agne jātān praṇudā nas sapatnān iti purastād upadadhāti
„Agni, stoße die geborenen Nebenbuhler von uns weg“ – (mit diesem Spruch) legt er (den Ziegel) vorn nieder.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 21
agne jātān praṇudā nas sapatnān iti purastād upadadhāti
„Agni, stoße die geborenen Nebenbuhler von uns weg“ – (mit diesem Spruch) legt er (den Ziegel) vorn nieder.
ya evainaṃ pūrvo 'tikrānto bhrātṛvyas taṃ tayā praṇudati
Den Rivalen, der ihn zuvor überholt hat, den stößt er damit hinweg.
sahasā jātān iti paścāt
„Mit Gewalt die Geborenen“ – (so legt er) hinten.
ya evāsya paścād bhrātṛvyas taṃ tayāpanudate
Den Rivalen, der ihm hinten ist, den vertreibt er damit.
pra śreyām̐saṃ bhrātṛvyaṃ nudate
Den besseren Rivalen stößt er fort,
prati pāpīyām̐saṃ nudate
den schlechteren stößt er (zurück) entgegen.
catuścatvārim̐śas stoma iti dakṣiṇatas
„Der vierundvierzigfache Stoma“ – (so legt er) im Süden.
ṣoḍaśas stoma ity uttarāt
„Der sechzehnfache Stoma“ – (so legt er) von Norden her.
vajro vai ṣoḍaśas
Der Sechzehnfache ist nämlich der Donnerkeil;
vajras triṣṭup
der Donnerkeil ist die Triṣṭubh;
traiṣṭubhaś catuścatvārim̐śas
zur Triṣṭubh gehörig ist der Vierundvierzigfache.
savyāpagrahaṇo vajro dakṣiṇāvisarjanas
Der Donnerkeil wird mit der linken Hand ergriffen [?], mit der rechten geschleudert.
bhrātṛvyam eva parāṇudya tasmai vajram anuvisṛjati
Den Rivalen stößt er also fort und schleudert dann den Donnerkeil auf ihn nach.
catuścatvārim̐śas stoma iti dakṣiṇata upadadhāti
„Der vierundvierzigfache Stoma“ – so legt er im Süden nieder.
brahmavarcasaṃ vai catuścatvārim̐śas
Heiliger Glanz ist nämlich der Vierundvierzigfache;
brahamavarcasam eva dakṣiṇato 'varunddhe
heiligen Glanz also gewinnt er im Süden für sich.
ṣoḍaśas stoma ity uttarāt
„Der sechzehnfache Stoma“ – (so legt er) von Norden her.
ojo vai ṣoḍaśas
Kraft ist nämlich der Sechzehnfache;
oja evottarād dadhāti
Kraft also legt er von Norden her hin.
tasmād uttarād abhiprayāyī jayati ‖
Darum siegt der von Norden her Angreifende.
pṛthivyāḥ purīṣam asīti madhye
„Der Erde Füllung (Schutt) bist du“ – (so legt er) in der Mitte.
purīṣaṃ vā ātmano madhyam
Die Füllung ist nämlich die Mitte des Selbst (Leibes);
sātmānam evāgniṃ cinute
so schichtet er den Agni eben mit einem Selbst (Leib) auf.
tā etā abhrātṛvyā nāmeṣṭakās
Dies sind die Ziegel namens „rivalenlose“;
nāsya bhrātṛvyo bhavati ya evaṃ vidvān etā upadhatte
der hat keinen Rivalen, der so wissend diese niederlegt.
athaitā virājas
Nun diese: die Virāj-Ziegel.
virājam eva paśuṣūttamāṃ dadhāti
Die Virāj also, die höchste unter dem Vieh, legt er hin.
tasmāt paśumān uttamāṃ vācaṃ vadati
Darum spricht der Viehbesitzer die höchste Rede.
daśadaśopadadhāti
Je zehn legt er nieder –
sayatvāya
zur Gleichheit der Zahl (Vollständigkeit) [?].
devā vai svargaṃ lokaṃ yantas teṣāṃ yāni cchandām̐sy aniruktāni svaryāṇy āsan
Als die Götter zur Himmelswelt gingen, waren da unter ihren Metren die unausgesprochenen (unbenannten), die zum Himmel taugten;
tais saha svargaṃ lokam āyan
mit diesen zusammen gelangten sie in die Himmelswelt.
tāny ṛṣayo 'nuprājijñāsanta
Diese wollten die Seher (Ṛṣis) nachträglich erkunden;
tānīṣṭakābhir niramimata
sie bildeten sie in Ziegeln nach.
tānīmāni cchandām̐si yāny ayajñavāhāni
Dies sind jene Metren, die das Opfer nicht tragen (nicht im Opfer verwendet werden);
yāny eva devānāṃ chandām̐sy aniruktāni svargyāṇi tais saha svargaṃ lokam eti ya evaṃ vidvān etā upadhatte ‖
die unausgesprochenen, himmelstauglichen Metren der Götter – mit diesen zusammen geht zur Himmelswelt, wer so wissend diese niederlegt.
