āyos tvā sadane sādayāmīti
„Im Sitz des Lebens setze ich dich nieder“ – (mit diesem Spruch legt er den Ziegel).
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 21
āyos tvā sadane sādayāmīti
„Im Sitz des Lebens setze ich dich nieder“ – (mit diesem Spruch legt er den Ziegel).
āyur evottamaṃ dadhāti
Das Leben also legt er als das höchste (oberste) hin;
tasmād āyuḥ prāṇānām uttamam
darum ist das Leben das Höchste unter den Lebenshauchen.
svayamātṛṇṇā bhavati
Es ist die „von selbst Durchbohrte“ (Svayamātṛṇṇā, ein natürlich durchlochter Stein) –
prāṇānām utsṛṣṭyai
zur Freilassung (Entlassung) der Lebenshauche;
svargasya lokasyānukśātyai
zur Nachfolge [?] in die Himmelswelt.
prājāpatyo 'śvas
Das Roß gehört dem Prajāpati.
yad aśvam upaghrāpayati
Dass er das Roß (an den Ziegel) schnuppern lässt,
prajāpatinaivainaṃ cinute
so schichtet er ihn eben mit Prajāpati auf.
athaiṣā vikarṇī
Nun diese: die Vikarṇī.
devānāṃ vā eṣā vikrāntir
Sie ist nämlich der Götter Ausschreiten (Vikrānti);
yad vikarṇī
sofern sie die Vikarṇī ist,
devānām evainaṃ vikrāntim anu vikramayati
lässt er ihn (den Opferherrn) dem Ausschreiten der Götter nachschreiten.
vāyumatī
„Die Vāyu-Habende“ (Vāyumatī).
prāṇo vai vāyur āyus svayamātṛṇṇā
Der Lebenshauch ist nämlich Vāyu, das Leben die Svayamātṛṇṇā;
āyuś caivāsmin prāṇaṃ ca samīcī dadhāti
Leben und Lebenshauch legt er (mit den) beiden zusammengehörigen in ihn (den Opferherrn).
saṃ vā enam etad inddhe yac cinoti
Er entzündet ihn nämlich gleichsam, wenn er (den Altar) schichtet;
dīpayati vāyumatyā
er lässt (das Feuer) mit der Vāyumatī aufleuchten.
saṃvatsaramukhyaṃ bhṛtvāgniṃ cinvīta ‖
Nachdem er (sich) ein Jahr lang (als Träger des Feuers) gehalten hat, soll er den Agni schichten – die Jahreszeit als das Erste (Antlitz) [?].
saṃvatsaro vā agnir vaiśvānaras
Das Jahr ist nämlich der Agni Vaiśvānara;
tasyāhorātrāṇīṣṭakās
seine Ziegel sind Tage und Nächte.
āpteṣṭakam evainaṃ cinuta ṛdhnoti
Mit vollzähligen (erlangten) Ziegeln schichtet er ihn also auf; er gedeiht.
yan naivaṃ cinuyāt priyayainaṃ tanvā vyardhayet
Würde er nicht so schichten, so würde er ihn um den lieben Leib bringen;
yad evaṃ cinute
dass er aber so schichtet,
priyayaivainaṃ tanvā samardhayati
damit versieht er ihn eben mit dem lieben Leib.
satanūr evaitad vaiśvānaraś cīyate
Leibhaftig also wird dieser Vaiśvānara geschichtet.
ṛtavyā upadadhāti
Die Ṛtavyā-Ziegel (Jahreszeiten-Ziegel) legt er nieder –
ṛtūnāṃ vidhṛtyai
zur Stützung (Auseinanderhaltung) der Jahreszeiten.
dvedve upadadhāti
Je zwei legt er nieder;
dvaudvau hy ṛtavas
denn je zwei (Monate) bilden eine Jahreszeit.
catasro madhyamāyāṃ cityām upadadhāti
Vier legt er in der mittleren Schicht nieder.
antarikṣam iva vā eṣā yā madhyamā citis
Dem Luftraum gleicht nämlich diese mittlere Schicht;
śithilam ivāntarikṣam
locker gleichsam ist der Luftraum.
catasro diśas
Vier sind die Himmelsrichtungen;
dikṣv eva pratitiṣṭhati
in den Himmelsrichtungen also findet er Halt.
ṛtubhyo vā etā devā niramimata
Aus den Jahreszeiten nämlich bildeten die Götter diese;
tadṛtavyānām ṛtavyātvam
darin liegt der Ṛtavya-Charakter der Ṛtavyās.
