ādityebhyo dhārayadvadbhyaś caruṃ nirvaped aparuddho vāparurutsyamāno vā
Einen Reisbrei für die Āditya Dhārayadvat (die Haltenden) soll darbringen, wer verstoßen ist oder verstoßen zu werden droht.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 11
ādityebhyo dhārayadvadbhyaś caruṃ nirvaped aparuddho vāparurutsyamāno vā
Einen Reisbrei für die Āditya Dhārayadvat (die Haltenden) soll darbringen, wer verstoßen ist oder verstoßen zu werden droht.
ādityā vai trātāras
Die Āditya sind nämlich die Retter;
ādityā aparoddhāras
die Āditya sind die Nicht-Verstoßer [?].
tān eva bhāgadheyenopadhāvati
Sie eben geht er mit dem Anteil an.
ta enaṃ dādhrati
Sie halten ihn fest.
ādityebhyo bhuvanavadbhyaś caruṃ nirvaped bubhūṣan
Einen Reisbrei für die Āditya Bhuvanavat (die Weltbesitzenden) soll darbringen, wer zu Gedeihen kommen will.
aditir vai prajākāmaudanam apacat
Aditi kochte nämlich, Nachkommen wünschend, einen Breigericht (odana).
tasyocchiṣṭam āśnāt
Von diesem aß sie den Rest.
sā garbham adhatta
Sie empfing einen Keim.
tata ādityā ajāyanta
Daraus wurden die Āditya geboren.
sāmanyateto me śreyām̐so 'janiṣyanta yat purastād āśiṣyam iti
Sie dachte: „Von hier würden mir bessere geboren werden, wenn ich zuerst äße.“
sāparam apacat
Sie kochte einen weiteren.
tasyobhayata āśnāt purastāc copariṣṭāc ca
Davon aß sie auf beiden Seiten, vorn und oben [d.h. davor und danach].
sā garbham adhatta
Sie empfing einen Keim.
so 'ntar eva garbho 'vadat
Dieser Keim sprach schon im Innern.
ta ādityā amanyantāyaṃ ca vai janiṣyate sa evedaṃ bhaviṣyatīti
Die Āditya dachten: „Wenn dieser geboren wird, dann wird er allein dies [All] sein.“
taṃ niraghnan
Sie schlugen ihn heraus.
sa nirasto 'śayat
Hinausgeworfen lag er da.
sā tṛtīyam apacat
Sie kochte einen dritten.
ādityebhya evāstv eva sa yas tasmād yoner abhūd yasmād yūyam asṛjyadhvam iti
„Für die Āditya soll er sein, der aus jenem Schoß entstand, aus dem ihr geschaffen wurdet“ [sprach sie].
tam̐ samaskurvan
Sie bereiteten ihn zu.
tasya yan mṛtam āsīt tad apākṛntan
Was an ihm abgestorben war, das schnitten sie ab.
sa hasty abhavat
Es wurde ein Elefant.
yaj jīvam̐ sa vivasvām̐ ādityas
Was lebendig war, das ist Vivasvat, der Āditya.
sa na tathāsīd yathā tena bhavitavyam
Er war nicht so, wie er hätte sein sollen.
sa etam ādityebhyo bhuvadvadbhyaś caruṃ niravapat
Er brachte diesen Reisbrei für die Āditya Bhuvadvat dar.
svo vai svāya nāthitāya suhṛdayatamas
Der Eigene ist nämlich dem eigenen Hilfesuchenden der Herzensfreundlichste.
svān evopādhāvat
Zu den Eigenen eben ging er.
tato vai so 'bhavat
Darauf wurde er [gedeihend].
ādityā imā prajās svas svāya nāthitāya suhṛdayatamas
Die Āditya sind diese Geschöpfe; der Eigene ist dem eigenen Hilfesuchenden der Herzensfreundlichste.
svān eva bhāgadheyenopadhāvati
Die Eigenen eben geht er mit dem Anteil an,
bhūtyai
zum Gedeihen.
bhavaty eva
Er gedeiht eben.
ādityā bhāgaṃ vaḥ kariṣyāmīti nirvapan brūyād imam amum āmuṣyāyaṇam amuṣyāḥ putram amuṣyāṃ viśy avagamayateti
Beim Darbringen soll er sprechen: „Āditya, ich werde euch einen Anteil machen; lasst diesen, den N.N., Sohn des N.N., Sohn der N.N., in der Vaiśya-Schaft N.N. Einlass finden (avagamayata).“
bhāgadheyam evaibhyaḥ kurvan prāha
Den Anteil eben für sie machend, spricht er.
tam ādityebhyaś caruṃ nirvapati
Für diesen [Fall] bringt er den Reisbrei für die Āditya dar.
