prajāpatiḥ paśūn asṛjata
Prajāpati schuf das Vieh.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 10
prajāpatiḥ paśūn asṛjata
Prajāpati schuf das Vieh.
te 'smād apākrāman
Es wich von ihm zurück.
teṣāṃ bṛhaspatiś ca padenānvaitām
Auf seiner Spur folgten ihm [Prajāpati] und Bṛhaspati nach.
te yatrāvasam̐s tad garmutam̐ śakno jātām avindatām
Wo sie [das Vieh] geweilt hatten, fanden die beiden ein Garmut-Gewächs, aus Kot entstanden; [?]
ām ācchidyāharatām
die beiden rissen es roh ab und brachten es mit.
taṃ bṛhaspatir abravīd anayā tvā yājayāny upa vai tvaite paśavaḥ punar nam̐syantīti
Bṛhaspati sagte zu ihm: „Ich will dich mit dieser opfern lassen; dann werden diese Tiere sich dir wieder zuneigen.“
sa prājāpatyaṃ caruṃ niravapad gārmutam apsu tato vai taṃ paśavaḥ punar upānaman
Er brachte einen Prajāpati geweihten Reisbrei dar, mit Garmut(-Körnern) im Wasser (gekocht); daraufhin neigten sich die Tiere ihm wieder zu.
prājāpatyaṃ caruṃ nirvaped gārmutam apsu paśukāmas
Einen Prajāpati geweihten Reisbrei, mit Garmut im Wasser (gekocht), soll darbringen, wer Vieh wünscht.
apakrāntā vā etasmāt paśavo yo 'paśuḥ
Von dem sind nämlich die Tiere weggewichen, der ohne Vieh ist.
prajāpatiḥ paśūnāṃ pradātā
Prajāpati ist der Geber des Viehs.
tam eva bhāgadheyenopadhāvati
Ihn geht er eben mit seinem Anteil an.
so 'smai paśūn punar upāvartayati
Der lässt ihm das Vieh wieder zurückkehren.
gomūtrasyāpi syāt
Auch von Rinderurin soll (etwas) dabei sein,
sayonitvāya
zur Herkunftsgemeinschaft [wörtl.: zum Denselben-Mutterschoß-Haben]; [?]
prajāpatiḥ paśūn sṛṣṭvā teṣāṃ pūṣaṇam adhipām akarot
Nachdem Prajāpati das Vieh geschaffen hatte, machte er Pūṣan zu dessen Hüter.
te 'smād apākrāman
Es wich von ihm zurück.
teṣāṃ pūṣā padenānvait
Auf seiner Spur folgte Pūṣan ihm nach.
te yatrāvasam̐s tad garmutam
Wo sie geweilt hatten, (fand er) das Garmut-Gewächs,
śakno jātām avindat
aus Kot entstanden.
tām ācchidyāharat
Er riss es roh ab und brachte es mit.
tayā prajāpatim abravīd anayā mā pratiṣṭhasvopa vai tvaite paśavaḥ punar nam̐syantīti
Damit sagte er zu Prajāpati: „Lass mich mit diesem festen Stand gewinnen; dann werden diese Tiere sich dir wieder zuneigen.“ [?]
tat somo 'bhyārtīyata ‖
Darüber wurde Soma ärgerlich [?]:
mama vā etad yad akṛṣṭapacyam iti
„Mein ist dies, was ohne Pflügen reift [d.h. wild wächst].“
sa saumāpauṣṇaṃ caruṃ niravapad gārmutam apsu
Er brachte einen Soma und Pūṣan geweihten Reisbrei dar, mit Garmut im Wasser (gekocht).
tato vai taṃ paśavaḥ punar upānaman
Daraufhin neigten sich die Tiere ihm wieder zu.
saumāpauṣṇaṃ caruṃ nirvaped gārmutam apsu prajākāmo vā paśukāmo vā
Einen Soma und Pūṣan geweihten Reisbrei, mit Garmut im Wasser (gekocht), soll darbringen, wer Nachkommen oder Vieh wünscht.
