Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 10

Anuvāka 6 Erzählung von Baka Dālbhya und Dhṛtarāṣṭra; Spenden für Agni Rudravat, Surabhimat, Annāda, Annavat, Annapati und Vasumat.

naimiṣyā vai sattram āsata

Die Naimiṣa-Leute hielten eine Opfersitzung ab.

ta utthāya saptavim̐śatiṃ kurupañcāleṣu vatsatarān avanvata

Sie standen auf und gewannen bei den Kuru-Pañcālas siebenundzwanzig Kälber.

tān vako dālbhir abravīt

Zu ihnen sprach Baka Dālbhya:

yūyam evaitān vibhajadhvam

„Teilt ihr diese unter euch auf.

imam ahaṃ dhṛtarāṣṭraṃ vaicitravīryaṃ gamiṣyāmi

Ich aber werde zu diesem Dhṛtarāṣṭra Vaicitravīrya gehen.

sa mahyaṃ gṛhān kariṣyatīti

Er wird mir Häuser bereiten.“

tan nāsūrkṣat

Dies beachtete er (Dhṛtarāṣṭra) nicht.

etā gā brahmabandha iti

„Diese Kühe (gehören dir), du bloßer Brahmanen-Verwandter“ –

paśupatir gā hanti

Der Herr der Tiere erschlägt Kühe. [?]

tāḥ paraḥ pacamānaś careti

„Zieh du umher und koche sie vollends“ (?) – [?]

tāsāṃ devasūr me rājānnaṃ prāsuṣod iti

„Von ihnen hat der Götter-Erzeuger (?) mir des Königs Speise hervorgebracht“ – [Anm.: Text dunkel] [?]

sakthāny utkartam apacata

Er kochte die herausgeschnittenen Schenkel.

tasmin pacamāne vyadasyat

Während er kochte, verschwand (der Reichtum/das Vieh).

so 'gnaye rudravate 'ṣṭākapālaṃ niravapat kṛṣṇānāṃ vrīhīṇām

Er brachte Agni Rudravat einen Kuchen auf acht Scherben dar, aus schwarzem Reis.

tasya yat kiṃca dhṛtarāṣṭrasyāsīt tat sarvam avakīrṇaṃ vidrāṇam abhi vyaucchat

Alles, was Dhṛtarāṣṭra gehörte, zerstreut und zerlaufen, ging ihm zugrunde. [?]

tā vipraśnikā avindan

Diese (Leute) fanden Fragesteller (Deuter). [?]

brāhmaṇo vai tvāyam abhicarati

„Ein Brāhmaṇa übt gegen dich Schadenzauber aus.

tam upāśikṣat

Er trat an ihn heran, um zu lernen (ihn zu besänftigen).

so 'gnaye surabhimate 'ṣṭākapālaṃ niravapac chuklānāṃ vrīhīṇām

Er brachte Agni Surabhimat einen Kuchen auf acht Scherben dar, aus weißem Reis.

tato vai tad vyadasyat

Danach wich jenes (Unheil) von ihm.

agnaye rudravate 'ṣṭākapālaṃ nirvapet kṛṣṇānāṃ vrīhīṇām abhicaran

Für Agni Rudravat soll man einen Kuchen auf acht Scherben aus schwarzem Reis darbringen, wenn man Schadenzauber ausübt.

rudrāyaivainam apidadhāti

Dem Rudra liefert er ihn (den Feind) aus (wörtlich: deckt ihn zu). [?]

kṛṣṇānāṃ vrīhīṇāṃ bhavati

Es ist aus schwarzem Reis.

kṛṣṇam iva vai tamas

Schwarz, wie Finsternis, ist nämlich das Dunkel.

mṛtyunaivainaṃ grahayati

Durch den Tod lässt er ihn ergreifen.

agnaye surabhimate 'ṣṭākapālaṃ nirvaped yarhy ayaṃ devaḥ prajā abhimanyeta yadā kāmayeta vidasyed iti

Für Agni Surabhimat soll man einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, wenn dieser Gott (Rudra) den Geschöpfen zürnt, oder wenn man wünscht: „Es möge Ruhe (Entspannung) eintreten.“ [?]

