sajūr abda āyavobhir iti
„Vereint das Jahr mit den Āyava(-Monaten)“ –
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 22
sajūr abda āyavobhir iti
„Vereint das Jahr mit den Āyava(-Monaten)“ –
saṃvatsaro vā abdas
das Jahr ist nämlich das Abda;
māsā āyavā uṣā aruṇīs sūra etaśa ime aśvinā
die Monate sind die Āyava(s); die rötlichen (Kühe) sind Uṣas, das Etaśa(-Roß) die Sonne, (Tag und Nacht) diese beiden Aśvin;
saṃvatsaro 'gnir vaiśvānaraḥ
das Jahr ist Agni Vaiśvānara;
paśava iḍā
das Vieh ist Iḍā;
paśavo ghṛtam
das Vieh ist das Schmalz.
saṃvatsaraṃ paśavo 'nu prajāyante
Dem Jahr nach pflanzt sich das Vieh fort;
saṃvatsarād evāsmai paśūn prajanayati
aus dem Jahr eben erzeugt er ihm das Vieh.
darbhastambe juhoti
Auf einem Darbha-Büschel opfert er.
yad vā asyā anāmṛtaṃ yad vīryaṃ tad etad utsarpati
Was an dieser (Erde) das Unversehrte, was ihre Manneskraft ist, das kriecht hier hervor [?].
yad evāsyā anāmṛtaṃ yad vīryaṃ tasmiñ juhoti
In dem, was an ihr unversehrt ist, was ihre Manneskraft ist, darin opfert er.
nāgniṃ cikyānaḥ pramīyate yasyaivaṃ juhvati
Nicht stirbt der Agni-Schichter, für den man so opfert.
citraṃ devānām udagād anīkam iti puruṣaśīrṣe juhoti
„Der Götter buntes Antlitz ist aufgegangen“ – (mit diesem Vers) opfert er auf dem Menschenkopf(-Backstein).
ahar vai mitro rātrī varuṇas
Der Tag nämlich ist Mitra, die Nacht Varuṇa;
etāvad vāvāsti
so viel nur ist da;
yāvad evāsti tat spṛṇoti
so viel wie da ist, das füllt er aus.
sauryarcā juhoti
Mit einem Sonnenvers opfert er.
tasmāt puruṣa eva sūryaṃ pratyaṅ paśūnāṃ nyañco 'nye
Darum ist nur der Mensch der Sonne zugewandt, unter den Tieren sind andere abwärts gerichtet.
yat samānyarcā dvir juhoti
Dass er mit einem gleichen Vers zweimal opfert,
tasmāt samānasya puruṣasya dvau pādau ‖
darum hat ein und derselbe Mensch zwei Füße.
yo ha vā agniṃ yoga āgate na yunakti na yuñjāneṣu yuṅkte
Wer nämlich Agni, wenn die Zeit des Anschirrens gekommen ist, nicht anschirrt, der wird unter den Anschirrenden nicht angeschirrt (d.h. nicht mitgenommen);
yukṣvā hi devahūtamām̐ agne yukṣvā hi ye taveti
„Schirre an, denn die götterrufendsten (Rosse), Agni, schirre an, denn jene deine“ –
agnim evaitad yoga āgate yunakti
Agni eben schirrt er damit an, wenn die Zeit des Anschirrens gekommen ist;
yuṅkte yuñjāneṣu ya evaṃ veda
er wird unter den Anschirrenden angeschirrt, wer dies weiß.
dvābhyāṃ yunakti
Mit zweien (Versen) schirrt er an;
asthūri dvayam
eine Doppelung ist ohne Joch(-Last) (asthūri) [?: asthūri dvayam, Sinn unsicher; vielleicht „ohne einzelnes Zugtier – zwei Zugtiere“].
yo ha vā agniṃ vimoka āgate na vimuñcati na vimuñcamāneṣu vimuñcate
Wer nämlich Agni, wenn die Zeit des Ausspannens gekommen ist, nicht ausspannt, der wird unter den Ausspannenden nicht ausgespannt (d.h. nicht gelöst);
māteva putraṃ pṛthivī purīṣyam iti
„Wie die Mutter den Sohn (trage) die Erde den Schutt-Reichen (Agni)“ –
agnim evaitad vimoka āgate vimuñcati
Agni eben spannt er damit aus, wenn die Zeit des Ausspannens gekommen ist;
vi vimuñcamāneṣu muñcate ya evaṃ veda
er wird unter den Ausspannenden gelöst, wer dies weiß.
athaitās saṃyānīs
Nun diese Saṃyānī-Verse [Anm.: „zusammen Fahrende“; Verse zum Aufbruch].
etā vai devatās svargyās
Diese Gottheiten führen nämlich zum Himmel;
tābhir eva svargaṃ lokam eti
durch sie eben gelangt er zur Himmelswelt.
eṣā vai gāyatrī jyotiṣpakṣā
Diese ist nämlich die Gāyatrī mit Licht als Flügel;
tayaiva svargaṃ lokam eti ‖
durch sie eben gelangt er zur Himmelswelt.
yathā nāvodakād udakam abhisaṃyāty evaṃ vā etābhir agnicid amutra yathālokam̐ saṃyāti
Wie man mit einem Boot von Wasser zu Wasser hinüberfährt, so fährt der Agni-Schichter durch diese drüben je nach der Welt zusammen(hin).
tat saṃyānīnām̐ saṃyānītvam
Das ist der Grund des Saṃyānī-Seins der Saṃyānī(-Verse).
athaitāny ṛtunāmāni
Nun diese Jahreszeiten-Namen.
