mythos an. Vidanvān Bhārgava, der sich Indra entgegenstellt, dürfte ein Verwandter (Sohn?) Cyavanas sein; der Konflikt um den 'unbekannten Becher' setzt das Motiv vom-Soma-ausgeschlossener-Parteien fort.]

te devā akrudhyann, akrudhyann ṛṣayaḥ. te navanavatayo maruta ṛṣṭihastā atiṣṭhann - idānīm idaṃ paryākariṣyāmo ’thedaṃ sarvaṃ mardiṣyata iti. atha ha ṛṣayo madam āsuram udāhvayan. sa uttṛndann evāntarikṣaṃ śīrṣṇābhyadhāt. sā mahatī samad āsīt. so ’gnir indram abravīd vyetu te krodha śreyāṃso vā ete ’smat. yadi vā etān krodhayiṣyati neha kiṃ cana pariśekṣyate. etebhyo vai vayaṃ jātāsma iti. tasyāgnir eva krodhaṃ vyanayat. sa indro vītakrodhas saha devaiḥ prādravat. teṣām apendro ’padevo yajño ’bhavat. te ’kāmayanta - sendro nas sadevo yajña syād iti. sa etāni vidanvān bhārgavas sāmāny apaśyat. tair astuta. tair indram āhvayat. tair asya krodhaṃ vyanayat. tato vai teṣām indro yajñam upāvartata. tata ebhyo ’napakramyābhavat. tata eṣāṃ sendras sadevo yajño ’bhavat. tāni vā etāni sendrāṇi sadevāni sāmāni. sendro hāsya sadevo yajño bhavaty, abhy asyendro yajñam āvartate, nāsyendro yajñād apakrāmati ya evaṃ veda. paśavo ha khalu vai vidanvanta, etā ṛco vidanvatīḥ. tāsv etam ṛṣabhaṃ vaidanvatam apisṛjanti mithunatvāya prajananāya. pra mithunena jāyate ya evaṃ veda. yad u vidanvān bhārgavo ’paśyat tasmād vaidanvatānīty ākhyāyante

Die Götter wurden zornig, die Ṛṣis wurden zornig. Die neunundneunzig Maruts, mit Spießen in der Hand, standen da: »Jetzt werden wir dies umbringen, dann wird dies alles zermalmt werden!« Da riefen die Ṛṣis den asurischen Mada herbei. Er, sich emporreckend, füllte mit seinem Haupt eben den Luftraum aus. Das war ein gewaltiger Zusammenstoß. Da sprach Agni zu Indra: »Möge dein Zorn weichen; besser nämlich sind diese als wir. Wenn er sie doch zum Zorn reizen wird, wird hier nichts übrig bleiben; von ihnen nämlich sind wir geboren.« Dessen Zorn eben leitete Agni ab. Indra, des Zorns entledigt, lief mit den Göttern davon. Ihr Opfer wurde ohne Indra, ohne Götter. Sie wünschten: »Möge unser Opfer doch mit Indra, mit den Göttern sein!« Da erblickte Vidanvān Bhārgava diese Sāmans. Damit wurde gepriesen, damit rief er Indra herbei, damit leitete er dessen Zorn ab. Danach kehrte Indra zu ihrem Opfer zurück; von da an blieb er ihnen, ohne sich zu entfernen. Da wurde ihr Opfer mit Indra, mit den Göttern. Dies sind ja diese mit-Indra-mit-den-Göttern-seienden Sāmans. Mit Indra, mit den Göttern wird ja sein Opfer, zu seinem Opfer kehrt Indra zurück, nicht entfernt sich Indra von seinem Opfer, wer dies weiß. Vieh nämlich, fürwahr, sind die ›Wissenden‹; diese Verse sind ›wissend-habend‹. Bei ihnen setzen sie diesen Vaidanvata-Bullen unter das Vieh, zur Paarung, zur Fortpflanzung. Er vermehrt sich durch Paarung, wer dies weiß. Und weil Vidanvān Bhārgava sie erschaute, deshalb werden sie ›Vaidanvata‹ genannt.

