Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 19

Anuvāka 7 Graben des Tons, Backen der Ukhā mit Sprüchen an die Gattinnen der Götter, Heilung bei Bruch, Bespritzen (ācchṛd) mit Ziegenmilch.

aditis tvā devī viśvadevyāvatīti

„Aditi, die Göttin, mit allen Göttern, (grabe) dich“ – so.

iyaṃ vā aditir

Diese (Erde) ist nämlich Aditi;

adityaivādityāṃ khanati

Aditi eben gräbt er aus Aditi.

asyā akrūraṃkārāya

Damit man ihr nichts Grausames tue;

na hi svas svam̐ hinasti

denn nicht verletzt der Eigene den Eigenen.

devānāṃ tvā patnīr iti

„Die Gattinnen der Götter (sollen) dich (backen)“ – so.

devānāṃ vā etāṃ patnīr agre 'trādadhus

Die Gattinnen der Götter setzten diese nämlich zuerst hier ein.

tābhir evaināṃ dadhāti

Mit ihnen eben setzt er sie ein.

dhiṣaṇās tveti

„Die Dhiṣaṇās dich“ – so.

vidyā vai dhiṣaṇā

Dhiṣaṇā ist nämlich Wissen;

vidyayaivainām abhīnddhe

mit Wissen eben entzündet er sie.

varutrīs tveti

„Die Varutrīs dich“ – so.

hotrā vai varutrīr

Die Opferspenden (hotrā) sind nämlich die Varutrīs;

hotrābhir evainām̐ śrapayati

mit Opferspenden eben lässt er sie garen.

cchandām̐si vai gnās

Die Metren sind nämlich die Gnās;

chandobhir evaināṃ pacati

mit den Metren eben brennt er sie.

janayas tvācchinnapatrā iti

„Die Janis dich, mit unzerschnittenen Flügeln [?]“ – so.

devānāṃ vai patnīr janayas tā etām agre 'pacan

Die Janis sind nämlich die Gattinnen der Götter; diese brannten sie zuerst.

tābhir evaināṃ pacati ‖

Mit ihnen eben brennt er sie.

dviṣ pacantv ity āha

„Zweimal sollen sie (dich) backen“ – so sagt er.

tasmād dvis saṃvatsarasya sasyaṃ pacyate

Darum reift im Jahr das Getreide zweimal.

ṣaḍbhiḥ pacati

Mit sechs brennt er sie;

ṣaḍ vā ṛtava ṛtubhir etāṃ devānāṃ patnīr apacan

sechs sind nämlich die Jahreszeiten; mit den Jahreszeiten brannten die Gattinnen der Götter diese.

tair evaināṃ pacati

Mit ihnen eben brennt er sie.

varuṇamenir vā eṣābhīddhā

Diese (Ukhā), nun entzündet, ist nämlich das Varuṇa-Band.

mitrasya carṣaṇīdhṛta iti

„Des Mitra, der die Völker trägt“ – so.

mitreṇaiva varuṇamenim upaiti

Mit Mitra eben tritt er dem Varuṇa-Band nahe.

devas tvā savitodvapatv iti sāvitryodvapati

„Gott Savitṛ soll dich herausheben“ – mit dieser Sāvitrī hebt er sie heraus;

avyathamānā pṛthivyām āśā diśa āpṛṇeti

„Unerschüttert auf der Erde erfülle die Weiten, die Himmelsrichtungen“ – so.

tasmād agnis sarvā diśo vibhāti

Darum leuchtet Agni in alle Himmelsrichtungen.

uttiṣṭha bṛhatī bhavordhvā tiṣṭha dhruvā tvam iti

„Steh auf, werde groß, steh aufrecht, du feste“ – so.

yad vā eṣā bhidyetārtiṃ yajamāna ārched dhanyetāsya yajñas

Zerbräche sie nämlich, so würde der Opferherr ins Unglück geraten, sein Opfer würde geschlagen.

mitraitāṃ ta ukhāṃ paridadāmīti

„Mitra, diese deine Ukhā vertraue ich dir an“ – so.

brahma vai mitras

Mitra ist nämlich das heilige Wort;

brahmaṇa evaināṃ paridadāti ‖

dem heiligen Wort eben vertraut er sie an.

yadi bhidyeta taiḥ kapālais sam̐sṛjyānyāṃ kuryāt

Wenn sie zerbricht, soll er mit diesen Scherben mischen und eine andere machen;

saiva tato yajñasya niṣkṛtis

das ist dann die Wiedergutmachung des Opfers.

vasavas tvācchṛndantu gāyatreṇa cchandaseti

„Die Vasus sollen dich bespritzen [?] mit dem Gāyatrī-Metrum“ – so.

cchandobhir vā eṣā kriyate chandobhir dhūpyate chandobhiḥ pacyate ‖

Mit Metren wird sie gemacht, mit Metren geräuchert, mit Metren gebrannt.

chandām̐sy eva cchandobhir ācchṛndanti svenāyatanena

Die Metren eben bespritzen sie mit Metren auf ihrer eigenen Stätte.

asuryaṃ vai pātram anācchṛṇam

Unbespritzt ist ein Gefäß nämlich asurisch [?].

devatraiva karoti

so macht er es eben zu dem der Götter.

ajakṣīreṇācchṛṇatti

Mit Ziegenmilch bespritzt er;

sā hy āgneyītamā

denn diese ist am meisten dem Agni zugehörig;

atho parameṇaiva payasā ‖

und auch: mit der höchsten Milch eben.