agnaye yaviṣṭhāyāṣṭākapālaṃ nirvaped abhicaran vābhicaryamāṇo vā
Für Agni Yaviṣṭha soll einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, wer Schadenzauber ausübt oder wem Schadenzauber angetan wird.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 10
agnaye yaviṣṭhāyāṣṭākapālaṃ nirvaped abhicaran vābhicaryamāṇo vā
Für Agni Yaviṣṭha soll einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, wer Schadenzauber ausübt oder wem Schadenzauber angetan wird.
devāś ca vā asurāś ca vyabhyacaranta
Die Götter und die Asuras übten gegeneinander Schadenzauber.
te 'surā devebhyo visṛṣṭīr vyasṛjan
Die Asuras entsandten gegen die Götter Entladungen (Zauberwaffen, visṛṣṭi). [?]
te devā avidur visṛṣṭīr vai no 'surā vyasrākṣur iti
Die Götter erkannten: „Die Asuras haben gegen uns Entladungen entsandt.“
te 'gnaye yaviṣṭhāyāṣṭākapālaṃ niravapan
Sie brachten Agni Yaviṣṭha einen Kuchen auf acht Scherben dar.
tena vai te tā visṛṣṭīr ayāvayantātmano 'dhi
Damit wehrten sie jene Entladungen von sich ab.
visṛṣṭim etasmai visṛjanti yam abhicaranti
Man entsendet eine Entladung gegen den, gegen den man Schadenzauber übt.
yad agnaye yaviṣṭhāya nirvapati
Dass er Agni Yaviṣṭha darbringt,
tenaiva tāṃ visṛṣṭiṃ yāvayata ātmano 'dhi
dadurch wehrt er eben jene Entladung von sich ab.
agnaye yaviṣṭhāyāṣṭākapālaṃ nirvapet samṛtasome
Für Agni Yaviṣṭha soll man einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, wenn zwei Somaopfer aufeinandertreffen (sich Somafeiern kreuzen). [?]
devatāsu vā ete samṛcchante yeṣām̐ somau samṛcchete
Unter den Göttern stoßen die zusammen, deren zwei Somafeiern zusammentreffen.
agnis sarvā devatās
Agni ist alle Götter.
agninaivaiṣāṃ yaviṣṭhena devatā vṛṅkte ‖
Durch Agni Yaviṣṭha entzieht er ihnen die Götter.
devāś ca vā asurāś ca saṃyattā āsan
Götter und Asuras standen im Kampf.
yān devānām aghnam̐s tad eva te 'bhavan
Die von den Göttern sie erschlugen, die blieben eben (tot, d. h. blieben so, waren dahin).
yān asurāṇāṃ punas ta utpattyāyudhyanta
Die von den Asuras aber (Erschlagenen) kämpften durch Wiederentstehen (wieder auferstehend) weiter. [?]
te devā avidur ye vai na ime keca mriyante 'gnir vāvaitān hantīti
Die Götter erkannten: „Diese, die da sterben, wen Agni tötet, ...“ [Anm.: Text verkürzt; Sinn: Agni schlägt die, die sterben] [?]
te 'bruvan mā naś śamnīthāḥ kathā naś śamnīṣa iti
Sie sagten: „Bring uns nicht zur Ruhe (töte uns nicht)! Wie wirst du uns zur Ruhe bringen?“ [?]
bhāgo me 'stv ity abravīt
„Ein Anteil soll mir gehören“, sagte er.
na vo 'bhāgadheyaḥ kṣamiṣya iti
„Ich werde euch nicht ohne Anteil schonen.“
te 'gnaye kṣamavate 'ṣṭākapālaṃ niravapan
Sie brachten Agni Kṣamavat einen Kuchen auf acht Scherben dar.
tato vai sa tebhyo 'kṣamata
Danach hatte er Nachsicht mit ihnen.
