agnaye pathikṛte 'ṣṭākapālaṃ nirvaped yasya paurṇamāsī vāmāvasyā vātipadyeta
Für Agni Pathikṛt soll einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, dessen Vollmondopfer oder Neumondopfer (versäumt wird und) verstreicht.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 10
agnaye pathikṛte 'ṣṭākapālaṃ nirvaped yasya paurṇamāsī vāmāvasyā vātipadyeta
Für Agni Pathikṛt soll einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, dessen Vollmondopfer oder Neumondopfer (versäumt wird und) verstreicht.
bahiṣpathaṃ vā eṣa eti yasya paurṇamāsī vāmāvasyā vātipadyate
Denn der geht abseits des Weges, dessen Vollmond- oder Neumondtag ungenutzt verstreicht.
agnir devānāṃ pathikṛt
Agni ist unter den Göttern der Wegebahner (pathikṛt).
tam evānvārabhate
Ihn ergreift er (an dessen Hand).
sa enaṃ panthām apinayati
Er führt ihn auf den Weg zurück.
vi vā etad yajñaṃ chinatti yad yajñe pratata etām antareṣṭiṃ nirvapati
Das Opfer zerschneidet er, wenn er mitten im ausgebreiteten Opfer diese Zwischenspende darbringt.
ya evāsā āgneyo 'ṣṭākapālaḥ pūrṇamāse yo 'māvasyāyāṃ tam agnaye pathikṛte kuryāt
Den Agni-Kuchen auf acht Scherben, der beim Vollmond- oder Neumondopfer gehört, den soll er für Agni Pathikṛt machen.
tenaiva punaḥ panthām avaiti
Damit kehrt er wieder auf den Weg zurück.
na yajñaṃ vicchinatti
Er zerschneidet das Opfer nicht.
agnaye vājasṛte 'ṣṭāpakālaṃ nirvapet saṃgrāme
Für Agni Vājasṛt soll man einen Kuchen auf acht Scherben darbringen im Kampf. [Anm.: „aṣṭāpakālaṃ“ überliefert, gemeint „aṣṭākapālaṃ“]
agnir vai devānāṃ vājasṛt
Agni ist unter den Göttern der, der zur Beute (zum Siegespreis) eilt (vājasṛt).
vājam eṣa dhāvati yas saṃgrāmaṃ jayati
Nach dem Siegespreis läuft der, der die Schlacht gewinnt.
tam eva bhāgadheyenopadhāvati
Eben ihn geht er mit seinem Anteil an.
vājam eva dhāvati
Dem Siegespreis läuft er nach.
jayati saṃgrāmam
Er gewinnt die Schlacht.
atho agnir iva na pratidhṛṣe bhavati
Und er wird wie Agni, dem man nicht standhalten kann.
agnaye vratapataye 'ṣṭākapālaṃ nirvaped ya āhitāgnis sann avratyaṃ caret
Für Agni, den Herrn der Gelübde, soll einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, wer, obwohl er das Feuer eingerichtet hat, gegen das Gelübde handelt.
ānīto vā eṣa devānāṃ ya āhitāgnir
Denn der zu den Göttern (als deren Gast/Anteil) herangeführt ist, ist der, der das Feuer eingerichtet hat.
adanty asyānnam
Sie verzehren seine Speise. [Anm.: Sinn im Zusammenhang unsicher] [?]
vratapatim etasya vrataṃ gacchati ya āhitāgnis sann avratyaṃ carati
Zum Herrn der Gelübde geht das Gelübde dessen, der als Feuereinrichter gegen das Gelübde handelt. [?]
agnir devānāṃ vratapatis
Agni ist der Herr der Gelübde unter den Göttern.
tam eva bhāgadheyenopadhāvati
Eben ihn geht er mit seinem Anteil an.
vratapater evādhi vratam ālabhate
Vom Herrn der Gelübde her ergreift er (erneut) das Gelübde.
agnaye rakṣoghne 'ṣṭākapālaṃ nirvaped āmayāvī
Für Agni, den Rakṣas-Töter, soll einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, wer krank ist.
indraṃ vai jātaṃ rakṣām̐sy asacanta
Den Indra hefteten sich, als er geboren war, die Rakṣas an.
sa ādīyamāno rakṣobhis saṃmṛśyamāno 'gniṃ prāviśat
Von den Rakṣas ergriffen und betastet, ging er in Agni ein.
tasmād agnī rakṣām̐sy apāhan
Darum schlug Agni die Rakṣas weg.
rakṣām̐sy etam̐ sacante ya āmayāvī
Die Rakṣas heften sich an den, der krank ist.
agnir devānāṃ rakṣohā
Agni ist unter den Göttern der Rakṣas-Töter.
tam eva bhāgadheyenopadhāvati
Eben ihn geht er mit seinem Anteil an.
so 'smād rakṣām̐sy apahanti
Er schlägt die Rakṣas von ihm weg.
amāvasyāṃ rātrīṃ niśi yajeta
In der Neumondnacht, in der Finsternis, soll er opfern.
amāvasyāṃ vai rātrīṃ niśi rakṣām̐si prerate
In der Neumondnacht, in der Finsternis, streifen nämlich die Rakṣas umher.
prerṇāny evaināny apavapati
Eben (dann) als Umhergetriebene streut er sie ab (verscheucht er sie).
pariśrite yajeta
Im eingezäunten Raum soll er opfern,
rakṣasāmantarhityai ‖
damit die Rakṣas ferngehalten werden.
vāmadevasyaitat pañcadaśaṃ rakṣoghnam̐ sāmidhenyo bhavanti
Dies ist Vāmadevas Fünfzehnerreihe, rakṣas-tötend: es sind die Sāmidhenī-Verse (Anzündeverse). [Anm.: Sāmidhenī = Verse zum Entzünden des Feuers]
vāmadevaś ca vai kusidāyī cātmanor ājim ayātām
Vāmadeva und Kusidāyin liefen untereinander einen Wettlauf.
tasya kusidāyī pūrvasyātidrutasya kūbaraṃ nyamṛṇat
Kusidāyin zerbrach dem, der zuerst voranstürmte, die Deichsel des Wagens. [?]
sā dvitīyam upaparyāvartateṣāṃ vākṣaṃ vā chetsyāsīti
Da wandte sie (die Deichsel/der Wagen) sich (mit den Worten) zum zweiten: „Oder du wirst deren Achse zerbrechen.“ [Anm.: Text dunkel] [?]
sa vāmadeva ukhyam agnim abibhar
Vāmadeva trug das Feuer im Topf.
tam avaikṣata
Er blickte es an.
sa etat sūktam apaśyat
Er schaute diesen Lobgesang.
kṛṇuṣva pājaḥ prasitiṃ na pṛthvīm iti
„Mache deine Kraft, breit wie ein Netz (Fangnetz)“ – [Anm.: Anfang von Ṛgveda 4,4,1]
tām agnir anūddrutya samadahat
Agni, ihr nachlaufend, verbrannte sie.
sā dahyamānā hradaṃ kausidaṃ prāmajjat
Verbrannt werdend, tauchte sie in den See des Kusidāyin ein. [?]
yad etad anūcyate
Dass dies (Lied) hersagt wird,
rakṣasāṃ duṣṭyai ‖
geschieht zur Vernichtung der Rakṣas. [?]