Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 15

Anuvāka 5 Das Maitrā-bārhaspatya-Opfer mit der von selbst gewonnenen Milch und die Reihe der Opfergaben für Agni, Savitṛ, Soma, Bṛhaspati, Indra, Mitra, Varuṇa und Rudra samt Spruch zur Weihe des Opferherrn.

svayamavapannāyā aśvatthaśākhāyāḥ pātraṃ bhavati

Das Gefäß wird aus einem von selbst abgefallenen Zweig des Aśvattha-Baumes (aśvattha) [gemacht].

śvetām̐ śvetavatsāṃ duhanti

Sie melken eine weiße (Kuh) mit weißem Kalb.

tat svayaṃ mūrchati svayaṃ mathyate svayaṃ vilīyate

Diese (Milch) gerinnt von selbst, wird von selbst gequirlt, zerfließt von selbst.

atha maitrābārhaspatyam̐ havir nirvapati

Dann schüttet er die Opfergabe für Mitra und Bṛhaspati hin.

tān dvedhā taṇḍulān vibhajati

Diese Reiskörner teilt er in zwei Teile.

ye kṣodīyām̐sas taṃ bārhaspatyaṃ carum̐ śṛtaṃ kurvanti

Die feineren davon machen sie zum gargekochten Breitopfer für Bṛhaspati.

sa yadā śṛto bhavaty atha tat pātram āśvattham apidhāya pavitravatyājyam ānayati

Wenn es gar geworden ist, deckt er jenes Gefäß aus Aśvattha-Holz zu und lässt Schmelzbutter bringen, die mit dem Seihtuch (pavitra) gereinigt ist.

tat sthavīyasa āvapati

Diese (Butter) gibt er in den gröberen (Teil) hinein.

sa maitraś carus svayam̐śṛto bhavati

Das ist das Breitopfer für Mitra, es wird von selbst gar.

ardhaṃ vedyāḥ kurvanti

Eine Hälfte machen sie zur Opferstatt-Gabe (vedi),

ardham̐ svayaṃkṛtam ardhaṃ barhiṣo dānti

eine Hälfte von selbst Gemachtes; eine Hälfte schneiden sie ab für das Barhis-Streu [?],

ardham̐ svayaṃdinam ardham idhmasya kurvanti

eine Hälfte von selbst Abgeschnittenes [?], eine Hälfte machen sie zum Brennholz [?],

ardham̐ svayaṃkṛtam

eine Hälfte von selbst Gemachtes. [Anm.: Der Sinn dieser Zeilen ist unsicher.]

śitipṛṣṭho bārhaspatyasya dakṣiṇā

Ein (Tier) mit weißem Rücken ist der Opferlohn für die Bṛhaspati-Gabe,

sā vā śvetā śvetavatsā

Die weiße (Kuh) mit weißem Kalb aber ist jene (Milchgabe) [?].

agnaye gṛhapataya āśūnām aṣṭākapālas

Für Agni, den Hausherrn, ein Opferkuchen auf acht Scherben aus schnell (reifenden) Reiskörnern (āśu),

savitre prasavitre satīnānām aṣṭākapālas

für Savitṛ, den Antreiber, ein Opferkuchen auf acht Scherben aus Erbsen (satīna),

somāya vanaspataye śyāmākaś carus

für Soma, den Herrn der Bäume, ein Breitopfer aus Hirse,

bṛhaspataye vācaspataye naivāraś carus

für Bṛhaspati, den Herrn der Rede, ein Breitopfer aus Wildreis (nīvāra),

indrāya jyeṣṭhāya hāyanānām ekādaśakapālas

für Indra, den Ältesten, ein Opferkuchen auf elf Scherben aus einjährigen (Körnern) (hāyana),

mitrāya satyasya pataya āmbānāṃ carus

für Mitra, den Herrn der Wahrheit, ein Breitopfer aus Āmba-Körnern [?],

varuṇaṣya dharmaṇaspataye yavamayo daśakapālas

für Varuṇa, den Herrn der Satzungen, ein aus Gerste bereiteter Opferkuchen auf zehn Scherben,

rudrāya paśupataye gāvīdhukaś carus

für Rudra, den Herrn des Viehs, ein Breitopfer aus Gāvīdhuka-Gras.

savitā tvā prasavānām̐ suvatām

„Savitṛ soll dich unter den Antreibenden antreiben.

te devā asapatnam imam̐ suvadhvaṃ mahate kṣatrāya mahate jyaiṣṭhyāya mahate rājyāya mahate jānarājyāya mahate viśvasya bhuvanasyādhipatyāya ‖

Ihr Götter, treibt diesen (Mann) ohne Nebenbuhler an zu großer Herrschaft (kṣatra), zu großer Ältestenschaft, zu großer Königsmacht, zu großem Königtum über die Menschen, zur großen Oberherrschaft über die ganze Welt.“