Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 22

Anuvāka 14 Verse an die Himmelsrichtungen mit ihren Sāmans, Metren, Stomas und Jahreszeiten (Ost, Süd, West, Nord, Zenit, Schlussvers).

samid diśām āśayā nas svarvin madhur ato mādhvaḥ pātv asmān |

Das Brennholz der Himmelsrichtungen, mit (unserer) Hoffnung, der Himmel-Gewinnende, der süße, von da der Honigsüße soll uns beschützen.

agnir devo duṣṭarītur adabdha idaṃ brahma jinvatu pātv asmān ‖

Agni, der Gott, der unbezwingbare (dessen Ansturm schwer zu bezwingen ist), unbetrügbar, soll dieses heilige Wort beleben, soll uns beschützen.

rathaṃtaram̐ sāmabhiḥ pātv asmān gāyatrī chandasāṃ viśvarūpā |

Das Rathaṃtara mit den Sāman soll uns beschützen, die Gāyatrī unter den Metren, die vielgestaltige;

trivṛd viṣṭhayā stomo ahnām̐ samudro vāta idam ojaḥ pipartu ‖

der Trivṛt(-Stoma) mit der Viṣṭhā(-Aufstellung), der Lobgesang der Tage, das Meer, der Wind sollen diese Kraft erfüllen.

ugrā diśām abhibhūtir vayodhāś śuciś śukro ahany ojasye |

Die gewaltige unter den Himmelsrichtungen, die Überwinderin, die Lebenskraft-Spenderin, der lautere, klare, am Tag Kraftvolle;

indrādhipatyaiḥ pipṛtād ato no mahi kṣatraṃ viśvato dhārayedam ‖

mit Indras Oberherrschaften soll er uns von da retten; die große Herrschaft (kṣatra) soll er von allen Seiten festhalten.

bṛhat sāma kṣatrabhṛd vṛddhavṛṣṇyaṃ triṣṭubhaujaś śubhitam ugravīram |

Das Bṛhat-Sāman, die Herrschaft tragend, von gewachsener Stärke, mit der Triṣṭubh die Kraft geschmückt, gewaltig an Helden;

indra stomena pañcadaśenauja idaṃ vātena sagareṇa rakṣa ‖

Indra, mit dem Fünfzehnfach-Stoma schütze diese Kraft, mit dem Wind, mit dem Meer [?: sagara, „Meer“ oder „Gift“?].

prācī diśām̐ sahāśayā no viśve devāḥ prāvṛṣāhnām̐ svarvit |

Der Osten unter den Himmelsrichtungen, mit (unserer) Hoffnung zusammen, die Allgötter, die Regenzeit unter den Tagen, den Himmel gewinnend;

idaṃ kṣatraṃ duṣṭaram astv ojo 'nādhṛṣṭam̐ sahasriyam̐ sahasvat ‖

diese Herrschaft soll unbezwingbar sein, die Kraft unangreifbar, tausendfach, siegreich.

vairūpeṇa sāmnā tac chakeyaṃ jagatyainaṃ vikṣv āveśayāmi |

Mit dem Vairūpa-Sāman möchte ich dies vermögen; mit der Jagatī lasse ich ihn in die Stämme (das Volk, viś) eingehen.

viśve devās saptadaśena madhyam idaṃ kṣatram̐ salilaṃ vātam ugram ‖

Die Allgötter mit dem Siebzehnfach-Stoma, die Mitte; diese Herrschaft, die Flut, der gewaltige Wind.

yantrī diśāṃ kṣatram idaṃ dādhāropasthāśā mitravatīdam ojaḥ |

Die Zügelnde unter den Himmelsrichtungen hat diese Herrschaft festgehalten, die Hoffnung im Schoß, die von Mitra begleitete (hat) diese Kraft;

mitrāvaruṇā śaradāhnāṃ jigatnū adabdhakṣatram idam astv ojaḥ ‖

Mitra und Varuṇa, die Herbst(-Kräfte) unter den Tagen, die Schreitenden; diese Kraft soll eine unversehrte Herrschaft sein.

