indro vai vṛtram ahan
Indra erschlug nämlich den Vṛtra.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 21
indro vai vṛtram ahan
Indra erschlug nämlich den Vṛtra.
tam̐ hataṣ ṣoḍaśabhir bhogair asināt
Den Erschlagenen band er (das Unheil) mit sechzehn Windungen (Schlingen).
so 'gninā pāpmano bhogān apidahya vaiśvakarmaṇābhyāṃ pāpmano niramucyata
Er verbrannte durch Agni die Windungen des Unheils und wurde durch die beiden Vaiśvakarmaṇa-Sprüche vom Unheil befreit.
yad āgneyyā juhoti
Dass er mit einem Agni-Vers opfert,
agninaiva pāpmano bhogān apidahya vaiśvakarmaṇābhyāṃ pāpmano nirmucyate
damit verbrennt er durch Agni die Windungen des Unheils und wird durch die beiden Vaiśvakarmaṇa-Sprüche vom Unheil befreit.
ekaikayā juhuyād yadi kāmayeta ciraṃ pāpmano mucyeteti
Mit je einem einzelnen soll er opfern, wenn er wünscht: „Erst nach langer Zeit möge ich vom Unheil frei werden“;
ciram eva pāpmano mucyate
erst nach langer Zeit wird er vom Unheil frei.
sakṛt sarvān anūddrutyottamayā juhuyād yadi kāmayetājiraṃ pāpmano mucyeteti
Nachdem er alle auf einmal hintereinander (hinausgehend) [?] durchgeeilt ist, soll er mit dem letzten opfern, wenn er wünscht: „Schnell möge ich vom Unheil frei werden“;
ajiram eva pāpmano mucyate ‖
schnell wird er vom Unheil frei.
ṣoḍaśaṃ bhavati
Es ist das Sechzehnfache.
ṣoḍaśakalaḥ puruṣas
Der Mensch hat sechzehn Teile (Kalās).
yāvān evāsyātmā taṃ pāpmano muñcati
Soweit sein Selbst reicht, das befreit er vom Unheil.
atho ṣoḍaśabhir hi sa taṃ bhogair asināt
Zudem band jener ihn mit sechzehn Windungen.
nānā sūktābhyāṃ juhoti
Mit den beiden Sūktas opfert er getrennt.
sūktayor nānāvīryatvāya
Damit die Sūktas ihre je eigene Kraft haben.
samidha ādadhāti
Er legt Brennhölzer auf.
bhāgedheyam evāsmā apidadhāti
Seinen Anteil also fügt er ihm hinzu.
yathā janam eśyate 'vasaṃ karoty evam evaitad agnaya ātithyaṃ kriyate
Wie man für einen Gast, den man erwartet, eine Unterkunft bereitet, so wird dem Agni Gastlichkeit erwiesen.
tisra ādadhāti
Drei legt er auf;
trivṛd dhy agnir
denn dreifach ist Agni;
yāvān evāgnis tasmā ātithyaṃ karoti
soweit Agni reicht, dem erweist er Gastlichkeit.
auḍumbarīr bhavanti
Sie sind aus Udumbara-Holz;
ūrg vā uḍumbaras
der Udumbara ist nämlich Kraft (Saft);
ūrjam evāsmā apidadhāti
Kraft also fügt er ihm hinzu.
ghṛtenānaktI
Mit Butter salbt er sie.
etad vā agneḥ priyaṃ dhāma yad ghṛtam
Die Butter ist nämlich Agnis liebe Stätte (Wesen);
priyam evāsmai dhāmātithyaṃ karoti
die liebe Stätte also erweist er ihm als Gastlichkeit.
ud u tvā viśve devā iti
„Empor, dich (heben) alle Götter“ –
prāṇā vai viśve devāḥ
die Lebenshauche sind nämlich die Allgötter;
prāṇair evainam udyacchate
mit den Lebenshauchen also hebt er ihn empor.
manuṣyā vai viśve devās
Die Menschen sind nämlich die Allgötter;
manuṣyair evainam udyacchate
mit den Menschen also hebt er ihn empor.
agne bharantu cittibhir iti
„Agni, sie sollen (dich) tragen mit (ihren) Gedanken“ –
yasmā evainaṃ cittāyodyacchate tenainam̐ samardhayati ‖
mit welcher Absicht er ihn emporhebt, damit lässt er ihn gedeihen.
pañca diśa iti
„Fünf Himmelsrichtungen“ –
diśa evainam anupraṇayati
die Himmelsrichtungen also lässt er ihn der Reihe nach durchlaufen.
dve parigṛhyavatī bhavatas
Zwei „umfassungshaltige“ (Sprüche) sind es –
rakṣasām apahatyai
zur Abwehr der Rakṣas (Dämonen).