ādityā vai devaviśā
Die Āditya sind nämlich die Götter-Vaiśya-Schaft;
devaviśā manuṣyaviśāyā īśe
die Götter-Vaiśya-Schaft gebietet über die Menschen-Vaiśya-Schaft;
devaviśaivainaṃ manuṣyaviśām avagamayati
die Götter-Vaiśya-Schaft eben lässt ihn in die Menschen-Vaiśya-Schaft Einlass finden.
saptāśvatthā mayūkhā bhavanti
Sieben Pflöcke (mayūkha) aus Aśvattha-Holz sind [dabei].
tān idhme 'pi prokṣati
Diese besprengt er auch beim Brennholz.
ta ā sam̐sthātor vedyām̐ śerate
Sie liegen bis zum Ende [des Opfers] auf der Vedi.
tān sam̐sthite madhyameṣāyām upahantīdam aham ādityān badhnāmy amuṣyāmuṣyāyaṇasyāvagamāyeti
Nach Beendigung schlägt er sie in die mittlere Fuge [?] ein [mit den Worten]: „Hiermit binde ich die Āditya zum Einlass des N.N., Sohnes des N.N.“
yady ā saptamād ahno nāvagacched idhmaṃ tān kṛtvāparayā yajetaivaṃ dvitīyayaivaṃ tṛtīyayā
Wenn er bis zum siebten Tag nicht Einlass findet, soll er sie zu Brennholz machen und mit einer weiteren [Iṣṭi] opfern, ebenso mit einer zweiten, ebenso mit einer dritten.
trir vā ādityās saptasapta
Dreimal sieben sind nämlich die Āditya.
yāvanta evādityās tān badhnāti
So viele Āditya es eben gibt, die bindet er.
ta enaṃ baddhā mokṣamāṇā avagamayanti ‖
Diese, gebunden und die Lösung erstrebend, lassen ihn Einlass finden.
viśo vai vīryam apākrāmat
Die Manneskraft der Vaiśya-Schaft ging nämlich davon.
tad aśvatthaṃ prāviśat
Sie ging in den Aśvattha[-Baum] ein.
tasmād eṣo 'dhṛtas sarvāhā parṇam ejayam̐s tiṣṭhati
Daher steht dieser [Baum] unfest, alle Tage sein Laub bewegend.
yad āśvatthā bhavanti
Dass [die Pflöcke] aus Aśvattha sind:
viśa evāsmin vīryaṃ badhnāti
Der Vaiśya-Schaft eben bindet er in ihm die Manneskraft.
satyāśīr iha mana iti niruddhasya padam ādadīta
Mit „Wahr [erfülltem] Wunsch hier [ist] der Sinn“ soll er eine Fußspur des Eingeschlossenen [Widersachers] aufnehmen [?].
amanasa evainān karoti
Sinnlos eben macht er sie.
upa preta marutas svatavasa enā viśpatinābhy amuṃ rājānam iti viśo 'bhivātam abhidhvam̐sayan parīyāt
„Kommt herbei, Marut, aus eigener Kraft, mit diesem Herrn der Vaiśya-Schaft, zu jenem König“ [so spricht er] und soll gegen den Wind hin die Vaiśya-Schaft zerstörend umkreisen.
abhimanasa evainān karoti
Auf sich hin gesinnt eben macht er sie.
yaḥ parastād grāmyavādī syāt tasya gṛhād vrīhīn āhareyus
Wer [einer ist,] der abseits als Dorfredner gilt [?], aus dessen Haus soll man Reis holen.
tāñ chuklām̐ś ca kṛṣṇām̐ś ca vicinuyur
Diese soll man in weiße und schwarze auslesen.
ye śuklās tam ādityebhyaś caruṃ nirvapet
Aus den weißen soll er einen Reisbrei für die Āditya darbringen;
ye kṛṣṇā ni tān dadhyus
die schwarzen soll man beiseitelegen.
ādityā vai devaviśā
Die Āditya sind nämlich die Götter-Vaiśya-Schaft;
devaviśā manuṣyaviśāyā īśe
die Götter-Vaiśya-Schaft gebietet über die Menschen-Vaiśya-Schaft;
devaviśaivainaṃ manuṣyaviśām avagamayati
die Götter-Vaiśya-Schaft eben lässt ihn in die Menschen-Vaiśya-Schaft Einlass finden.
etad viśam avāgann ity āhur atha kva kṣatram iti
„Er hat die Vaiśya-Schaft erreicht“, sagt man; „wo aber ist die Herrschaft?“
yadā vai kṣatram avagacchaty athāvagacchati
Wenn er die Herrschaft erreicht, dann erreicht er [es wahrhaft].
yadāvagacched ye kṛṣṇās taṃ vāruṇaṃ caruṃ nirvapet
Wenn er [sie] erreichen will, soll er aus den schwarzen einen Reisbrei für Varuṇa darbringen.
kṣatraṃ vai varuṇas
Die Herrschaft ist nämlich Varuṇa;
varuṇa evainaṃ kṣatram avagamayati
Varuṇa eben lässt ihn zur Herrschaft gelangen.
ubhe viśā avagacchati devaviśāṃ ca manuṣyaviśāṃ ca
Beide Vaiśya-Schaften erreicht er, die der Götter und die der Menschen.
yac chuklṣanām ādityebhyo nirvapati
Dass er aus den weißen für die Āditya darbringt [Anm.: Lesung „śuklṣanām“ offenbar verderbt für śuklānām],
tasmāc chukla iva vaiśyo jāyate
deshalb wird der Vaiśya gleichsam weiß [hell] geboren;
yat kṛṣṇānāṃ vāruṇam
dass [er] aus den schwarzen [für] Varuṇa [darbringt],
tasmād dhūmra iva rājanyaḥ ‖
deshalb [wird] der Rājanya gleichsam rauchfarben [geboren].