Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 11

Anuvāka 13 Verse an Agni-Viṣṇu, Bṛhaspati, Soma, die Aśvins und die Regenwolken mit Schlussformel des elften Sthānaka.

agnāviṣṇū

Agni und Viṣṇu [Anm.: Anfangswörter eines Verses, nur Stichwort].

pāvakā nas

„Reinigend für uns“ [Stichwort].

bṛhaspate juṣasva naḥ ‖

Bṛhaspati, sei uns gewogen!

bṛhaspatiḥ prathamaṃ jāyāmāno maho jyotiṣaḥ parame vyoman |

Bṛhaspati, als er zuerst geboren wurde, aus großem Licht im höchsten Himmelsraum,

saptāsyas tuvijāto raveṇa vi saptaraśmir adhamat tamām̐si ‖

siebenmündig, vielgeboren, blies mit Gebrüll, siebenstrahlig, die Finsternisse auseinander.

agna āyūm̐ṣi pavase ‖

Agni, du läuterst die Lebenszeiten [Stichwort].

āyurdā deva jarasaṃ vṛṇāno ghṛtaṃ vasāno ghṛtapṛṣṭho agne |

Lebensspender, Gott, hohes Alter wählend, Schmelzbutter als Gewand tragend, mit butterbestrichenem Rücken, Agni,

ghṛtaṃ pibann amṛtaṃ cāru gavyaṃ piteva putraṃ jarase nayemam ‖

trinkend die Schmelzbutter, das unsterbliche, liebliche Rindererzeugnis, führe diesen hier wie ein Vater den Sohn zum Alter.

yā te dhāmāni haviṣā yajanti tā te viśvā paribhūr astu yajñam |

Deine Stätten, denen man mit Opferspeise opfert – all diese sollen dir gehören; umfasse das Opfer!

gayasphānaḥ prataraṇas suvīro 'vīrahā pracarā soma duryān ‖

Hauswesen mehrend, hinüberführend, mit guten Helden, kein Heldentöter, durchzieh, Soma, die Häuser.

sutrāmāṇam

„Den guten Beschützer“ [Stichwort].

imaṃ me varuṇa

„Diesen meinen [Ruf], Varuṇa“ [Stichwort].

tat tvā yāmi

„Dies erbitte ich von dir“ [Stichwort].

vaiśvānaro na ūtaye

„Vaiśvānara [komme] uns zur Hilfe“ [Stichwort].

pṛṣṭo divi ‖

„Befragt im Himmel“ [Stichwort].

ramayatā marutaś śyenam āyinaṃ manojavasaṃ vṛṣaṇam̐ suvṛktim |

Lasst ruhen, ihr Maruts, den heranfliegenden Falken, gedankenschnell, den Bullen, den wohl Gepriesenen,

yena śardho 'vasṛṣṭam ugram eti tam aśvinā paridhattam̐ svasti ‖

mit dem das entsandte gewaltige Heer [der Maruts?] kommt; den umgebt, Aśvins, mit Wohlergehen.

abhikranda stanaya garbham ādhā udanvatā paridīyā rathena |

Brülle heran, donnere, lege den Keim ein; fahr umher mit dem wasserreichen Wagen.

dṛtim̐ su karṣa viṣitaṃ nyañcam̐ samā bhavantūdvato nipādāḥ ‖

Zieh den Schlauch [der Wolke] gut, den gelösten, nach unten; eben sollen die Höhen und Tiefen der Wege werden.

ā te suparṇā aminantam̐ evaiḥ kṛṣṇo nonāva vṛṣabho yadīdam |

Zu dir kamen die Schönfedrigen [Wolken], ohne ihre Bahnen zu verletzen; der schwarze Bulle brüllte, als dies [geschah];

śivābhir na smayamānābhir āgāt patanti mihas stanayanty abhrā ‖

er kam mit gleichsam lächelnden, freundlichen [Blitzen]; die Regenfälle stürzen, die Wolken donnern.

kṛṣṇaṃ niyānam̐ harayas suparṇā apo vasānā divam utpatanti |

Die schwarze Bahn [nehmend] fliegen die Falben, die Schönfedrigen, Wasser als Gewand tragend, zum Himmel auf;

ta āvavṛtran sadanād ṛtasyād id ghṛtena pṛthivī vyudyate ‖

sie kehrten vom Sitz des Ṛta zurück; sogleich wird die Erde mit Schmelzbutter [Regen] durchnässt.

vāśreva vidyun mimāti vatsaṃ na mātā siṣakti |

Wie eine brüllende Kuh blökt der Blitz, wie die Mutter folgt sie dem Kalb,

yad eṣāṃ vṛṣṭir asarji ‖

als deren Regen entsandt wurde.

divo no vṛṣṭiṃ maruto rarīdhvaṃ prapinvata vṛṣṇo aśvasya dhārāḥ |

Vom Himmel gebt uns Regen, ihr Maruts; lasst strömen die Ströme des Bullenrosses;

arvāṅ etena stanayitnunehy apo niṣiñcann asuraḥ pitā naḥ ‖

komm hierher mit diesem Donner, die Wasser ausgießend, du Asura [Herr], unser Vater.

pari yo raśminā divo 'ntān mame pṛthivyāḥ |

Der mit dem Strahl die Enden des Himmels und der Erde umher vermessen hat,

ubhe āpaprau rodasī mahitvā ‖

hat beide Welten (rodasī) durch seine Größe erfüllt.

vahiṣṭhebhir viharan yāsi tantum avavyayann asitaṃ deva vasma |

Mit den besten Zugtieren auseinanderfahrend ziehst du, Gott, den Faden, das schwarze Gewand nicht verbergend [?];

davidhvato raśmayas sūryasya carmevāvādhus tamo apsv antaḥ ‖

die zitternden Strahlen der Sonne haben die Finsternis in den Wassern gleichsam wie ein Fell abgestreift [?].

iti śrīyajuṣi kāṭhake carakaśākhāyāmiṭhimikāyāṃ mārutaṃ nāma ekādaśaṃ sthānakaṃ saṃpūrṇam ‖

Schlussvermerk: Im heiligen Yajus der Kāṭhaka-Überlieferung, Caraka-Schule, in der Iṭhimikā [Abschnitt] ist das elfte Sthānaka, das Mārutam genannt, vollendet.