Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 15

Anuvāka 12 Verse zum Tragen, Entzünden und Aufrichten des Agni und des Opferpfostens beim Opfer.

pra devaṃ devyā dhiyā bharatā jātavedasam |

Tragt den Gott, den Jātavedas, mit göttlichem Gedanken hervor!

havyā no vakṣad ānuṣak ‖

Er soll unsere Opferspeisen der Reihe nach fahren.

ayam u ṣya pra devayur hotā yajñāya nīyate |

Dieser da wird als der Hotṛ, der den Göttern zugewandt ist, zum Opfer geführt,

ratho na yor abhīvṛto ghṛṇīvāñ cetati tmanā ‖

wie ein Wagen, der zum Gespann hin gewendet ist; glühend erwacht er von selbst.

ayam agnir uruṣyaty amṛtād iva janmanaḥ |

Dieser Agni schafft Weite, wie aus unsterblicher Geburt.

sahasaś cit sahīyān devo jīvātave kṛtaḥ ‖

Stärker noch als die Stärke ist der Gott, zum Leben (für uns) gemacht.

iḍāyās tvā pade vayaṃ nābhā pṛthivyā adhi |

Auf der Stätte der Iḍā, auf dem Nabel der Erde, setzen wir dich nieder,

jātavedo nidhīmahy agne havyāya voḍhave ‖

Jātavedas, Agni, um das Opfergut zu fahren.

agne viśvebhis svanīka devair ūrṇāvantaṃ prathamas sīda yonim |

Agni, schönantlitziger, mit allen Göttern setze dich als Erster auf den wolligen Schoß [Anm.: das Barhis-Streu],

kulāyinaṃ ghṛtavantam̐ savitre yajñaṃ naya yajamānāya sādhu ‖

den nestreichen, butterreichen; für Savitṛ führe das Opfer, dem Opferherrn recht, voran.

ni hotā ‖

„Der Hotṛ hat sich niedergesetzt.“

tvaṃ dūtas tvam u naḥ paraspās tvaṃ vasya ā vṛṣabha praṇetā |

Du bist Bote, du unser Beschützer jenseits, du, Stier, ein Führer zum Besseren.

agne tokasya nas tane tanūnām aprayucchan dīdyad bodhi gopāḥ ‖

Agni, für unsere Nachkommenschaft, für unsere Leiber, sei nicht nachlässig, leuchtend, sei Hüter!

añjanti tvām adhvare devayanto vanaspate madhunā daivyena |

Sie salben dich beim Opfer, die Götter Suchenden, Herr des Waldes, mit göttlichem Honig.

yad ūrdhvas tiṣṭhād draviṇeha dhattād yad vā kṣayo mātur asyā upasthe ‖

Ob du aufrecht stehst, gib hier Gut, oder ob du in dieser Mutter (Erde) Schoß ruhst.

ucchrayasva vanaspate varṣman pṛthivyā adhi |

Richte dich auf, Herr des Waldes, auf der Höhe der Erde,

sumitī mīyamāno varco dhā yajñavāhase ‖

wohl eingegraben [?] verleihe Glanz dem, der das Opfer fährt.

samiddhasya śrayamāṇaḥ purastād brahma vanvāno ajaram̐ suvīram |

Vor dem Entzündeten stehend, das heilige Wort erlangend, das unvergängliche, heldenreiche,

āre asmad amatiṃ bādhamāna ucchrayasva mahate saubhagāya ‖

fern von uns die Missgunst abwehrend, richte dich auf zu großem Glück.

ūrdhva ū ṣu ṇa ūtaye tiṣṭhā devo na savitā |

Aufrecht stehe uns zur Hilfe, wie der Gott Savitṛ,

ūrdhvo vājasya sanitā yad añjibhir vāghadbhir vihvayāmahe ‖

aufrecht, Gewinner des Siegespreises, wenn wir mit Salbungen, mit den (opfernden) Sängern, rufen.

ūrdhvo naḥ pāhy am̐haso ni ketunā viśvam̐ sam atriṇaṃ daha |

Aufrecht schütze uns vor Bedrängnis; mit deinem Zeichen verbrenne allen Fresser gänzlich.

kṛdhī na ūrdhvāñ carathāya jīvase vidā deveṣu no duvaḥ ‖

Mach uns aufrecht zum Wandeln, zum Leben; erwirke bei den Göttern für uns Verehrung.

yuvā suvāsāḥ parivīta āgāt sa u śreyān bhavati jāyamānaḥ |

Der Jüngling, schön gekleidet, umhüllt, ist gekommen; er wird besser, während er geboren wird.

taṃ dhīrāsaḥ kavaya unnayanti svādhyo manasā devayantaḥ ‖

Ihn führen die Weisen, die Seher, aufwärts, von gutem Sinn, mit Gedanken, die Götter suchend.

abhi tvā deva savitar īśānaṃ vāryāṇām |

Dich, Gott Savitṛ, Herrscher über die Güter,

sadāvan bhāgam īmahe ‖

dich, immer Gebenden, bitten wir um Anteil.

mahī dyauḥ pṛthivī ca nas

Der große Himmel und die Erde (sollen) uns (schützen).

tvām agne puṣkarād adhi

Dich, Agni, aus dem Lotos (herauf),

tam u tvā dadhyaṅṅ ṛṣis

dich hat der Seher Dadhyañc,

tam u tvā pāthyo vṛṣā

dich hat der Stier Pāthya (entzündet).

agnī rakṣām̐si sedhati

Agni wehrt die Rakṣas ab;

uta bruvantu jantavaḥ ‖

auch sollen die Menschen sprechen.

ā yam̐ haste na khādinam̐ śiśuṃ jātaṃ na bibhrati |

Den man wie einen Schmuckträger an der Hand hält, wie ein neugeborenes Kind trägt,

viśām agnim̐ svadhvaram ‖

den Agni der Stämme, den Opfer-Gutgemachten.

pra devaṃ devavītaye bharatā vasuvittamam |

Tragt den Gott zum Götterschmaus hervor, den besten Gutfinder,

ā sve yonau niṣīdata ‖

setzt euch in euren eigenen Schoß nieder!

ā jātaṃ jātavedasi priyam̐ śiśītātithim |

Den Geborenen, im Jātavedas, den lieben Gast, schärft (belebt) [?],

agnināgnis samidhyate kavir gṛhapatir yuvā |

Durch Agni wird Agni entzündet, der Seher, der Hausherr, der Jüngling,

havyavāḍ juhvāsyaḥ ‖

der Opfergutfahrer, mit dem Löffel als Mund.

tyam̐ hy agne agninā vipro vipreṇa san satā |

Denn du, Agni, wirst durch Agni, du als Weiser durch den Weisen, du als Seiender durch den Seienden,

sakhā sakhyā samidhyase ‖

als Freund durch den Freund entzündet.

taṃ marjayanta sukratuṃ puroyāvānam ājiṣu |

Ihn, den Einsichtigen, den in Wettkämpfen Vorauseilenden, reinigen sie,

sveṣu kṣayeṣu vājinam ‖

den Siegespreis-Reichen, in den eigenen Wohnstätten.

yajñena yajñam ayajanta devās tāni dharmāṇi prathamāny āsan |

Mit dem Opfer opferten die Götter dem Opfer; das waren die ersten Satzungen.

te ha nākaṃ mahimānas sacanta yatra pūrve sādhyās santi devāḥ ‖

Diese Mächtigen gelangten zum Himmelsgewölbe, wo die alten Sādhya-Götter sind.