yā āgneyīr gāyatrīr mūrdhanvatīs tābhis tisṛbhis tisraḥ pūrvārdha upadadhāti
Die zu Agni gehörigen Gāyatrī-Verse, die „kopfhaltigen“ – mit diesen dreien legt er drei in der vorderen Hälfte nieder.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 21
yā āgneyīr gāyatrīr mūrdhanvatīs tābhis tisṛbhis tisraḥ pūrvārdha upadadhāti
Die zu Agni gehörigen Gāyatrī-Verse, die „kopfhaltigen“ – mit diesen dreien legt er drei in der vorderen Hälfte nieder.
atha triṣṭubbhir atha jagatībhir athānuṣṭubbhir atha paṅktibhir atha yat kiñcāgneyaṃ chandas
Dann mit Triṣṭubh-, dann mit Jagatī-, dann mit Anuṣṭubh-, dann mit Paṅkti-Versen, dann mit jedem beliebigen Agni-Metrum.
tisra ekena cchandasā tisra ekena
Drei mit einem Metrum, drei mit einem (anderen);
sarvam agnim anūpadadhāti
so legt er den ganzen Agni der Reihe nach nieder.
etām̐ ha vai yajñasenaś caitraś citiṃ vidāṃcakāra
Diese Schichtung kannte Yajñasena Caitra;
tayā ha vai sa ānardha
mit ihr gelangte er zum Gedeihen [?].
ṛdhnoti ya evaṃ vidvān etā upadhatte
Es gedeiht, wer so wissend diese niederlegt.
paśavo vai chandām̐si
Das Vieh sind nämlich die Metren;
vāmaṃ devānām
das „Liebe“ (vāma, der Schatz) gehört den Göttern;
paśūn eva vāmaṃ bhrātṛvyasya vṛṅkte ‖
Vieh und Schatz also entzieht er dem Rivalen.
ātmā vā āhavanīyo bhrātṛvyo dhiṣṇyas
Der Āhavanīya ist nämlich das Selbst, der Dhiṣṇya(-Herd) der Rivale.
yad gārhapatya upadadhyād bhrātṛvye vāmaṃ paśūn dadhyāt
Würde er (die Ziegel) am Gārhapatya niederlegen, so legte er Schatz und Vieh in den Rivalen.
āhavanīya upadadhāti
Er legt sie am Āhavanīya nieder;
ātmann eva vāmaṃ paśūn dhatte
im eigenen Selbst also legt er Schatz und Vieh nieder.
saiśottaravedir nāma citis
Diese Schichtung heißt „Uttaravedi-Schichtung“ [?].
tasmād etā uttamāyāṃ cityām upadhīyante
Darum werden diese in der obersten Schicht niedergelegt.
uttamas samānānāṃ bhavati ya evaṃ vidvān etā upadhatte
Der Höchste unter seinesgleichen wird, wer so wissend diese niederlegt.
paśur vā agnir
Ein Opfertier ist nämlich Agni.
agnimukhān prajāpatiḥ paśūn asṛjata
Prajāpati erschuf das Vieh, das Agni zum Antlitz (Anfang) hat.
yat pañca citayas
Dass es fünf Schichten sind,
tasmāt pāṅktāḥ paśava ucyante
darum heißt das Vieh „fünffach“ (paṅkta).
yat tisras
Dass drei (Ziegel/Schichten)…,
trivṛd dhy agnir
denn dreifach ist Agni;
yad dve
dass zwei…,
dvipād yajamānaḥ
denn zweifüßig ist der Opferherr –
pratiṣṭhityai
zum festen Halt.
dvyakṣaraṃ loma dvyakṣaraṃ carma dvyakṣaraṃ mām̐saṃ dvyakṣaram asthi dvyakṣaro majjā
Zweisilbig ist „Haar“ (loma), zweisilbig „Haut“ (carma), zweisilbig „Fleisch“ (māṃsa), zweisilbig „Knochen“ (asthi), zweisilbig „Mark“ (majjā);
tad daśa
das sind zehn (Silben).
daśākṣarā virāṭ
Die Virāj hat zehn Silben;
tasmād vairājāḥ paśava ucyante
darum heißt das Vieh „zur Virāj gehörig“.
yo jānudaghnas sa gāyatracit
Der knietiefe (Altar) ist die Gāyatra-Schichtung;
yo nābhidaghnas sa triṣṭupcit
der nabeltiefe ist die Triṣṭubh-Schichtung;
yaḥ puruṣamātras sa jagaccit
der mannshohe ist die Jagatī-Schichtung.
