kṛṣṇājinaṃ bhavati madhu karīrāṇi śyāvasyāśvasya dāma
Es gibt ein Fell der schwarzen Antilope, Honig, Karīra-Früchte [Anm.: Früchte des Karīra-Strauchs, Capparis decidua] und ein Band vom rotbraunen Pferd –
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 11
kṛṣṇājinaṃ bhavati madhu karīrāṇi śyāvasyāśvasya dāma
Es gibt ein Fell der schwarzen Antilope, Honig, Karīra-Früchte [Anm.: Früchte des Karīra-Strauchs, Capparis decidua] und ein Band vom rotbraunen Pferd –
tāni pūrvasyāgner ante nidhāya kṛṣṇaṃ vāso yajamānaṃ paridhāpayitvānvārambhayitvaitāni juhoti
diese legt er am Ende des vorderen Feuers nieder, lässt den Opferherrn ein schwarzes Gewand anlegen, lässt ihn sich [an ihm] festhalten und opfert diese [Gaben].
vātanāmāni vā etāni
Das sind nämlich Windnamen [?].
eṣa vai varṣasyeśe
Dieser [Wind] gebietet nämlich über den Regen.
yadā hy eṣa āpyāyayati yadā samīrayati yadā pradāpayaty atha varṣati
Denn wenn dieser [die Wolken] anschwellen lässt, wenn er sie in Bewegung setzt, wenn er sie [das Wasser] hergeben lässt, dann regnet es.
tam eva bhāgadheyenopadhāvati
Ihn eben geht er mit dem Anteil an.
so 'smai prīto vṛṣṭiṃ ninayati
Erfreut lässt er ihm Regen herabströmen.
aṣṭā etāni juhoti
Acht [Spenden] opfert er hiervon.
catasro diśaś catasra upadiśās
Vier sind die Himmelsrichtungen, vier die Zwischenrichtungen –
yathādiśam eva digbhyo vṛṣṭim̐ saṃpracyāvayati
je nach der Richtung lässt er also den Regen aus den Himmelsrichtungen herabfallen.
kṛṣṇājine saṃyauti
Auf dem Antilopenfell vermischt er [sie].
havir eva karoti
Er macht sie eben zur Opferspeise (havis).
madhunā saṃyauti
Mit Honig vermischt er [sie].
apāṃ vā eṣa oṣadhīnāṃ raso yan madhu
Der Saft der Wasser und der Pflanzen ist nämlich dieser, der Honig.
adbhya eṣa oṣadhibhyo varṣati
Aus den Wassern und für die Pflanzen regnet dieser [Gott].
yarhi varṣaty adbhya evauṣadhibhyo vṛṣṭiṃ ninayati ‖
Wenn er regnet, lässt er aus den Wassern eben, für die Pflanzen, den Regen herabströmen.
māndā vaśā iti
„Ihr Erfreuenden, ihr Willigen“ –
etāni vā apāṃ nāmadheyāni
das sind nämlich Namen der Wasser.
yathāda āhāsā ehy asā ehīty evam evainā etan nāmagrāhaṃ divaś cyāvayati
Wie man [einen] ruft: „Komm, du da, komm, du da!“, so lässt er diese hier mit Namensnennung vom Himmel herabkommen.
na vā anyayety āhus saumyā āhutyā divo vṛṣṭiṃ cyāvayitum arhatīti
„Nicht mit einer anderen [Spende]“, sagen sie, „vermag man mit einer Soma-Spende Regen vom Himmel herabzubringen.“ [?]
yatīn vai sālāvṛkeyā ādan
Die Wölfe [Sālāvṛkeya] fraßen einst Asketen (yati).
teṣām̐ śīrṣāṇi parāpatan
Deren Köpfe fielen fort.
te kharjūrā abhavan
Sie wurden zu Dattelpalmen.
yas somapīthas sa ūrdhvo 'patat
Was der Somatrunk [in ihnen] war, das flog nach oben.
tāni karīrāṇi
Das sind die Karīra-Früchte.
yat karīrāṇi bhavanti
Dass es Karīra-Früchte gibt –
saumyaivāhutyā divo vṛṣṭiṃ ninayati
so bringt er eben mit einer Soma-Spende den Regen vom Himmel herab.
tasmāt karīrāṇi na striyai dadyāt
Darum soll man Karīra-Früchte nicht einer Frau geben,
na śūdrāya
nicht einem Śūdra;
asomapītha iva hy eṣa
denn dieser ist gleichsam ohne Somatrunk.
vṛṣṇas saṃdānam asi vṛṣṭyai tvopanahyāmīti
„Des Bullen Fessel bist du; für den Regen binde ich dich an“ –
vṛṣā hy aśvo vṛṣā parjanyas
denn ein Bulle ist das Pferd, ein Bulle ist Parjanya –
samṛddhyai
zum Gelingen.
śyāvasyāśvasya dāma bhavati
Es gibt ein Band vom rotbraunen Pferd;
śyāva iva hy eṣa varṣiṣyan bhavati ‖
denn dieser [Himmel] wird gleichsam rotbraun, wenn er regnen will.
devā vasavyā devāś śarmaṇyā devās sapītaya iti
„Götter, den Gütern Zugehörige, Götter, Schutzbringende, Götter, Mittrinkende“ –
etā vai devatā varṣasyeśate
diese Gottheiten gebieten nämlich über den Regen.
tābhir evāsmā anvahaṃ vṛṣṭim icchati
Durch sie erstrebt er ihm täglich Regen.
kṛṣṇājina upanahyati
Er bindet [es] am Antilopenfell an.
