Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 10

Anuvāka 7 Spenden für Agni Yaviṣṭha, Kṣamavat, Pravat, Vibādhavat, Pratīkavat, Erzählung von Göttern und Asuras, Gāyatrī-Spende.

agnaye yaviṣṭhāyāṣṭākapālaṃ nirvaped abhicaran vābhicaryamāṇo vā

Für Agni Yaviṣṭha soll einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, wer Schadenzauber ausübt oder wem Schadenzauber angetan wird.

devāś ca vā asurāś ca vyabhyacaranta

Die Götter und die Asuras übten gegeneinander Schadenzauber.

te 'surā devebhyo visṛṣṭīr vyasṛjan

Die Asuras entsandten gegen die Götter Entladungen (Zauberwaffen, visṛṣṭi). [?]

te devā avidur visṛṣṭīr vai no 'surā vyasrākṣur iti

Die Götter erkannten: „Die Asuras haben gegen uns Entladungen entsandt.“

te 'gnaye yaviṣṭhāyāṣṭākapālaṃ niravapan

Sie brachten Agni Yaviṣṭha einen Kuchen auf acht Scherben dar.

tena vai te tā visṛṣṭīr ayāvayantātmano 'dhi

Damit wehrten sie jene Entladungen von sich ab.

visṛṣṭim etasmai visṛjanti yam abhicaranti

Man entsendet eine Entladung gegen den, gegen den man Schadenzauber übt.

yad agnaye yaviṣṭhāya nirvapati

Dass er Agni Yaviṣṭha darbringt,

tenaiva tāṃ visṛṣṭiṃ yāvayata ātmano 'dhi

dadurch wehrt er eben jene Entladung von sich ab.

agnaye yaviṣṭhāyāṣṭākapālaṃ nirvapet samṛtasome

Für Agni Yaviṣṭha soll man einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, wenn zwei Somaopfer aufeinandertreffen (sich Somafeiern kreuzen). [?]

devatāsu vā ete samṛcchante yeṣām̐ somau samṛcchete

Unter den Göttern stoßen die zusammen, deren zwei Somafeiern zusammentreffen.

agninaivaiṣāṃ yaviṣṭhena devatā vṛṅkte ‖

Durch Agni Yaviṣṭha entzieht er ihnen die Götter.

devāś ca vā asurāś ca saṃyattā āsan

Götter und Asuras standen im Kampf.

yān devānām aghnam̐s tad eva te 'bhavan

Die von den Göttern sie erschlugen, die blieben eben (tot, d. h. blieben so, waren dahin).

yān asurāṇāṃ punas ta utpattyāyudhyanta

Die von den Asuras aber (Erschlagenen) kämpften durch Wiederentstehen (wieder auferstehend) weiter. [?]

te devā avidur ye vai na ime keca mriyante 'gnir vāvaitān hantīti

Die Götter erkannten: „Diese, die da sterben, wen Agni tötet, ...“ [Anm.: Text verkürzt; Sinn: Agni schlägt die, die sterben] [?]

te 'bruvan mā naś śamnīthāḥ kathā naś śamnīṣa iti

Sie sagten: „Bring uns nicht zur Ruhe (töte uns nicht)! Wie wirst du uns zur Ruhe bringen?“ [?]

bhāgo me 'stv ity abravīt

„Ein Anteil soll mir gehören“, sagte er.

na vo 'bhāgadheyaḥ kṣamiṣya iti

„Ich werde euch nicht ohne Anteil schonen.“

te 'gnaye kṣamavate 'ṣṭākapālaṃ niravapan

Sie brachten Agni Kṣamavat einen Kuchen auf acht Scherben dar.

tato vai sa tebhyo 'kṣamata

Danach hatte er Nachsicht mit ihnen.

agnaye kṣamavate 'ṣṭākapālaṃ nirvaped yarhy ayaṃ devaḥ prajā abhimanyeta yadā kāmayeta vidasyed iti

Für Agni Kṣamavat soll man einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, wenn dieser Gott den Geschöpfen zürnt oder wenn man wünscht: „Es möge Ruhe eintreten.“ [?]

ye vā ime keca mriyante 'gnir vāvaitān hanti

Die, welche da sterben – Agni erschlägt sie.

agnir devānāṃ kṣamavān

Agni ist unter den Göttern der Nachsichtige (Kṣamavat).

tam eva bhāgadheyenopadhāvati

Eben ihn geht er mit seinem Anteil an.

devāḥ pitaro manuṣyās te 'nyata āsann asurā rakṣām̐si piśācās te 'nyatas

Götter, Väter, Menschen standen auf der einen Seite, Asuras, Rakṣas, Piśācas auf der anderen.

te yad devānām apy alpakaṃ lohitam asurā akurvan

Was die Asuras auch nur an wenig Blut der Götter (vergossen) machten,

tad rātrībhī rakṣām̐sy asumbhan

das (Blut) verbargen die Rakṣas in den Nächten (?). [?]

tān subdhān mṛtān abhi vyaucchat

Über sie, die erschlagen, tot (dalagen), brach der Morgen an. [?]

te devā avidur ye vai na ime keca mriyante rakṣām̐si vāvaitān sumbhantīti

Die Götter erkannten: „Diese, die da sterben – die Rakṣas schlagen sie nieder.“ [?]

tāny abruvan vāryaṃ vṛṇāmahai yad evemān asurāñ jayāma tan nas sahāsad iti

Diese sagten: „Wir wollen uns eine Gabe erwählen: was immer wir gewinnen, wenn wir diese Asuras besiegen, soll uns gemeinsam gehören.“ [?]

tato devā asurān ajayan

Danach besiegten die Götter die Asuras.