vairāje sāmann adhi me manīṣānuṣṭubhā saṃbhṛtaṃ duṣṭaram̐ sahaḥ |

Im Vairāja-Sāman ist mir Einsicht zu eigen; mit der Anuṣṭubh zusammengebracht die unbezwingliche Überlegenheit;

idaṃ kṣatraṃ mitravad ārdradānvojo mitrāvaruṇā rakṣatam ādhipatyaiḥ ‖

diese Herrschaft, mit Mitra verbunden, mit feuchtem Geschenk [?: ārdradānu], die Kraft – Mitra und Varuṇa, schützt (sie) mit euren Oberherrschaften.

samrāḍ diśām̐ sahasāmnī sahasvaty ṛtur hemanto viṣṭhayā pipartu naḥ |

Die Allherrscherin unter den Himmelsrichtungen, mit dem Sahas-Sāman (dem Siegreichen), die siegreiche, die Jahreszeit Winter soll uns mit der Viṣṭhā-Aufstellung erfüllen [?: hemanto, wohl „Winter“].

avasyuvātā bṛhatī na śakvarīmaṃ yajñam avatu yā ghṛtācī ‖

Die Hilfe suchenden Winde (?), die Bṛhatī, die Śakvarī soll dieses Opfer beschützen, die Schmalz-Fließende (ghṛtācī) [?: Konstruktion unsicher].

svarvatī sudughā yā payasvatīmaṃ yajñam avatu yā ghṛtācī |

Die himmelreiche, gut Milch-Gebende, die milchreiche soll dieses Opfer beschützen, die Schmalz-Fließende.

tvaṃ no gopā avitota yantā bṛhaspate yāmyāṃ yuṅgdhi vācam ‖

Du bist unser Hüter, Beschützer und Lenker, Bṛhaspati; schirre die Rede des (Yama-)Bereichs [?: yāmyām] an.

ūrdhvā diśāṃ rantir āśauṣadhīnām̐ saṃvatsareṇa savitā no ahnām |

Die aufwärtige unter den Himmelsrichtungen, die Freude der Kräuter, ihre Hoffnung; mit dem Jahr Savitṛ, unter den Tagen der unsere [?];

revat sāmāticchandā u cchando 'jātaśatrus suhavo na edhi ‖

das Revat-Sāman, das Ganz-Überschreitende-Metrum (aticchandas), das Metrum – (du,) dem kein Feind geboren, leicht anzurufen, sei uns.

stomatrayastrim̐śe bhuvanasya patni vivasvadvāte abhi no gṛṇīhi |

Beim Dreiunddreißigfach-Stoma, Herrin des Weltalls, im Wind des Vivasvant, preise uns [?: gṛṇīhi, „ruf uns zu“].

ghṛtavatī savitur ādhipatye payasvatī rantir āśā no astu ‖

Die schmalzreiche, unter Savitṛs Oberherrschaft, die milchreiche Freude, die Himmelsrichtung, sei uns.

yaḥ prāṇataḥ ‖

der, der (über alles) Atmende (herrscht) [Anm.: Anfangsworte von RV 10,121; Vers nur angezitiert].

virāḍ diśāṃ viṣṇupatny aghorāsyeśānā sahaso yā manotā |

Die Virāj unter den Himmelsrichtungen, Viṣṇus Gattin, nicht schrecklich, Herrin (Herrscherin) der Kraft, die Manotā [?];

viśvavyacā iṣayantī subhūtā śivā no astv aditir upasthe ‖

die alles Umfassende, anregend, wohlgeraten, gnädig soll uns Aditi sein im Schoße.

viṣṭambho divo dharuṇaḥ pṛthivyā asyeśānā sahaso viṣṇupatnī |

Die Stütze des Himmels, der Träger der Erde, Herrin (Herrscherin) dieser Kraft, Viṣṇus Gattin;

bṛhaspatir mātariśvota vāyus saṃdhvānā vātā abhi no gṛṇantu ‖

Bṛhaspati, Mātariśvan und Vāyu, die zusammen brausenden Winde sollen uns anrufen [?].

vaiśvānaro na ūtaye

Vaiśvānara (komme) uns zur Hilfe,

pṛṣṭo divi

der im Himmel Erfragte [Anm.: Anfangsworte von RV 6,8 und Verwandtem; Verse angezitiert];

anv id anumate tvam

„Ja, Anumati, du hast zugestimmt“ [Anm.: Anfang des Anumati-Verses];

yat te nāma ‖

„Welchen Namen du hast“ [Anm.: Zitatanfang].