ṛksāmayor vā etad rūpaṃ yat kṛṣṇājinam
Das Antilopenfell ist nämlich die Gestalt von Vers (ṛc) und Sāman.
ṛksāmābhyām evāsmai vṛṣṭim icchati
Durch Vers und Sāman erstrebt er ihm eben Regen.
yadi varṣet tadaiveṣṭiṃ nirvapet
Wenn es regnet, soll er sogleich die Opfergabe darbringen [Anm.: nirvap = die Opfermasse ausstreuen/darbringen];
yadi na varṣet tathaiva vaseyur
wenn es nicht regnet, sollen sie ebenso [in Enthaltsamkeit, d. h. ohne zu opfern] verweilen [?].
ahorātre vai mitrāvaruṇau
Tag und Nacht sind nämlich Mitra und Varuṇa;
ahorātre parjanyo 'nuvarṣati
Tag und Nacht hindurch lässt Parjanya regnen.
naktaṃ vā hi divā vā varṣati
Denn nachts oder bei Tage regnet es.
etau varṣasyeśāte
Diese beiden gebieten über den Regen.
tā eva bhāgadheyenopadhāvati
Diese eben geht er mit dem Anteil an.
tā asmai prītau vṛṣṭiṃ ninayatas
Erfreut lassen die beiden ihm Regen herabströmen.
agnaye dhāmacchade śvo 'ṣṭākapālaṃ nirvapen mārutaṃ carum̐ sauryam ekakapālam
Für Agni Dhāmacchad soll er morgen einen Kuchen auf acht Scherben darbringen, für die Maruts einen Reisbrei (caru), für Sūrya einen Kuchen auf einer Scherbe.
agnir vā ito vṛṣṭim udīrayati
Agni nämlich lässt von hier den Regen aufsteigen;
dhāmacchad iva bhūtvā varṣati
gleichsam zum Dhāmacchad [„Hüllen der Stätten“, Wolkendecke?] geworden, regnet es.
marutas sṛṣṭāṃ vṛṣṭiṃ nayanti ‖
Die Maruts führen den entsandten Regen heran.
yadāsā ādityo 'rvāṅ raśmibhiḥ paryāvartate 'tha varṣati
Wenn jener Āditya sich mit seinen Strahlen hierher herumwendet, dann regnet es.
etā vai devatā varṣasyeśate
Diese Gottheiten gebieten nämlich über den Regen.
tā eva bhāgadheyenopadhāvati
Diese eben geht er mit dem Anteil an.
tā asmai prītā vṛṣṭiṃ ninayanti
Erfreut lassen sie ihm Regen herabströmen.
apy avarṣiṣyan varṣaty eva ṣaḍ etāni havīm̐ṣi
Auch wenn es nicht hätte regnen wollen, regnet es doch: sechs sind diese Opferspeisen.
ṣaḍ vā ṛtavas
Sechs sind nämlich die Jahreszeiten;
ṛtubhya eva vṛṣṭim̐ saṃpracyāvayati
aus den Jahreszeiten eben lässt er den Regen herabfallen.
yat saptamam
Dass es eine siebente [Spende] gibt –
saṃvatsarād eva tena vṛṣṭiṃ cyāvayati
damit lässt er aus dem Jahr eben den Regen herabkommen.
athaitā mārutīś catasraḥ pitryās tāsāṃ tisṛbhiḥ pracaranti ny ekāṃ dadhaty ṛco 'nuvākyā yajūm̐ṣi yājyās
Dann [folgen] diese vier Marut-Spenden für die Väter (pitṛ); mit dreien von ihnen vollziehen sie das Opfer, eine legen sie beiseite [?]; Verse sind die Einladungssprüche (anuvākyā), Opfersprüche die Opfersprüche (yājyā) [Anm.: anuvākyā = Spruch zur Einladung der Gottheit, yājyā = Spruch beim Darbringen].
maruto vai varṣasyeśate
Die Maruts gebieten nämlich über den Regen;
tebhya eva bhūyo bhāgadheyaṃ karoti
ihnen eben macht er einen reichlicheren Anteil.
yā caturthī tām̐ sam̐sthite 'psu juhoti sṛjā vṛṣṭiṃ diva ādbhis samudraṃ pṛṇeti
Die vierte aber opfert er, wenn das Opfer beendet ist, in die Wasser [mit den Worten]: „Entsende den Regen vom Himmel, fülle mit den Wassern das Meer!“
ābhir evāmūr acchaity atho imāś caivāmūś ca sam̐sṛjati
Mit diesen [hiesigen Wassern] gelangt er eben zu jenen [dortigen]; und zugleich vereint er diese und jene.
ye devā divibhāgā iti kṛṣṇājinam avadhūnoti
„Ihr Götter, die ihr am Himmel euren Anteil habt“ – [mit diesen Worten] schüttelt er das Antilopenfell ab.
diśaś caiva devatāś ca tarpayati
Die Himmelsrichtungen und die Gottheiten sättigt er damit.
atho ima evāsya lokā abhīṣṭāḥ prītā bhavanti
Und zugleich werden ihm diese Welten zugetan und erfreut.
saiṣā kārīrī nāmeṣṭis
Dies ist die Opfergabe namens Kārīrī [Anm.: nach den Karīra-Früchten benannt].
saṃvatsaraṃ karīrāṇāṃ nāśnīyād ya etayā yajetātho yo 'nubruvīta
Ein Jahr lang soll er keine Karīra-Früchte essen, wer hiermit opfert, und auch der, der [den Opferspruch] nachspricht [?].
tad asyā vratam ‖
Das ist dessen Gelübde (vrata) bei ihr.