[Anm.: Dies ist eine Fassung des bekannten Mada-Mythos (der dämonische Mada, von Ṛṣis heraufbeschworen, um Indra zum Nachgeben zu zwingen), hier als direkte Fortsetzung von 3.159 in den Cyavana/Aśvin-Soma-Konflikt eingebettet. Die konkrete Zahl '99 speertragende Maruts' ist ein markantes Detail. Agnis Vermittlungsargument (die Götter selbst seien von den Ṛṣis geboren) ist theologisch bemerkenswert. Der Name ›Vaidanvata‹ wird abschließend über ein Wortspiel mit Vidanvāns eigenem Namen (vidanvant/vidanvatī als Rinder-Epitheta) erklärt.]

atha ha mada āsuro bibhayāṃcakāra. sa hovāca mā māṃ moghāyodāhvayata vi māṃ nidhatteti. te ’bruvan pāsyāma iti manyamānās surām āharāma varuṇasyāndhaso ’dhi. tasyāṃ naivāsīt katamaś canārtas sāmartyānīti. tatra mada parehīti. sa eṣa mada āsuras surāyāṃ vinihitaḥ. sa sunve yo vasūnāṃ yo rāyām iti (sāma 1096) rūti revatīnāṃ rūpam

Da fürchtete sich nun der asurische Mada. Er sprach: »Ruft mich nicht vergeblich herbei — verteilt mich doch!« Sie sprachen, in der Absicht, ihn zu trinken: »Lasst uns Rauschtrank herbeibringen, auf dem Somatrank Varuṇas.« Darin war noch keinerlei Kraft vorhanden. »Dorthin, o Mada, geh!« So wurde dieser, der asurische Mada, in den Rauschtrank hineingelegt. »Er wird ausgepresst, der der Güter, der der Reichtümer« (Sāman 1096) — »ru« ist die Gestalt der Revatīs.

[Anm.: Bildet den ätiologischen Abschluss des in 3.159f. erzählten Mada-Mythos: der gebändigte Dämon Mada wird in den Rauschtrank (surā) – im Gegensatz zum göttlichen Soma – hineingelegt, was mythologisch die berauschend-gefährliche, 'dämonische' Natur der Surā gegenüber dem Soma begründet. »(Sāman 1096)« und der Kennwort-Marker »ru« setzen die bereits in 3.149/3.161 belegten Editionsverweis- und Marker-Konventionen fort.]

tāsu dīrghaṃ bṛhatām ekam. etena ha vā etad ahar bārhataṃ kriyate. devā vai svargakāmās tapo ’tapyanta. ta etat sāmāpaśyan. tenāstuvata. tad enān dīrgham eva bhūtvā svargaṃ lokam avahat. te ’bruvan svargaṃ lokaṃ gatvā - dīrghaṃ vāva no bhūtvedaṃ sāma svargaṃ lokam avākṣīd iti. tad eva dīrghasya dīrghatvam. tad etat svargyaṃ sāma. aśnute svargaṃ lokaṃ ya evaṃ veda. taṃ vaḥ sakhāyo madāyeti madvatīr bhavanti. abhipūrvam evaitat tṛtīyasavane rasaṃ madaṃ dadhati. punānam abhigāyata. śiśuṃ na havyai svadayanta gūrtibhiḥ. iti paśurūpam evaitad upagacchanti. paśūnāṃ vai śiśur bhavati. saṃ vatsa iva mātṛbhir indur hinvāno ajyata iti gomatīḥ paśumatīr bhavanti paśūnām evāvaruddhyai. paśavo hy etad ahaḥ. devāvīr mado matibhiḥ pariṣkṛtaṃ iti parivatīr bhavanty antasya rūpam. anto hy etad ahaḥ

Bei ihnen ist das Dīrgha, eines der Bṛhat-Verse; damit eben wird dieser Tag zum Bārhata gemacht. Die Götter, nach der Himmelswelt verlangend, übten Askese. Sie erblickten dieses Sāman, priesen sich damit. Dies, lang für sie geworden, trug sie zur Himmelswelt. Sie sprachen, zur Himmelswelt gelangt: »Lang fürwahr für uns geworden, hat uns dieses Sāman zur Himmelswelt getragen.« Das eben ist die Dīrgha-heit des Dīrgha. Das ist also das himmlische Sāman. Er erlangt die Himmelswelt, wer dies weiß. »Diesen euch, o Freunde, zum Rausch« — so sind es madvatī-Verse; damit legen sie eben in stets wachsendem Maße bei der dritten Pressung Saft und Rausch hinein. »Besingt den sich Läuternden! Wie ein Junges machen sie ihn zum Opfermahl schmackhaft, mit Lobpreisungen« — dies eben nähert sich der Vieh-Gestalt; er wird ja das Junge des Viehs. »Wie ein Kalb mit den Müttern zusammen, angetrieben, wurde der Indu gesalbt« — so sind es kuhreiche, viehreiche Verse, eben zur Erlangung von Vieh; Vieh nämlich ist dieser Tag. »Der götterfreundliche Rausch, mit Gedanken ausgeschmückt« — so sind es parivatī-Verse, die Gestalt des Endes; Ende nämlich ist dieser Tag.

