Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 21

Anuvāka 14 Ahnenverse und Verse an Soma, Agni, Indra und andere für das Manenopfer, mit dem Abschlussvermerk des einundzwanzigsten Sthānaka.

uśantas tvā havāmaha uśantas samidhīmahi |

Verlangend rufen wir dich, verlangend entzünden wir dich;

uśann uśata āvaha pitṝn haviṣe attave ‖

verlangend führe die Verlangenden herbei, die Väter, damit sie die Opfergabe verzehren.

tvam̐ soma pracikito manīṣā tvaṃ rajiṣṭham anuneṣi panthām |

Du, Soma, bist mit Einsicht kundig; du führst uns entlang den geradesten Pfad.

tava praṇītī pitaro na indo deveṣu ratnam abhajanta dhīrāḥ ‖

Unter deiner Führung, o Tropfen, gewannen unsere Väter, die Weisen, unter den Göttern Schatz.

tvayā hi naḥ pitaras soma pūrve karmāṇi cakruḥ pavamāna dhīrāḥ |

Durch dich, Soma, vollbrachten unsere Väter, die früheren, die Weisen, ihre Werke, o Sichklärender.

vanvann avātaḥ paridhīr aporṇu vīrebhir aśvair maghavā bhavā naḥ ‖

Siegend, unbezwungen, öffne die Umzäunungen; mit Männern und Rossen sei uns der Freigebige.

tvam̐ soma pitṛbhis saṃvidāno 'nu dyāvāpṛthivī ātatantha |

Du, Soma, im Einvernehmen mit den Vätern, hast Himmel und Erde durchspannt.

tasmai ta indo haviṣā vidhema vayam̐ syāma patayo rayīṇām ‖

Dir wollen wir, o Tropfen, mit der Opfergabe dienen; wir wollen Herren der Reichtümer sein.

barhiṣadaḥ pitara ūty arvāg imā vo havyā cakṛmā juṣadhvam |

Ihr auf dem Streu sitzenden Väter, kommt zur Hilfe herbei; diese Opfergaben haben wir euch bereitet – genießt sie!

ta ā gatāvasā śaṃtamenāthā naś śaṃ yor arapo dadhāta ‖

Kommt her mit heilvollster Hilfe, und dann verleiht uns Heil und Gesundheit ohne Makel.

āhaṃ pitṝn suvidatrām̐ avitsi napātaṃ ca vikramaṇaṃ ca viṣṇoḥ |

Ich habe die gütigen Väter gefunden, den Enkel und den Schritt Viṣṇus.

barhiṣado ye svadhayā sutasya bhajanta pitvas ta ihāgamiṣṭhāḥ ‖

Die auf dem Streu Sitzenden, die mit der Svadhā vom gepressten Trank Anteil nehmen und Speise genießen – sie sollen hierher kommen.

upahūtāḥ pitaras somyāso barhiṣyeṣu nidhiṣu priyeṣu |

Herbeigerufen seien die Väter, die Somatrinker, bei den lieben Schätzen auf dem Streu;

ta āgamantu ta iha śruvantv adhi bruvantu te 'vantv asmān ‖

sie sollen kommen, sie sollen hier hören, sie sollen für uns sprechen, sie sollen uns helfen.

agniṣvāttāḥ pitara eha gacchata sadassadas sadata supraṇītayaḥ |

Ihr von Agni verzehrten [Anm.: Agniṣvātta, eine Vätergruppe] Väter, kommt hierher; setzt euch jeder auf seinen Sitz, ihr gut Führenden.

attā havīm̐ṣi prayatāni barhiṣy athā rayim̐ sarvavīraṃ dadhātana ‖

Verzehrt die dargereichten Opfergaben auf dem Streu und verleiht dann Reichtum mit allen Männern.

agniṣvāttā ṛtāvṛdhaḥ pitaro mṛḍatā su naḥ |

Ihr Agniṣvātta, ihr die Ordnung Mehrenden, Väter, seid uns wohl gnädig;

pramuñcantu no am̐hasaḥ ‖

sie sollen uns aus der Bedrängnis lösen.