te 'surāñ jitvā rakṣām̐sy apānudanta

Nachdem sie die Asuras besiegt hatten, stießen sie die Rakṣas fort.

tāny anṛtam akarteti samantaṃ devān paryaviśan

„Ihr habt Unwahrheit getan“ (sagten diese) und umringten von allen Seiten die Götter. [?]

te devā agnā evānāthanta

Die Götter wandten sich bittend gerade an Agni.

te 'gnaye pravate 'ṣṭākapālaṃ niravapann agnaye vibādhavate 'ṣṭākapālam agnaye pratīkavate 'ṣṭākapālam

Sie brachten Agni Pravat einen Kuchen auf acht Scherben dar, Agni Vibādhavat einen Kuchen auf acht Scherben, Agni Pratīkavat einen Kuchen auf acht Scherben.

yad agnaye pravate yāny eva purastād rakṣām̐sy āsam̐s tāni tena prāṇudanta

Mit der Spende an Agni Pravat stießen sie die Rakṣas fort, die vorn waren.

yad vibādhavate yāny evābhita āsam̐s tāni tena vyabhādanta

Mit der an Agni Vibādhavat trieben sie die Rakṣas auseinander, die zu beiden Seiten waren.

yat pratīkavate yāny eva paścād rakṣām̐sy āsam̐s tāni tenāpānudanta

Mit der an Agni Pratīkavat stießen sie die Rakṣas weg, die hinten waren.

etayā yajeta bhrātṛvyavān yo bahubhrātṛvyas syāt

Mit dieser (Dreiergruppe) soll opfern, wer Neider hat, viele Neider hat.

agnaye pravate 'ṣṭākapālaṃ nirvaped agnaye vibādhavate 'ṣṭākapālam agnaye pratīkavate 'ṣṭākapālam

Für Agni Pravat einen Kuchen auf acht Scherben soll er darbringen, für Agni Vibādhavat einen Kuchen auf acht Scherben, für Agni Pratīkavat einen Kuchen auf acht Scherben.

ya evainaṃ pūrvo 'tikrānto bhrātṛvyas taṃ tena praṇudate

stößt er den Neider fort, der ihn zuvor überholt hat.

ya evainena sadṛṅ taṃ tena vibādhate

drängt er den zurück, der ihm gleich ist.

ya evāsya paścād bhrātṛvyas taṃ tenāpanudate

stößt er den Neider weg, der hinter ihm ist.

pra śreyām̐saṃ bhrātṛvyaṃ nudate 'ti sadṛśaṃ krāmati

Den besseren Neider stößt er fort; den gleichen übertrifft er (schreitet über ihn hinaus).

nainaṃ pāpīyān āpnoti ya evaṃ vidvān etayā yajate

Ihn erreicht kein Schlechterer, der, so wissend, mit dieser (Spende) opfert.

devāś ca vā asurāś ca saṃyattā āsan

Götter und Asuras standen im Kampf.

tān gāyatry antarātiṣṭhat

Zwischen sie stellte sich die Gāyatrī.

ojo vīryam annādyaṃ parigṛhya saṃvatsaro vāvainān so 'ntarātiṣṭhat

Kraft, Manneskraft und Speise umfassend, stand das Jahr selbst zwischen ihnen.

caturvim̐śatir gāyatryā akṣarāṇi

Vierundzwanzig sind die Silben der Gāyatrī,

caturvim̐śatis saṃvatsarasyārdhamāsās

vierundzwanzig die Halbmonate des Jahres.

te 'vidur yatarān vā iyam upāvartsyati ta idaṃ bhaviṣyantīti

Sie erkannten: „Zu welchen von uns diese sich hinwenden wird, die werden dies (die Welt) besitzen.“

tāṃ vyahvayanta

Sie riefen sie auf verschiedene Weise an.

dābhīty asurā ahvayan

„Dābhī!“ riefen die Asuras.

viśvakarmann iti devās

„Viśvakarman!“ die Götter.

sā nānyatarām̐ścanopāvartata

Sie wandte sich keinem von beiden zu.

te devā etad yajur apaśyan

Die Götter schauten diesen Opferspruch:

ojo 'si saho 'si balam asi bhrājo 'si devānāṃ dhāma nāmāsi viśvam asi viśvāyus sarvam asi sarvāyur abhibhūr iti

„Kraft bist du, Sieghaftigkeit bist du, Stärke bist du, Glanz bist du, der Götter Wohnstatt, Name bist du, das All bist du, alles Leben, alles bist du, ganzes Leben, Überwältiger!“

sā devān upāvartata

Da wandte sie sich den Göttern zu.

tato devā abhavan parāsurā abhavan

Danach wurden die Götter (mächtig), die Asuras unterlagen.

āgneyam aṣṭākapālaṃ nirvaped bhrātṛvyavān vā spardhamāno vā

Einen Kuchen auf acht Scherben für Agni soll darbringen, wer Neider hat oder im Wettstreit steht.

tam āsādyaitair yajurbhir abhimṛśet

Wenn er ihn hingesetzt hat, soll er ihn mit diesen Opfersprüchen berühren.

ojo vai vīryam̐ saṃvatsaras

Kraft ist Manneskraft, das Jahr.

oja eva vīryaṃ bhrātṛvyasya vṛṅkte

Die Kraft und Manneskraft des Neiders entzieht er ihm.

saiṣā gāyatrī nāmeṣṭis

Dies ist die Spende namens Gāyatrī.

atho āhuḥ kṣatrasya saṃvarga iti ‖

Andere sagen: „Sie ist die Vereinigung (Sammlung) der Herrschaft (kṣatra).“ [?]