athaite stomabhāgās
Nun diese: die Stomabhāgas (Stoma-Anteile).
bṛhaspatir vā etāṃ yajñasya pratiṣṭhām āharat
Bṛhaspati brachte nämlich diesen Halt des Opfers herbei;
yad eta upadhīyante
dass diese niedergelegt werden,
yajñasya pratiṣṭhityai
geschieht zum festen Halt des Opfers.
bṛhaspatir vā etat tejo yajñasya samabharat
Bṛhaspati trug nämlich diesen Glanz des Opfers zusammen;
yad eta upadhīyante
dass diese niedergelegt werden,
satejasam evāgniṃ cinute
so schichtet er den Agni eben glanzvoll auf.
prajāpatiḥ prajā asṛjata
Prajāpati erschuf die Geschöpfe;
tās stomabhāgair evāsṛjata
er erschuf sie eben durch die Stomabhāgas;
yad eta upadhīyante
dass diese niedergelegt werden,
prajananāya
geschieht zur Zeugung.
dakṣiṇato vai devānāṃ yajño 'vlīyata
Von Süden her sank nämlich der Götter Opfer nieder (drohte einzustürzen) [?];
tam̐ stomabhāgaiḥ pratyudastabhnuvan
den stützten sie mit den Stomabhāgas wieder auf.
yad ete dakṣiṇata udañca upadhīyante
Dass diese im Süden nordwärts (gerichtet) niedergelegt werden,
yajñasya pratyuttabdhyai
geschieht zur Wiederaufrichtung des Opfers.
saptasaptopadadhāti
Je sieben legt er nieder –
savīryatvāya
zur Mannhaftigkeit.
trīn madhye
Drei in der Mitte –
pratiṣṭhityai
zum festen Halt.
athaitā nākasadas
Nun diese: die Nākasad-Ziegel (im Firmament Sitzende).
nākasadbhir vai devās svargaṃ lokam āyan
Durch die Nākasads gelangten nämlich die Götter zur Himmelswelt;
yad etā upadhīyante
dass diese niedergelegt werden,
svargasya lokasyābhijityai ‖
geschieht zur Eroberung der Himmelswelt.
na vā amuṃ lokaṃ jagmuṣe kiñcanākaṃ tan nākasadāṃ nākasattvam
Nichts nämlich war „Nichtleid“ (nāka) für den, der zu jener Welt gegangen ist; darin liegt der Nākasad-Charakter der Nākasads [?].
tā etās sarvapṛṣṭhā nāmeṣṭakās
Dies sind die Ziegel namens „Allrücken“ (Sarvapṛṣṭhā).
yad eva kiñca pṛṣṭhā nāmeṣṭakā yad eva kiñca pṛṣṭhānāṃ tejas tad avarunddhe ya evaṃ vidvān etā upadhatte
Was es nur an Ziegeln namens Pṛṣṭhā gibt und was es an Glanz der Pṛṣṭha(-Sāmans) gibt, das gewinnt der für sich, der so wissend diese niederlegt.
athaitāḥ pañcacūḍās
Nun diese: die Pañcacūḍās (Fünfschopfigen, die Apsaras).
yajamānāyatanaṃ vai patnyas
Der Sitz (Aufenthalt) des Opferherrn sind nämlich die Gattinnen.
yan nākasatsu pañcacūḍā upadadhāti
Dass er unter den Nākasads die Pañcacūḍās niederlegt,
nāka eva yajamānaṃ pratiṣṭhāpayati
damit stellt er den Opferherrn eben im „Nichtleid“-Himmel (nāka) fest hin.
apsaraso vā etās
Apsaras sind nämlich diese;
etad rūpaṃ kṛtvā patnyo bhūtvāmuṣmiṃl loke yajamānam upaśerate
diese Gestalt annehmend, zu Gattinnen geworden, liegen sie in jener Welt beim Opferherrn.
paścāt prācīm ekām upadadhāti
Hinten legt er eine nach Osten (gerichtete) nieder.
tasmāt paścāt prācī patny anvāste
Darum sitzt die Gattin hinter (dem Gatten) nach Osten gewandt.
tanūpānīr vā etā yajamānasya
Beschützerinnen des Leibes sind diese für den Opferherrn;
sarvam āyur eti ya evaṃ vidvān etā upadhatte
das volle Leben erreicht, wer so wissend diese niederlegt.
etā vai devatās svargyās
Diese sind Gottheiten, die zum Himmel taugen;
tābhir eva svargaṃ lokam eti
durch sie eben geht er zur Himmelswelt.
etā vai devatā abhicaraṇīyās
Diese Gottheiten sind auch für den Schadenszauber verwendbar.
yaṃ dviṣyāt taṃ brūyād amuṃ vo jambhe dadhāmīti
Wen er hasst, von dem soll er sprechen: „Diesen lege ich euch in den Rachen.“
etābhya evainaṃ devatābhya āvṛścati tājak pradhanvati ‖
Diesen Gottheiten schneidet er ihn damit eben zu (gibt ihn preis); alsbald läuft er (der Feind) davon [?].