Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 10

Anuvāka 2 Erzählung von Agni, Soma und Indra, die den Ruhm suchen, und Opferregeln für die Agnīṣomīya-Spende.

devā vai sattram āsata yaśaskāmā agnis soma indras

Die Götter hielten eine Opfersitzung (sattra) ab, Ruhm wünschend: Agni, Soma, Indra.

te 'bruvan yan no yaśa ṛcchāt tan nas saheti

Sie sagten: „Was von uns den Ruhm erreicht, das soll uns gemeinsam sein.“

teṣām̐ somaṃ yaśa ārchat

Von ihnen erreichte den Soma der Ruhm.

tā agnīṣomau samabhavatām

Sie beide wurden zu Agnīṣomau (Agni und Soma) vereinigt.

athendro 'dhṛtaś śithila ivāmanyata

Indra aber, nicht gehalten, kam sich wie erschlafft vor.

so 'gnau caiva some cānāthata

Er wandte sich bittend an Agni und an Soma.

tam etayeṣṭyāyājayatām agnīṣomīyeṇaikādaśakapālena

Sie ließen ihn mit dieser Opferspende opfern, dem Agnīṣomīya-Kuchen auf elf Scherben.

tejo vā agnir indriyam̐ somas

Glanz ist Agni, Sinneskraft (indriya) Soma.

teja evāsminn agnir āgneyenādadhād indriyam̐ somas saumyena

Glanz legte Agni in ihn durch die Agni-Gabe, Sinneskraft Soma durch die Soma-Gabe.

etena yajeta bubhūṣann agnīṣomīyeṇaikādaśakapālena

Mit diesem Agnīṣomīya-Kuchen auf elf Scherben soll opfern, wer zu Macht und Wohlergehen zu gelangen wünscht.

tejo vā agnir indriyam̐ somas

Glanz ist Agni, Sinneskraft Soma.

teja evāsminn agnir āgneyenādadhātīndriyam̐ somas saumyena

Glanz legt Agni in ihn durch die Agni-Gabe, Sinneskraft Soma durch die Soma-Gabe.

āgnīṣomīyam ekādaśakapālaṃ nirvapet sarvebhyaḥ kāmebhyo brāhmaṇas

Den Agnīṣomīya-Kuchen auf elf Scherben soll ein Brāhmaṇa darbringen für alle Wünsche.

agnīṣomau vai brāhmaṇasya svā devatā

Agni und Soma sind nämlich die eigene Gottheit des Brāhmaṇa.

tā eva bhāgadheyenopadhāvati

Eben sie beide geht er mit ihrem Anteil an.

tā asmai sarvān kāmān prayacchatas

Sie beide gewähren ihm alle Wünsche.

agnīṣomīyam aṣṭākapālaṃ nirvapec chyāmākaṃ vasantā brāhmaṇo brahmavarcasakāmas

Einen Agnīṣomīya-Kuchen auf acht Scherben, und zwar aus Hirse (śyāmāka), soll im Frühling ein Brāhmaṇa darbringen, der Glanz des heiligen Wissens (brahmavarcasa) wünscht.

agnīṣomau vai brahmavarcasasya pradātārau

Agni und Soma sind nämlich die Geber des Brahmaglanzes.

tā eva bhāgadheyenopadhāvati

Eben sie beide geht er mit ihrem Anteil an.

tā asmai brahmavarcasaṃ prayacchatas

Sie beide geben ihm den Brahmaglanz.

vasanto vai brāhmaṇasyartus

Der Frühling ist nämlich die Jahreszeit des Brāhmaṇa.

sva evartau brahmavarcasam avarunddhe

In der eigenen Jahreszeit gewinnt er den Brahmaglanz.

evam iva vai brahmavarcasaṃ babhrv iva kṣudram iva haritam iva

Der Brahmaglanz ist gleichsam so: wie bräunlich, wie fein (körnig), wie gelbgrün.

brahmavarcasam eva saṃdadhāti

Den Brahmaglanz fügt er zusammen (verbindet er).

yad aṣṭākapālas

Weil der Kuchen auf acht Scherben ist,

tenobhayasmān naiti

Dadurch bleibt er von keinem der beiden ausgeschlossen (geht er von keinem der beiden weg).

agnīṣomīye yājyānuvākye bhavatas saumāgnī saṃyājye

Für die Agnīṣomīya-Spende gibt es Yājyā- und Anuvākyā-Verse, und als Saṃyājyā-Verse solche an Soma und Agni. [Anm.: Saṃyājyā = abschließende Opfersprüche]

tejo vā agnir indriyam̐ somas

Glanz ist Agni, Sinneskraft Soma.

tejasā caivendriyeṇa ca brahmavarcasam ubhayataḥ parigṛhyātman dhatte ‖

Mit Glanz und Sinneskraft, den Brahmaglanz von beiden Seiten umfassend, legt er ihn in sich selbst.