Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 21

Anuvāka 2 Ziegel gegen Nebenbuhler, Stomabhāga-, Nākasad- und Pañcacūḍā-Ziegel sowie ihre Bedeutung für Opferherrn und Himmelsgewinn.

agne jātān praṇudā nas sapatnān iti purastād upadadhāti

„Agni, stoße die geborenen Nebenbuhler von uns weg“ – (mit diesem Spruch) legt er (den Ziegel) vorn nieder.

ya evainaṃ pūrvo 'tikrānto bhrātṛvyas taṃ tayā praṇudati

Den Rivalen, der ihn zuvor überholt hat, den stößt er damit hinweg.

sahasā jātān iti paścāt

„Mit Gewalt die Geborenen“ – (so legt er) hinten.

ya evāsya paścād bhrātṛvyas taṃ tayāpanudate

Den Rivalen, der ihm hinten ist, den vertreibt er damit.

pra śreyām̐saṃ bhrātṛvyaṃ nudate

Den besseren Rivalen stößt er fort,

prati pāpīyām̐saṃ nudate

den schlechteren stößt er (zurück) entgegen.

catuścatvārim̐śas stoma iti dakṣiṇatas

„Der vierundvierzigfache Stoma“ – (so legt er) im Süden.

ṣoḍaśas stoma ity uttarāt

„Der sechzehnfache Stoma“ – (so legt er) von Norden her.

vajro vai ṣoḍaśas

Der Sechzehnfache ist nämlich der Donnerkeil;

vajras triṣṭup

der Donnerkeil ist die Triṣṭubh;

traiṣṭubhaś catuścatvārim̐śas

zur Triṣṭubh gehörig ist der Vierundvierzigfache.

savyāpagrahaṇo vajro dakṣiṇāvisarjanas

Der Donnerkeil wird mit der linken Hand ergriffen [?], mit der rechten geschleudert.

bhrātṛvyam eva parāṇudya tasmai vajram anuvisṛjati

Den Rivalen stößt er also fort und schleudert dann den Donnerkeil auf ihn nach.

catuścatvārim̐śas stoma iti dakṣiṇata upadadhāti

„Der vierundvierzigfache Stoma“ – so legt er im Süden nieder.

brahmavarcasaṃ vai catuścatvārim̐śas

Heiliger Glanz ist nämlich der Vierundvierzigfache;

brahamavarcasam eva dakṣiṇato 'varunddhe

heiligen Glanz also gewinnt er im Süden für sich.

ṣoḍaśas stoma ity uttarāt

„Der sechzehnfache Stoma“ – (so legt er) von Norden her.

ojo vai ṣoḍaśas

Kraft ist nämlich der Sechzehnfache;

oja evottarād dadhāti

Kraft also legt er von Norden her hin.

tasmād uttarād abhiprayāyī jayati ‖

Darum siegt der von Norden her Angreifende.

pṛthivyāḥ purīṣam asīti madhye

„Der Erde Füllung (Schutt) bist du“ – (so legt er) in der Mitte.

purīṣaṃ vā ātmano madhyam

Die Füllung ist nämlich die Mitte des Selbst (Leibes);

sātmānam evāgniṃ cinute

so schichtet er den Agni eben mit einem Selbst (Leib) auf.

tā etā abhrātṛvyā nāmeṣṭakās

Dies sind die Ziegel namens „rivalenlose“;

nāsya bhrātṛvyo bhavati ya evaṃ vidvān etā upadhatte

der hat keinen Rivalen, der so wissend diese niederlegt.

virājam eva paśuṣūttamāṃ dadhāti

Die Virāj also, die höchste unter dem Vieh, legt er hin.

tasmāt paśumān uttamāṃ vācaṃ vadati

Darum spricht der Viehbesitzer die höchste Rede.

sayatvāya

zur Gleichheit der Zahl (Vollständigkeit) [?].

devā vai svargaṃ lokaṃ yantas teṣāṃ yāni cchandām̐sy aniruktāni svaryāṇy āsan

Als die Götter zur Himmelswelt gingen, waren da unter ihren Metren die unausgesprochenen (unbenannten), die zum Himmel taugten;

tais saha svargaṃ lokam āyan

mit diesen zusammen gelangten sie in die Himmelswelt.

tāny ṛṣayo 'nuprājijñāsanta

Diese wollten die Seher (Ṛṣis) nachträglich erkunden;

tānīṣṭakābhir niramimata

sie bildeten sie in Ziegeln nach.

tānīmāni cchandām̐si yāny ayajñavāhāni

Dies sind jene Metren, die das Opfer nicht tragen (nicht im Opfer verwendet werden);

yāny eva devānāṃ chandām̐sy aniruktāni svargyāṇi tais saha svargaṃ lokam eti ya evaṃ vidvān etā upadhatte ‖

die unausgesprochenen, himmelstauglichen Metren der Götter – mit diesen zusammen geht zur Himmelswelt, wer so wissend diese niederlegt.

