Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 10

Anuvāka 12 Mantras (Verse) an Agni, Savitṛ, Vāyu, Erde, Indra, Aśvins u.a. um Wohlstand, Vieh und Eintracht.

asmai te pratiharyate jātavedo vicarṣaṇe |

Für diesen deinen Verehrer, Jātavedas, du Alles-Überblickender,

agne janāmi suṣṭutim ‖

Agni, erzeuge ich ein schönes Preislied.

yasmai tvam̐ sukṛte jātaveda u lokam agne kṛṇavas syonam |

Für wen du, Jātavedas, dem Wohltäter, Agni, eine angenehme Welt bereitest,

aśvinam̐ sa putriṇaṃ vīravantaṃ gomantaṃ rayiṃ naśate svasti ‖

der erlangt Reichtum mit Rossen, mit Söhnen, mit Helden, mit Rindern – Heil!

ya imā viśvā jātāny āśrāvayati ślokena |

Der all diese Geschöpfe durch Ruf [oder: Lied] hörend macht,

pra ca suvāti savitā ‖

und Savitṛ, der (sie) antreibt [hervorbringt].

viśvā rūpāṇi ‖

(Er nimmt) alle Gestalten (an). [Fragment; Versanfang]

vāyur agregā yajñaprīs sākaṃ gan manasā yajñam |

Vāyu, an der Spitze gehend, das Opfer erfreuend, kam zusammen mit dem Geist [Sinn] zum Opfer,

śivo niyudbhiś śivābhiḥ ‖

gnädig, mit gnädigen Gespannen (niyut).

pra yābhir yāsi dāśvām̐sam acchā niyudbhir vāya iṣṭaye duroṇe |

Mit denen du, Vāyu, zu dem Opfernden hin fährst, mit (diesen) Gespannen, zur Opfergabe [Wunscherfüllung] im Haus,

ni no rayim̐ subhojasaṃ yuvasva ni vīraṃ gavyam aśvyaṃ ca rādhaḥ ‖

bringe uns gut nährenden Reichtum zusammen, einen Helden und Gabe an Rindern und Rossen.

baḍ itthā parvatānāṃ khidraṃ bibharṣi pṛthivi |

Wahrlich, so trägst du, Erde, die Lücke [den Einschnitt] der Berge;

pra yā bhūmiṃ pravatvati mahnā jinoṣi mahini ‖

die du das Land, das abschüssige, durch deine Größe belebst, du Große.

dṛḍhā cid yā vanaspatīn kṣmayā dardharṣy ojasā ‖

Die du selbst die festen Bäume auf der Erde mit Kraft festhältst [oder: durchbrichst?]. [?]

yat te abhrasya vidyuto divo varṣanti vṛṣṭayaḥ ‖

Wenn von deiner Wolke, deinen Blitzen, vom Himmel her die Regengüsse fallen.

ā no agne rayiṃ bhara satrāsāhaṃ vareṇyam |

Bringe uns, Agni, Reichtum, der Gegner überwältigt und begehrenswert ist,

viśvāsu pṛtsu duṣṭaram ‖

der in allen Kämpfen schwer zu bezwingen ist.

gomām̐ agne ‖

Rinderreicher (Reichtum bringe), Agni. [Fragment]

mademade hi no dadir yūthā gavām ṛjukratuḥ |

Bei jedem Rausch ja gibst du uns Herden von Rindern, du Geradsinniger;

saṃ gṛbhāya purū śatobhayāhastyā vasu

greife vieles Hunderte mit beiden Händen zusammen, Gut,

śiśīhi rāya ābhara ‖

schärfe [spende?] und bringe Reichtümer herbei. [?]