[Anm.: Das Dīrgha-Sāman folgt demselben Erzählmuster wie das Śyena-Sāman in 3.158 (Götter erlangen durch Askese und ein Sāman die Himmelswelt), hier mit 'lang' statt 'Falke' als tragendem Bild.]

tāsu kārṇaśravasam. indro vṛtraṃ vajreṇādhyasya nāstṛṣīti manyamānas sa vyasmayata. tasya karṇau samaiṣatām. tābhyāṃ nāśṛṇot. so ’kāmayatābadhir syāṃ, śṛṇuyāṃ karṇābhyām iti. sa etat sāmāpaśyat. tenāstuta. tato vai so ’badhiro ’bhavad, aśṛṇot karṇābhyām. so ’bravīd aśrauṣaṃ vai karṇābhyām iti. tad eva kārṇaśravasasya kārṇaśravasatvam. abadhiro bhavati, śṛṇoti karṇābhyāṃ ya evaṃ veda. tad v evācakṣate gaulomam iti. golomā āṅgirasaḥ paśukāmas tapo ’tapyata. sa etat sāmāpaśyat. tenāstuta. sa etām iḷām upait. paśavo vā iḷā. tato vai sa paśūn avārunddha. tad etat paśavyaṃ sāma. ava paśūn runddhe, bahupaśur bhavati ya evaṃ veda. yad u golomā āṃgiraso ’paśyat tasmād gaulomam ity ākhyāyate. somaḥ pavanta indavo ’smabhyaṃ gātuvittamāḥ. mitrā svānā arepasa iti rūti revatīnāṃ rūpam. tāsu gaurivītam uktabrāhmaṇam

Bei ihnen ist das Kārṇaśravasa. Indra, nachdem er Vṛtra mit dem Vajra niedergeschlagen hatte, dachte, er habe ihn nicht niedergestreckt — er war verwundert. Seine Ohren dröhnten zusammen; mit ihnen hörte er nicht mehr. Er wünschte: »Möchte ich doch nicht taub sein, möchte ich doch mit den Ohren hören!« Er erblickte dieses Sāman, wurde damit gepriesen. Danach wurde er nicht-taub, hörte mit den Ohren. Er sprach: »Ich habe fürwahr mit den Ohren gehört.« Das eben ist die Kārṇaśravasa-heit des Kārṇaśravasa. Er wird nicht-taub, hört mit den Ohren, wer dies weiß. Das nennen sie eben ›Gauloma‹. Goloman Āṅgirasa, nach Vieh verlangend, übte Askese. Er erblickte dieses Sāman, wurde damit gepriesen. Er näherte sich dieser Iḷā — Vieh nämlich ist Iḷā. Danach erlangte er Vieh. Das ist also das viehbezogene Sāman. Er erlangt Vieh, wird viehreich, wer dies weiß. Und weil Goloman Āṅgirasa es erschaute, deshalb wird es ›Gauloma‹ genannt. »Die Somatropfen läutern sich für uns, die besten Wegfinder, freundlich tönend, makellos« — »ru« ist die Gestalt der Revatīs. Bei ihnen ist Gaurivīta bereits erklärt.

