prajāpatir vā indrāya vajraṃ pratyamuñcat
Prajāpati hat dem Indra den Donnerkeil entgegengeschleudert [d.h. ihm überlassen]; [?]
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 10
prajāpatir vā indrāya vajraṃ pratyamuñcat
Prajāpati hat dem Indra den Donnerkeil entgegengeschleudert [d.h. ihm überlassen]; [?]
mahānāmnīs tena vyajayata
mit ihm [dem Donnerkeil] gewann er die Mahānāmnī-Verse als Sieg.
tato vai so 'bhavat
Daraufhin wurde er (erst) wahrhaft.
so 'bibhed vajro me 'śānto grīvā apidhakṣyatīti
Er fürchtete sich: „Der (noch) nicht besänftigte Donnerkeil wird mir die Hals(gegend) verbrennen.“
tato revatīr niramimīta
Darauf bildete er die Revatī-Verse aus sich hervor,
śāntyai
zur Besänftigung.
aindraṃ caruṃ nirvaped rājanyāya bubhūṣate
Einen Indra geweihten Reisbrei (caru) soll man für einen Rājanya darbringen, der Gedeihen wünscht.
aindro vai rājanyo devatayā
Indra gehört der Rājanya der Gottheit nach.
svād evainaṃ yoner janayati
Aus dem eigenen Mutterschoß erzeugt er ihn (so).
bhūtyai
Zum Gedeihen.
bhavaty eva
Er gedeiht tatsächlich.
revaty anuvākyā śakvarī yājyā
Ein Revatī-Vers ist die Einladungsstrophe (anuvākyā), ein Śakvarī-Vers die Opferstrophe (yājyā).
vajro vai revatī vajraś śakvarī
Der Donnerkeil ist die Revatī, der Donnerkeil die Śakvarī.
vajram eva saṃdadhāti
Den Donnerkeil setzt er (so) zusammen [d.h. fügt ihn an].
tena vijayate
Mit ihm siegt er.
bhavaty eva
Er gedeiht tatsächlich.
carur bhavati
Ein Reisbrei ist es,
śāntyai
zur Besänftigung,
anuddāhāya
um nicht verbrannt zu werden.
indrāṇyai caruṃ nirvapet senāyām utthitāyāṃ rājño gṛhe
Der Indrāṇī soll man einen Reisbrei darbringen, wenn das Heer aufgebrochen ist, im Hause des Königs.
senā vā indrāṇī
Das Heer ist die Indrāṇī.
brahmaṇaivaināṃ vittyai sam̐śyati
Durch das heilige Wort schärft er sie [oder: fügt er sie zusammen] zum Erwerb; [?]
balbajā idhme ca barhiṣi cāpibhavanti
Balbaja-Gras kommt sowohl ins Brennholz als auch in die Opferstreu hinein.
śakno vā ete jātās
Dies ist nämlich (gleichsam) Kot [oder: Hervorgebrachtes], das entstanden ist; [?]
nyāyenaivainām abhinayati
nach der Ordnung führt er sie [die Indrāṇī/das Heer] hin.
yat sā vindeta tato dakṣiṇā
Was sie [die Indrāṇī] gewinnt, daraus (soll) der Opferlohn (dakṣiṇā) (sein).
samṛddhyai
Zum Gelingen.
indrāya cendrāṇyai ca caruṃ nirvapet senāyām utthitāyāṃ rājño gṛhe
Dem Indra und der Indrāṇī soll man einen Reisbrei darbringen, wenn das Heer aufgebrochen ist, im Hause des Königs.
eṣā vā indrasya parivṛktī jāyā
Diese ist Indras verstoßene Gattin.
goṣv evainām adhinayati
Unter den Rindern führt er sie hin [d.h. bringt sie zu Ehren].
balbajā idhme ca barhiṣi cāpi bhavanti
Balbaja-Gras kommt sowohl ins Brennholz als auch in die Opferstreu hinein.
