Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 19

Anuvāka 14 Verse an Agni und Sarasvat (Sarasvant) mit Abschlussvermerk des neunzehnten Sthānaka.

agna āyūm̐ṣi

„Agni, (die) Lebensalter“ [Anm.: Beginn des Verses „agna āyūṃṣi pavase“; hier nur Anfangsworte zitiert] –

agne pāvaka rociṣā ‖

„Agni, du Läuternder, mit (deinem) Glanz!“

sa naḥ pāvaka dīdivo 'gne devām̐ ihāvaha |

Du, unser Läuternder, Leuchtender, Agni, führe die Götter hierher,

upa yajñam̐ haviś ca naḥ ‖

zu unserem Opfer und zu unserer Opfergabe!

agniś śucivratatamas

Agni, der reinsten Gebotes (Śucivratatama) –

ud agne śucayas tava

empor, Agni, deine Flammen (?) –

tam̐ hi śaśvanta īḍate srucā devaṃ ghṛtaścyutā |

Ihn nämlich preisen die Vielen (?), den Gott, mit dem ghee-triefenden Opferlöffel,

agnim̐ havyāya voḍhave ‖

Agni, damit er die Opfergabe fahre.

agniṃ dūtaṃ puro dadhe ‖

Agni setze ich als Boten voran.

sa havyavāḍ amartya uśig dūtaś canohitaḥ |

Er, der Opfergabenfahrer, Unsterblicher, willig, Bote, zufrieden gestellt [?],

agnir dhiyā samṛṇvati ‖

Agni (ist) durch das Gebet (Dhī) zu erreichen [?].

agnim̐ stomena bodhaya samidhāno amartyam |

Agni, den Unsterblichen, wecke mit Lobgesang, während du ihn entflammst,

havyā deveṣu no dadhat ‖

damit er unsere Opfergaben bei den Göttern niederlege.

preddho agne

„Angefacht, Agni“ [Anm.: Versanfang, nur zitiert] –

imo agne ‖

„Dieser hier, Agni“ [Anm.: Versanfang].

pīpivām̐sam̐ sarasvatas stanaṃ yo viśvadarśataḥ |

Die Brust des Sarasvat, die schwellende, die allen sichtbar ist,

dhukṣīmahi prajām iṣam ‖

möchten wir melken zu Nachkommenschaft und Labung.

ye te sarasvann ūrmayo madhumanto ghṛtaścyutaḥ |

Deine Wellen, Sarasvant, die honigreichen, ghee-triefenden,

tebhir no 'vitā bhava ‖

mit diesen sei unser Helfer!

divyam̐ suparṇaṃ vāyasaṃ bṛhantam apāṃ patiṃ vṛṣabham oṣadhīnām |

Den himmlischen Schönflügler, den Vogel, den Großen, den Herrn der Wasser, den Stier der Pflanzen,

abhīpato vṛṣṇyā tarpayantam̐ tam̐ sarasvantam avase johavīmi ‖

der (die Pflanzen) mit Zeugungskraft überströmt und sättigt – diesen Sarasvant rufe ich immer wieder zu Hilfe an.

yasya vratam upatiṣṭhanta āpo yasya vrate paśavo yanti sarve |

Zu dessen Gebot die Wasser treten, in dessen Gebot alle Tiere gehen,

yasya vrate puṣṭipatir niviṣṭas tam̐ sarasvantam avase johavīmi ‖

in dessen Gebot der Herr des Gedeihens (Puṣṭipati) gebettet ist – diesen Sarasvant rufe ich immer wieder zu Hilfe an.

iti śrīmadyajuṣi kāṭhake carakaśākhāyāṃ madhyamikāyāṃ sāvitrā nāmaikonaviṃśaṃ sthānakaṃ saṃpūrṇam ‖

Ende des neunzehnten Sthānaka mit Namen „Sāvitra“ im ehrwürdigen Yajus, in der Kāṭhaka(-Rezension), der Caraka-Schule, der mittleren (Sammlung) – vollständig.