Adhyāya 5
Sarvastoma/Sarvapṛṣṭha-Soma des Alles-Gebers: Pratipad-Strophen, Āpriyas, Vratas
Behandelt die Strophenfolge (Pratipad und Anucara) für den, der ‚alles gibt‘ (sarvasvāra-artiges Opfer), die sechs Strophen mit ihren Sāman-Zuordnungen (Rathantara, Bṛhat, Vairūpa, Vairāja, Śakvara, Raivata), die Āpriya-Sūkta-Verse und Einwände. Die Kaṇḍikā-Nummern der Quelle sind unregelmäßig (24 doppelt, 25 fehlt). Einzelne Stellen (10, 11, 13, 20, 21) sind dunkel. Quellenzählung (GRETIL) an folgenden Stellen unregelmäßig, Originalzählung beibehalten: 24, 26.
„Zu dir [kommen] die Schwestern, die Lieder“ [Anm.: Strophenanfang (pratīka), Fortsetzung nicht im Text] – als Pratipad ist sie eine Strophe mit ‚upa‘ (upavatī); [das ist] die Gestalt (rūpa) des Stoma.
‚Um die Lebenshauche kommt dieser‘, sagen sie, ‚der alles gibt‘; ‚er geht alle Stomas an, alle Pṛṣṭhas‘; dass eine Vāyu-Strophe [Anm.: vāyavyā] da ist, geschieht zum Gelingen der Lebenshauche.
Schwer ausführbar ist es, was der tut, der alles gibt; dass eine Sāvitrī da ist [heißt]: ‚Mein Werk möge von Savitṛ angeregt sein‘; von Savitṛ angeregt wird ihm so das Werk.
Die fünfte ist die Brahmaṇaspatya; Brahman ist Brahmaṇaspati; Brahman [ist] die Śakvarī-Strophen [Anm.: Śakvarya-Sāmans]; damit schirrt er ihm eben die Śakvarī an.
Die sechste ist die Āgnipāvamānī; die Gāyatrī ist die Revatī [Anm.: Raivata-Sāman]; Gāyatra ist das Versmaß Agnis; damit schirrt er ihm eben die Revatī an.
na catvāri ṣaḍbhyo vibhavanti yad aniruktāni tena vibhavanti
Nicht sind vier [Sāmans] gegenüber sechs [wirklich] unterschieden; weil sie ‚unbestimmt‘ (anirukta) sind, sind sie unterschieden. [Anm.: Satz unsicher [?]]
sarvāṇi svārāṇy ājyāni taj jāmi nānādevatyaiḥ stuvanty ajāmitāyai
Alle Ājya[-Stotras] sind ‚svāra‘-artig; das ist ‚jāmi‘ [Anm.: ‚Wiederholung, Gleichförmigkeit‘]; mit Preisliedern für verschiedene Gottheiten preisen sie, um Nicht-Gleichförmigkeit (ajāmitā) [zu bewirken].
''suṣamiddho na āvaha-'' ity āpriya ājyāni bhavanti
„Gut entzündet, führe für uns herbei“ [Anm.: Strophenanfang (pratīka) des Āprī-Sūkta, Fortsetzung nicht im Text] – so sind die Ājya[-Stotras] Āprī-Strophen.
prajāpatiḥ prajā asṛjata sa dugdho riricāno 'manyata sa etāny āpriya ājyāny apaśyat tair ātmānam [thus BI; KSS ātmanam] āprīṇād dugdha iva vā eṣa riricāno yaḥ sarvaṃ dadāti yad āpriya ājyāni bhavanty ātmānam evaitair āprīṇāti
Prajāpati schuf die Geschöpfe; er glaubte sich ausgemolken (dugdha) und leer geworden (riricāna). Er sah diese Āprī-Ājyas; mit ihnen erquickte er sich selbst [Anm.: Handschriftenvarianten ‚ātmānam‘ / ‚ātmanam‘]. Wie ausgemolken und leer ist der, der alles gibt; dass die Ājyas Āprī-Strophen sind, dadurch erquickt er sich selbst.
etarhi tu vai pṛṣṭhāni yathāyatanaṃ kalpanta ity āhur yad rathantaraṃ prathamaṃ bṛhad uttamaṃ madhya itarāṇīti
‚Jetzt aber‘, sagen sie, ‚werden die Pṛṣṭhas dem Sitz [des Opfers] gemäß zugerichtet (kalpante)‘, [nämlich] dass das Rathantara das erste ist, das Bṛhat das letzte, die anderen in der Mitte.
‚Gleichförmig (jāmi) wird dies im Opfer gemacht‘, sagen sie, [nämlich] dass alle mit Nidhana versehen zusammen gemacht werden; dadurch, dass die Somas dazwischen gehen, die Ukthas dazwischen rezitiert werden, dazwischen der Vaṣaṭ gemacht wird, ist es nicht gleichförmig (ajāmi).
cyavante vā etad revatyaḥ svād āyatanād ity āhur yat trayastriṃśāt stomād yantīti yad gāyatryo bhavanti tenāyatanān na cyavante yā hi kā ca gāyatrī sā revatī
‚Die Revatī[-Verse] weichen von ihrem Sitz ab‘, sagen sie, [nämlich] dass sie vom trayastriṃśa-Stoma her gehen; weil es Gāyatrīs sind, weichen sie nicht vom Sitz ab; denn jede beliebige Gāyatrī ist eine Revatī. [Anm.: Deutung von ‚revatī‘ hier unsicher [?]]