prācīnavam̐śaṃ kurvanti
Man macht (die Halle) mit nach Osten gerichtetem Dachbalken (prācīnavaṃśa).
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 22
prācīnavam̐śaṃ kurvanti
Man macht (die Halle) mit nach Osten gerichtetem Dachbalken (prācīnavaṃśa).
prācī vai devānāṃ dig
Der Osten ist nämlich die Himmelsrichtung der Götter;
devalokam evopāvartate
zur Götterwelt eben wendet er sich hin.
pura ādityo 'sau
Im Osten (erscheint) jener Āditya;
amum evādityam upotkrāmati
auf jenen Āditya eben schreitet er zu.
pariśrite yājayanti
In einem umzäunten Raum lässt man opfern.
devalokam eva parigṛhya tasminn enaṃ dīkṣayanti
Die Götterwelt eben umfassend (umzäunend), weiht man ihn in ihr.
eti vā eṣo 'smāl lokād yo 'muṃ lokaṃ gacchati
Wer zu jener Welt geht, der geht aus dieser Welt fort.
antarhita iva vā ito 'sau lokas
Jene Welt ist von hier gleichsam verborgen.
sraktiṣv atīrokān kuryāt
An den Ecken (Kanten) soll er Durchlässe (atīrokān) machen [?: atīroka, unsicher].
tenāsmāl lokān naiti
Dadurch geht er nicht aus dieser Welt fort.
āgnāvaiṣṇavam ekādaśakapālaṃ nirvapati
Einen Kuchen auf elf Schalen für Agni und Viṣṇu spendet er.
agnir vai sarvā devatās
Agni ist nämlich alle Gottheiten,
viṣṇur yajñas
Viṣṇu das Opfer;
devatāś caiva yajñaṃ cālabhya dīkṣām upaiti
nachdem er die Gottheiten und das Opfer angefasst hat, tritt er in die Weihe ein.
pavitraṃ vā agnir yajño viṣṇuḥ
Ein Reinigungsmittel (pavitra) ist nämlich Agni, das Opfer (ist) Viṣṇu;
pavitrapūta eva yajñam ālabhate
durch das Reinigungsmittel gereinigt fasst er das Opfer an.
yad aṣṭākapālas
Dass der Kuchen achtschalig ist,
tenāgneyas
dadurch gehört er zu Agni;
yat trikapālas
dass (er) dreischalig (ist),
tena vaiṣṇavas
dadurch gehört er zu Viṣṇu;
tenobhayasmān naiti
dadurch geht er von keinem von beiden fort.
āgnāvaiṣṇavam ekādaśakapālaṃ nirvapati
Einen Kuchen auf elf Schalen für Agni und Viṣṇu spendet er.
agnir vai devānām avamo viṣṇuḥ paramas
Agni ist nämlich der niedrigste der Götter, Viṣṇu der höchste;
yathā tejanyā antau saṃgṛhṇāty evam evaitad ubhayatas saṃgṛhya madhyato devatā āvapate
wie man beide Enden eines Rohrs (Pfeilschafts) zusammenfasst [?: tejanī], so fasst er dadurch (die Götter) von beiden Seiten zusammen und streut in die Mitte die Gottheiten (Spenden) hinein.
puroḍāśas syād brahmavarcasakāmasya
Ein Puroḍāśa-Opferkuchen soll es sein für den, der brahmanischen Glanz (brahmavarcasa) wünscht.
śiro vā etad yajñasya yat puroḍāśas
Dies ist nämlich der Kopf des Opfers, nämlich der Puroḍāśa;
brahmavarcasaṃ puroḍāśas
der Puroḍāśa ist brahmanischer Glanz;
brahmavarcasī bhavati
er wird brahmanisch glänzend.
carur ghṛte syāt prajākāmasya vā paśukāmasya vā
Ein Reisbrei (caru) in Schmalz soll es sein für den, der Nachkommen oder Vieh wünscht.
mithunaṃ vā etad yad ghṛtaṃ ca taṇḍulāś ca
Ein Paar ist nämlich dies: das Schmalz und die Reiskörner;
dhenvā ghṛtaṃ payo 'naḍuhas taṇḍulās
von der Kuh das Schmalz (die Milch), vom Zugstier die Reiskörner [?: payaḥ „Milch“, anaḍuh „Stier“ – Bild der Paarung];
mithunam eva yajñamukhe dadhāti
ein Paar eben setzt er an den Anfang des Opfers,
prajananāya
zur Zeugung.
yato vā etad rūpaṃ yac carur
Denn woher diese Gestalt kommt: der Reisbrei –
ejateva hy eti dīkṣito 'muṃ lokam
der Geweihte geht nämlich gleichsam zitternd (bebend) zu jener Welt.
amum̐ hy eṣa lokam abhidīkṣate
Denn auf jene Welt hin wird dieser geweiht.
yac carur bhavati
Dass es ein Reisbrei ist,
samṛddhyai
(geschieht) zum Gelingen.