[Anm.: Zwei unabhängige Benennungsmythen sind hier zusammengestellt: Kārṇaśravasa über Indras vorübergehende Taubheit nach dem Vṛtra-Kampf, Gauloma über Goloman Āṅgirasas Vieh-Askese.]

atha madhuścyunnidhanaṃ bārhatam. tasmād bārhate ’han kriyate - atha ’nto vai rasānāṃ madhv, anta svargo lokānām, anta etad ahar - antyena sāmnāntyaṃ svargaṃ lokam aśnavāmahā iti. atha krauñce. kruṃṅ āṃgirasa īṣyam ivāhar avindat. īṣyam ivaitad ahar yat ṣaṣṭham. tasmāt ṣaṣṭhe ’hani kriyete. te u evācakṣata udvac ca śāmmadaṃ ceti. udvatā vai devā ūrdhvā svargaṃ lokam udakrāman. yad ūrdhvā svargaṃ lokam udakrāmaṃs tad udvata udvattvam. tad etad svargyaṃ sāma. ūrdhva evaitena svargaṃ lokam utkrāmati ya evaṃ veda. atha śāmmadam. devebhyo vai vijigyānebhya ime lokā bibhyato vyudakrāman. te ’kāmayantābhi na ime lokā āvarteran. nāsmad apakrāmeyur iti. ta etat sāmāpaśyan. tenāstuvata. tato vai tān ime lokā abhyāvartanta. tata ebhyo ’napakrāmiṇo ’bhavan. te ’bruvan chaṃ vai na ime lokā amādiṣur iti. tad eva śāmmadasya śāmmadatvam. śam asmā ime lokā madanty abhy enam ime lokā āvartante. nāsmād ime lokā apakrāmanti ya evaṃ veda. tad ūrdhveḷaṃ bhavati bṛhato rūpaṃ bārhate ’han. tena vai rūpasamṛddham. ayā pavā pavasvainā vasūni māṃścatva indo sarasi pra dhanva. bradhnaś cid yasya vāto na jūtiṃ purumedhaś cit takave naraṃ dhāt. iti rūti revatīnāṃ rūpam

Dann das Madhuścyut-Nidhana, das Bārhata; deshalb wird es am Bārhata-Tag vollzogen. Ende der Säfte ist ja der Honig, Ende der Welten ist die Himmelswelt, Ende ist dieser Tag: »Mit dem letzten Sāman mögen wir die letzte, die Himmelswelt, erlangen.« Dann bei Krauñca: Kruṅ Āṅgirasa fand einen gleichsam dringlichen Tag; gleichsam dringlich ist dieser Tag, der sechste; deshalb werden sie am sechsten Tag vollzogen. Diese nennen sie eben ›Udvat‹ und ›Śāmmada‹. Aufwärts nämlich stiegen die Götter empor, zur Himmelswelt. Dass sie aufwärts zur Himmelswelt emporstiegen, das ist die Udvat-heit des Udvat. Das ist also das himmlische Sāman. Aufwärts eben steigt er damit zur Himmelswelt empor, wer dies weiß. Dann das Śāmmada: Vor den siegreichen Göttern wichen diese Welten, sich fürchtend, auseinander. Sie wünschten: »Mögen sich diese Welten doch zu uns zurückwenden, mögen sie nicht von uns weichen!« Sie erblickten dieses Sāman, priesen sich damit. Danach wandten sich ihnen diese Welten zu; von da an wichen sie nicht mehr von ihnen. Sie sprachen: »Wohlgefällig fürwahr sind uns diese Welten geworden.« Das eben ist die Śāmmada-heit des Śāmmada. Wohlgefällig sind ihm diese Welten, erfreuen sich; zu ihm wenden sich diese Welten zu; nicht weichen von ihm diese Welten, wer dies weiß. Das ist Ūrdhveḷa, die Gestalt des Bṛhat, am Bārhata-Tag; damit ist es formvollendet. »Mit diesem läutere dich, läutere diese Güter herbei, o Indu; im Teich fließe voran. Dessen Antrieb selbst der Falbe, wie der Wind, selbst der Vielweise setzte den Mann zum Eilen ein« — »ru« ist die Gestalt der Revatīs.

[Anm.: Die Krauñca-Formel wiederholt wortgleich die aus 3.147 bekannte Kruṅ-Āṅgirasa-Begründung und bestätigt damit, dass dort und hier dasselbe Sāman gemeint ist. Udvat und Śāmmada bilden ein komplementäres Mythenpaar: Aufstieg zum Himmel einerseits, Nicht-Weichen der Welten andererseits. ›Māṃścatva‹ sowie der Bradhna/Purumedha-Vers bleiben in Einzelheiten unsicher übersetzt.]

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