aśmann ūrjaṃ parvate śiśriyāṇām ity adbhiḥ pariṣiñcati
„Im Stein die Kraft der im Berg (Wohnenden)“ – mit diesem (Spruch) besprengt er ringsum mit Wasser.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 21
aśmann ūrjaṃ parvate śiśriyāṇām ity adbhiḥ pariṣiñcati
„Im Stein die Kraft der im Berg (Wohnenden)“ – mit diesem (Spruch) besprengt er ringsum mit Wasser.
prajāpater vā eṣa raso yad āpaḥ
Das Wasser ist nämlich der Saft des Prajāpati;
prajāpater evainaṃ rasena tarpayati
mit dem Saft des Prajāpati also sättigt er ihn.
sa enaṃ tṛptaḥ prīto 'kṣudhyann upatiṣṭhate
Gesättigt, befriedigt, nicht hungernd, steht er ihm (dem Opferherrn) zu Diensten.
aśman te kṣud yaṃ dviṣmas taṃ te śug ṛcchatv iti
„Im Stein sei dein Hunger; den wir hassen, den soll dein Brennen (Schmerz) treffen“ –
yam eva dveṣṭi tam asya kṣudhā ca śucā cārpayati
wen er hasst, den lässt er so Hunger und Schmerz treffen.
triḥ pariṣiñcati
Dreimal besprengt er ringsum;
traya ime lokās
drei sind diese Welten;
ebhya evainaṃ lokebhyaś śamayati
von diesen Welten her also besänftigt er ihn.
triḥ punar apariṣiñcan paryeti
Dreimal wieder geht er ringsum, ohne zu besprengen;
tat ṣaṭ saṃpadyate
das ergibt sechs;
ṣaḍ vā ṛtavas
sechs sind nämlich die Jahreszeiten;
ṛtubhya evainam̐ śamayati
von den Jahreszeiten her also besänftigt er ihn.
yady abhicaret triḥ punar apariṣiñcan parītya yā dakṣiṇā śroṇis tasyāṃ prakṣiṇīyād idam aham amum āmuṣyāyaṇam amuṣya putraṃ prakṣiṇāmīti
Wollte er Schadenszauber üben, so soll er dreimal wieder ohne Besprengen herumgehen und an der rechten Hüfte (des Altars) hinwerfen (zerstören) [?]: „Dies zerstöre ich hier: den N.N., den Abkömmling des N.N., den Sohn des N.N.“
yaivāgnau śuk tām ādāya tayainam arpayati
Den Schmerz, der im Agni ist, nimmt er und lässt ihn damit (den Feind) treffen.
taṃ bhidyamānam anv ārtim ārchati
Wenn dieser (Feind) zerspalten wird, gerät ihm Not nach.
yan nāma gṛhṇāti
Dass er den Namen nennt,
mūlam evāsya cchinatti ‖
damit schneidet er dessen Wurzel ab.
varuṇamenir vā eṣa saṃcitas
Der aufgeschichtete (Agni) ist nämlich Varuṇas Geschoss [?].
maṇḍūkena vikarṣati
Mit einem Frosch zieht er (das Wasser) auseinander [?];
maṇḍūkasyāyuṣā vyeti
mit des Frosches Lebenskraft geht er hinweg (verteilt es) [?].
na grāmyān paśūn hinasti nāraṇyān
Er verletzt weder die Haustiere noch die Wildtiere.
tasmād etaṃ vasantā ca prāvṛṣi cābhigacchati
Darum kommt (der Frosch) im Frühling und in der Regenzeit zu ihm [?].
śucā hy eṣa ṛtas
Denn dieser (Agni) ist vom Schmerz (Śuc) heimgesucht [?].
avakayā ca vetasaśākhayā ca vikarṣati
Mit Avakā-Pflanze und Rohrzweig zieht er (das Wasser) auseinander.
apāṃ vā etac charo yad avakāpām etat puṣyaṃ yad vetasas
Die Avakā ist nämlich das „Haupt“ der Gewässer, der Rohrzweig ihre Blüte [?].
āpaś śāntās
Die Wasser sind beruhigt;
śāntābhir evāsya śucam̐ śamayati
mit den beruhigenden (Wassern) also besänftigt er dessen Schmerz.
tisṛbhis
Mit dreien –
trivṛd vā agnir
denn dreifach ist Agni;
yāvān evāgnis tasya śucam̐ śamayati
soweit Agni reicht, dessen Schmerz besänftigt er.
prajāpatiḥ prajā asṛjata
Prajāpati erschuf die Geschöpfe.
tā akṣudhyan
Sie hungerten nicht.
tābhyo 'nnaṃ prāyacchat
Ihnen gab er Speise.
tā abruvan no 'bhūd iti
Sie sprachen: „Uns ist es geworden.“ [?]
annaṃ pāvakam
Speise ist reinigend (pāvaka).
yat pāvakavatīr bhavanti
Dass sie „reinigungshaltig“ (Pāvakavatī-Verse) sind –
annādyāya
zum Speiseverzehr.
kam asmā agniś cikyānāya bhavati
Wohl (kam) wird ihm der Agni, der Schichtende, [Speise?] [?].
saptabhir vikarṣayati
Mit sieben zieht er (das Wasser) auseinander;
sapta vai chandām̐si
sieben sind nämlich die Metren;
cchandobhir evāsya śucam̐ śamayati
mit den Metren also besänftigt er dessen Schmerz.
