vasordhārāṃ juhoti
Die Vasor-dhārā [Anm.: „Strom des Guten“, Spendenreihe mit fortlaufendem Guss] bringt er dar.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 21
vasordhārāṃ juhoti
Die Vasor-dhārā [Anm.: „Strom des Guten“, Spendenreihe mit fortlaufendem Guss] bringt er dar.
vasor me dhārāsad iti vā eṣā hūyate
„Der Strom des Guten möge mir sein“, mit dieser (Formel) wird sie fürwahr dargebracht.
ghṛtasya vā eṣā dhārāmuṣmiṃl loke yajamānam upatiṣṭhate
Dies ist ein Strom von Schmelzbutter, der in jener Welt dem Opferherrn zur Seite steht.
saṃtataṃ juhoti
Ununterbrochen opfert er.
annādyasya saṃtatyai
Zur Ununterbrochenheit des Speisegenusses.
avicchedāya
Zur Unabgeschnittenheit.
yaṃ dviṣyāt tasya vicchindyāt
Wen man hasst, dessen (Guss) soll man unterbrechen;
annādyam evāsya vicchinatti
dessen Speisegenuss schneidet man so ab.
ghṛtena juhoti
Mit Schmelzbutter opfert er.
tejo vai ghṛtam
Glanz ist fürwahr die Schmelzbutter,
tejo vasordhārā
Glanz die Vasor-dhārā;
tejasy eva tejo dadhāti
in den Glanz legt er Glanz.
akḷptasya vā eṣā kḷptyai hūyate
Diese wird für die Ordnung des noch Ungeordneten dargebracht,
anavaruddhasyāvaruddhyai
für die Gewinnung des noch nicht Gewonnenen,
anabhijitasyābhijityai
für den Sieg über das noch nicht Besiegte.
prāṇaś cāpānaś ceti
„Einatmung und Ausatmung“ –
prāṇāpānā eva yajamāne dadhāti
so legt er Ein- und Ausatmung in den Opferherrn.
annaṃ ca cakṣuś ceti
„Speise und Auge“ –
etad vā annasya rūpam
dies ist fürwahr die Gestalt der Speise;
rūpeṇaivānnam avarunddhe
durch die Gestalt gewinnt er die Speise.
dvādaśaitāni dvādaśāni juhoti
Zwölf Zwölfergruppen dieser (Formeln) opfert er.
dvādaśa māsās saṃvatsaras
Zwölf Monate hat das Jahr;
saṃvatsareṇaivānnādyam avarunddhe ‖
durch das Jahr gewinnt er den Speisegenuss.
agniś cāpaś ceti
„Agni und die Wasser“ –
eṣā vā annasya yonis
dies ist fürwahr der Mutterschoß der Speise;
sayony evānnam avarunddhe
mit ihrem Mutterschoß gewinnt er die Speise.
ardhendrāṇi juhoti
Er opfert Formeln mit „Indra“ als zweitem Halbvers [?].
devatānām avaruddhyai
Zur Gewinnung der Gottheiten.
yad ardhendrāṇi juhoti
Dass er solche mit Indra als Hälfte opfert,
tasmād indro devatānāṃ bhūyiṣṭhabhāg
darum ist Indra unter den Gottheiten der mit dem größten Anteil.
indram uttaraṃ karoti
Indra setzt er als Zweiten (nach oben).
indriya eva yajamānaṃ pratiṣṭhāpayati
In der Indra-Kraft lässt er den Opferherrn Halt gewinnen.
am̐śuś ca raśmiś ceti
„Am̐śu und Raśmi“ [Anm.: Strahl/Somastängel und Zügel] –
yajñamukham vā am̐śuś ca raśmiś ca
Am̐śu und Raśmi sind fürwahr des Opfers Mund;
yajñamukham evāvarunddhe
den Mund des Opfers gewinnt er.
srucaś ca camasāś ceti
„Opferlöffel und Becher“ –
etāni vai yajñasya rūpāṇi
dies sind fürwahr des Opfers Gestalten;
rūpair eva yajñam avarunddhe
durch die Gestalten gewinnt er das Opfer.