śakno vā ete jātās
Dies ist nämlich (gleichsam) Kot [oder: Hervorgebrachtes], das entstanden ist; [?]
nyāyenaivainām abhinayati
nach der Ordnung führt er sie hin.
yat sā vindeta tato dakṣiṇā
Was sie gewinnt, daraus (soll) der Opferlohn (sein).
samṛddhyai
Zum Gelingen.
prajāpatir vai devebhyo bhāgadheyāni vyādiśat tad indriyam atyaricyata
Prajāpati wies den Göttern ihre Anteile zu; da blieb die Sinneskraft (indriya) übrig.
tad indro 'bravīn mayīdam astv iti
Indra sagte: „In mir soll dies sein.“
tad asminn adadhāt
Und er [Prajāpati] legte sie in ihn.
tad enam atyaty evāricyata
Sie aber blieb über ihn hinaus übrig.
tad imām̐l lokān ūrdhvam anūdaśrayata
Sie lehnte sich aufwärts an diese Welten an [d.h. richtete sich an ihnen auf]; [?]
tan naikenāpnon na dvitīyena tat tṛtīyenāptvāvārunddha
Nicht mit dem einen erreichte er sie, nicht mit dem zweiten, mit dem dritten aber erreichte und gewann er sie.
trīn puroḍāśān nirvaped bubhūṣan
Drei Puroḍāśa-Kuchen soll man darbringen, wenn man Gedeihen wünscht.
traya ime lokās
Drei sind diese Welten;
imān eva lokān āptvaujo vīryam avarunddhe
nachdem er eben diese Welten erreicht hat, gewinnt er Kraft und Manneskraft.
uttarauttaro jyāyān bhavati
Der Folgende ist jeweils der Bessere.
uttarauttaro hy eṣāṃ lokāṇāṃ jyāyān
Denn von diesen Welten ist die jeweils folgende die bessere.
indrāya rājñe prathamam athendrāya svarāje 'thendrāyādhirājāya
Zuerst dem Indra, dem König, dann dem Indra, dem Selbstherrscher, dann dem Indra, dem Oberherrn.
etāni vai sarvāṇīndro 'bhavan nod
Dies alles wurde Indra – wahrlich –, nicht [?];
etāny eva sarvāṇi bhavati ya evaṃ vidvān etayā yajate ‖
eben dies alles wird der, der so wissend mit diesem (Opfer) opfert.
tisro 'nuvākyās tā yājyās
Drei Einladungsstrophen gibt es, diese sind auch die Opferstrophen.
tāsāṃ prathamām anūcya madhyamayā yajati
Nachdem er die erste von ihnen als Einladungsstrophe gesprochen hat, opfert er mit der mittleren.
madhyamām anūcyottamayā yajati
Nachdem er die mittlere gesprochen hat, opfert er mit der letzten.
uttamām anūcya punaḥ prathamayā yajati
Nachdem er die letzte gesprochen hat, opfert er wieder mit der ersten.
eṣāṃ lokānām̐ saṃtatyai
Zur Verknüpfung dieser Welten,
prati prajñātyai
zur Kenntlichkeit (jeder einzelnen).
sarvā evānuvākyāḥ karoti sarvā yājyās
Alle macht er zu Einladungsstrophen, alle zu Opferstrophen.
devāś ca vā asurāś ca saṃyattā āsan
Götter und Asuras lagen im Kampf miteinander.
te 'surā bhūyām̐so 'jitamanasa āsan kanīyām̐saḥ parājitamanastarā iva devās
Die Asuras waren zahlreicher, (aber) unbesiegten Sinnes; die Götter waren weniger und gleichsam mehr niedergeschlagenen Sinnes.
te devā abruvam̐ś cikitsata yo no vīryāvattamas tam anusamārabhāmahā iti
Die Götter sagten: „Überlegt (wohl): wer von uns der Manneskraftreichste ist, an den wollen wir uns anschließen.“
ta indram abruvam̐s tvaṃ vai no vīryāvattamo 'si tvām anu samārabhāmahā iti
Sie sagten zu Indra: „Du bist der Manneskraftreichste von uns; an dich wollen wir uns anschließen.“
so 'bravīt tisro ma imās tanvo vīryāvatīs tā me prīṇītāthaitān abhibhaviṣyāma iti
Er sagte: „Drei Gestalten habe ich, die mannhaft sind; erfreut sie mir, dann werden wir diese (Feinde) überwältigen.“
tā vai brūhīty abruvan
„Nenne sie uns“, sagten sie.
