Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 19

Anuvāka 3 Weitere Sprüche zum Ross; Opfergaben in das Feuer mit Goldeinlage; das Umziehen (Umritzen) des Feuerplatzes mit Gāyatrī, Anuṣṭubh und Triṣṭubh.

anv agnir uṣasām agram akhyad iti

„Agni hat der Morgenröten Anfang erblickt“ – so;

āgatya vājy adhvānam̐ sarvā mṛdho vidhūnuta iti

„Angelangt, schüttelt der Renner auf dem Weg alle Feindseligkeiten ab“ – so.

mṛdha evaitayāpahate

Die Feindseligkeiten eben schlägt er damit weg.

ākramya vājin pṛthivīm agnim iccha rucā tvam iti

„Betritt, Renner, die Erde, suche Agni mit Glanz, du“ – so.

aicchad vā etaṃ pūrvayā prajāpatir avindad uttarayā

Prajāpati suchte ihn nämlich mit dem ersten (Vers), fand ihn mit dem folgenden.

icchaty eva pūrvayā vindaty uttarayā

Er sucht eben mit dem ersten, findet mit dem folgenden.

dyaus te pṛṣṭhaṃ pṛthivī sadhastham iti

„Der Himmel ist dein Rücken, die Erde deine Sitzstatt“ – so.

vajrī vā aśvaḥ prājāpatyas

Das Ross, Prajāpati zugehörig, trägt nämlich den Donnerkeil.

lomabhir ubhayādataḥ paśūn ati dadbhir anyatodatas

Mit den Haaren hat es Zähne nach beiden Seiten [?], mit den Zähnen (nur) nach der anderen Seite; unter den Tieren [ragt es hervor].

vajreṇaiva bhrātṛvyam avagṛhṇāti

Mit dem Donnerkeil eben hält er den Nebenbuhler nieder.

yatra vai yajñasyānurūpaṃ kriyate tat paśavo 'nurūpā jāyante ‖

Wo nämlich am Opfer das Entsprechende getan wird, da werden die Tiere entsprechend geboren.

utkrāmodakramīd ity anurūpābhām utkramayati

„Schreite auf! Er ist aufgeschritten“ – so lässt er (das Ross) mit passenden (Sprüchen) aufschreiten.

tasmāt paśavo 'nurūpā jāyante

Darum werden die Tiere entsprechend geboren.

dvipād yajamānaḥ

zweifüßig ist der Opferherr;

yāṃ vā anagnā adhvaryur āhutiṃ juhoty andho 'dhvaryur bhavati

Wenn der Adhvaryu eine Spende ohne Feuer darbringt, wird der Adhvaryu blind,

rakṣām̐si yajñaṃ ghnanti

die Unholde schlagen das Opfer.

agnir vai varuṇānīr abhyakāṃayata

Agni begehrte nämlich die Gattin Varuṇas [?].

tasya tejaḥ parāpatat

Sein Glanz fiel herab;

tad dhiraṇyam abhavat

das wurde zu Gold.

yad dhiraṇyam upāsya juhoti

Dass er Gold hinlegt und dann opfert,

agnimaty eva juhoti

so opfert er eben in einem, das Feuer hat;

nāndho 'dhvaryur bhavati

Nicht wird der Adhvaryu blind,

na rakṣām̐si yajñaṃ ghnanti

nicht schlagen die Unholde das Opfer.

jigharmy agniṃ manasā ghṛteneti

„Ich entflamme Agni mit dem Sinn, mit Schmalz“ – so.

mano vai vācaḥ kṣepīyas

Der Sinn ist nämlich schneller als die Rede;

manasaivāhutim āpnoti

mit dem Sinn eben erreicht er die Spende.

pratikṣiyantaṃ bhuvanāni viśveti

„Der allen Wesen entgegen wohnt“ – so.

tasmād eṣa sarvāḥ prajāḥ pratyaṅ kṣiyate

Darum wohnt dieser (Agni) allen Geschöpfen zugewandt.

vyaciṣṭham annaṃ rabhasaṃ vidānam iti

„Die weiteste, gewaltige, wohlbekannte Nahrung“ – so.

annam evāsmai svadayati

Nahrung eben macht er ihm schmackhaft.

ā tvā jigharmi vacasā ghṛteneti

„Ich entflamme dich mit Wort und Schmalz“ – so.

pūrvam evoditam anuvadati

Das zuvor Gesagte wiederholt er eben.

arakṣasā manasā taj juṣethā iti

„Mit unholdlosem Sinn sollst du das gern annehmen“ – so;

maryaśrīs spṛhayadvarṇo agnir iti

„Männerschön, begehrenswert an Farbe ist Agni“ – so.

apacitim evāsmin dadhāti

Verehrung eben legt er in ihn.

dvipād yajamānaḥ

zweifüßig ist der Opferherr;

yajñamukheyajñamukhe vai yajñaṃ rakṣām̐si jighām̐santi

An jedem Anfang des Opfers wollen die Unholde das Opfer schlagen.

rakṣasām apahatyai

(geschieht) zur Abwehr der Unholde.

ebhya eva lokebhyo rakṣām̐sy apahanti

von diesen Welten eben schlägt er die Unholde weg.

pari vājapatiḥ kavir iti gāyatryā parilikhati

„Ringsum der Herr des Kampfpreises, der Seher“ – mit der Gāyatrī umritzt er.

brahma vai gāyatrī

Die Gāyatrī ist nämlich das heilige Wort (Brahman);

brahmaṇaivainaṃ parigṛhṇāti

mit dem heiligen Wort eben umfasst er ihn.

pari tvāgne puraṃ vayam ity anuṣṭubhā

„Ringsum dich, Agni, die Burg, wir“ – mit der Anuṣṭubh.

vāg vā anuṣṭub

Die Rede ist nämlich die Anuṣṭubh;

anuṣṭup sarvāṇi cchandām̐si paribhūr

die Anuṣṭubh umfasst alle Metren;

vācaiva sarvāṇi cchandām̐si parigṛhṇāti

mit der Rede eben umfasst er alle Metren.

tvam agne dyubhir iti triṣṭubhā

„Du, Agni, mit den Tagen [?]“ – mit der Triṣṭubh.

vīryaṃ vai triṣṭub

Die Triṣṭubh ist nämlich Manneskraft;

vīryeṇaivainaṃ parigṛhṇāti

mit Manneskraft eben umfasst er ihn.

anuṣṭubhā madhyataḥ parilikhati

Mit der Anuṣṭubh umritzt er in der Mitte;

vāg vā anuṣṭub

die Rede ist nämlich die Anuṣṭubh;

vācam eva madhyato dadhāti

die Rede eben setzt er in die Mitte.

tasmān madhyato vāg vadati

Darum spricht die Rede in der Mitte.

tejo vai gāyatrī

Glanz ist nämlich die Gāyatrī,

indriyaṃ triṣṭup

die Sinneskraft (indriya) die Triṣṭubh;

tejasā caivendriyeṇa ca yajñam ubhayata ātman parigṛhṇāti ‖

mit Glanz und mit Sinneskraft umfasst er beiderseits das Opfer um sich selbst.