Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 22

Anuvāka 15 Sühne-Verse an Agni, Indra, Vāyu, Savitṛ, Mitra-Varuṇa, Aśvins, Maruts, Allgötter sowie Himmel und Erde mit dem Kehrvers „befreit uns von Bedrängnis“; Schlussvermerk des Sthānaka.

agner manve prathamasya pracetaso yaṃ pāñcajanyaṃ bahavas samindhate |

Des Agni gedenke ich, des ersten, des klugen, den die fünf Stämme, viele, entzünden;

viśvasyāṃ viśi praviviśānam īmahe sa no muñcatv am̐hasaḥ ‖

den in jeden Stamm Eingehenden erbitten wir; der soll uns von Bedrängnis lösen.

yasyedaṃ prāṇan nimiṣad yad ejati yasya jātaṃ janamānaṃ ca kevalam |

Dessen ist dies, was atmet, was die Augen schließt, was sich regt; dessen (ist) das Geborene und das zu Gebärende, alles zumal;

staumy agniṃ nāthito johavīmi sa no muñcatv am̐hasaḥ ‖

Agni preise ich, Hilfe suchend rufe ich immer wieder; der soll uns von Bedrängnis lösen.

indrasya manve prathamasya pracetaso vṛtraghnas stomā upa mām ihāguḥ |

Des Indra gedenke ich, des ersten, des klugen; die Vṛtra-erschlagenden Lobgesänge sind zu mir hierher gekommen;

yo dāśuṣas sukṛto havam upa gantā sa no muñcatv am̐hasaḥ ‖

der zum Ruf des Gebenden, des Wohltäters, herbeikommt; der soll uns von Bedrängnis lösen.

yas saṃgrāmaṃ jayati saṃ vaśī yudhā yaḥ puṣṭāni sam̐sṛjati trayāṇi |

Der die Schlacht gewinnt, der Machthaber, der im Kampf die drei Gedeihen(sarten) zusammenbringt;

staumīndraṃ nāthito johavīmi sa no muñcatv am̐hasaḥ ‖

Indra preise ich, Hilfe suchend rufe ich immer wieder; der soll uns von Bedrängnis lösen.

vāyos savitur vidathāni manmahe yā ātmanvad bibhṛtho yau ca rakṣathaḥ |

Des Vāyu und Savitṛ Ordnungen(-Werke) gedenken wir, die ihr (mit Leben) beseelt tragt und beschützt;

yau viśvasyādhipā babhūvathus tau no muñcatam āgasaḥ ‖

die ihr Oberherren des Alls wurdet: ihr beide sollt uns von Verfehlung lösen.

upa śreṣṭhā na āśiṣo devayor dharme asthiran |

Die besten unserer Segenswünsche haben sich bei der Ordnung der beiden Götter niedergelassen [?];

staumi vāyum̐ savitāraṃ nāthito johavīmi tau no muñcatam āgasaḥ ‖

Vāyu und Savitṛ preise ich, Hilfe suchend rufe ich immer wieder; ihr beide sollt uns von Verfehlung lösen.

manve vāṃ mitrāvaruṇā tasya vittam̐ satyaujasā dṛhaṇā yaṃ nudethe |

Euer gedenke ich, Mitra und Varuṇa; merkt euch das (was ich sage), ihr wahrhaft Kräftigen, ihr Festigenden, den ihr (beiseite) stoßt [?];

yā rājānā sarathaṃ yātha ugrā tau no muñcatam āgasaḥ ‖

die ihr als Könige, gewaltige, auf einem Wagen fahrt: ihr beide sollt uns von Verfehlung lösen.

yo vāṃ ratha ṛjuraśmis satyadharmā mithūcarantam upayāti dūṣayan |

Euer Wagen mit geraden Zügeln, wahrhaft in seiner Ordnung, der sich dem Falsch-Wandelnden nähert und ihn zuschanden macht [?];

staumi mitrāvaruṇā nāthito johavīmi tau no muñcatam āgasaḥ ‖

Mitra und Varuṇa preise ich, Hilfe suchend rufe ich immer wieder; ihr beide sollt uns von Verfehlung lösen.