athaite stomabhāgās

Nun diese: die Stomabhāgas (Stoma-Anteile).

bṛhaspatir vā etāṃ yajñasya pratiṣṭhām āharat

Bṛhaspati brachte nämlich diesen Halt des Opfers herbei;

yajñasya pratiṣṭhityai

geschieht zum festen Halt des Opfers.

bṛhaspatir vā etat tejo yajñasya samabharat

Bṛhaspati trug nämlich diesen Glanz des Opfers zusammen;

satejasam evāgniṃ cinute

so schichtet er den Agni eben glanzvoll auf.

prajāpatiḥ prajā asṛjata

Prajāpati erschuf die Geschöpfe;

tās stomabhāgair evāsṛjata

er erschuf sie eben durch die Stomabhāgas;

dakṣiṇato vai devānāṃ yajño 'vlīyata

Von Süden her sank nämlich der Götter Opfer nieder (drohte einzustürzen) [?];

tam̐ stomabhāgaiḥ pratyudastabhnuvan

den stützten sie mit den Stomabhāgas wieder auf.

yad ete dakṣiṇata udañca upadhīyante

Dass diese im Süden nordwärts (gerichtet) niedergelegt werden,

yajñasya pratyuttabdhyai

geschieht zur Wiederaufrichtung des Opfers.

saptasaptopadadhāti

Je sieben legt er nieder –

athaitā nākasadas

Nun diese: die Nākasad-Ziegel (im Firmament Sitzende).

nākasadbhir vai devās svargaṃ lokam āyan

Durch die Nākasads gelangten nämlich die Götter zur Himmelswelt;

yad etā upadhīyante

dass diese niedergelegt werden,

svargasya lokasyābhijityai ‖

geschieht zur Eroberung der Himmelswelt.

na vā amuṃ lokaṃ jagmuṣe kiñcanākaṃ tan nākasadāṃ nākasattvam

Nichts nämlich war „Nichtleid“ (nāka) für den, der zu jener Welt gegangen ist; darin liegt der Nākasad-Charakter der Nākasads [?].

tā etās sarvapṛṣṭhā nāmeṣṭakās

Dies sind die Ziegel namens „Allrücken“ (Sarvapṛṣṭhā).

yad eva kiñca pṛṣṭhā nāmeṣṭakā yad eva kiñca pṛṣṭhānāṃ tejas tad avarunddhe ya evaṃ vidvān etā upadhatte

Was es nur an Ziegeln namens Pṛṣṭhā gibt und was es an Glanz der Pṛṣṭha(-Sāmans) gibt, das gewinnt der für sich, der so wissend diese niederlegt.

athaitāḥ pañcacūḍās

Nun diese: die Pañcacūḍās (Fünfschopfigen, die Apsaras).

yajamānāyatanaṃ vai patnyas

Der Sitz (Aufenthalt) des Opferherrn sind nämlich die Gattinnen.

yan nākasatsu pañcacūḍā upadadhāti

Dass er unter den Nākasads die Pañcacūḍās niederlegt,

nāka eva yajamānaṃ pratiṣṭhāpayati

damit stellt er den Opferherrn eben im „Nichtleid“-Himmel (nāka) fest hin.

etad rūpaṃ kṛtvā patnyo bhūtvāmuṣmiṃl loke yajamānam upaśerate

diese Gestalt annehmend, zu Gattinnen geworden, liegen sie in jener Welt beim Opferherrn.

paścāt prācīm ekām upadadhāti

Hinten legt er eine nach Osten (gerichtete) nieder.

tasmāt paścāt prācī patny anvāste

Darum sitzt die Gattin hinter (dem Gatten) nach Osten gewandt.

tanūpānīr vā etā yajamānasya

Beschützerinnen des Leibes sind diese für den Opferherrn;

sarvam āyur eti ya evaṃ vidvān etā upadhatte

das volle Leben erreicht, wer so wissend diese niederlegt.

etā vai devatās svargyās

Diese sind Gottheiten, die zum Himmel taugen;

tābhir eva svargaṃ lokam eti

durch sie eben geht er zur Himmelswelt.

etā vai devatā abhicaraṇīyās

Diese Gottheiten sind auch für den Schadenszauber verwendbar.

yaṃ dviṣyāt taṃ brūyād amuṃ vo jambhe dadhāmīti

Wen er hasst, von dem soll er sprechen: „Diesen lege ich euch in den Rachen.“

etābhya evainaṃ devatābhya āvṛścati tājak pradhanvati ‖

Diesen Gottheiten schneidet er ihn damit eben zu (gibt ihn preis); alsbald läuft er (der Feind) davon [?].