eṣā vā agner bhiṣajyā tanūr yā surabhimatī

Dies ist nämlich Agnis heilende Gestalt, die Surabhimatī.

tām eva bhāgadheyenopadhāvati

Eben sie geht er mit ihrem Anteil an.

tayainā bhiṣajyati

Durch sie heilt er diese (Geschöpfe).

agnaye surabhimate 'ṣṭākapālaṃ nirvaped yam apramītaṃ pramītam̐ śṛṇuyuḥ

Für Agni Surabhimat soll einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, von dem man hörte, er sei tot, obwohl er nicht gestorben ist. [?]

pūtir vā eṣa śrūyate yaḥ pramītaś śrūyate

Als Verwesender gilt nämlich der, von dem es heißt, er sei gestorben.

yaivāgnes surabhimatī tanūs tām eva bhāgadheyenopadhāvati

Die Surabhimatī-Gestalt Agnis, eben sie geht er mit ihrem Anteil an.

tayainam̐ surabhiṃ karoti

Durch sie macht er ihn wohlriechend.

agnaye surabhimate 'ṣṭākapālaṃ nirvaped yam ajaghnivām̐sam abhiśam̐seyus

Für Agni Surabhimat soll einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, den man verflucht (bezichtigt), obwohl er nicht getötet hat.

śamalagṛhīto vā eṣa yam ajaghnivām̐sam abhiśam̐santi

Von Unreinheit ergriffen ist nämlich der, den man verflucht, obwohl er nicht getötet hat.

yaivāgnes surabhimatī tanūs tām eva bhāgadheyenopadhāvati

Die Surabhimatī-Gestalt Agnis, eben sie geht er mit ihrem Anteil an.

agnaye 'nnādāyāṣṭākapālaṃ nirvaped yaḥ kāmayetānnādas syām iti

Für Agni, den Speisenesser, soll einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, wer wünscht: „Ich möchte Speisenesser sein.“

agnir vai devānām annādas

Agni ist nämlich der Speisenesser unter den Göttern.

tam eva bhāgadheyenopadhāvati

Eben ihn geht er mit seinem Anteil an.

sa enam annādaṃ karoti

Er macht ihn zum Speisenesser.

agnaye 'nnavate 'ṣṭākapālaṃ nirvaped yaḥ kāmayetānnavān syām iti

Für Agni, den Speisenreichen, soll einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, wer wünscht: „Ich möchte Speise besitzen.“

agnir vai devānāṃ annavān

Agni ist nämlich unter den Göttern der Speisenreiche.

tam eva bhāgadheyenopadhāvati

Eben ihn geht er mit seinem Anteil an.

agnaye 'nnapataye 'ṣṭākapālaṃ nirvaped yaḥ kāmayetānnapatis syām iti

Für Agni, den Herrn der Speise, soll einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, wer wünscht: „Ich möchte Herr der Speise sein.“

agnir vai devānām annapatis

Agni ist nämlich unter den Göttern der Herr der Speise.

tam eva bhāgadheyenopadhāvati

Eben ihn geht er mit seinem Anteil an.

sa enam annapatiṃ karoti

Er macht ihn zum Herrn der Speise.

saṃvatsaraṃ parinirvapet

Ein Jahr lang soll er sie rings (der Reihe nach) darbringen.

saṃvatsaro vā annādyasya pradātā

Das Jahr ist nämlich der Geber der Speise.

tam eva bhāgadheyenopadhāvati

Eben ihn geht er mit seinem Anteil an.

sa enam annādam annavantam annapatiṃ karoti

Er macht ihn zum Speisenesser, Speisenreichen, Herrn der Speise.

agnaye vasumate 'ṣṭākapālaṃ nirvapet sarvebhyaḥ kāmebhyo brāhmaṇas

Für Agni Vasumat soll ein Brāhmaṇa einen Kuchen auf acht Scherben darbringen für alle Wünsche.

yad vai kiṃca vindate tad vasu

Was man irgend findet, das ist Gut (vasu).

agnir devānāṃ vasumān

Agni ist unter den Göttern der Gutbesitzer (Vasumat).

tam eva bhāgadheyenopadhāvati

Eben ihn geht er mit seinem Anteil an.

so 'smai sarvān kāmān prayacchati ‖

Er gewährt ihm alle Wünsche.