bārhaspatyaṃ caruṃ nirvaped ānuṣūkānāṃ vrīhīṇām ānujāvaras
Einen Reisbrei für Bṛhaspati soll er darbringen aus „ānuṣūka“-Reis [?], [wenn er] ein Nachgeborener (ānujāvara) [ist] [Anm.: ānujāvara = der jüngere Bruder / Nachgeborene].
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 11
bārhaspatyaṃ caruṃ nirvaped ānuṣūkānāṃ vrīhīṇām ānujāvaras
Einen Reisbrei für Bṛhaspati soll er darbringen aus „ānuṣūka“-Reis [?], [wenn er] ein Nachgeborener (ānujāvara) [ist] [Anm.: ānujāvara = der jüngere Bruder / Nachgeborene].
bṛhaspatir vai devānām ānujāvaras
Bṛhaspati ist nämlich der Nachgeborene der Götter.
so 'graṃ paryait
Er kam an die Spitze.
bṛhaspatir etasya devatā ya ānujāvaras
Bṛhaspati ist die Gottheit dessen, der ein Nachgeborener ist.
tam evānvārabhate
Ihn eben ergreift er [als Anhalt].
sa enam agraṃ pariṇayati
Er führt ihn an die Spitze.
brahma vai bṛhaspatis
Das heilige Wort ist nämlich Bṛhaspati;
brahma brāhmaṇasya pitā
das heilige Wort ist des Brāhmaṇa Vater.
pitā putrasyeśe prāco vāpāco vā nottor
Der Vater hat Macht über den Sohn, ob er nach vorn oder zurück [geht] – nicht aber umgekehrt [?].
brahmaivainaṃ pitāgraṃ pariṇayati
Das heilige Wort, der Vater, führt ihn an die Spitze.
ānuṣūkā vā ete vrīhayas
Diese Reiskörner sind nämlich „ānuṣūka“ [?];
ya ānujāvaras tān etad agraṃ pariṇayati
die, [von denen gilt] „Nachgeborener“, führt dieses [Opfer] an die Spitze.
yad dhaviṣ karoti
Indem er das Havis bereitet,
tān evānvārabhate
ergreift er eben sie.
ta enam agraṃ pariṇayanti
Diese führen ihn an die Spitze.
punaḥ pravṛddhaṃ barhir bhavati punaḥ prarūḍha idhmas
Das Barhis ist wieder gewachsen, das Brennholz wieder gesprosst;
samṛddhyai
zum Gelingen.
bārhaspatyaṃ caruṃ nirvapet sajātakāmas
Einen Reisbrei für Bṛhaspati soll darbringen, wer Stammesgenossen wünscht.
tasya gaṇavatī yājyānuvākye syātām
Dessen Opfer- und Einladungsverse sollen „gaṇa“-haltig [?] sein.
bārhaspatyo vai brāhmaṇo devatayā
Der Brāhmaṇa gehört seiner Gottheit nach Bṛhaspati.
svām eva devatāṃ bhūyiṣṭhenārpayate
Seine eigene Gottheit bringt er [darin] am meisten zur Geltung [?].
gaṇavatī yājyānuvākye bhavatas
Die Opfer- und Einladungsverse sind „gaṇa“-haltig;
sajātair evainaṃ gaṇinaṃ karoti
mit Stammesgenossen eben macht er ihn zu einem, der eine Schar hat.
brāhmaṇaspatyaṃ caruṃ nirvapet
Einen Reisbrei für Brahmaṇaspati soll er darbringen;
tasya mārutī yājyānuvākye syātāṃ yaḥ kāmayeta brahmabalaṃ syād iti
dessen Opfer- und Einladungsverse sollen an die Marut [gerichtet] sein, [nämlich für den,] der wünscht: „Es soll mir Brahmakraft (brahmabala) werden.“
brahma vai brahmaṇaspatir
Das heilige Wort ist nämlich Brahmaṇaspati,
viṇ marutas
die Vaiśya-Schaft sind die Marut;
brahmaṇy eva viśam anuvināśayati
im heiligen Wort eben lässt er die Vaiśya-Schaft aufgehen [?].
