Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 15

Anuvāka 13 Die Āprī-Sprüche (Aufforderungen an den Hotṛ zum Opfern an die Vorgötter) und der Abschluss des Sthānaka Rājasūya.

hotā yakṣad agnim̐ samidhā suṣamidhā samiddhaṃ nābhā pṛthivyās saṃgathe vāmasya varṣman diva iḍas pade

Der Hotṛ soll opfern dem Agni, der durch Holzscheit, den gut entzündeten, entzündet ist, auf dem Nabel der Erde, im Zusammentreffen, auf der Höhe des Schönen, auf der Stätte der Iḍā des Himmels [?] —

hotā yakṣat tanūnapātam aditer garbhaṃ bhuvanasya gopām

Der Hotṛ soll opfern dem Tanūnapāt, Aditis Leibesfrucht, dem Hüter der Welt —

madhvādya devo devebhyo devayānān patho anaktu

mit Honig salbe heute der Gott für die Götter die Götterwege.

hotā yakṣad agnim iḍa īḍito devo devām̐ ā vakṣat

Der Hotṛ soll opfern dem Agni; von Iḍā angerufen, soll der Gott die Götter herfahren,

dūto havyavāḍ amūra upemaṃ yajñam upemāṃ devo devahūtim

der Bote, der Opfergutfahrer, der Nichtverwirrte, zu diesem Opfer, zu dieser Götteranrufung; der Gott (soll) hinzu (kommen).

hotā yakṣad barhis suṣṭarīmorṇamradās

Der Hotṛ soll opfern dem Barhis, dem gut gestreuten, weich wie Wolle [?],

asmin yajñe vi ca pra ca prathatām̐ svāsasthaṃ devebhyas

bei diesem Opfer breite es sich aus, auseinander und voran, ein guter Sitz für die Götter.

em enad adya vasavo rudrā ādityās sadantu

Hierher sollen sich heute die Vasus, Rudras, Ādityas darauf setzen;

hotā yakṣad dura ṛṣvāḥ kavaṣyo 'koṣadhāvanīs

Der Hotṛ soll opfern den Türen, den erhabenen, den weitschreitenden [?], die (das Opfergut) bergen [?],

ud ātābhir jihatāṃ vi pakṣobhiś śrayantām

mit aufwärts (Strebenden) sollen sie sich öffnen, mit ihren Flügeln [?] sich auftun,

suprāyaṇā asmin yajñe viśrayantām ṛtāvṛdhas

leicht zu betreten sollen sie bei diesem Opfer aufgehen, die die Ordnung Mehrenden.

hotā yakṣad uṣāsānaktā bṛhatī supeśasā nṝm̐ḥ patibhyo yoniṃ kṛṇvāne

Der Hotṛ soll opfern der Morgenröte und der Nacht, den großen, schön gestalteten, die den Männern, den Herren, den Schoß bereiten,

sam̐smayamāne indreṇa devair edaṃ barhis sīdatām

die mit Indra, mit den Göttern zusammen lächeln; sie sollen sich auf dieses Barhis setzen.

vītām ājyasya

Die beiden sollen die Butter genießen!

hotā yakṣad daivyā hotārā mandrā potārā kavī pracetasā

Der Hotṛ soll opfern den beiden göttlichen Hotṛ, den erfreuenden, den beiden Potṛ [Anm.: Reiniger], den beiden Sehern, den Einsichtigen —

sviṣṭam adyānyaḥ karat svabhigūrtam anyas

der eine soll heute gut Geopfertes bereiten, der andere gut Gepriesenes.

svatavasemaṃ yajñaṃ divi deveṣu dhattām

Aus eigener Kraft sollen sie dieses Opfer im Himmel bei den Göttern niederlegen.

vītām ājyasya

Die beiden sollen die Butter genießen!

hotā yakṣat tisro devīr apasām apastamās

Der Hotṛ soll opfern den drei Göttinnen [Anm.: Iḍā, Sarasvatī, Bhāratī], den tätigsten der Tätigen,

acchidram adyedam apas tanvatām

heute sollen sie dieses Werk ohne Riss weben,

devebhyo devīr devam apas

die Göttinnen für die Götter, ein göttliches Werk.

hotā yakṣat tvaṣṭāram aciṣṭum apākaṃ retodhāṃ viśravasaṃ yaśodhāṃ pururūpam akāmakarśanam

Der Hotṛ soll opfern dem Tvaṣṭṛ, dem Unbeschadeten, dem Nahen [?], dem Samenspender, dem weit Berühmten, dem Ruhmspender, dem Vielgestaltigen, der Wünsche nicht aufreibt,

supoṣaḥ poṣais syāt suvīro vīrais

er soll reich an Gedeihen mit Gedeihen sein, heldenreich mit Helden.

hotā yakṣad vanaspatim

Der Hotṛ soll opfern dem Vanaspati [Anm.: dem Herrn des Waldes, dem Opferpfosten/der Opfergabe],

upāvasrakṣad dhiyo joṣṭāram

der zu ihm (Opfer) hin ausströmen ließ [?], dem, der an den Gedanken Gefallen findet,

svadāt svadhitis

die Axt soll (ihn) schmackhaft machen [?].

ṛtuthādya devo devebhyo havyavāṭ

Zur rechten Zeit heute der Gott, für die Götter der Opfergutfahrer —

hotā yakṣad agnim̐ svāhājyasya svāhā medasas svāhā stokānām̐ svāhā svāhākṛtīnām̐ svāhā havyasūktīnām̐ svāhā

Der Hotṛ soll opfern dem Agni: Svāhā der Butter! Svāhā dem Fett! Svāhā den Tropfen! Svāhā den Svāhā-Opferungen! Svāhā den gut gesprochenen Opferrufen [?]!

devā ājyapā juṣāṇā agna ājyasya vyantu

Ihr Götter, Butter-Trinker, sollt (sie) gern annehmen; Agni, sie sollen die Butter genießen.

iti śrīmadyajuṣi kāṭhake carakaśākhāyām iṭhimikāyāṃ śrīrājasūryaṃ nāma pañcadaśaṃ sthānakaṃ saṃpūrṇam ‖

Hier endet im ehrwürdigen Yajus, im Kāṭhaka, in der Caraka-Schule, in der Iṭhimikā (Abteilung), das fünfzehnte Sthānaka mit Namen Rājasūya.