Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 22

Anuvāka 1 Über das Anschirren des Feuers (Agni) mit drei und zwei Versen, das Berühren mit den Apasvatī-Versen, die vierundzwanzig Halbmonate und die Āprī-Verse als Formen des Prajāpati.

svargāya vai lokāya devaratho yujyate kāmāya manuṣyarathas

Für die Himmelswelt nämlich wird der Götterwagen angeschirrt, für den Wunsch (ein) Menschenwagen;

agniṃ yunajmi śavasā ghṛteneti

„Agni schirre ich an mit Kraft, mit Schmalz“ – (so sagt er);

devaratham eva yunakti

den Götterwagen eben schirrt er an.

sa enaṃ yuktas svargaṃ lokam abhivahati

Der angeschirrte führt ihn zur Himmelswelt hin.

yat sarvābhir yuñjyād yukto 'syāgnis syād apratiṣṭhitā āhutayas

Wenn er mit allen (Versen) anschirrte, wäre sein Agni (nur) angeschirrt, die Opfergüsse aber ohne Halt;

trivṛd vā agnis

Dreifach nämlich ist Agni;

yāvān evāgnis taṃ yunakti

so groß Agni ist, den schirrt er an.

tasmin yukte yajñas samādhīyate

Ist dieser angeschirrt, wird das Opfer zusammengefügt.

dvābhyāṃ nāpiyunakti

Mit zweien (Versen) bindet er (noch) an [?: nāpiyunakti, Lesart unsicher; etwa „schirrt nicht (weiter) an“ oder „bindet an“],

āhutīnāṃ pratiṣṭhityai

zum Halt der Opfergüsse.

dvābhyāṃ yajñāyajñīyasya stotre 'bhimṛśati

Mit zweien (Versen) berührt er beim Lobgesang des Yajñāyajñīya(-Sāman).

etāvān vai yajño yāvān evāgniṣṭomas

So groß ist das Opfer, wie der Agniṣṭoma es ist;

bhūmā tvā asyāta ūrdhvaṃ kriyate

das Mehr wird von da an aufwärts (darüber hinaus) gemacht.

yāvān eva yajño yāvān agniṣṭomas tam antatas svargaṃ lokam anusamārohati ‖

So groß das Opfer, so groß der Agniṣṭoma ist, den besteigt er am Ende hinauf zur Himmelswelt.

saṃ vā etam etā agnī tapato yaś cāgniṣṭomo yaś ca vaiśvānaras

Diesen (Opferherrn) versengen nämlich diese beiden Feuer zusammen: der Agniṣṭoma und der Vaiśvānara.

apasvatībhyām abhimṛśati

Mit den Apasvatī-Versen berührt er (ihn/das Feuer),

dvipād yajamānaḥ

zweifüßig ist der Opferherr –

samās tvāgna ṛtavo vardhayantv iti

„Die Jahre sollen dich, Agni, die Jahreszeiten wachsen lassen“ –

samābhir evartūn vardhayaty ṛtubhis sam̐vatsaram

durch die Jahre lässt er die Jahreszeiten wachsen, durch die Jahreszeiten das Jahr.

saṃ divyena dīdihi rocaneneti

„Leuchte mit himmlischem Lichtglanz zusammen“ –

tasmād agnis sarvā diśo vibhāti

darum strahlt Agni über alle Himmelsrichtungen hin.

pratyauhatām aśvinā mṛtyum asmād ity āmayāvina etān kuryāt

„Die beiden Aśvin sollen den Tod von ihm zurückdrängen“ – (mit diesem Vers) soll man diese (Backsteine/Verse) für einen Kranken vornehmen;

mṛtyum evāsmāt pratinudati

den Tod eben stößt er von ihm zurück.

ud vayaṃ tamasas parīti

„Aus dem Dunkel empor …“ –

pāpmā vai tamaḥ

Das Übel ist nämlich das Dunkel;

pāpmānam evaitayāpahate

das Übel eben vertreibt er mit diesem (Vers).

jyotiṣ paśyanta uttaram iti

„Das höhere Licht schauend“ –

asau vā ādityo jyotir uttamam

jener Āditya nämlich ist das höchste Licht;

amuṣyaivādityasya sāyujyaṃ gacchati ‖

zur Gemeinschaft eben mit jenem Āditya gelangt er.

yā apasvatīs tāḥ kuryāt

Die Apasvatī(-Verse), diese soll man vornehmen,

caturvim̐śatis saṃvatsarasyārdhamāsās

vierundzwanzig sind die Halbmonate des Jahres.

na vai saṃvatsaras tiṣṭhate nāsya śrīs tiṣṭhate yasyaitāḥ kriyante

Nicht kommt das Jahr zum Stehen, nicht kommt sein Glück zum Stehen (d.h. es bleibt beweglich), für den diese gemacht werden [?: Sinn der Stelle unsicher].

prajāpatiḥ prajās sṛṣṭvā sa riricāna ivāmanyata

Prajāpati, nachdem er die Geschöpfe geschaffen hatte, meinte, er sei gleichsam ausgeleert.

tābhir ātmānam āprīṇīta

mit ihnen erquickte er sich selbst.

yajñam evāprīṇāti

damit erquickt er eben das Opfer.

ūnātiriktās

(Sie sind) mit Mangel und mit Überschuss (behaftet) [?],

lomaśaṃ vai nāmaitat prajāpateś chandas

„Lomaśa“ (das Behaarte) heißt nämlich dieses Versmaß des Prajāpati;

lomaśāḥ paśavaḥ prajāyante

behaart pflanzen sich die Tiere fort;

sarvāṇi vā etā rūpāṇī

Alle Gestalten sind diese nämlich;

sarvāṇi rūpāṇy agnau citye kriyante

alle Gestalten werden beim geschichteten Feuer (Agni) gemacht;

tasmād etā agneś cityasya bhavanti ‖

darum gehören diese zum geschichteten Agni.