agnaye kṣamavate 'ṣṭākapālaṃ nirvaped yarhy ayaṃ devaḥ prajā abhimanyeta yadā kāmayeta vidasyed iti
Für Agni Kṣamavat soll man einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, wenn dieser Gott den Geschöpfen zürnt oder wenn man wünscht: „Es möge Ruhe eintreten.“ [?]
ye vā ime keca mriyante 'gnir vāvaitān hanti
Die, welche da sterben – Agni erschlägt sie.
agnir devānāṃ kṣamavān
Agni ist unter den Göttern der Nachsichtige (Kṣamavat).
tam eva bhāgadheyenopadhāvati
Eben ihn geht er mit seinem Anteil an.
so 'smai prītaḥ
Er, ihm gewogen,
kṣamata eva
ist nachsichtig.
devāḥ pitaro manuṣyās te 'nyata āsann asurā rakṣām̐si piśācās te 'nyatas
Götter, Väter, Menschen standen auf der einen Seite, Asuras, Rakṣas, Piśācas auf der anderen.
te samayatanta
Sie rangen miteinander.
te yad devānām apy alpakaṃ lohitam asurā akurvan
Was die Asuras auch nur an wenig Blut der Götter (vergossen) machten,
tad rātrībhī rakṣām̐sy asumbhan
das (Blut) verbargen die Rakṣas in den Nächten (?). [?]
tān subdhān mṛtān abhi vyaucchat
Über sie, die erschlagen, tot (dalagen), brach der Morgen an. [?]
te devā avidur ye vai na ime keca mriyante rakṣām̐si vāvaitān sumbhantīti
Die Götter erkannten: „Diese, die da sterben – die Rakṣas schlagen sie nieder.“ [?]
tāny upāmantrayanta
Sie riefen jene (Rakṣas) an.
tāny abruvan vāryaṃ vṛṇāmahai yad evemān asurāñ jayāma tan nas sahāsad iti
Diese sagten: „Wir wollen uns eine Gabe erwählen: was immer wir gewinnen, wenn wir diese Asuras besiegen, soll uns gemeinsam gehören.“ [?]
tato devā asurān ajayan
Danach besiegten die Götter die Asuras.
te 'surāñ jitvā rakṣām̐sy apānudanta
Nachdem sie die Asuras besiegt hatten, stießen sie die Rakṣas fort.
tāny anṛtam akarteti samantaṃ devān paryaviśan
„Ihr habt Unwahrheit getan“ (sagten diese) und umringten von allen Seiten die Götter. [?]
te devā agnā evānāthanta
Die Götter wandten sich bittend gerade an Agni.
te 'gnaye pravate 'ṣṭākapālaṃ niravapann agnaye vibādhavate 'ṣṭākapālam agnaye pratīkavate 'ṣṭākapālam
Sie brachten Agni Pravat einen Kuchen auf acht Scherben dar, Agni Vibādhavat einen Kuchen auf acht Scherben, Agni Pratīkavat einen Kuchen auf acht Scherben.
yad agnaye pravate yāny eva purastād rakṣām̐sy āsam̐s tāni tena prāṇudanta
Mit der Spende an Agni Pravat stießen sie die Rakṣas fort, die vorn waren.
yad vibādhavate yāny evābhita āsam̐s tāni tena vyabhādanta
Mit der an Agni Vibādhavat trieben sie die Rakṣas auseinander, die zu beiden Seiten waren.
yat pratīkavate yāny eva paścād rakṣām̐sy āsam̐s tāni tenāpānudanta
Mit der an Agni Pratīkavat stießen sie die Rakṣas weg, die hinten waren.
etayā yajeta bhrātṛvyavān yo bahubhrātṛvyas syāt
Mit dieser (Dreiergruppe) soll opfern, wer Neider hat, viele Neider hat.
agnaye pravate 'ṣṭākapālaṃ nirvaped agnaye vibādhavate 'ṣṭākapālam agnaye pratīkavate 'ṣṭākapālam
Für Agni Pravat einen Kuchen auf acht Scherben soll er darbringen, für Agni Vibādhavat einen Kuchen auf acht Scherben, für Agni Pratīkavat einen Kuchen auf acht Scherben.