āyantamāyantam ṛtuṃ pratitiṣṭhati ya evaṃ vidvān etā upadhatte ‖
Bei jeder herankommenden Jahreszeit findet Halt, wer so wissend diese niederlegt.
nānāprabhṛtayo bhavanti samānodarkās
Sie haben verschiedene Anfänge, aber gleiche Folgewirkung [?].
tasmāt samānasya saṃvatsarasya nānā rūpāṇi
Darum hat das eine und selbe Jahr vielerlei Gestalten.
avakām upadhāyeṣṭakām upadadhāti
Nachdem er Avakā-Pflanzen (Wasserpflanzen) daruntergelegt hat, legt er den Ziegel nieder.
agner vā eṣā vaiśvānarasya yonir yad avakā
Der Mutterschoß des Agni Vaiśvānara ist nämlich die Avakā;
sva evainā yonā upadadhāti
in seinem eigenen Schoß legt er diese also nieder –
śāntyā anuddāhāya
zur Beruhigung, zum Nichtverbrennen.
ṛdhnoti ya evaṃ vidvān etā upadhatte
Es gedeiht, wer so wissend diese niederlegt.
athaitā viśvajyotiṣaḥ
Nun diese: die Viśvajyotis-Ziegel (Allglanz).
prāṇabhṛto vā etā yajamānasya
Lebenshauch-Träger sind diese für den Opferherrn.
prāṇam eva prathamayā dādhāra vyānaṃ dvitīyayāpānaṃ tṛtīyayā
Den Einatem hat er mit dem ersten gestützt, den Zwischenatem (Vyāna) mit dem zweiten, den Ausatem mit dem dritten.
etā vai devatās svargyās
Diese sind Gottheiten, die zum Himmel taugen;
tābhir eva svargaṃ lokam eti
durch sie eben geht er zur Himmelswelt.
etā vai devatā jyotiṣmatīr
Diese Gottheiten sind lichthaltig:
agnir evāsyāsmiṃl loke jyotir bhavati vāyur antarikṣe sūryo divi
Agni wird ihm in dieser Welt zum Licht, Vāyu im Luftraum, Sūrya im Himmel.
sarve 'smā ime lokā jyotiṣmanto bhavanti
Alle diese Welten werden ihm lichtvoll.
adhipativatīr bhavanti
Sie sind mit einem Herrn versehen;
ādhipatyam evaitābhir gacchati
die Herrschaft erlangt er durch sie.
lokaṃ pṛṇa cchidraṃ pṛṇeti
„Fülle den Raum, fülle das Loch“ –
yad evāsyonaṃ yac chidraṃ tad āpūrayati
was an ihm mangelhaft ist, was ein Loch ist, das füllt er auf.
atho sīda dhruvā tvam iti
„Sodann setze dich, du Feste“ –
dṛm̐haty evainām
so festigt er sie.
indrāgnī tvā bṛhaspatir iti
„Indra und Agni, Bṛhaspati (setzen) dich“ –
ojo vai vīryam indrāgnī
Kraft und Manneskraft sind nämlich Indra und Agni;
ojasaivainaṃ vīryeṇa cinute
mit Kraft und Manneskraft schichtet er ihn also auf.
tā asya sūdadohasa iti
„Diese ihm, die Saft-Melkerinnen“ –
tasmāt paruṣiparuṣi sūdas
darum ist an jedem Gelenk (jeder Stelle) ein Saft (sūda).
somam̐ śrīṇanti pṛśnaya iti
„Den Soma mischen die scheckigen (Kühe)“ –
annaṃ pṛśnī
Speise ist die Scheckige (Pṛśni);
annam evāvarunddhe
Speise also gewinnt er für sich.
triṣv ārocane diva iti
„In den drei Leuchträumen des Himmels“ –
trīṇi savanāni
die drei Preßungen (Savanas) sind gemeint;
savaneṣv evainaṃ cinute
in den Savanas also schichtet er ihn auf.
anuṣṭub anucarā bhavati
Die Anuṣṭubh ist Begleiterin (Anucarā);
prāṇo vā anuṣṭup
der Lebenshauch ist nämlich die Anuṣṭubh;
tasmāt prāṇas sarvāṇy aṅgāny anusaṃcarati
darum durchzieht der Lebenshauch alle Glieder.
vāg vā anuṣṭub
Die Rede ist nämlich die Anuṣṭubh;
yad evāsyātra na kriyate yan na cīyate tad vācā kalpayati tad bhiṣajyati ‖
was hier für ihn nicht (richtig) gemacht, nicht geschichtet wird, das richtet er mit der Rede zu, das heilt er.