iyaṃ vimṛdhety abravīd iyam am̐homug iyam indriyāvatīti
Er sagte: „Diese ist die Vimṛdhā [Feindezerschmetternde], diese die Aṃhomuc [von Bedrängnis Befreiende], diese die Indriyāvatī [Sinneskraft-Besitzende].“
ta indrāya vimṛdhāyaikādaśakapālaṃ niravapann indrāyām̐homuca ekādaśakapālam indrāyendriyavata ekādaśakapālam
Sie brachten dem Indra Vimṛdha einen Kuchen auf elf Schalen dar, dem Indra Aṃhomuc einen Kuchen auf elf Schalen, dem Indra Indriyavat einen Kuchen auf elf Schalen.
yad indrāya vimṛdhāya
Dass (es) dem Indra Vimṛdha (ist):
mṛdhā vai te 'bhiṣaṇā āsan ye śreyobhir asurair aspardhanta
Feinde nämlich, Bedränger, waren jene, die mit den überlegenen Asuras wetteiferten;
mṛdha eva tenāpāghnata
die Feinde schlugen sie damit weg.
yad indrāyām̐homuce
Dass (es) dem Indra Aṃhomuc (ist):
am̐hasā vai te gṛhītā āsan
Von Bedrängnis waren sie nämlich ergriffen;
am̐hasa eva tenāmucyanta
aus der Bedrängnis wurden sie damit befreit.
yad indrāyendriyavate
Dass (es) dem Indra Indriyavat (ist):
indriyam eva tenātmann adadhata
die Sinneskraft legten sie damit in sich selbst.
etayā yajeta bhrātṛvyavān yo bahubhrātavyas syāt
Mit diesem (Opfer) soll der opfern, der Rivalen hat, wer viele Rivalen [Neider] haben mag.
indrāya vimṛdhāyaikādaśakapālaṃ nirvaped indrāyām̐homuca ekādaśakapālam indrāyendriyavata ekādaśakapālam ‖
Dem Indra Vimṛdha soll er einen Kuchen auf elf Schalen darbringen, dem Indra Aṃhomuc einen Kuchen auf elf Schalen, dem Indra Indriyavat einen Kuchen auf elf Schalen.
yad indrāya vimṛdhāya
Dass (es) dem Indra Vimṛdha (ist):
mṛdhā vā eṣo 'bhiṣaṇo yaś śreyasā bhrātṛvyeṇa spardhate
Ein von Feinden Bedrängter ist nämlich der, der mit einem überlegenen Rivalen wetteifert;
mṛdha eva tenāpahate
die Feinde schlägt er damit weg.
yad indrāyām̐homuce
Dass (es) dem Indra Aṃhomuc (ist):
am̐hasā vā eṣa gṛhīto yo bhrātṛvyavān
Von Bedrängnis ergriffen ist nämlich der, der Rivalen hat;
am̐hasa eva tena mucyate
aus der Bedrängnis wird er damit befreit.
yad indrāyendriyavate
Dass (es) dem Indra Indriyavat (ist):
indriyam eva tenātman dhatte
die Sinneskraft legt er damit in sich selbst.
trayastrim̐śad vai devatās
Dreiunddreißig sind die Gottheiten.
tās tam̐ sarvā vīryair anusamārabhanta
Alle diese schlossen sich ihm [Indra] mit ihren Kräften an.
sa uttamāṃ vijitam asurair vyajayata
Er gewann den höchsten Sieg über die Asuras.
tato vai so 'bhavat
Daraufhin wurde er (erst) wahrhaft.
yat trayastrim̐śatkapālāni bhavanti
Dass es dreiunddreißig Schalen sind:
yāvatīr eva devatās tās sarvā vīryair ātmānam anusamārambhayate
so viele Gottheiten es gibt, alle lässt er sich mit ihren Kräften anschließen.
bhavaty eva
Er gedeiht tatsächlich.
saiṣā vijitir nāmeṣṭis
Dies ist das Opfer namens Vijiti [Sieg].
uttamām eva vijitiṃ bhrātṛvyeṇa vijayate ya evaṃ vidvān etayā yajate ‖
Den höchsten Sieg über den Rivalen gewinnt der, der so wissend mit diesem (Opfer) opfert.