āṅkte
Er salbt sich,
abhyaṅkte
er reibt sich ein,
snāti
er badet,
vāsaḥ paridhatte
er legt ein Gewand an.
etā vai puruṣasya tanvas
Dies sind nämlich die Körper(-Gestalten) des Menschen.
sarvatanūr eva bhūtvā dīkṣām upaiti
Als ganzer Körper eben tritt er in die Weihe ein.
cchidro vai puruṣo 'ntarād amedhyas
Durchlöchert ist der Mensch, im Inneren unrein (unopferfähig).
yad aśnāti
Dass er isst,
medhyatvāyaivācchidratvāya
(geschieht) eben zur Opferreinheit und zur Lückenlosigkeit.
evam iva vā amuṣmiṃl loke yathā dīkṣamāṇas
Ebenso ist es gleichsam in jener Welt wie bei dem, der sich weihen lässt.
yathā manyetetthaṃ me nopatapsyatīti tathā vratayet
Wie er meint: „So wird es mich nicht quälen“, so soll er das Gelübde halten [?: vratayet, „fasten/Milch-Gelübde einhalten“].
atho yataḥ kanīyo dīkṣitas san vratayiṣyan syāt tathā prāśnīyāt
Oder wie er, als Geweihter (wenig) schwächer, das Gelübde halten wird, so soll er (Speise) essen [?].
keśaśmaśru vapate nakhān nikṛntate dato dhāvate
Er lässt Haar und Bart scheren, er schneidet die Nägel, er reinigt die Zähne.
mṛtaṃ vā etat puruṣasyāmedhyam
Tot und unrein ist dies am Menschen.
amedhyam evāpahatya medham upaiti
Das Unreine eben entfernend, tritt er zur Opferreinheit.
snāti
Er badet.
aṅgiraso vā apsu dīkṣāṃ nidhāya svargaṃ lokam āyan
Die Aṅgiras gingen nämlich, nachdem sie die Weihe in den Wassern niedergelegt hatten, zur Himmelswelt.
yat snāti
Dass er badet,
tām eva dīkṣām ālabhate
so fasst er eben jene Weihe an.
grīvādaghne sneyam
Man soll bis zum Halse reichendem (Wasser) baden.
grīvādaghne hi te tāṃ nidhāyāyan
Denn in bis zum Halse reichendem (Wasser) gingen jene, nachdem sie sie niedergelegt hatten.
yāvaty eva kiyati cādbhiś cet snāti tenaiva tāṃ dīkṣām ālabhate
Wenn er sich mit Wasser badet, wie viel es auch immer sei, damit eben fasst er jene Weihe an.
na vahantībhis snāyāt
Er soll nicht in fließenden (Wassern) baden.
yad vahantībhis snāyāt kṣatraṃ yaśa ṛcchet
Würde er in fließenden baden, würde der Herrschaftsstand (kṣatra) den Ruhm (von ihm weg) treffen [?].
na kūpyābhis snāyāt
Er soll nicht in Brunnenwasser baden.
yat kūpyābhis snāyād viśaṃ yaśa ṛcchet
Würde er in Brunnenwasser baden, würde der Stand des Volkes (viś) den Ruhm (von ihm weg) treffen [?].
sthāvarābhis sneyam
In stehenden Wassern soll man baden.
etā vā apāṃ dīkṣitāḥ paśumatīr yās sthāvarās
Dies sind nämlich die geweihten, viehreichen (Wasser), die stehenden.
lomaśās saṃtatā lomaśāḥ paśavas
Behaart (Wasserpflanzen-behaart), zusammenhängend; behaart (sind) die Tiere.
yajamānam eva yaśasārpayati
Den Opferherrn eben versieht er mit Ruhm.
tīrthe sneyam
An einer Furt (tīrtha) soll man baden.
tīrtham eva samānānāṃ bhavati ‖
Er wird eben zur Furt (zum Zugang) unter seinesgleichen.