Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 11

Anuvāka 2 Opfer für Agni, Savitṛ, Vāyu, Bhūmi zur Erlangung von Gold, Opfer zur Gewinnung von Vieh (mit Zubehör, Opferlohn), und die Iṣṭi, mit der Manu zur Größe gelangte.

āgneyam aṣṭākapālaṃ nirvapet sāvitram aṣṭākapālaṃ vāyavyāṃ yavāgūṃ bhaumam ekakapālaṃ yasya hiraṇyam apahṛtaṃ vopahṛtaṃ vā syād yo vā kāmayeta hiraṇyaṃ vindeyeti

Einen Kuchen auf acht Schalen für Agni, einen auf acht Schalen für Savitṛ, einen Haferschleim (yavāgū) für Vāyu, einen Kuchen auf einer Schale für die Erde soll er darbringen, dem Gold weggenommen oder [ihm] entzogen worden ist, oder wer wünscht: „Ich möchte Gold finden.“

agnir vā agre hiraṇyam avindat

Agni fand nämlich zuerst das Gold;

tasmin savitā cāmantrayetām

bei ihm ... Savitṛ und [Vāyu] sprachen [ihn] an [?].

neto vāyunānupagatam asti

„Von hier ist nichts, was nicht von Vāyu erreicht wäre.“

asyām etad vindanti

In dieser [Erde] finden sie dies [Gold],

sa jātavedā iti hi

Denn „Er, Jātavedas“ [so lautet der Vers].

prasavāyaiva sāvitras

Der für Savitṛ ist eben zur Anregung (prasava);

abhinītyai vāyavyā

die für Vāyu zum Heranführen.

etā vai devatā hiraṇyasyeśate

Diese Gottheiten nämlich verfügen über das Gold;

tā eva bhāgadheyenopadhāvati

diese eben geht er mit dem Anteil an.

tā asmai hiraṇyaṃ dadati

Diese geben ihm Gold.

yadā hiraṇyaṃ vindetāthaitām eva nirvapet

Wenn er Gold gefunden hat, dann soll er eben diese [Iṣṭi] darbringen.

yā evāsmai devatā hiraṇyaṃ dadati tā eva bhāginīḥ karoti

Die Gottheiten, die ihm das Gold geben, diese eben macht er zu Anteilhabern.

ātmano 'him̐sāyai

Zur Unversehrtheit seiner selbst.

āgneyam aṣṭākapālaṃ nirvaped aindram ekādaśakapālam

Einen Kuchen auf acht Schalen für Agni [und] einen auf elf Schalen für Indra soll er darbringen.

dadhi madhu ghṛtaṃ dhānās taṇḍulās tat sam̐sṛṣṭam̐ syāt

Sauermilch, Honig, Schmelzbutter, geröstete Körner und Reiskörner – das soll die Mischung sein.

tena paśukāmo yajeta

Damit soll opfern, wer Vieh wünscht.

ṛddhyā evāgneyas

Der für Agni ist eben zum Gedeihen.

indraḥ paśūnāṃ pradātā

Indra ist der Geber des Viehs;

tam eva bhāgadheyenopadhāvati

ihn eben geht er mit dem Anteil an.

paśavo vai sam̐sṛṣṭam

Vieh nämlich ist das Gemischte;

aindraṃ kāryam

Für Indra soll [der Kuchen] gemacht werden.

indraḥ paśūnāṃ pradātā

Indra ist der Geber des Viehs.

yad aindre dve saha kuryāj jāmi syāt

Wenn er zwei [Kuchen] für Indra zusammen machte, wäre es eine Wiederholung (jāmi) [Anm.: jāmi = unangemessene Doppelung].

prājāpatyaṃ kāryam

Für Prajāpati soll [der andere] gemacht werden.

prajāpatiḥ paśūnāṃ yonis

Prajāpati ist der Mutterschoß des Viehs;

svād evainān yoneḥ prajanayati

aus dem eigenen Schoß eben lässt er es erzeugen.

tam eva bhāgadheyenopadhāvati

ihn eben geht er mit dem Anteil an.

revatī sam̐sṛṣṭasya yājyānuvākye śakvarī itarasya

Reichtumsverse (revatī) sind die Opfer- und Einladungsverse für das Gemischte, Śakvarī-Verse für das andere.

paśavo vai revatī paśavaś śakvarī

Vieh nämlich ist die Revatī, Vieh die Śakvarī;

pañcaitāni sam̐sṛṣṭāni dve itare

Fünf sind diese Gemischten, zwei die anderen;

pāṅktaḥ puruṣas

Fünffach ist der Mensch (puruṣa);

sarva eva bhūtvā paśūn upaiti

ganz und vollständig geworden, geht er zum Vieh.