avabhṛthaś ca svagākāraś ceti
„Avabhṛtha und Svagākāra“ [Anm.: Abschlussbad und der Ruf svagā] –
pratiṣṭhityai
zum Halt.
agniś ca gharmaś ceti
„Agni und Gharma“ [Anm.: Glutkessel] –
etad vā agner brahmavarcasyam
dies ist fürwahr Agnis Brahmaglanz;
tad evāvarunddhe
den gewinnt er.
triyaviś ca triyavī ceti
„Triyavi und Triyavī“ [Anm.: Dreijähriger Stier und dreijährige Kuh] –
etāvanti vai paśūnāṃ vayām̐si
so viele Lebensalter hat fürwahr das Vieh;
savayasa eva paśūn avarunddhe
Vieh von allen Altern gewinnt er.
ekā ca tisraś ceti
„Eins und drei“ –
manuṣyacchandasaṃ vā ekā ca tisraś ca
dies ist fürwahr das menschliche Maß, Eins und Drei;
manuṣyacchandasam evāvarunddhe
das menschliche Maß gewinnt er.
catasraś cāṣṭau ceti
„Vier und Acht“ –
devacchandasaṃ vai catasraś cāṣṭau ca
dies ist fürwahr das göttliche Maß, Vier und Acht;
devacchandasam evāvarunddhe ‖
das göttliche Maß gewinnt er.
yugmadayujau stomau mithunau
Der gerade und der ungerade Stoma bilden ein Paar;
prajātyai
zur Fortpflanzung.
mithunam eva dvyuttareṇa karoti
Ein Paar bildet er durch das um zwei Wachsende,
pra caturuttareṇa janayati
(und) er zeugt fort durch das um vier Wachsende [?].
ekā ca tisraś cety ā trayastrim̐śato juhoti
Von „Eins und drei“ an bis zu dreiunddreißig opfert er.
trayastrim̐śad devatās
Dreiunddreißig sind die Gottheiten;
devatā evāvarunddhe
die Gottheiten gewinnt er.
catasraś cāṣṭau cety aṣṭācatvārim̐śatas
„Vier und Acht“ bis zu achtundvierzig.
aṣṭācatvārim̐śadakṣarā jagatī
Achtundvierzig Silben hat die Jagatī;
jāgatāḥ paśavaḥ
jagatī-artig ist das Vieh.
paśūn evāvarunddhe
Vieh gewinnt er.
asminn eva loke manuṣyacchandasenardhnoty amuṣmin devacchandasena
In dieser Welt gedeiht er durch das menschliche Maß, in jener durch das göttliche.
ubhau lokā ājayati
Beide Welten erobert er.
vājaś ca prasavaś ceti
„Vāja und Prasava“ [Anm.: Kraftgewinn/Siegespreis und Antrieb] –
trayodaśaitā vyāhṛtayas trayodaśamāsas saṃvatsaras
dies sind dreizehn Anrufungen; das Jahr hat dreizehn Monate [Anm.: mit Schaltmonat].
antata eva saṃvatsaraṃ rohati
Am Ende steigt er auf das Jahr.
āyur yajñena kalpatām iti
„Lebensdauer möge durch das Opfer gelingen“ –
yajñasyaivaiṣā kḷptis
dies ist des Opfers Zurichtung.
ṛk ca sāma ceti
„Vers und Sāman“ –
annādyaṃ vai vasordhārā
Speisegenuss ist fürwahr die Vasor-dhārā;
annādyam eva vasordhārayāvarudhyānnādo bhūtvā
den Speisegenuss gewinnt er durch die Vasor-dhārā, und Speiseesser geworden,
stomaś ca yajuś ceti
„Stoma und Opferspruch“ –
devakṣatraṃ vai stomaś ca yajuś ca
dies ist fürwahr die Götter-Fürstenmacht, Stoma und Opferspruch;
antata eva devakṣatraṃ prāvasyati ‖
am Ende gelangt er in die Götter-Fürstenmacht hinein [?].