Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 21

Anuvāka 12 Vājaprasavya-Spende, Rāṣṭrabhṛt-Spenden, Windspenden und die Hotra-Zuordnungen bei der Schichtung des Feueraltars.

devā vai vājaprasavya ājim ayus

Die Götter liefen fürwahr den Wettlauf der Vājaprasavya-Spende [Anm.: „Antrieb des Siegespreises“].

yad vājaprasavyaṃ juhoti

Dass er die Vājaprasavya-Spende darbringt,

annādyasyojjityai

(geschieht) zum Sieg über den Speisegenuss.

annasyānnasya juhoti

Für jede einzelne Speise opfert er.

sarvam evānnam avarunddhe

Alle Speise gewinnt er.

yasya na juhoti tena vyṛdhyate

Bei dem, für das er nicht opfert, geht er leer aus.

yasya na juhuyāt tad idhme 'pi prokṣet

Für das, wofür er nicht opfern sollte, soll er es auch auf das Brennholz sprengen.

tenaiva tad avarunddhe

Dadurch gewinnt er eben dies.

audumbareṇa sruveṇa juhoti

Mit einem Opferlöffel aus Udumbara-Holz opfert er.

ūrg vā udumbaras

Nahrungskraft ist fürwahr der Udumbara.

ūrjaivānnādyam avarunddhe

Durch Nahrungskraft gewinnt er den Speisegenuss.

agner vā eṣo 'bhiṣekas

Dies ist fürwahr Agnis Weihe-Übergießung.

tasmād agnicid varṣati na dhāvet

Daher soll der, der den Agni geschichtet hat, nicht laufen, wenn es regnet.

yad dhāvaty annādyād dhāvati

Wenn er läuft, läuft er vom Speisegenuss weg.

athaite rāṣṭrabhṛtaḥ

Nun diese Rāṣṭrabhṛt-Spenden [Anm.: „die Herrschaft tragenden“].

kṣatraṃ vā eṣo 'gnīnāṃ yac cīyate

Fürstenmacht ist unter den Feuern fürwahr dieses, das geschichtet wird.

ete vā etasya rāṣṭraṃ bibhrati

Diese tragen fürwahr dessen Herrschaft.

tad rāṣṭrabhṛtāṃ rāṣṭrabhṛttvam

Das ist das „Herrschaft-Tragen“ der Rāṣṭrabhṛt-Spenden.

tair evāsmai rāṣṭraṃ saṃprayacchati

Durch sie übergibt er ihm die Herrschaft.

ṣad vā ṛtavas

Sechs sind fürwahr die Jahreszeiten.

ṛtubhir evāsmai rāṣṭram̐ saṃprayacchati

Durch die Jahreszeiten übergibt er ihm die Herrschaft.

atho ṛtuṣv eva pratitiṣṭhati ‖

Und zugleich findet er in den Jahreszeiten Halt.

dvādaśa māsās saṃvatsaras

Zwölf Monate hat das Jahr.

saṃvatsareṇaivāsvami rāṣṭram̐ saṃprayacchati

Durch das Jahr übergibt er ihm die Herrschaft [Anm.: Lesung „asvami“ unklar, wohl „asmai“] [?].

atho saṃvatsara eva pratitiṣṭhati

Und zugleich findet er im Jahr Halt.

rathamukhe trayodaśīṃ juhoti

An der Wagenfront opfert er die dreizehnte.

vajro vai rathas

Der Wagen ist fürwahr der Donnerkeil.

vajreṇaiva diśo 'bhijayati

Mit dem Donnerkeil besiegt er die Himmelsrichtungen.

tā diśo 'bhijitā ratheneyate

Diese besiegten Richtungen werden mit dem Wagen durchfahren [?].

agnicitam̐ ha tvā eṣo 'muṣmiṃl loke 'bhipavate

Denn den, der den Agni geschichtet hat, umweht dieser in jener Welt.

ebhya eva lokebhyo vātam avarunddhe

Aus diesen Welten gewinnt er den Wind.

ime 'smai lokā vātaṃ dhunvanti

Diese Welten lassen für ihn den Wind wehen.

hastāvadāno vai vāyus

Der Wind wird fürwahr mit der Hand (wie mit einer Schöpfhand) geschöpft [?].

na vai vāyum avadānair āptum arhati

Man kann den Wind nicht mit Einzelportionen erlangen.

ekadhaivainam āpnoti

Auf einmal erlangt man ihn.

samudro 'si nabhasvān iti

„Du bist das Meer, das Wolkenreiche“ –

etāni vai vātasya rūpāṇi

dies sind fürwahr des Windes Gestalten;

rūpair eva vātam avarunddhe ‖

durch die Gestalten gewinnt er den Wind.

prāṇo vai gāyatrī

Die Einatmung ist fürwahr die Gāyatrī;

gāyatram̐ havirdhānam

gāyatra-artig ist das Havirdhāna [Anm.: Schuppen/Wagen für die Somaopfergaben].

vyānas triṣṭup

Die Zwischenatmung ist die Triṣṭubh;

traiṣṭubham āgnīdhram

triṣṭubh-artig ist das Āgnīdhra [Anm.: Feuerplatz des Agnīdh].

jāgatam̐ sadas

jagatī-artig ist das Sadas [Anm.: Sitzhalle der Priester].

madhye divo nihitaḥ pṛśnir aśmeti

„In der Mitte des Himmels liegt der gesprenkelte Stein“ –

asur vāva sa pṛśnir aśmā

Der gesprenkelte Stein ist fürwahr der Lebenshauch.

asum eva prāṇāpānayor vyavadadhāti

Den Lebenshauch legt er zwischen Ein- und Ausatmung.

prāṇāpānayor vidhṛtyai

Zur Auseinanderhaltung von Ein- und Ausatmung.

ekavim̐śatim̐ hotrīya upadadhāti

Einundzwanzig (Ziegel) setzt er beim Hotra-Sitz.

ekavim̐śo vai stomānāṃ pratiṣṭhā

Der Einundzwanzigerstoma ist fürwahr der Halt der Stomas.

ekādaśa brāhmaṇāccham̐sye

Elf beim Brāhmaṇācchaṃsin [Anm.: Hilfspriester des Brahman].

ekādaśākṣarā triṣṭub

Die Triṣṭubh hat elf Silben.

vīryaṃ triṣṭub

Heldenkraft ist die Triṣṭubh;

aṣṭāaṣṭā itareṣu

Je acht bei den übrigen.

aṣṭākṣarā gāyatrī

Die Gāyatrī hat acht Silben;

gāyatryām eva pratitiṣṭhati

in der Gāyatrī findet er Halt.

ṣaṇ mārjālīye

Sechs beim Mārjālīya [Anm.: Reinigungsplatz].

ṣaḍ vā ṛtavas

Sechs sind fürwahr die Jahreszeiten.

ṛtava etaṃ dakṣiṇā paryaharan

Die Jahreszeiten trugen ihn nach Süden herum [?].

tasmād atra ṣaḍ upadhīyante ‖

Daher werden hier sechs aufgelegt.