agninā vai devās svargaṃ lokam āyan
Mit Agni gingen die Götter zur Himmelswelt.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 22
agninā vai devās svargaṃ lokam āyan
Mit Agni gingen die Götter zur Himmelswelt.
tān parāca āvṛtān paścād anvavetya rakṣām̐sy ajighām̐san
Als sie abgewandt (von hier) hinweggezogen waren, kamen ihnen die Rakṣas von hinten nach und wollten sie erschlagen.
te devā etā vitṛṇṇīr apaśyan
Diese Götter sahen diese durchbohrten (Backsteine) [?: vitṛṇṇā, „durchlöchert/natürlich durchbohrt“].
tābhī rakṣām̐sy apāghnata
Mit ihnen schlugen sie die Rakṣas weg.
yad dve purastād upadadhāti dve paścāt
Dass er zwei vorn einlegt und zwei hinten,
cakṣur evobhayato dadhāti
so setzt er das Auge eben nach beiden Seiten,
rakṣasām apahatyai
zur Abwehr der Rakṣas.
svayamātṛṇṇā bhavanti
Sie sind von selbst durchbohrt (svayamātṛṇṇā),
prāṇānām utsṛṣṭyai
zur Freilassung (Öffnung) der Lebenshauche,
svargasya lokasyānukśātyai
zum Ausblick [?] auf die Himmelswelt.
catasras
Vier (sind es);
tasmāc catvāri cakṣuṣo rūpāṇi dve śukle dve kṛṣṇe
darum hat das Auge vier Gestalten: zwei helle, zwei dunkle.
svargāya vai lokāyāgniś cīyate
Für die Himmelswelt nämlich wird Agni geschichtet.
yad ekādaśinīṃ kuryād vajreṇa purastād avagṛhṇīyād asvargyas syāt
Wenn man die Ekādaśinī [Anm.: Reihe von elf Pfählen/Backsteinen] machte, würde man (sie) vorn mit dem Vajra abfassen; er wäre dann nicht zum Himmel bestimmt [?].
yad anekādaśinīm anavaruddhā asya paśavas syur
Wenn er eine (Reihe) nicht aus elf macht, wären seine Tiere nicht gewonnen;
ekayūpa ekādaśa paśūn ālabheta
an einem einzigen Opferpfosten soll er elf Tiere schlachten.
tenaiva svargyas
Dadurch eben ist er zum Himmel bestimmt;
tena paśūn avarunddhe ‖
dadurch gewinnt er die Tiere.
na pakṣasaṃmitāṃ minuyāt
Er soll (die Ekādaśinī) nicht dem Flügel gleich messen.
yat pakṣasaṃmitāṃ minuyāt kanīyām̐saṃ yajñakratum upeyāt pāpīyasyasy ātmanaḥ prajā syāt
Wenn er sie dem Flügel gleich messen würde, käme er zu einem kleineren Opferwerk, und die Nachkommenschaft seines Selbst wäre schlechter.
etad dha vā uvāca jātaś śākāyanyaś śaṅkhaṃ kauṣyaṃ pakṣasaṃmitām ekādaśinīm ameṣṭeti śrutvā kanīyām̐saṃ yajñakratum upāgāt pāpīyasy asyātmanaḥ prajā bhaviṣyatīti
Dies sagte Jāta Śākāyanya zu Śaṅkha Kauṣya: „Nachdem du gehört hast: ‚Miss die Ekādaśinī gleich dem Flügel!‘, bist du zu einem kleineren Opferwerk gekommen; die Nachkommenschaft deines Selbst wird schlechter sein.“
tato vai taṃ parābhūtaṃ manyante
Daraufhin hält man ihn für unterlegen.
vedisaṃmitāṃ minuyāt
Er soll sie der Vedi gleich messen.
jyāyām̐sam eva yajñakratum upaiti
Zu einem größeren Opferwerk eben gelangt er;
nāsyātmanaḥ prajā pāpīyasī bhavati
die Nachkommenschaft seines Selbst wird nicht schlechter.
kasmai kam agniś cīyata ity āhur
„Wozu, wofür wird Agni geschichtet?“, sagen sie.
devā mā vedann iti vā agniś cīyate
„Die Götter sollen mich kennen“ – dazu nämlich wird Agni geschichtet.
ya evaṃ vidvān agniṃ cinute vidur etaṃ devāḥ
Wer dies wissend Agni schichtet, den kennen die Götter.
kasmai kam agniś cīyata ity āhur
„Wozu, wofür wird Agni geschichtet?“, sagen sie.