somo vai retodhāḥ
Soma ist nämlich der Samenspender,
pūṣā prajanayitā
Pūṣan der Erzeuger.
soma evāsmai reto dadhāti
Soma legt ihm den Samen ein,
pūṣā prajanayati
Pūṣan lässt (ihn) erzeugen.
vindate prajā vā paśūn vā yatarasmai kāmāya nirvapati
Er erlangt Nachkommen oder Vieh, je nach dem Wunsch, für den er darbringt.
gomūtrasyāpi syāt
Auch von Rinderurin soll (etwas) dabei sein,
sayonitvāya
zur Herkunftsgemeinschaft. [?]
mārutaṃ praiyaṅgavaṃ caruṃ nirvapet pṛśnyā dugdhe sajātakāmaḥ
Einen den Maruts geweihten Reisbrei aus Priyaṅgu-Hirse soll, in der Milch der Pṛśni(-Kuh) (gekocht), darbringen, wer Stammverwandte [sajāta, Angehörige der eigenen Gemeinschaft] wünscht.
pṛśnyā vai maruto jātā vāco vāsyā vā
Von der Pṛśni [oder: der gefleckten Kuh] wurden nämlich die Maruts geboren, oder von der Vāc, oder von dieser (Erde); [?]
pṛthivyā mārutās sajātās
Die Maruts sind die Stammverwandten der Erde.
etan marutām̐ svaṃ payo yat priyaṅgavas
Dies ist der eigene Milchsaft der Maruts: die Priyaṅgu-Hirse.
svenaivainān payasācchaiti
Mit ihrem eigenen Milchsaft macht er sie (sich) geneigt [wörtl.: bringt sie heran]; [?]
yathā vatsa ūdho 'bhyāyacchaty evam enam̐ sajātā abhyāyacchanti ‖
Wie das Kalb sich dem Euter zuwendet, so wenden sich ihm die Stammverwandten zu.
priyavaty anuvākyā śrīvatī yājyā
Eine „priya“-haltige (Strophe) ist die Einladungsstrophe, eine „śrī“-haltige die Opferstrophe.
yat priyavatī
Dass es eine „priya“-haltige ist:
priyam evainam̐ sajātānāṃ karoti
Lieb macht er ihn den Stammverwandten.
yac chrīvatī
Dass es eine „śrī“-haltige ist:
śriyam evainaṃ gamayati
zu Glanz [Wohlstand] lässt er ihn gelangen.
dvipadānuvākyā catuṣpadā yājyā
Eine zweifüßige ist die Einladungsstrophe, eine vierfüßige die Opferstrophe.
dvipadaś caiva catuṣpadaś ca paśūn avarunddhe
Zweifüßiges und vierfüßiges Vieh gewinnt er (so).
aindram ekādaśakapālaṃ nirvapen mārutaṃ praiyaṅgavaṃ carum
Einen Indra geweihten Kuchen auf elf Schalen soll man darbringen und einen den Maruts geweihten Reisbrei aus Priyaṅgu-Hirse,
taṃ paścā śṛtaṃ kuryur yasmāt kṣatriyād viḍ abhyardhaś caret
den man hinterher gar kochen soll, (für den) von dessen Kṣatriya das Volk (die Vaiśya-Schaft) getrennt/abseits [?] umherzieht.
kṣatraṃ vā indro viṇ marutaḥ
Die Herrschaft ist Indra, das Volk die Maruts.
kṣatrāyaiva viśam anuniyunakti
Der Herrschaft schließt er das Volk an.
tam anūcyamāne paścāt prāñcam udāharanti
Während die Einladungsstrophe gesprochen wird, trägt man ihn hinterher nach Osten hinaus [?].
viśam evāsmai paścād upadadhāti
Das Volk legt er ihm von hinten (an die Seite).