tājag brahmabalaṃ bhavati
Rasch wird Brahmakraft.
aryamṇe caruṃ nirvaped yaḥ kāmayeta dānākāmā me prajās syur iti
Einen Reisbrei für Aryaman soll darbringen, wer wünscht: „Meine Untertanen sollen zum Geben geneigt sein.“
eṣa vā aryamā yo dadāti
Dieser ist nämlich Aryaman, der gibt;
dānam imāḥ prajā upajīvanti
von der Gabe leben diese Geschöpfe.
dānakāmā asmai bhavanti
Zum Geben geneigt werden sie ihm.
aindrābārhaspatyaṃ caruṃ nirvaped rājanyāya bubhūṣate
Einen Reisbrei für Indra und Bṛhaspati soll man darbringen für einen Rājanya, der zu Gedeihen kommen will.
devā vai rājanyāj jāyamānād abibhayus
Die Götter fürchteten sich nämlich vor dem Rājanya, als er geboren wurde;
tam anuhāya dāmnāpaumbhan
ihn ... banden sie mit einem Strick fest [?] [Anm.: apo-bh = niederhalten, unsicher].
apobdho vā eṣa jāyate yo rājanyas
Niedergehalten wird dieser nämlich geboren, der Rājanya.
yad vā eṣo 'napobdho jāyeta na kiṃcana syāt
Würde er nämlich nicht niedergehalten geboren, so gäbe es nichts [neben ihm];
sarvā imāḥ prajā adhiṣādam adyāt
alle diese Geschöpfe würde er [wie] als Aufsitzender verzehren [?].
aindro rājanyo devatayā
Der Rājanya gehört seiner Gottheit nach Indra;
brahma bṛhaspatis
das heilige Wort ist Bṛhaspati.
brahmaṇaivainam apombhanān muñcati
Mit dem heiligen Wort löst er ihn vom Niedergehaltensein.
so 'napobdho vīryāya prasriyate
Nicht niedergehalten, breitet er sich zur Manneskraft aus.
dvivṛddhiraṇyaṃ dakṣiṇā
Zwei Vṛddhi-Gold(stücke)[?] sind der Opferlohn [Anm.: dvivṛddhiraṇya unsicher] [?].
yad evādo dāma tasya niravattyai
Zum Abtragen eben jenes Strickes.
prājāpatyaṃ caruṃ nirvapec chatakṛṣṇalaṃ ghṛta āyuṣkāmas
Einen Reisbrei für Prajāpati, mit hundert Goldkörnern (kṛṣṇala) in der Schmelzbutter, soll darbringen, wer langes Leben wünscht.
devā vai pramayād abibhayus
Die Götter fürchteten sich nämlich vor dem Sterben.
te prajāpatā anāthanta
Sie suchten Zuflucht bei Prajāpati.
tān etayeṣṭyāyājayat
Er ließ sie mit dieser Iṣṭi opfern.
amṛtaṃ vai hiraṇyam
Gold ist nämlich Unsterblichkeit.
amṛtenaivaiṣv amṛtam adadhāt
Mit Unsterblichem eben legte er Unsterblichkeit in sie.
tato vai te 'mṛtā abhavan
Darauf wurden sie unsterblich.
etayā yajeta yaḥ pramayād bibhīyāt
Mit dieser soll opfern, wer sich vor dem Sterben fürchtet.
amṛtaṃ vai hiraṇyam
Gold ist nämlich Unsterblichkeit;
amṛtenaivāsminn amṛtaṃ dadhāti
mit Unsterblichem eben legt er in ihn Unsterblichkeit.
śatakṛṣṇalo bhavati
Hundert Goldkörner hat [die Schmelzbutter].
