Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 10

Anuvāka 4 Weitere Vaiśvānara-Spenden (mit Gold und Silber, Gerstenbrei für Varuṇa, bei Krankheit, beim Anlegen des Feuers, bei Annahme eines Menschen).

agnaye vaiśvānarāya dvādaśakapālaṃ nirvaped grāmakāmo bhūtikāmo brahmavarcasakāmas

Für Agni Vaiśvānara soll einen Kuchen auf zwölf Scherben darbringen, wer Gefolgschaft (Dorf), Gedeihen und Brahmaglanz wünscht.

tasya haritam̐ hiraṇyaṃ madhye kuryād rajatam upariṣṭāt

Man soll gelbliches Gold in seine Mitte legen, Silber darüber (auf ihn).

saṃvatsaro vā agnir vaiśvānaro vīryam̐ saṃvatsara ātmā haritam̐ hiraṇyam

Das Jahr ist nämlich Agni Vaiśvānara, das Jahr ist Manneskraft (vīrya), das Selbst ist das gelbliche Gold.

vīryasyaivainaṃ madhyato dadhāti

In die Mitte der Manneskraft stellt er ihn.

yad rajataṃ tat saha bhasmanāpohati

Das Silber – das entfernt er samt der Asche.

śamalagṛhīto vā eṣa yo 'laṃ brahmavarcasāya san na brahmavarcasī bhavati

Von Unreinheit (śamala) ergriffen ist nämlich der, der zum Brahmaglanz geeignet wäre und doch keinen Brahmaglanz besitzt.

śamalam evāsmād apahanti

Die Unreinheit schlägt er von ihm weg.

brahmavarcasenainam̐ sam̐sṛjati

Mit Brahmaglanz verbindet er ihn.

yathā vai nābhim arā abhisam̐śritā evam̐ saṃvatsaraṃ māsāś cartavaś cābhisam̐śritās

Wie die Speichen an der Nabe befestigt sind, so sind am Jahr die Monate und Jahreszeiten befestigt.

yad dhiraṇyaṃ madhye karoti

Dass er das Gold in die Mitte legt,

nābhim evainaṃ karoti ‖

macht er ihn gerade zur Nabe.

yathā nābhim arā abhisam̐śritā evam enam̐ sajātair abhisam̐śrayati

Wie die Speichen an der Nabe, so verbindet er ihn eng mit seinen Stammesgenossen.

vāruṇaṃ yavamayaṃ caruṃ nirvaped agnaye vaiśvānarāya dvādaśakapālam āmayāvī

Einen Gerstenbrei für Varuṇa soll man darbringen und einen Kuchen auf zwölf Scherben für Agni Vaiśvānara, wenn man krank ist.

varuṇagṛhīto vā eṣa ya āmayāvī

Von Varuṇa ergriffen ist nämlich der Kranke.

yad vāruṇas

Weil (der Brei) für Varuṇa ist,

varuṇād evainaṃ muñcati

befreit er ihn von Varuṇa.

etad vai varuṇasya bhāgadheyaṃ yad yavās

Dies ist nämlich Varuṇas Anteil: die Gerste.

svenaiva bhāgadheyena varuṇaṃ niravadayate

Mit dessen eigenem Anteil kauft er sich von Varuṇa los.

etāvān vai puruṣo yāvad asya prāṇā abhi

So groß ist nämlich der Mensch, wie seine Lebenshauche sich erstrecken. [?]

yāvān evāsyātmā taṃ varuṇān muñcati

Eben so groß wie sein Selbst ist, den befreit er von Varuṇa.

saṃvatsaro vā agnir vaiśvānara āyus saṃvatsaras

Das Jahr ist Agni Vaiśvānara, das Jahr ist Lebensdauer.

saṃvatsara evainam āyuṣi pratiṣṭhāpayati

Im Jahr stellt er ihn auf die Lebensdauer.

vāruṇaṃ yavamayaṃ caruṃ nirvaped agnaye vaiśvānarāya dvādaśakapālaṃ rājanyāyābhicarate vā bubhūṣate vā

Einen Gerstenbrei für Varuṇa und einen Kuchen auf zwölf Scherben für Agni Vaiśvānara soll man darbringen für einen Rājanya, der einen Schadenzauber ausübt oder zu Macht kommen will.

varuṇagṛhīto vā eṣa yo 'nyasyādadāna upaharamāṇaś carati

Von Varuṇa ergriffen ist nämlich der, der von einem anderen nimmt und sich Gaben darbringen lässt.

varuṇād evainaṃ muñcati

befreit er ihn von Varuṇa.

samvatsaro vā agnir vaiśvānaras

Das Jahr ist nämlich Agni Vaiśvānara.

saṃvatsara evainaṃ vīrye pratiṣṭhāpayati

Im Jahr stellt er ihn auf die Manneskraft.

agnaye vaiśvānarāya dvādaśakapālaṃ nirvaped agnim utsādayiṣyan

Für Agni Vaiśvānara soll einen Kuchen auf zwölf Scherben darbringen, wer das Feuer eingehen lassen (erlöschen lassen) will.

saṃvatsaro vā agnir vaiśvānaras

Das Jahr ist nämlich Agni Vaiśvānara.

saṃvatsaram eṣa utsādyamāno 'nūtsīdati

Wird dieser (Agni) aufgegeben, so geht er dem Jahr nach unter (mit dem Jahr zugrunde). [?]

bhāginam evainaṃ kṛtvā saṃvatsaram anūtsādayati

Ihn zum Teilhaber machend, lässt er ihn dem Jahr folgend eingehen (nimmt er ihn mit dem Jahr auf). [?]

agnaye vaiśvānarāya dvādaśakapālaṃ nirvaped yaḥ puruṣaṃ pratigṛhṇīyāt

Für Agni Vaiśvānara soll einen Kuchen auf zwölf Scherben darbringen, wer einen Menschen als Gabe annehmen würde.

āptāṃ vā eṣa ātmanā dakṣiṇāṃ pratigṛhṇāti yaḥ puruṣaṃ pratigṛhṇāti

Denn der nimmt einen Opferlohn (dakṣiṇā) an, der ihm selbst gleichkommt (mit sich selbst erreicht ist), wer einen Menschen annimmt. [?]

āptāṃ dakṣiṇāṃ pratigṛhītām̐ hinasti

Ein erreichter, angenommener Opferlohn schadet (dem Annehmenden).

saṃvatsaro vā agnir vaiśvānaras

Das Jahr ist nämlich Agni Vaiśvānara.

saṃvastaras svaditasya svadayitā

Das Jahr ist der, der das Wohlschmeckendgemachte wohlschmeckend macht.

tam eva bhāgadheyenopadhāvati

Eben ihn geht er mit seinem Anteil an.

so 'smai tat sarvaṃ svadayati ‖

Er macht ihm all dies wohlschmeckend (verträglich).