Adhyāya 1
Der Jyotiṣṭoma, Stotrīyās und Dakṣiṇā; Beginn des Go-Stoma
Beginn des 16. Prapāṭhaka: Ursprung des Jyotiṣṭoma aus Prajāpatis Weg durchs Dunkel, Einheit der Somaopfer, Zahl der Stotrīyās (Virāj), Dakṣiṇā, dann Beginn des Go-Stoma. Achtung: Die Quelle zählt die Kaṇḍikās uneinheitlich (2208 trägt n=5 statt 10; danach 11–14, dann wieder 1–8). Mehrere Stellen (2200, 2205, 2207, 2209, 2210) sind dunkel und mit [?] markiert. Quellenzählung (GRETIL) an folgenden Stellen unregelmäßig, Originalzählung beibehalten: 5, 11, 1.
prajāpatir vā idam eka āsīn nāhar āsīn na rātrir āsīt so 'sminn andhe tamasi prāsarpat sa aicchat sa etam abhyapadyata tato vai tasmai vyaucchad vyuṣṭir vā eṣa āhriyate yad vai taj jyotir abhavat tat jyotiṣo jyotiṣṭvam
Prajāpati war dies [All] allein; weder Tag war noch Nacht. Er kroch in dieser blinden Finsternis umher. Er wünschte [Licht]; er ging diesen [Stoma/Opfer] an. Da ward es ihm hell; das Hellwerden (vyuṣṭi) wird hier herbeigebracht; dass jenes Licht (jyotis) ward, das ist das Licht-Sein des Lichtes.
eṣa vāva prathamo yajñānāṃ ya etenāniṣṭvāthānyena yajate gartapatyam eva taj jīyate pra vā mīyate
Dieser ist wahrlich der erste der Opfer; wer, ohne mit diesem geopfert zu haben, mit einem anderen opfert, der wird [zum] ‚Grubenherrn‘ (gartapatya) [?] besiegt, oder er kommt um. [Anm.: ‚gartapatyam eva taj jīyate‘ dunkel [?]]
yo hi trivṛd anyaṃ yajñakratum āpadyate sa taṃ dīpayati yaḥ pañcadaśaḥ sa taṃ yaḥ saptadaśaḥ sa taṃ ya ekaviṃśaḥ sa tam
Denn wer als trivṛt[-Stoma] ein anderes Opferwerk erreicht, der entzündet es; wer als pañcadaśa, entzündet es [ebenso]; wer als saptadaśa, ebenso; wer als ekaviṃśa, ebenso.
Dieses Opfer ist nicht ‚dick‘ (asthūri) [?], es ist ununterbrochen (santata); denn je zwei Stomas ziehen die Pressung: trivṛt und pañcadaśa die Morgenpressung, pañcadaśa und saptadaśa die Mittagspressung, saptadaśa und ekaviṃśa die dritte Pressung.
yā mitadakṣiṇaiva syād eṣa eva kārya iyaṃ vai jyotir iyam amitasya yantrikaiṣā vā etaṃ yantum arhati
Was mit bemessener Dakṣiṇā sein soll, das ist dieses [Opfer], das zu machen ist; diese [Erde] ist das Licht, diese [ist] des Unbemessenen Zügel (yantrikā) [?]; sie vermag es zu zügeln. [Anm.: Satz unsicher [?]]
Dessen Stotrīyās sind einhundertneunzig; von diesen sind die hundertachtzig sechsunddreißigstrophig, Virāj-Zahlen; sechs Jahreszeiten (ṛtu) [sind es]; in den Jahreszeiten steht er mit der Virāj fest. [Anm.: Zahlen und ‚ṣaṭtriṃśinyaḥ‘ unsicher [?]]
Ein Männertöter (vīrahan) ist dieser unter den Göttern, der Soma auspresst; was hundert ‚Wergeld‘ (vaira) [?] sind, damit macht er die Götter [ihm] schuldig/gehässig [?]. Was aber je zehn Lebenshauche sind, damit füllt er die Lebenshauche; die elfte [Dakṣiṇā] – mit der [füllt er] sich selbst; was die zwölfte ist, das ist eben die Dakṣiṇā. [Anm.: Text und Rechnung unsicher [?]]
śleṣma vā etad yajñasya yad dakṣiṇā na vā aśleṣmā ratho vahaty atha śleṣmavatā yaṃ kāmaṃ kāmayate tam abhyaśnuta evam etena dakṣiṇāvatā yaṃ kāmaṃ kāmayate tam abhyaśnute
Schleim/Schmiere (śleṣman) ist diese Dakṣiṇā für das Opfer; ein Wagen fährt nicht ohne Schmiere; bei einem mit Schmiere aber erlangt man, welchen Wunsch man wünscht; so erlangt man mit dieser Dakṣiṇā, welchen Wunsch man wünscht.
yad vai tad devā asurān ebhyo lokebhyo govayaṃs tad gor gotvam
Dass die Götter damals die Asuras aus diesen Welten ‚rindeten‘ (govayan) [?], das ist das Rind-Sein (gotva) des Rindes. [Anm.: etymologisierend; ‚govayati‘ unsicher [?]]
paśustomo vā eṣa evam iva vai paśuḥ samāhitaḥ śiraḥ sthavīyo 'ṇīyas yo grīvā pārśvābhyāṃ varīyāṃ sakthibhyāṃ variṣṭhaḥ
Ein Tier-Stoma ist dieser; so etwa ist ein Tier gefügt: der Kopf ist dick, der Hals dünner, mit den Flanken breiter, mit den Schenkeln am breitesten. [Anm.: ‚yo grīvā‘ vermutlich verderbt [?]]
Dass der Bahiṣpavamāna pañcadaśa ist, die Ājya[-Stotras] trivṛt, die Mittagspressung saptadaśa, die dritte Pressung ekaviṃśa – damit bringt er ihn eben gestaltgemäß zur Vollendung.