Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 19

Anuvāka 12 Das Vatsapra-Verfahren (Verehrung des Feuers), Regeln für Reisen, Anlegen der Brennscheite und Ausstreuen der Asche ins Wasser.

athaitad vātsapram

Nun dies: das Vātsapra(-Sūkta).

etena vai vatsaprīr bhālandano 'gneḥ priyaṃ dhāmāvārunddha

Mit diesem gewann nämlich Vatsaprī Bhālandana Agnis liebe Stätte.

agner evaitena priyaṃ dhāmāvarunddhe

Agnis liebe Stätte gewinnt er mit ihm eben.

etena vai sa ṛṣīṇām adhivādam apājayat

Mit diesem besiegte er nämlich die Lästerung der Seher.

pāpmānam evaitenādhivādam apajayati

Das Unheil, die Lästerung, besiegt er mit ihm eben.

etena vai so 'bhiśastīr ajayat

Mit diesem besiegte er die Verwünschungen.

abhiśastīr eva jayati ya evaṃ vidvān etenopatiṣṭhate

Die Verwünschungen besiegt, wer dies wissend ihn mit diesem verehrt.

yat prakramān prakrāmati

Dass er die Schritte ausschreitet,

yāmaṃ tena dādhāra

damit hält er den Zug (yāma).

kṣemaṃ tena

damit (hält er) die Rast (kṣema).

pūrvedyuḥ prakrāmati

Am Vortag schreitet er aus,

aparedyur upatiṣṭhate

am Folgetag verehrt er.

tasmād yāme 'nyāsāṃ prajānāṃ manaḥ kṣeme 'nyāsām

Daher ist der Sinn der einen Geschöpfe auf dem Zug, der anderer auf der Rast.

tasmād yāyāvaraḥ kṣemasyeśe

Daher gebietet der Wandernde (yāyāvara) über die Rast.

tasmād yāyāvaraḥ kṣemyam adhyavasyati

Daher entschließt sich der Wandernde zu einem sicheren Halt.

ekādaśākṣarā triṣṭub

Die Triṣṭubh hat elf Silben.

vīryaṃ triṣṭub

Heldenkraft ist die Triṣṭubh,

vīryam evāvarunddhe ‖

Heldenkraft gewinnt er eben.

ekeṣaṃ vai purā na āsīt

Einst hatten wir nämlich (nur) eine Deichsel [?].

tata etad ṛṣayo 'gnaye dvīṣam ādhānam apaśyan

Danach sahen die Seher dies für Agni: die zweideichselige Errichtung (Ādhāna) [?].

tasmād dvīṣam agnaya ādhānaṃ kurvanti

Daher vollziehen sie für die Feuer die zweideichselige Errichtung [?].

tām idam anukṛtiṃ dvīṣam anaḥ kriyate

Deren Nachbildung ist dies: ein zweideichseliger Wagen wird gemacht [?].

ud u tvā viśve devā iti

„Dich richten alle Götter auf“ –

prāṇā vai viśve devāḥ

die Lebenshauche sind nämlich die Allgötter (Viśve Devās).

prāṇair evainam udyacchate

Mit den Lebenshauchen eben hebt er ihn empor.

manuṣyā vai viśve devās

Die Menschen sind nämlich die Allgötter,

manuṣyair evainam udyacchate

mit Menschen eben hebt er ihn empor.

agne bharantu cittibhir iti

„Agni! sie sollen (dich) tragen mit Einsichten“ –

yasmā evainaṃ cittāyodyacchate tenainam̐ samardhayati

zu welcher Absicht er ihn emporhebt, mit der lässt er ihn gedeihen.

pred agne jyotiṣmān yāhīti

„Voran, Agni, mit Licht ausgestattet, zieh!“ –

abhi vā eṣa etarhi prajāś śocayati

Er lässt nämlich jetzt die Geschöpfe rundum glühen [?].

akrandad agnir ity anumantrayeta yadi kṣvedet

Mit „Es brüllte Agni“ soll er (den Wagen) begleiten, wenn er knarrt.

