Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 15

Anuvāka 6 Sprüche beim Schöpfen und Reinigen der Wasser für die Weihe (Rājasūya-Wasser) mit den Versen an die Wasser und an Varuṇa.

devīr āpo apāṃ napāt

„Göttliche Wasser, Sohn der Wasser (Apāṃ Napāt)!

rāṣṭraṃ datta svāhā

Gebt das Königreich! Svāhā!

vṛṣormir asi

Du bist die Welle des Stieres [?].

rāṣṭraṃ datta svāhā

Gebt das Königreich! Svāhā!

vṛṣaseno 'si

Du hast ein Heer von Stieren [?].

rāṣṭraṃ datta svāhā

Gebt das Königreich! Svāhā!

rāṣṭraṃ datta svāhā

Gebt das Königreich! Svāhā!

aprahāvarīs stha

Ihr seid (Wasser), die nicht ausgeschöpft werden [?] (aprahāvarī),

parivāhiṇīs stha

ihr seid ringsum Strömende,

vrajakṣitas stha

ihr seid im Viehpferch Wohnende [?],

sūryavarcasas stha

ihr seid mit Sonnenglanz (versehen),

sūryatvacasas stha

ihr seid mit Sonnenhaut [?] (versehen),

marutām ojas stha

ihr seid die Kraft der Maruts,

anādhṛṣṭās sthāpām oṣadhīnāṃ rasas

ihr seid Unangreifbare, der Saft der Wasser (und) der Kräuter,

śraviṣṭhās stha

ihr seid die Ruhmreichsten [?],

rāṣṭraṃ datta svāhā ‖

Gebt das Königreich! Svāhā!“

apo devīr madhumatīr agṛbhṇām ūrjasvatī rājasūyāś citānāḥ |

Die göttlichen, honigsüßen Wasser habe ich geschöpft, die kraftvollen, die zum Rājasūya gehören, gesammelt [?],

yābhir mitrāvaruṇā abhyaṣiñcan yābhir indram anayann atyarātīḥ ‖

mit denen sie Mitra und Varuṇa besprengten, mit denen sie Indra über die Feinde hinwegführten.

devīr āpo madhumatīs sam̐sṛjyadhvaṃ mahi kṣatraṃ kṣatriyāya vanvānāḥ |

Göttliche, honigsüße Wasser, vereinigt euch, große Herrschaft für den Kṣatriya erlangend;

anādhṛṣṭās sīdatorjasvatīr mahi varcaḥ kṣatriyāya dadatīḥ ‖

unangreifbar setzt euch nieder, ihr Kraftvollen, großen Glanz dem Kṣatriya gebend.

anibhṛṣṭam asi vāco bandhus tapojās

Unabgerieben bist du, der Verwandte der Rede, aus Glut geboren,

śukrā vaś śukreṇa punāmi

Ihr Hellen, ich reinige euch mit dem Hellen.

candrā vaś candreṇa punāmi

Ihr Glänzenden, ich reinige euch mit dem Glänzenden.

devo vas savitā punātv acchidreṇa pavitreṇa sūryasya raśmibhis

Der Gott Savitṛ soll euch reinigen mit heilem Seihtuch, mit den Strahlen der Sonne.

svāhā rājasūyāḥ ‖

Svāhā! (Ihr Wasser) des Rājasūya!“

sadhamādo dyumnyā ūrja ekā anādhṛṣṭā apasyo vasānaḥ |

Der (Gott) an gemeinsamem Freudenmahl, glanzvoll, mit Kraft, allein, unangreifbar, in die Wasser (Werke) [?] gekleidet,

pastyāsu cakre varuṇas sadhastham apām̐ śiśur mātṛtamāsv antaḥ ‖

hat Varuṇa in den Wohnstätten seinen gemeinsamen Sitz genommen, als Kind der Wasser inmitten der mütterlichsten (Wasser).

rudra yat te krivi paraṃ nāma tasmai hutam asi

„Rudra, für den höchsten Namen, den du hast, Krivi [?], für den bist du geopfert [?].

yameṣṭam asi svāhā

Du bist von Yama gewünscht [?]. Svāhā!

soma indro varuṇo mitro agnis te devā dharmadhṛto dharmaṃ dhārayantāṃ te 'smai vācam̐ suvantām ‖

Soma, Indra, Varuṇa, Mitra, Agni, diese Götter, die Satzungen Tragenden, sollen die Satzung aufrechterhalten; sie sollen diesem (Opferherrn) die Rede antreiben.“ [Anm.: Der Anfang des Spruchs ist unsicher.]