anv agnir uṣasām agram akhyad iti
„Agni hat der Morgenröten Anfang erblickt“ – so;
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 19
anv agnir uṣasām agram akhyad iti
„Agni hat der Morgenröten Anfang erblickt“ – so;
anukśātyai
zum Aufspüren.
āgatya vājy adhvānam̐ sarvā mṛdho vidhūnuta iti
„Angelangt, schüttelt der Renner auf dem Weg alle Feindseligkeiten ab“ – so.
mṛdha evaitayāpahate
Die Feindseligkeiten eben schlägt er damit weg.
ākramya vājin pṛthivīm agnim iccha rucā tvam iti
„Betritt, Renner, die Erde, suche Agni mit Glanz, du“ – so.
aicchad vā etaṃ pūrvayā prajāpatir avindad uttarayā
Prajāpati suchte ihn nämlich mit dem ersten (Vers), fand ihn mit dem folgenden.
icchaty eva pūrvayā vindaty uttarayā
Er sucht eben mit dem ersten, findet mit dem folgenden.
dyaus te pṛṣṭhaṃ pṛthivī sadhastham iti
„Der Himmel ist dein Rücken, die Erde deine Sitzstatt“ – so.
vajrī vā aśvaḥ prājāpatyas
Das Ross, Prajāpati zugehörig, trägt nämlich den Donnerkeil.
lomabhir ubhayādataḥ paśūn ati dadbhir anyatodatas
Mit den Haaren hat es Zähne nach beiden Seiten [?], mit den Zähnen (nur) nach der anderen Seite; unter den Tieren [ragt es hervor].
vajreṇaiva bhrātṛvyam avagṛhṇāti
Mit dem Donnerkeil eben hält er den Nebenbuhler nieder.
yatra vai yajñasyānurūpaṃ kriyate tat paśavo 'nurūpā jāyante ‖
Wo nämlich am Opfer das Entsprechende getan wird, da werden die Tiere entsprechend geboren.
utkrāmodakramīd ity anurūpābhām utkramayati
„Schreite auf! Er ist aufgeschritten“ – so lässt er (das Ross) mit passenden (Sprüchen) aufschreiten.
tasmāt paśavo 'nurūpā jāyante
Darum werden die Tiere entsprechend geboren.
dvābhyām
Mit zweien (tut er es);
dvipād yajamānaḥ
zweifüßig ist der Opferherr;
pratiṣṭhityai
zum Standfassen.
yāṃ vā anagnā adhvaryur āhutiṃ juhoty andho 'dhvaryur bhavati
Wenn der Adhvaryu eine Spende ohne Feuer darbringt, wird der Adhvaryu blind,
rakṣām̐si yajñaṃ ghnanti
die Unholde schlagen das Opfer.
agnir vai varuṇānīr abhyakāṃayata
Agni begehrte nämlich die Gattin Varuṇas [?].
tasya tejaḥ parāpatat
Sein Glanz fiel herab;
tad dhiraṇyam abhavat
das wurde zu Gold.
yad dhiraṇyam upāsya juhoti
Dass er Gold hinlegt und dann opfert,
agnimaty eva juhoti
so opfert er eben in einem, das Feuer hat;
samṛddhyai
zum Gelingen.
nāndho 'dhvaryur bhavati
Nicht wird der Adhvaryu blind,
na rakṣām̐si yajñaṃ ghnanti
nicht schlagen die Unholde das Opfer.
jigharmy agniṃ manasā ghṛteneti
„Ich entflamme Agni mit dem Sinn, mit Schmalz“ – so.
mano vai vācaḥ kṣepīyas
Der Sinn ist nämlich schneller als die Rede;
manasaivāhutim āpnoti
mit dem Sinn eben erreicht er die Spende.
pratikṣiyantaṃ bhuvanāni viśveti
„Der allen Wesen entgegen wohnt“ – so.
tasmād eṣa sarvāḥ prajāḥ pratyaṅ kṣiyate
Darum wohnt dieser (Agni) allen Geschöpfen zugewandt.
vyaciṣṭham annaṃ rabhasaṃ vidānam iti
„Die weiteste, gewaltige, wohlbekannte Nahrung“ – so.
annam evāsmai svadayati
Nahrung eben macht er ihm schmackhaft.
ā tvā jigharmi vacasā ghṛteneti
„Ich entflamme dich mit Wort und Schmalz“ – so.
pūrvam evoditam anuvadati
Das zuvor Gesagte wiederholt er eben.
arakṣasā manasā taj juṣethā iti
„Mit unholdlosem Sinn sollst du das gern annehmen“ – so;
rakṣasām apahatyai
zur Abwehr der Unholde.
maryaśrīs spṛhayadvarṇo agnir iti
„Männerschön, begehrenswert an Farbe ist Agni“ – so.
apacitim evāsmin dadhāti
Verehrung eben legt er in ihn.
dvābhyāṃ juhoti
Mit zweien opfert er;
dvipād yajamānaḥ
zweifüßig ist der Opferherr;
pratiṣṭhityai ‖
zum Standfassen.
yajñamukheyajñamukhe vai yajñaṃ rakṣām̐si jighām̐santi
An jedem Anfang des Opfers wollen die Unholde das Opfer schlagen.
yat parilikahati
Dass er (den Platz) umritzt,
rakṣasām apahatyai
(geschieht) zur Abwehr der Unholde.
tisṛbhiḥ parilikhati
Mit dreien umritzt er;
traya ime lokās
drei sind diese Welten;
ebhya eva lokebhyo rakṣām̐sy apahanti
von diesen Welten eben schlägt er die Unholde weg.
pari vājapatiḥ kavir iti gāyatryā parilikhati
„Ringsum der Herr des Kampfpreises, der Seher“ – mit der Gāyatrī umritzt er.
brahma vai gāyatrī
Die Gāyatrī ist nämlich das heilige Wort (Brahman);
brahmaṇaivainaṃ parigṛhṇāti
mit dem heiligen Wort eben umfasst er ihn.
pari tvāgne puraṃ vayam ity anuṣṭubhā
„Ringsum dich, Agni, die Burg, wir“ – mit der Anuṣṭubh.
vāg vā anuṣṭub
Die Rede ist nämlich die Anuṣṭubh;
anuṣṭup sarvāṇi cchandām̐si paribhūr
die Anuṣṭubh umfasst alle Metren;
vācaiva sarvāṇi cchandām̐si parigṛhṇāti
mit der Rede eben umfasst er alle Metren.
tvam agne dyubhir iti triṣṭubhā
„Du, Agni, mit den Tagen [?]“ – mit der Triṣṭubh.
vīryaṃ vai triṣṭub
Die Triṣṭubh ist nämlich Manneskraft;
vīryeṇaivainaṃ parigṛhṇāti
mit Manneskraft eben umfasst er ihn.
anuṣṭubhā madhyataḥ parilikhati
Mit der Anuṣṭubh umritzt er in der Mitte;
vāg vā anuṣṭub
die Rede ist nämlich die Anuṣṭubh;
vācam eva madhyato dadhāti
die Rede eben setzt er in die Mitte.
tasmān madhyato vāg vadati
Darum spricht die Rede in der Mitte.
tejo vai gāyatrī
Glanz ist nämlich die Gāyatrī,
yajño 'nuṣṭub
das Opfer die Anuṣṭubh,
indriyaṃ triṣṭup
die Sinneskraft (indriya) die Triṣṭubh;
tejasā caivendriyeṇa ca yajñam ubhayata ātman parigṛhṇāti ‖
mit Glanz und mit Sinneskraft umfasst er beiderseits das Opfer um sich selbst.