agniṣvāttān ṛtumato havāmahe narāśam̐se somapīthaṃ ya ānaśuḥ |

Die Agniṣvātta, die zeitgemäß Wirkenden, rufen wir beim Narāśaṃsa, sie, die den Somatrank erlangt haben;

ta āgamantu ta iha śruvantv adhi bruvantu te 'vantv asmān ‖

sie sollen kommen, sie sollen hier hören, sie sollen für uns sprechen, sie sollen uns helfen.

sa pūrvayā nividā kavyatāyor imāḥ prajā ajanayan manūnām |

Er (Agni) hat mit dem alten Nivid-Spruch, der Weisheit erstrebend, diese Nachkommenschaft der Manus gezeugt;

vivasvatā cakṣasā dyām apaś ca devā agniṃ dhārayan draviṇodāḥ ‖

mit dem Auge des Vivasvat (hielten sie) Himmel und Wasser; die Götter, Gutgeber, hielten Agni.

yo agniḥ kavyavāhanaḥ pitṝn yakṣad ṛtāvṛdhaḥ |

Der Agni, der Träger der Kavya-Gaben, möge die Väter, die die Ordnung Mehrenden, verehren;

pred u havyāni vocati devebhyaś ca pitṛbhya ā ‖

er soll die Opfergaben ausrufen, den Göttern und den Vätern.

tvad agne kāvyā tvan manīṣās tvad ukthā jāyante rādhyāni |

Von dir, Agni, stammen die Dichtungen, von dir die Einsichten, von dir entstehen die Loblieder, die zu Gelingendes bringen;

tvad eti draviṇaṃ vīrapeśā itthādhiye dāśuṣe martyāya ‖

von dir kommt Gut, männerreich gestaltet, dem so gedankenvollen, gebenden Sterblichen.

vāyur agregāḥ

„Vāyu, an der Spitze gehend“ [Anm.: Versanfang].

pra yābhir yāsi ‖

„Mit denen du fährst“ [Anm.: Versanfang].

sīrā yuñjanti kavayo yugā vitanvate pṛthak |

Die Pflüge schirren die Dichter an, sie spannen die Joche einzeln aus;

dhīrā indrāya sumnayā ‖

die Weisen, für Indra, mit Wohlwollen.

śunam̐ huvema maghavānam indram asmin bhare nṛtamaṃ vājasātau |

Glücklich rufen wir den freigebigen Indra, den besten Männerführer, in diesem Kampf, beim Gewinn des Siegespreises,

śṛṇvantam ugram ūtaye samatsu ghnantaṃ vṛtrāṇi saṃjitaṃ dhanānām ‖

den hörenden, gewaltigen, zur Hilfe, in den Schlachten, der die Widersacher schlägt, den Gewinner der Güter.

citraṃ devānām ‖

„Das Wunderbare der Götter“ [Anm.: Versanfang].

indraṃ vayam̐ śunāsīram asmin yajñe havāmahe |

Indra rufen wir, (zusammen mit) Śunāsīra [Anm.: Gottheit des Pflügens], bei diesem Opfer,

iha devam̐ surādhasam ‖

hier, den Gott, den gut Gebenden.

indraṃ vayaṃ dhanapatim̐ sūnum anvārabhāmahe |

Indra, den Herrn der Güter, den Sohn, fassen wir an,

sa naḥ piteva putrebhya īśānaś śarma yacchatu ‖

er, wie ein Vater für die Söhne, als Herrscher soll er uns Schutz gewähren.

iti śrīmadyajurvedakāṭhake carakaśākhāyāṃ madhyamikāyāṃ pañcacūḍaṃ nāma ekaviṃśaṃ sthānakaṃ saṃpūrṇam ‖

Damit ist im ehrwürdigen Yajurveda-Kāṭhaka, in der Caraka-Schule, in der mittleren (Abteilung), das Pañcacūḍa genannte einundzwanzigste Sthānaka vollendet.