Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 10

Anuvāka 5 Spenden für Agni Pathikṛt (Wegbereiter), Vājasṛt, Vratapati, Rakṣoghna; Rakṣas-Abwehr; Erzählung von Vāmadeva und Kusidāyin.

agnaye pathikṛte 'ṣṭākapālaṃ nirvaped yasya paurṇamāsī vāmāvasyā vātipadyeta

Für Agni Pathikṛt soll einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, dessen Vollmondopfer oder Neumondopfer (versäumt wird und) verstreicht.

bahiṣpathaṃ vā eṣa eti yasya paurṇamāsī vāmāvasyā vātipadyate

Denn der geht abseits des Weges, dessen Vollmond- oder Neumondtag ungenutzt verstreicht.

agnir devānāṃ pathikṛt

Agni ist unter den Göttern der Wegebahner (pathikṛt).

tam evānvārabhate

Ihn ergreift er (an dessen Hand).

sa enaṃ panthām apinayati

Er führt ihn auf den Weg zurück.

vi vā etad yajñaṃ chinatti yad yajñe pratata etām antareṣṭiṃ nirvapati

Das Opfer zerschneidet er, wenn er mitten im ausgebreiteten Opfer diese Zwischenspende darbringt.

ya evāsā āgneyo 'ṣṭākapālaḥ pūrṇamāse yo 'māvasyāyāṃ tam agnaye pathikṛte kuryāt

Den Agni-Kuchen auf acht Scherben, der beim Vollmond- oder Neumondopfer gehört, den soll er für Agni Pathikṛt machen.

tenaiva punaḥ panthām avaiti

Damit kehrt er wieder auf den Weg zurück.

na yajñaṃ vicchinatti

Er zerschneidet das Opfer nicht.

agnaye vājasṛte 'ṣṭāpakālaṃ nirvapet saṃgrāme

Für Agni Vājasṛt soll man einen Kuchen auf acht Scherben darbringen im Kampf. [Anm.: „aṣṭāpakālaṃ“ überliefert, gemeint „aṣṭākapālaṃ“]

agnir vai devānāṃ vājasṛt

Agni ist unter den Göttern der, der zur Beute (zum Siegespreis) eilt (vājasṛt).

vājam eṣa dhāvati yas saṃgrāmaṃ jayati

Nach dem Siegespreis läuft der, der die Schlacht gewinnt.

tam eva bhāgadheyenopadhāvati

Eben ihn geht er mit seinem Anteil an.

atho agnir iva na pratidhṛṣe bhavati

Und er wird wie Agni, dem man nicht standhalten kann.

agnaye vratapataye 'ṣṭākapālaṃ nirvaped ya āhitāgnis sann avratyaṃ caret

Für Agni, den Herrn der Gelübde, soll einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, wer, obwohl er das Feuer eingerichtet hat, gegen das Gelübde handelt.

ānīto vā eṣa devānāṃ ya āhitāgnir

Denn der zu den Göttern (als deren Gast/Anteil) herangeführt ist, ist der, der das Feuer eingerichtet hat.

adanty asyānnam

Sie verzehren seine Speise. [Anm.: Sinn im Zusammenhang unsicher] [?]

vratapatim etasya vrataṃ gacchati ya āhitāgnis sann avratyaṃ carati

Zum Herrn der Gelübde geht das Gelübde dessen, der als Feuereinrichter gegen das Gelübde handelt. [?]

agnir devānāṃ vratapatis

Agni ist der Herr der Gelübde unter den Göttern.

tam eva bhāgadheyenopadhāvati

Eben ihn geht er mit seinem Anteil an.

vratapater evādhi vratam ālabhate

Vom Herrn der Gelübde her ergreift er (erneut) das Gelübde.

agnaye rakṣoghne 'ṣṭākapālaṃ nirvaped āmayāvī

Für Agni, den Rakṣas-Töter, soll einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, wer krank ist.

indraṃ vai jātaṃ rakṣām̐sy asacanta

Den Indra hefteten sich, als er geboren war, die Rakṣas an.

sa ādīyamāno rakṣobhis saṃmṛśyamāno 'gniṃ prāviśat

Von den Rakṣas ergriffen und betastet, ging er in Agni ein.

tasmād agnī rakṣām̐sy apāhan

Darum schlug Agni die Rakṣas weg.

rakṣām̐sy etam̐ sacante ya āmayāvī

Die Rakṣas heften sich an den, der krank ist.

agnir devānāṃ rakṣohā

Agni ist unter den Göttern der Rakṣas-Töter.

tam eva bhāgadheyenopadhāvati

Eben ihn geht er mit seinem Anteil an.

so 'smād rakṣām̐sy apahanti

Er schlägt die Rakṣas von ihm weg.

amāvasyāṃ rātrīṃ niśi yajeta

In der Neumondnacht, in der Finsternis, soll er opfern.

amāvasyāṃ vai rātrīṃ niśi rakṣām̐si prerate

In der Neumondnacht, in der Finsternis, streifen nämlich die Rakṣas umher.

prerṇāny evaināny apavapati

Eben (dann) als Umhergetriebene streut er sie ab (verscheucht er sie).

pariśrite yajeta

Im eingezäunten Raum soll er opfern,

rakṣasāmantarhityai ‖

damit die Rakṣas ferngehalten werden.

vāmadevasyaitat pañcadaśaṃ rakṣoghnam̐ sāmidhenyo bhavanti

Dies ist Vāmadevas Fünfzehnerreihe, rakṣas-tötend: es sind die Sāmidhenī-Verse (Anzündeverse). [Anm.: Sāmidhenī = Verse zum Entzünden des Feuers]

vāmadevaś ca vai kusidāyī cātmanor ājim ayātām

Vāmadeva und Kusidāyin liefen untereinander einen Wettlauf.

tasya kusidāyī pūrvasyātidrutasya kūbaraṃ nyamṛṇat

Kusidāyin zerbrach dem, der zuerst voranstürmte, die Deichsel des Wagens. [?]

sā dvitīyam upaparyāvartateṣāṃ vākṣaṃ vā chetsyāsīti

Da wandte sie (die Deichsel/der Wagen) sich (mit den Worten) zum zweiten: „Oder du wirst deren Achse zerbrechen.“ [Anm.: Text dunkel] [?]

sa vāmadeva ukhyam agnim abibhar

Vāmadeva trug das Feuer im Topf.

sa etat sūktam apaśyat

Er schaute diesen Lobgesang.

kṛṇuṣva pājaḥ prasitiṃ na pṛthvīm iti

„Mache deine Kraft, breit wie ein Netz (Fangnetz)“ – [Anm.: Anfang von Ṛgveda 4,4,1]

tām agnir anūddrutya samadahat

Agni, ihr nachlaufend, verbrannte sie.

sā dahyamānā hradaṃ kausidaṃ prāmajjat

Verbrannt werdend, tauchte sie in den See des Kusidāyin ein. [?]

rakṣasāṃ duṣṭyai ‖

geschieht zur Vernichtung der Rakṣas. [?]