śatāyur vai puruṣaś śatavīryas
Hundert Jahre alt nämlich wird der Mensch, hundertfältige Kraft [hat er];
āyur eva vīryam avarunddhe
Lebensdauer und Manneskraft eben gewinnt er.
vaiśvadevaḥ kāryas
Für die Allgötter soll [ein Opfer] gemacht werden;
viśvān hi sa tad devān ayājayat
denn er ließ damals alle Götter opfern.
prājāpatyaḥ kāryaḥ
Für Prajāpati soll [eines] gemacht werden;
prajāpatir yonis
Prajāpati ist der Mutterschoß;
yonā eva pratitiṣṭhati ‖
im Mutterschoß eben fasst er Fuß.
catvāricatvāri kṛṣṇalāny avadānaṃ bhavati
Je vier Goldkörner ist ein Abschnitt.
samṛddhyai
Zum Gelingen.
taṃ brahmaṇe pariharanti
Diesen [Teil] reichen sie dem Brahman-Priester hin.
brahma vai brahmā
Das heilige Wort ist nämlich der Brahman-Priester;
brahmaṇaivāsminn ekadhāyur dadhāti
mit dem Brahman-Priester eben legt er in ihn einheitlich Lebensdauer.
etayā yajeta yaḥ kāmayeta vasīyān syām iti
Mit dieser soll opfern, wer wünscht: „Ich möchte reicher (besser) werden.“
eṣa vai manuṣyasya svargo loko yad asmiṃl loke vasīyān bhavati
Dies ist nämlich des Menschen Himmelswelt, dass er in dieser Welt reicher wird.
ṛdhnoti vasīyān bhavati ya evaṃ vidvān etayā yajate
Er gedeiht, er wird reicher, wer so wissend mit dieser opfert.
sauryaṃ caruṃ nirvaped gataśrīs
Einen Reisbrei für Sūrya soll darbringen, wer sein Glück verloren hat.
tasya harito rukmo 'pidhānas syāt
Dessen Deckel soll ein gelbes Rukma sein,
rajato 'dhastāt
ein silbernes darunter.
asau vā ādityo 'nto 'ntaṃ manuṣyaś śriyo gatvā nivartate
Jene Sonne (Āditya) ist nämlich das Ende; der Mensch kehrt um, wenn er von Glück zu [dessen] Ende gelangt ist.
antād evāntam ālabhate
Vom Ende eben greift er nach dem Ende [d.h. zum Anfang zurück].
na tataḥ pāpīyān bhavati yādṛk san yajate
Er wird nicht schlechter als er ist, wenn er, so beschaffen, opfert [?].
asau vā āditya idam āsīt
Jene Sonne war nämlich dieses [All].
sa idaṃ nirdahann acarat
Er zog verbrennend durch dieses [All].
taṃ devā ābhyāṃ parigṛhyāmuṃ lokam agamayan
Die Götter umfassten ihn mit diesen beiden [Erde und Himmel?] und ließen ihn zu jener Welt gehen [?].
sa na vyarocata
Er leuchtete nicht.
te prayājeṣu pañca hiraṇyakṛṣṇalāny ajuhavus
Sie opferten bei den Prayāja fünf Goldkörner.
tejo vai hiraṇyam
Glanz ist nämlich Gold.
tejasaivāsmim̐s tejo 'dadhus
Mit Glanz eben setzten sie ihm Glanz ein.
tato vai so tejo 'gṛhṇāt
Darauf nahm er Glanz an.
sa imāḥ pañca diśo 'nu tejasvy abhavat
Er wurde glänzend in diesen fünf Himmelsrichtungen.
iyaṃ vai rajatāsau hiraṇyā
Diese [Erde] ist nämlich das Silberne, jener [Himmel] das Goldene.
ābhyām evainaṃ parigṛhyāmuṃ lokaṃ gamayati
Mit diesen beiden umfasst er ihn und lässt ihn zu jener Welt gehen.
sa vai na virocata ity āhur na hi sa vyarocateti
„Er leuchtet nämlich nicht“, sagt man; denn er leuchtete nicht.
prayājeṣu pañca hiraṇyakṛṣṇalāni juhuyāt
Bei den Prayāja soll er fünf Goldkörner opfern.
tejo vai hiraṇyam
Glanz ist nämlich Gold;
tejasaivainam̐ sam̐sṛjati
mit Glanz eben versieht er ihn.
sa imāḥ pañca diśo 'nu tejasvī bhavati ‖
Er wird glänzend in diesen fünf Himmelsrichtungen.