asam̐sargāya
Damit sie nicht (voneinander) getrennt [wörtl.: unvermischt] bleiben [?].
mārutam̐ saptakapālaṃ nirvaped aindram ekādaśakapālaṃ yaḥ kāmayeta viśe ca kṣatrāya ca samadaṃ kuryām iti
Einen den Maruts geweihten Kuchen auf sieben Schalen und einen Indra geweihten auf elf Schalen soll darbringen, wer wünscht: „Ich möchte für Volk und Herrschaft Eintracht [samada: gemeinsame Freude] bewirken.“
kṣatraṃ vā indro viṇ marutas
Die Herrschaft ist Indra, das Volk die Maruts.
bhāgadheya evaibhyas samadaṃ karoti
Durch ihren Anteil bewirkt er unter ihnen Eintracht.
mārutasya mārutīm anūcyaindryā yajet
Nachdem er die den Maruts geltende Strophe des Maruts-Opfers als Einladungsstrophe gesprochen hat, soll er mit der Indra-Strophe opfern;
aindrasyaindrīm anūcya mārutyā yajet
nachdem er die Indra-Strophe des Indra-Opfers gesprochen hat, soll er mit der Maruts-Strophe opfern.
kṣatram eva viśaḥ parihāyādatte
Die Herrschaft nimmt er so vom Volk her, indem er es umfasst [?].
viṭ kṣatrasya
(Und ebenso) das Volk von der Herrschaft.
te anyānyāṃ nirṇayatas
Die beiden lässt er wechselseitig einander zuführen [?].
ubhayataḥ puroḍāśasyāvadyed yatarān kāmayeta parājayerann iti
Von beiden Seiten des Puroḍāśa soll er (Stücke) abschneiden – (für den Fall,) dass er wünscht, welche (von beiden) sollen besiegt werden.
ubhayata eva viśam upadīpayati
Auf beiden Seiten entflammt er das Volk.
tājak parājayante
Rasch werden sie besiegt.
etām eva nirvaped yadā kāmayeta kalperann iti
Eben diese (Opfergabe) soll man darbringen, wenn man wünscht: „Sie sollen in Ordnung kommen.“
tasyāḥ prasṛtiṃ yajet
Von ihr [der Opferspeise] soll man eine Handvoll opfern.
bhāgadheyenaivainān kalpayati
Durch ihren Anteil bringt er sie in Ordnung.
mārutam̐ saptakapālaṃ nirvaped yaḥ kṣatriyo viśo jyānyā bibhīyāt
Einen den Maruts geweihten Kuchen auf sieben Schalen soll darbringen, wer als Kṣatriya vor Schädigung durch das Volk sich fürchtet.
brāhmaṇo vā viḍ vai marutas
Ein Brāhmaṇa [?] ist das Volk, die Maruts nämlich [?].
bhāgadheyenaivaināñ chamayati
Durch ihren Anteil besänftigt er sie.
agastyasyaitat sūktaṃ kayāśubhīyam
Dies ist Agastyas Sūkta, das „kayā śubhā“-Lied.
tasya sāmidhenīṣv apy anubrūyāt
Auch bei den Sāmidhenī-Versen soll man es mit hersagen [?],
tasya yājyānuvākye syātām
und Einladungs- und Opferstrophe sollen daraus (genommen) sein.
agastyo vai marudbhyaś śatam ukṣṇaḥ pṛśnīn praukṣat
Agastya besprengte [weihte] den Maruts hundert gescheckte Stiere.
tān indrāyālabhata
Diese nahm er [dann] für Indra zur Opferung.
taṃ marutaḥ kruddhā vajram udyatyābhyapatan
Da fielen die Maruts zornig, den Donnerkeil erhoben, über ihn her.
sa etat sūktam apaśyat
Er erschaute dieses Sūkta.
tenainān aśamayat
Damit besänftigte er sie.
yad etad anūcyate
Dass dies (danach) hergesagt wird:
śāntyai ‖
zur Besänftigung.