āgneyaṃ vai ghṛtam

Schmelzbutter gehört nämlich Agni;

dhānāś ca taṇḍulāś ca bhavanti

Geröstete Körner und Reiskörner sind [darin].

ahno vai rūpaṃ dhānā rātryās taṇḍulās

Die Form des Tages nämlich sind die gerösteten Körner, die der Nacht die Reiskörner;

ahorātre paśavo 'nuprajāyante

Tag und Nacht folgend werden die Tiere geboren;

naktaṃ vā hi divā vā prajāyante

denn sie werden entweder nachts oder tags geboren.

ahorātre evainān anuprajanayati

Tag und Nacht entsprechend lässt er sie nachzeugen.

etad rūpā vai paśavas

Von dieser Gestalt nämlich ist das Vieh;

sarūpān eva paśūn avarunddhe

gleichgestaltetes Vieh eben gewinnt er.

āyur agnau pradadhyāt pramāyukas syāt

würde er Lebensdauer ins Feuer geben, so müsste er frühzeitig sterben (pramāyuka).

etayeṣṭvāyuṣyayā yajeta

Nachdem er mit dieser [Iṣṭi] geopfert hat, soll er mit der Āyuṣya (Lebensdauer verleihenden) opfern.

paśūn evāvarudhyāyur upaiti

Nachdem er Vieh eben gewonnen hat, gelangt er zur Lebensdauer.

yady etayā na yajeta varaṃ dadyāt

Wenn er nicht mit dieser opfert, soll er eine Gabe (vara) geben.

vareṇaiva varam̐ spṛṇoti ‖

Mit einer Gabe eben gewinnt er Erwünschtes [?].

dvau hi prāṇaś cāpānaś ca

denn zwei sind Einhauch (prāṇa) und Aushauch (apāna).

trayo hi prāṇāḥ prāṇo vyāno 'pānas

denn drei sind die Hauche: Einhauch, Zwischenhauch (vyāna), Aushauch.

tān eva yajamāne dadhāti

Diese eben legt er in den Opferherrn.

anyadanyaj juhoti sa īśvaro 'nyadrūpaṃ poṣṭos

er opfert immer wieder anderes; er vermag andersgestaltig zu gedeihen [?] [Anm.: poṣṭos unsicher].

sidhmāṃ gāṃ dadyāt

Eine gefleckte Kuh soll er geben,

rūpāṇāṃ niṣkrītyai

zur Ablösung [der vielen] Gestalten.

sarvāṇi vayām̐si dadyāt

Alle Altersstufen [?] soll er geben;

sarvān eva paśūn avarunddhe

alles Vieh eben gewinnt er.

yadi nābhyāśam̐seta paṣṭhauhīm antarvatīṃ dadyāt

Wenn er [es] nicht erhofft, soll er eine trächtige Färse (paṣṭhauhī) geben.

sā hi sarvāṇi vayām̐si

Denn sie ist alle Altersstufen:

yad vatsaṃ bibharti tena vatsā

weil sie ein Kalb trägt, ist sie dadurch Kuhkalb,

yad vatsatarī tena vayas

weil sie [ein] Jungrind ist, dadurch jung [?],

yat paraṃ vaya āptā tena sthavirā

weil sie das höhere Alter erreicht hat [d.h. gebiert], dadurch alt.

tayaiva sarvān paśūn avarunddhe

Mit ihr eben gewinnt er alles Vieh.

āpo vā idaṃ niramṛjan

Die Wasser wischten dies [alles] nämlich hinweg.

sa etām iṣṭim apaśyat

Er erblickte diese Iṣṭi.

tayemaṃ bhūmānam agacchat

Mit ihr gelangte er zu dieser Größe (bhūman).

prathata eva taṃ bhūmānaṃ gacchati yaṃ manur agacchad ya evaṃ vidvān etayā yajate ‖

Er breitet sich aus und gelangt zu der Größe, zu der Manu gelangte – wer, so wissend, mit dieser [Iṣṭi] opfert.