rathītamau rathīnām̐ huva ūtaye śubhaṃ gamiṣṭhā suyamebhir āśubhiḥ |

Die besten Wagenfahrer unter den Wagenfahrern rufe ich zur Hilfe, die am schönsten Kommenden mit gut gelenkten, schnellen (Rossen);

yayor vāṃ devau deveṣv aniṣitam ojas tau no muñcatam āgasaḥ ‖

die ihr beide, Götter unter den Göttern, unbezwungene Kraft habt: ihr beide sollt uns von Verfehlung lösen.

yad ayātaṃ vahatum̐ sūryāyās tricakreṇa sam̐sadam icchamānau |

Als ihr zur Hochzeitsfahrt der Sūryā ginget, mit dem dreirädrigen (Wagen), die Versammlung wünschend;

staumi devā aśvinā nāthito johavīmi tau no muñcatam āgasaḥ ‖

die Götter, die beiden Aśvin, preise ich, Hilfe suchend rufe ich immer wieder; ihr beide sollt uns von Verfehlung lösen.

marutāṃ manve adhi no bruvantu premāṃ vācaṃ viśvām avantu viśve |

Der Maruts gedenke ich; sie sollen für uns eintreten, sie alle sollen diese ganze Rede fördern;

āśūn huve suyamān ūtaye te no muñcantv enasaḥ ‖

die Schnellen, gut Lenkbaren rufe ich zur Hilfe; sie sollen uns von Frevel lösen.

tigmam āyudham īḍitam̐ sahasvad divyam̐ śardhaḥ pṛtanāsu jiṣṇu |

Die scharfe Waffe, gepriesen, siegreich, das himmlische Heer(korps), das in den Kämpfen siegt;

staumi devān maruto nāthito johavīmi te no muñcantv enasaḥ ‖

die Götter, die Maruts, preise ich, Hilfe suchend rufe ich immer wieder; sie sollen uns von Frevel lösen.

viśveṣāṃ devānāṃ manve adhi no bruvantu premāṃ vācaṃ viśvām avantu viśve |

Aller Götter gedenke ich; sie sollen für uns eintreten, sie alle sollen diese ganze Rede fördern;

āśūn huve suyamān ūtaye te no muñcantv enasaḥ ‖

die Schnellen, gut Lenkbaren rufe ich zur Hilfe; sie sollen uns von Frevel lösen.

yad idam abhidāsati pauruṣeyād daivyāt

Was dies hier (uns) bedroht: vom Menschlichen her, vom Göttlichen her –

eveṣṭir astu dvipadaś catuṣpadaḥ |

so sei das Wunschziel (eveṣṭi) [?: eveṣṭi unklar] für Zweifüßer und Vierfüßer;

staumi viśvān devān nāthito johavīmi te no muñcantv enasaḥ ‖

alle Götter preise ich, Hilfe suchend rufe ich immer wieder; sie sollen uns von Frevel lösen.

anv id anumate tvam

„Ja, Anumati, du (hast zugestimmt)“ [Anm.: Zitatanfang];

yat te nāma

„Welchen Namen du (hast)“ [Anm.: Zitatanfang];

vaiśvānaro na ūtaye

„Vaiśvānara (komme) uns zur Hilfe“ [Anm.: Zitatanfang];

pṛṣṭo divi ‖

„Der im Himmel Erfragte“ [Anm.: Zitatanfang].

ye aprathetām amitebhir ojobhir ye pratiṣṭhe abhavatāṃ vasūnām |

Die beiden, die sich mit unermesslichen Kräften ausbreiteten, die beiden, die der Güter Grundlage wurden;

te no muñcatam am̐hasaḥ ‖

ihr beide sollt uns von Bedrängnis lösen.

urvī rodasī varivaḥ kṛṇutaṃ kṣetrasya patnī adhivocataṃ naḥ |

Ihr weiten Welten, schafft Raum; ihr Herrinnen des Ackers (Fluren), sprecht für uns [?];

staumi dyāvāpṛthivī nāthito johavīmi te no muñcatam am̐hasaḥ ‖

Himmel und Erde preise ich, Hilfe suchend rufe ich immer wieder; ihr beide sollt uns von Bedrängnis lösen.

iti śrīmadyajuṣi kāṭhake carakaśākhāyām iṭhimikāyāṃ svargaṃ nāma dvāviṃśaṃ sthānakaṃ saṃpūrṇam ‖

Hiermit ist im heiligen Yajus der Kāṭhaka(-Saṃhitā), in der Caraka-Schule, in der Iṭhimikā, das zweiundzwanzigste Sthānaka, „Svarga“ genannt, vollendet.