krandataiva hy anasā vahanti

Denn mit Brüllen (Knarren) eben fahren sie mit dem Wagen.

tasmād anasvī ca rathī cātithīnām apacitatamau

Daher sind der Wagenbesitzer und der Streitwagenfahrer die meistgeehrten unter den Gästen.

annapate annasya no dehīti

„Herr der Speise, gib uns von der Speise!“ –

annam evāsmai svadayati

Speise macht er ihm eben schmackhaft.

anamīvasya śuṣmiṇa iti

„(Von der Speise,) der krankheitsfreien, kraftvollen“ –

ayakṣmasyety evaitad āha

„der frei von Auszehrung“ – das sagt er damit.

prapra dātāraṃ tāriṣa ūrjaṃ no dhehi dvipade catuṣpada iti

„Den Geber führe immer weiter, gib uns Kraft, dem Zweifüßler, dem Vierfüßler!“ –

āśiṣam evāśāste

Einen Segenswunsch spricht er eben aus.

samidhāgniṃ duvasyateti ghṛtenāktvā samidham ādadhāti

„Mit dem Scheit verehrt Agni“ – mit Ghee bestrichen legt er das Brennscheit auf.

yathā brāhmanāyātithaye sarpiṣvantaṃ pacaty evam eva tat

Wie man für einen brahmanischen Gast eine Speise mit Schmalz kocht, so eben ist dies.

gāyatryā brāhmaṇasyādadhyāt

Mit der Gāyatrī soll er für einen Brahmanen (das Scheit) auflegen,

gāyatro hi brāhmaṇas

denn der Brahmane ist gāyatra-artig;

triṣṭubhā rājanyasya

mit der Triṣṭubh für einen Fürsten (rājanya),

traiṣṭubho hi rājanyas

denn der Rājanya ist triṣṭubh-artig;

jagatyā vaiśyasya

mit der Jagatī für einen Vaiśya,

jāgato hi vaiśyas

denn der Vaiśya ist jagatī-artig.

yathāchandasam eva

Je nach dem Metrum eben (soll er verfahren).

āpo devīḥ pratigṛhṇīta bhasmaitad ity apsu bhasma pravapati

„Ihr göttlichen Wasser, nehmt diese Asche auf“ – mit diesen Worten streut er die Asche ins Wasser.

āpo vā agner yonis

Die Wasser sind nämlich Agnis Schoß,

svam evainaṃ yoniṃ gamayati

in seinen eigenen Schoß lässt er ihn eben gelangen.

yāvān evāgnis taṃ pratiṣṭhāṃ gamayati

Soweit Agni reicht, den lässt er zum festen Stand gelangen.

parā vā eṣo 'gniṃ vapati yo 'psu bhasma pravapati

Er wirft nämlich Agni weg, wer die Asche ins Wasser streut [?].

sam̐sṛjya mātṛbhiṣ ṭvaṃ jyotiṣmān punar āsada iti

„Mit den Müttern vereinigt, setze dich, du Lichtreicher, wieder nieder“ –

ūrjā vā eṣa paśubhir vyṛdhyate yo 'psu bhasma pravapati

Um Kraft und Vieh kommt nämlich, wer die Asche ins Wasser streut [?].

punar ūrjā saha rayyeti

„Wieder mit Kraft und Reichtum“ –

punar evorjaṃ paśūn avarunddhe

wiederum Kraft und Vieh gewinnt er eben.

bodhā me asya vacaso yaviṣṭheti

„Achte auf dies mein Wort, jüngster (Agni)!“ –

tasmāt prajās suṣupuṣīḥ prabudhyante

Daher erwachen die eingeschlafenen Geschöpfe.

sa bodhi sūrir maghaveti

„Er soll achten, der Gönner, der Freigebige“ –

tasmāt paśavaḥ prertvānaś caritvā punar etya yathālokaṃ niṣīdanti

daher ziehen die Tiere aus, weiden, kommen wieder zurück und lassen sich je an ihrem Platz nieder.