devā vai na samajānata
Die Götter waren nämlich uneinig.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 11
devā vai na samajānata
Die Götter waren nämlich uneinig.
te caturdhā vyudakrāmann agnir vasubhis somo rudrair indro marudbhir varuṇa ādityais
Sie gingen in vier Gruppen auseinander: Agni mit den Vasu, Soma mit den Rudra, Indra mit den Marut, Varuṇa mit den Āditya.
tān bṛhaspatir abravīd yājayāni vas saṃ vai jñāsyadhva iti
Bṛhaspati sprach zu ihnen: „Ich will euch opfern lassen; dann werdet ihr einig werden.“
tava gṛhe yājayānītīndram abravīt tava vai śraiṣṭhyāya saṃjñāsyanta iti
„In deinem Haus will ich sie opfern lassen“, sagte er zu Indra, „denn zu deiner Vorrangstellung werden sie einig werden.“
so 'gnaye vasumate 'ṣṭākapālaṃ niravapat somāya rudravate carum indrāya marutvata ekādaśakapālaṃ varuṇāyādityavate carum
Er brachte dar: für Agni Vasumat einen Kuchen auf acht Schalen, für Soma Rudravat einen Reisbrei, für Indra Marutvat einen Kuchen auf elf Schalen, für Varuṇa Ādityavat einen Reisbrei.
tān indrasya gṛhe 'yājayat
Er ließ sie in Indras Haus opfern.
tato vai te samajānata
Darauf wurden sie wahrlich einig.
ta indrasyaiva śraiṣṭhyāya samajānata
Sie wurden einig zu Indras Vorrang.
sa triṣṭubhau yājyānuvākye akarot
Er machte die Opfer- und Einladungsverse zu Triṣṭubh-Versen.
triṣṭub vā indrasya svaṃ chanda ojo vīryaṃ triṣṭup
Die Triṣṭubh ist nämlich Indras eigenes Versmaß; Kraft und Manneskraft ist die Triṣṭubh.
svenaivāsmiñś chandasaujo vīryam adadhāt
Mit dem eigenen Versmaß eben legte er in ihn Kraft und Manneskraft.
tasmād indro devānām ojiṣṭhas
Daher ist Indra der kräftigste der Götter.
ye svā na saṃjānīram̐s tān etayā yājayed yaṃ kāmayetāyam̐ śreṣṭhas syād iti tasya gṛhe
Die Stammesgenossen, die nicht einig sind, soll er mit dieser [Iṣṭi] opfern lassen, [und zwar] im Haus dessen, von dem er wünscht: „Dieser soll der Vorderste sein.“
sam eva jānate
Sie werden eben einig.
etā evainaṃ devatā bhāgadheyam abhi saṃjānānās saṃjñāpayanti
Diese Gottheiten, im Blick auf den Anteil einig geworden, bringen ihn [d.h. die Stammesgenossen] zur Einigkeit.
triṣṭubhau yājyānuvākye kuryāt
Triṣṭubh-Verse soll er als Opfer- und Einladungsverse nehmen.
ojo vai vīryaṃ triṣṭup
Kraft und Manneskraft ist nämlich die Triṣṭubh;
oja evaiṣu vīryaṃ dadhāti
Kraft und Manneskraft eben legt er in diese.
saṃvatī saṃyājye
Die Saṃyājya-Verse sind mit „sam“ [gebildet];
samṛddhyai
zum Gelingen.
saiṣā saṃjñānī nāmeṣṭis
Dies ist die Iṣṭi namens „Saṃjñānī“ (Einigung).
sam eva jānate
Sie werden eben einig.
prajāpatir vai somāya rājñe duhitṝr adadān nakṣatrāṇi
Prajāpati gab nämlich dem König Soma die Töchter, die Mondhäuser (nakṣatra).
sa rohiṇyām evāvasat
Er wohnte aber nur bei Rohiṇī.
tāny anupeyamānāni punar agacchan
Die [anderen], nicht [gleichmäßig] aufgesucht, gingen wieder zurück.
tasmāt stry anupeyamānā punar gacchati
Daher geht eine Frau, wenn sie nicht [gebührend] aufgesucht wird, wieder zurück.
tāny anvāgacchat
Er folgte ihnen.
tāni punar ayācata
Er bat sie wieder [zurück].
tāny asmai na punar adadāt
[Prajāpati] gab sie ihm nicht wieder.
so 'bravīt
Er sprach:
sarveṣv eva samāvad vasa
„Wohne bei allen gleichermaßen;
atha te punar dāsyāmīti
dann werde ich sie dir wieder geben.“
sa rohiṇyām evāvasat
Er wohnte aber nur bei Rohiṇī.
taṃ tasminn anṛte yakṣmo 'gṛhṇāt
Ihn ergriff wegen dieser Unwahrheit die Schwindsucht (yakṣma).
candramā vai somo rājā
Der Mond ist nämlich König Soma.
yad rājānaṃ yakṣmo 'gṛhṇāt tad rājayakṣmasya janma
Dass die Schwindsucht den König ergriff, das ist der Ursprung der „Königs-Schwindsucht“ (rājayakṣma).
sa tṛṇam ivāśuṣyat
Er verdorrte wie Gras.
sa prajāpatā anāthata
Er suchte Zuflucht bei Prajāpati.
so 'bravīt
Dieser sprach:
sarveṣv eva samāvad vasa
„Wohne bei allen gleichermaßen;
atha tvāto mokṣyāmīti
dann werde ich dich hiervon lösen.“
tasmāc candramās sarveṣu nakṣatreṣu samāvad vasati
Daher wohnt der Mond bei allen Mondhäusern gleichermaßen.
taṃ vaiśvadevena caruṇāmāvasyāṃ rātrīm ayājayat
Er ließ ihn in der Neumondnacht mit einem Reisbrei für die Allgötter opfern.
tenainaṃ yakṣmād amuñcat
Damit löste er ihn von der Schwindsucht.
so 'mum evāpyāyamānam anvāpyāyata
Er nahm zu, indem er jenem [Mond] folgte, der [wieder] zunahm.
vaiśvadevena caruṇāmāvasyāṃ rātrīṃ yajeta yo rājayakṣmād bibhīyāt
Mit einem Reisbrei für die Allgötter soll in der Neumondnacht opfern, wer sich vor der Königs-Schwindsucht fürchtet.
yakṣmād evainaṃ muñcati
Von der Schwindsucht eben löst er ihn.
so 'mum evāpyāyamānam anvāpyāyate ‖
Er nimmt zu, indem er jenem [Mond], der zunimmt, folgt.