harikeśas sūryaraśmir iti
„Der Gelbhaarige, der Sonnenstrahl“ –
sāvitrī
ein Savitṛ-Vers,
prasūtyai
zum Antrieb (Prasūti).
devā devebhyo adhvarīyanto asthur iti
„Die Götter standen für die Götter, das Opfer vollziehend“ –
āśiṣām evaiṣa dohas
dies ist das Melken der Segenswünsche;
vimāna eṣa iti
„Dies ist das Ermessen“ [?] –
svargasyaivaiṣa lokasya vimānas
dies ist das Ausmessen der Himmelswelt.
ukṣā samudro aruṇas suparṇa ity aśmānam āgnīdhre sādayati
„Der Stier, das Meer, der Rötliche, der Schönbeschwingte“ – mit diesem (Spruch) setzt er den Stein im Āgnīdhra(-Raum) nieder.
anārambhaṇam iva vā etad anāyatanam iva yad antarikṣam
Ohne Halt (Anfassen) gleichsam, ohne Standort gleichsam ist der Luftraum;
antarikṣam āgnīdhram
der Āgnīdhra ist der Luftraum.
yad āgnīdhre sādayati
Dass er (den Stein) im Āgnīdhra niedersetzt,
āyatanam eva karoti
damit schafft er eben einen Standort.
madhye divo nihitaḥ pṛśnir aśmeti
„In der Mitte des Himmels niedergelegt ist der scheckige Stein“ –
annaṃ pṛśnī
Speise ist die Scheckige;
annam evāvarunddhe
Speise also gewinnt er für sich.
dvābhyām̐ sādayati
Mit zweien setzt er (ihn) nieder;
dvipād yajamānaḥ
zweifüßig ist der Opferherr –
pratiṣṭhityai ‖
zum festen Halt.
ṣaḍbhir āgnīdhrād yanti
Mit sechs gehen sie vom Āgnīdhra hinweg;
ṣaḍ vā ṛtavas
sechs sind nämlich die Jahreszeiten;
ṛtubhir eva
mit den Jahreszeiten also;
catasṛbhir ā pucchāt
mit vieren bis zum Schwanz;
catvāri vai chandām̐si
vier sind nämlich die Metren [?];
cchandobhir eva
mit den Metren also.
indram iti
„Indra“ –
indriyam evāvarunddhe
Sinneskraft (Indriya) also gewinnt er für sich.
avīvṛdhann iti
„Sie haben gestärkt“ –
vṛddhim evopaiti
zum Wachstum also gelangt er.
vājā iti
„Die Vājas (Kräfte)“ –
annaṃ vai vājās
die Vājas sind nämlich Speise;
annam evāvarunddhe
Speise also gewinnt er für sich.
anuṣṭubhā vaiśvadevyā yanti
Mit einem Anuṣṭubh-Vers an die Allgötter gehen sie (zum Altar).
vāg vā anuṣṭub
Die Rede ist nämlich die Anuṣṭubh;
vaiśvadevī vāk
die Rede gehört den Allgöttern;
sarvāṇi vā eṣā rūpāṇi
sie ist alle Gestalten;
sarvāṇi rūpāṇy agnau citye kriyante
alle Gestalten werden im zu schichtenden Agni gemacht;
tasmād etayā yanti
darum gehen sie mit diesem (Vers).
sumnahūr iti
„Der Segensrufer“ –
yajño vai sumnam
das Opfer ist nämlich Segen (Sumna);
yajñam evāvarunddhe
das Opfer also gewinnt er für sich.
vājasya mā prasavenodgrābhenodajīgṛbham iti
„Mit dem Antrieb der Kraft, mit dem Hochgreifen habe ich mich emporgehoben“ –
brahma vā udgrābho brahma nigrābhas
das heilige Wort ist nämlich das Hochgreifen (Udgrābha), das heilige Wort das Niederdrücken (Nigrābha).
asā āditya udyann udgrābha eṣa nimrocan nigrābhas
Jene Sonne ist beim Aufgehen der Udgrābha, beim Untergehen der Nigrābha.
brahmaṇaivātmānam udgṛhṇāti brahmaṇā bhrātṛvyam avagṛhṇāti
Mit dem heiligen Wort erhebt er sich selbst, mit dem heiligen Wort drückt er den Rivalen nieder.
athā sapatnān indrāgnī me viṣūcīnān vyasyatām iti
„Und die Nebenbuhler sollen Indra und Agni mir nach allen Seiten auseinanderwerfen“ –
ojo vai vīryam indrāgnī
Kraft und Manneskraft sind nämlich Indra und Agni;
ojasaiva vīryeṇa bhrātṛvyaṃ vinudate ‖
mit Kraft und Manneskraft also vertreibt er den Rivalen.