yad agnaye pravate
Mit der Spende an Agni Pravat
ya evainaṃ pūrvo 'tikrānto bhrātṛvyas taṃ tena praṇudate
stößt er den Neider fort, der ihn zuvor überholt hat.
yad vibādhavate
Mit der an Agni Vibādhavat
ya evainena sadṛṅ taṃ tena vibādhate
drängt er den zurück, der ihm gleich ist.
yat pratīkavate
Mit der an Agni Pratīkavat
ya evāsya paścād bhrātṛvyas taṃ tenāpanudate
stößt er den Neider weg, der hinter ihm ist.
pra śreyām̐saṃ bhrātṛvyaṃ nudate 'ti sadṛśaṃ krāmati
Den besseren Neider stößt er fort; den gleichen übertrifft er (schreitet über ihn hinaus).
nainaṃ pāpīyān āpnoti ya evaṃ vidvān etayā yajate
Ihn erreicht kein Schlechterer, der, so wissend, mit dieser (Spende) opfert.
devāś ca vā asurāś ca saṃyattā āsan
Götter und Asuras standen im Kampf.
tān gāyatry antarātiṣṭhat
Zwischen sie stellte sich die Gāyatrī.
ojo vīryam annādyaṃ parigṛhya saṃvatsaro vāvainān so 'ntarātiṣṭhat
Kraft, Manneskraft und Speise umfassend, stand das Jahr selbst zwischen ihnen.
caturvim̐śatir gāyatryā akṣarāṇi
Vierundzwanzig sind die Silben der Gāyatrī,
caturvim̐śatis saṃvatsarasyārdhamāsās
vierundzwanzig die Halbmonate des Jahres.
te 'vidur yatarān vā iyam upāvartsyati ta idaṃ bhaviṣyantīti
Sie erkannten: „Zu welchen von uns diese sich hinwenden wird, die werden dies (die Welt) besitzen.“
tāṃ vyahvayanta
Sie riefen sie auf verschiedene Weise an.
dābhīty asurā ahvayan
„Dābhī!“ riefen die Asuras.
viśvakarmann iti devās
„Viśvakarman!“ die Götter.
sā nānyatarām̐ścanopāvartata
Sie wandte sich keinem von beiden zu.
te devā etad yajur apaśyan
Die Götter schauten diesen Opferspruch:
ojo 'si saho 'si balam asi bhrājo 'si devānāṃ dhāma nāmāsi viśvam asi viśvāyus sarvam asi sarvāyur abhibhūr iti
„Kraft bist du, Sieghaftigkeit bist du, Stärke bist du, Glanz bist du, der Götter Wohnstatt, Name bist du, das All bist du, alles Leben, alles bist du, ganzes Leben, Überwältiger!“
sā devān upāvartata
Da wandte sie sich den Göttern zu.
tato devā abhavan parāsurā abhavan
Danach wurden die Götter (mächtig), die Asuras unterlagen.
āgneyam aṣṭākapālaṃ nirvaped bhrātṛvyavān vā spardhamāno vā
Einen Kuchen auf acht Scherben für Agni soll darbringen, wer Neider hat oder im Wettstreit steht.
tam āsādyaitair yajurbhir abhimṛśet
Wenn er ihn hingesetzt hat, soll er ihn mit diesen Opfersprüchen berühren.
ojo vai vīryam̐ saṃvatsaras
Kraft ist Manneskraft, das Jahr.
oja eva vīryaṃ bhrātṛvyasya vṛṅkte
Die Kraft und Manneskraft des Neiders entzieht er ihm.
sa nirvīryaḥ parābhavati
Kraftlos geht dieser unter.
saiṣā gāyatrī nāmeṣṭis
Dies ist die Spende namens Gāyatrī.
atho āhuḥ kṣatrasya saṃvarga iti ‖
Andere sagen: „Sie ist die Vereinigung (Sammlung) der Herrschaft (kṣatra).“ [?]