gṛhā me 'sann iti vā agniś cīyate
„Häuser sollen mir sein“ – dazu nämlich wird Agni geschichtet.
ya evaṃ vidvān agniṃ cinute gṛhavān bhavati
Wer dies wissend Agni schichtet, wird ein Hausherr (mit Häusern).
kasmai kam agniś cīyata ity āhur
„Wozu, wofür wird Agni geschichtet?“, sagen sie.
annam adānīti vā agniś cīyate
„Speise möchte ich essen“ – dazu nämlich wird Agni geschichtet.
ya evaṃ vidvān agniṃ cinute 'tty annam
Wer dies wissend Agni schichtet, isst Speise.
vrataṃ cared agniṃ citvā
Ein Gelübde soll er üben, nachdem er Agni geschichtet hat:
prathamaṃ citvā na rāmām upeyāt
Hat er (Agni) das erste Mal geschichtet, soll er nicht zur Frau gehen;
dvitīyaṃ citvā nānyeṣām̐ striyas
hat er ihn das zweite Mal geschichtet, nicht zu den Frauen anderer;
tṛtīyaṃ citvā na kāṃcana
hat er ihn das dritte Mal geschichtet, zu keiner.
reto vā etan nidhatte yad agniṃ cinute
Samen nämlich legt er hier nieder, indem er Agni schichtet.
yad upeyād retasā vyṛdhyeta
Ginge er (zur Frau), würde er im Samen fehlgehen.
tad āhur
Dazu sagen sie:
ye evāmū retassicā iṣṭake te agnicito reto bibhṛtas
Jene beiden Samenspenderinnen unter den Backsteinen, die tragen den Samen des Agni-Schichters.
tasmād upetyeti
„Darum ist es (doch) gestattet, hinzuzutreten“ – (so wenden sie ein).
sahasreṣṭakaṃ cinvīta prathamaṃ cinvānas
Ein Tausend-Backstein(-Feuer) soll er schichten, der zum ersten Mal schichtet;
sahasrasaṃmito hy ayaṃ lokas
denn tausendfach gemessen ist diese Welt.
dve sahasre dvitīyaṃ cinvānas
Zweitausend, der zum zweiten Mal schichtet;
antarikṣeṇa saṃmitam
mit dem Luftraum ist es ausgemessen.
trīṇi sahasrāṇi tṛtīyaṃ cinvānas
Dreitausend, der zum dritten Mal schichtet;
traya ime lokās
drei sind diese Welten;
ebhir lokais saṃmitam
mit diesen Welten ist es ausgemessen.
prajāpatir vā ukhyam agnim abibhas
Prajāpati trug nämlich den Ukhya-Agni (im Topf).
tena prajā asṛjata
Damit schuf er die Geschöpfe.
tā anuprāviśat
In sie ging er hinein.
so 'bravīt
Er sagte:
sa eva me prajānām ṛdhnavad yo metas saṃcinavad iti
„Der soll unter meinen Geschöpfen Erfolg haben, der von hier (aus mir) zusammenschichtet.“
agniḥ prajāpatis
Agni ist Prajāpati;
yad agniṃ cinute
dass er Agni schichtet,
prajāpatim eva saṃcinoty ṛdhnoti
so schichtet er Prajāpati eben zusammen und hat Erfolg.
tac cityasya cityatvam
Das ist der Grund des Geschichtet-Seins des Geschichteten.
taṃ vasubhyaḥ prāyacchat
Diesen gab er den Vasus.
tena vasavas trīṇi ca śatāni trayastrim̐śataṃ cāsṛjanta
Damit schufen die Vasus dreihundert und dreiunddreißig.
te vasavo rudrebhyaḥ prāyacchan
Diese Vasus gaben ihn den Rudras.
tena rudrās trīṇi ca śatāni trayastrim̐śataṃ cāsṛjanta
Damit schufen die Rudras dreihundert und dreiunddreißig.
taṃ rudrā ādityebhyaḥ prāyacchan
Diesen gaben die Rudras den Ādityas.
tenādityās trīṇi ca śatāni trayastrim̐śataṃ cāsṛjanta
Damit schufen die Ādityas dreihundert und dreiunddreißig.
ukhā sahasratamī
Der Ukhā-Topf ist der tausendste.
ya evam ukhām̐ sahasratamīṃ veda gacchati sāhasrīṃ puṣṭiṃ paśūnām ‖
Wer so den Ukhā-Topf als den tausendsten kennt, gelangt zu tausendfachem Gedeihen an Vieh.