ṛtūn evāvarunddhe
Die Jahreszeiten eben gewinnt er für sich.
sumeka iti
„Sumeka“ –
saṃvatsaro vai sumekas
das Jahr ist nämlich Sumeka;
saṃvatsaram evāvarunddhe
das Jahr eben gewinnt er für sich.
athaitā ādityeṣṭakās
Nun diese Āditya-Backsteine.
ādityā vā etasya teja ādadate yo 'gniṃ cikyāno neva rocate
Die Ādityas nehmen nämlich dessen Glanz weg, der, Agni schichtend, gleichsam nicht leuchtet.
yad etā upadhīyante
Dass diese eingelegt werden:
yathā dīpyamāne bhūyo 'bhyādadhāty evam evāsmim̐s tad adhipūrvaṃ tejo dadhāti
Wie man auf ein Brennendes noch mehr nachlegt, so legt er in ihm damit zum Früheren hinzu Glanz.
nāsyādityās teja ādadate
Nicht nehmen ihm die Ādityas den Glanz weg;
yathāsau deveṣv evaṃ manuṣyeṣu bhavati
wie jener unter den Göttern (leuchtet), so wird er unter den Menschen.
athaitā ghṛteṣṭakās
Nun diese Schmalz-Backsteine.
tejo vā agnis tejo ghṛtam
Glanz ist Agni, Glanz das Schmalz;
tejasy eva tejo dadhāti
in den Glanz eben legt er Glanz.
athaitā vṛṣṭisanayas
Nun diese Regen-Gewinnerinnen (vṛṣṭisani).
vṛṣṭim evaitābhir avarunddhe
Den Regen eben gewinnt er durch diese für sich;
etābhir vā agnicite 'mutra yathākāmaṃ varṣati
durch diese regnet es dem Agni-Schichter drüben nach Wunsch.
tad vṛṣṭisanīnāṃ vṛṣṭisanitvam
Das ist der Grund des Vṛṣṭisani-Seins der Vṛṣṭisani(-Backsteine).
athaitā ātmā
Nun diese, das Selbst (ātmā-Backsteine).
etad dha vā uvāca śaṅkhaḥ kauṣyaḥ putram agniṃ cikivām̐sam acair agnī3m iti
Dies nämlich sprach Śaṅkha Kauṣya zu (seinem) Sohn, der Agni geschichtet hatte: „Hast du Agni geschichtet?“
acaiṣam̐ hī3ti
„Ich habe (ihn) geschichtet.“
atha kathā na sarvātmāgā iti
„Wie denn, bist du nicht als vollständiges Selbst gegangen?“ [?]
tad dhi nūnaṃ na vidāṃcakṛmeti
„Dies haben wir gewiss nicht gewusst“ [?: Sprecher unklar].
yad etā upadhīyante
Dass diese eingelegt werden,
sātmānam evāgniṃ cinute
so schichtet er Agni eben samt Selbst.
punarnitunnā bhavanti
Sie sind wieder(holt) eingedrückt/eingestoßen [?: punarnitunnā, technisch].
prāṇa eva prāṇam upasaṃdadhāti
Den Lebenshauch eben fügt er an den Lebenshauch an.
athaiṣā ṣaṣṭhī citis
Nun diese sechste Schicht.
yo 'gniṃ cikyāno neva pratitiṣṭhet sa etām̐ ṣaṣṭhīṃ citim upadadhīta
Wer, Agni schichtend, gleichsam keinen Halt fände, der soll diese sechste Schicht einlegen.
ṣaḍ vā ṛtavas saṃvatsaras
Sechs nämlich sind die Jahreszeiten, das Jahr;
ṛtuṣv eva saṃvatsare pratitiṣṭhati
in den Jahreszeiten eben, im Jahr, findet er Halt.
etā vai devatās svargyās
Diese Gottheiten führen nämlich zum Himmel;
tābhir eva svargaṃ lokam eti
durch sie eben gelangt er zur Himmelswelt.
etā vai devatā abhicaraṇīyās
Diese Gottheiten sind nämlich (auch) zum feindlichen Zauber geeignet.
yaṃ dviṣyāt taṃ brūyād amuṃ vo jambhe dadhāmīti
Wen er hassen sollte, von dem soll er sagen: „Jenen setze ich euch in den Rachen.“
etābhya evainaṃ devatābhya āvṛścati
Von diesen Gottheiten eben schneidet er ihn ab (entzieht ihn ihnen).
tājak pradhanvati ‖
Schnell läuft er davon (verfällt er) [?: tājak].