aṣṭābhir vikarṣati
Mit acht zieht er es auseinander;
aṣṭākṣarā gāyatrī
die Gāyatrī hat acht Silben;
gāyatro 'gnir
Agni gehört zur Gāyatrī;
yāvān evāgnis tasya śucam̐ śamayati ‖
soweit Agni reicht, dessen Schmerz besänftigt er.
saṃlupyotkare 'dhyasyati
Nachdem er (die Erde) zusammengerissen hat, wirft er sie auf den Abfallhaufen (Utkara).
eṣā vā asyām̐ śuk
Dies ist nämlich der Schmerz an ihr (der Erde);
chucy evāsya śucaṃ dadhāti
in den Schmerz also legt er dessen Schmerz.
yaṃ dviṣyāt tam abhyasyet
Wen er hasst, auf den werfe er (den Erdbrocken) hin;
śucaivainam arpayati
mit dem Schmerz also lässt er ihn treffen.
pañcagṛhīta ājye pañca hiraṇyaśalkān avāsyati
In fünffach geschöpfte Butter wirft er fünf Goldsplitter.
tejo vai hiraṇyam āyur ghṛtam
Glanz ist nämlich das Gold, Leben die Butter;
tejasaivāsyāyur vyāghārayati
mit Glanz also begießt er dessen Leben.
atho paṅktyaivāhutyāgnim ālabhate
Zudem berührt er den Agni mit einer fünffachen Spende (paṅkti).
namas te harase śociṣa ity adhikrāmati
„Verehrung deiner Glut, deiner Flamme“ – mit diesem (Spruch) schreitet er hinauf.
namaskṛtya hi śreyām̐sam upacaranti
Denn den Höheren bedient man, nachdem man Verehrung erwiesen hat.
akṣṇayā vyāghārayati
Kreuzweise (quer) begießt er.
ajāmitvāya
Zur Vermeidung der Wiederholung (Ajāmitva).
nṛṣade veḍ iti
„Dem unter Männern Sitzenden – veṭ!“
pratiṣṭhityai
Zum festen Halt.
hutādo vā anye devā ahutādo 'nye
Die einen Götter sind nämlich Verzehrer des Dargebrachten, die anderen Verzehrer des nicht Dargebrachten.
agnicid attvaitān ubhayān avarunddhe
Der Agni-Schichter gewinnt beide für sich, indem er isst;
yaj juhoti cāva cokṣati
was er darbringt und was er (nur) besprengt –
tān eva prīṇāti tān avarunddhe te 'syobhaye prītā yajñe bhavanti ‖
diese befriedigt er eben, diese gewinnt er für sich; beide sind ihm im Opfer befriedigt.
gurumuṣṭināvokṣati
Mit der schweren Faust besprengt er hinab.
sa hi prājāpatyatamas
Denn diese (Faust) ist am meisten Prajāpati zugehörig [?].
tenāsya na hutaṃ bhavati nāhutam
Dadurch wird ihm nichts dargebracht und nichts nicht Dargebrachtes (es ist weder Darbringung noch Nicht-Darbringung) [?].
kṛṣṇājinasyopānahau kurute
Aus dem Fell der schwarzen Antilope (Kṛṣṇājina) macht er ein Paar Sandalen.
brahmaṇo vā etad rūpaṃ yat kṛṣṇājinam
Das Kṛṣṇājina ist nämlich die Gestalt des Brahman (des heiligen Wortes).
mṛtyur agnis
Agni ist der Tod;
brahmaṇaiva mṛtyor antardhatte
mit dem Brahman also schiebt er sich vor dem Tod hinweg (schützt sich).
antar mṛtyor dhatte
Er schiebt sich vor dem Tod hinweg.
antar annādyād anyatarām upānahaṃ kurvīta
Vor dem Speiseverzehr (Speisegenuss) soll er nur eine der beiden Sandalen anlegen.
antar mṛtyor dhatte
Vor dem Tod schützt er sich;
avānnādyaṃ runddhe
den Speiseverzehr behält er (für sich) zurück [?].
prāṇair vā eṣa paśubhir vyṛdhyate yo 'gniṃ cinute
Wer den Agni schichtet, der wird nämlich (zeitweilig) der Lebenshauche und des Viehs verlustig.
taṃ prathamo 'dhikrāmati prāṇadā vyānadā iti
Ihn besteigt er zuerst (mit den Worten): „Lebenshauch-Geber, Zwischenatem-Geber“ –
prāṇair evainam̐ samardhayati
mit den Lebenshauchen also versieht er ihn.
varcodā varivodā iti
„Glanz-Geber, Raum-Geber“ –
prajā vai varcaḥ paśavo varivaḥ
Nachkommenschaft ist nämlich der Glanz, Vieh der Raum (Varivas);
prajayā caivainaṃ paśubhiś ca samardhayati
mit Nachkommenschaft und Vieh also versieht er ihn.
prāṇadā apānadā ity avarohati
„Lebenshauch-Geber, Ausatem-Geber“ – so steigt er herab.
rūpeṇaiva
Nur gemäß der (vorgeschriebenen) Gestalt.
dvābhyām
Mit zweien –
dvipād yajamānaḥ
zweifüßig ist der Opferherr –
pratiṣṭhityai ‖
zum festen Halt.