śiprin vājānāṃ pate śacīvas tava dam̐sanā |

Helmträger [oder: Kinnbackenstarker], Herr der Siegespreise, Kraftreicher, durch deine Wundertaten:

ā tū na indra śam̐saya goṣv aśveṣu śubhriṣu

Lass uns, Indra, nun (Ruhm) verkünden bei Rindern, bei glänzenden Rossen,

sahasreṣu tuvīmagha ‖

bei Tausenden, du Gabenreicher.

revatīr naḥ

Reichtumsvolle (Verse/Kühe) [seien] uns [Anfang der Revatī-Verse].

pra sasāhiṣe ‖

Dem Überwältiger [Anfang eines Verses].

saṃjñānaṃ no divā paśos saṃjñānaṃ naktam arvataḥ |

Eintracht (sei) uns bei Tage mit dem Vieh, Eintracht bei Nacht mit dem Ross;

saṃjñānaṃ nas svebhyas saṃjñānam araṇebhyas

Eintracht mit den Unseren, Eintracht mit den Fremden;

saṃjñānam aśvinā yuvam ihāsmāsu niyacchatam ‖

Eintracht, ihr Aśvins, verleiht ihr hier uns.

sam indra rāyā sam iṣā rabhemahi saṃ vājebhiḥ puruścandrair abhidyubhiḥ |

Zusammen mit Reichtum, Indra, zusammen mit Labsal, wollen wir zugreifen, zusammen mit Kraftgaben, vielfach leuchtenden, glanzvollen;

saṃ devyā pramatyā vīraśuṣmayā goagrayāśvāvatyā rabhemahi ‖

zusammen mit göttlicher Fürsorge, heldenkräftiger, rinderführender, rossereicher wollen wir zugreifen.

indravāyū susaṃdṛśā suhaveha havāmahe |

Indra und Vāyu, die Schönblickenden, leicht Anzurufenden, rufen wir hier an,

yathā nas sarva ij janas saṃgame sumanā asat ‖

damit jedermann bei uns bei der Zusammenkunft wohlgesinnt sei.

agniḥ prathamo vasubhir no avyāt somo rudrair abhirakṣatu tmanā |

Agni soll uns zuerst mit den Vasus schützen, Soma soll uns mit den Rudras persönlich behüten;

indro marudbhir ṛtuthā kṛṇotv ādityair no varuṇaś śarma yam̐sat ‖

Indra soll mit den Maruts (es) zur rechten Zeit einrichten, mit den Ādityas soll Varuṇa uns Schutz gewähren.

sam agnir vasubhir no avyāt sam̐ somo rudriyābhis tanūbhiḥ |

Zusammen mit den Vasus soll Agni uns schützen, zusammen Soma mit den rudrischen Leibern;

sam indro rātahavyo marudbhis sam ādityair varuṇo viśvavedāḥ ‖

zusammen Indra, dem Opfergabe dargebracht ist, mit den Maruts, zusammen mit den Ādityas Varuṇa, der Allwissende.

samānā va ākūtāni samānā hṛdayāni vaḥ |

Gleich seien eure Absichten, gleich eure Herzen;

samānam astu vo mano yathā vas susahāsati ‖

gleich sei euer Sinn, damit es euch gut (miteinander) gehe.

saṃ vo manām̐si saṃ vratā sam u cittāny ākaram |

Eure Sinne, eure Gelübde und Gedanken habe ich zusammengeführt;

amī ye vivratās sthana tān vas saṃnamayāmasi ‖

die ihr dort uneins in euren Gelübden seid, diese beugen wir euch zusammen.

yathādityam ādityā āpyāyayanti yathākṣitim akṣitayo madanti |

Wie die Ādityas den Āditya stärken, wie die Unvergänglichen sich am Unvergänglichen erfreuen,

evā mām indro varuṇo bṛhaspatir āpyāyayantu bhuvanasya gopāḥ ‖

so sollen mich Indra, Varuṇa, Bṛhaspati stärken, die Hüter der Welt.

navonavo bhavati jāyamāno 'hnāṃ ketur uṣasām ety agram |

Immer neu wird er, indem er geboren wird, der Tage Banner; er geht den Morgenröten voran;

bhāgaṃ devebhyo vidadhāty āyan pra candramās tirate dīrgham āyuḥ ‖

er teilt den Göttern ihren Anteil zu, wenn er kommt; der Mond verlängert ein langes Leben.