śyenacitaṃ pakṣiṇaṃ cinvīta svargakāmas
Den Falken-Altar (in Vogelgestalt) soll aufschichten, wer den Himmel wünscht;
śyeno vai vayasāṃ kṣepiṣṭhas
der Falke ist nämlich der Schnellste unter den Vögeln –
svargasya lokasya samaṣṭyai
zur Erreichung der Himmelswelt.
alajacitaṃ pakṣiṇaṃ catussītaṃ cinvīta pratiṣṭhākāmas
Den Alaja-Altar (in Vogelgestalt), viergefurcht (catussīta), soll aufschichten, wer festen Halt wünscht;
catasro diśas
vier sind die Himmelsrichtungen;
dikṣv eva pratitiṣṭhati ‖
in den Himmelsrichtungen also findet er Halt.
kaṅkacitam̐ śīrṣaṇvantaṃ cinvīta yaḥ kāmayeta saśīrṣāmuṣmiṃlloke syām iti
Den Kaṅka-Altar (Reiher-Altar) mit Kopf soll schichten, wer wünscht: „Mit Kopf möchte ich in jener Welt sein.“
saśīrṣaivāmuṣmiṃl loke bhavati ‖
Mit Kopf wird er in jener Welt sein.
praugacitaṃ cinvīta yadi manyeta pūrvo mātikrānto bhrātṛvya iti
Den Prauga-Altar (dreieckig, Gabeldeichsel-Form) soll schichten, wer meint: „Der Rivale hat mich zuvor überholt.“
praugacitā vai devā asurān prāṇudanta ya enān pūrve 'tikrāntā āsan
Mit dem Prauga-Altar nämlich stießen die Götter die Asuras fort, die sie zuvor überholt hatten.
ya evainaṃ pūrvo 'tikrānto bhrātṛvyas taṃ tena praṇudate
Den Rivalen, der ihn zuvor überholt hat, den stößt er damit hinweg.
ubhayataḥpraugaṃ cinvīta yadi manyeta paścān me bhrātṛvya iti
Den beidseitigen Prauga soll schichten, wer meint: „Der Rivale ist hinter mir.“
ya evāsya paścād bhrātṛvyas taṃ tenāpanudate
Den Rivalen, der hinter ihm ist, den vertreibt er damit.
pra śreyām̐saṃ bhrātṛvyaṃ nudate prati pāpīyām̐saṃ nudate ‖
Den besseren Rivalen stößt er fort, den schlechteren stößt er (zurück) entgegen.
rathacakracitaṃ cinvītābhicaran
Den Radaltar (Rathacakra) soll schichten, wer Schadenszauber übt.
rathacakracitam̐ ha sma vai devā asurebhyo vajram iyadbhyas tvety abhyavasṛjanti
Mit dem Radaltar schleuderten die Götter den Donnerkeil auf die Asuras: „So viele (Feinde) für dich!“
vajram eva bhrātṛvyāya praharati
Den Donnerkeil also schleudert er auf den Rivalen.
stṛṇuta enam̐ samūhyaṃ cinvīta paśukāmaḥ
„Streut ihn hin“ – den Samūhya-Altar (Altar aus zusammengekehrtem Schutt) soll schichten, wer Vieh wünscht.
paśavo vai purīṣam
Das Vieh ist nämlich der Schutt (purīṣa, auch: Dung);
paśūn evāsmai samūhati
Vieh also kehrt er ihm zusammen.
sarvata uttaravediṃ nivapati
Ringsum streut er die Uttaravedi-Erde aus.
paśavo vā uttaravediḥ
Das Vieh ist nämlich die Uttaravedi;
paśūn evāvarunddhe ‖
Vieh also gewinnt er für sich.
paricāyyaṃ cinvīta sajātakāmaḥ
Den Paricāyya-Altar (Rundaltar) soll schichten, wer Stammesgenossen wünscht;
parīva vai sajātā viśanti
die Stammesgenossen nämlich lassen sich gleichsam ringsum nieder [?];
sajātair evainaṃ paricinoti ‖
mit Stammesgenossen also umschichtet er ihn.
droṇacitaṃ cinvītānnakāmaḥ
Den Droṇa-Altar (Trog-Form) soll schichten, wer Speise wünscht;
pātreṇa vā annam adyate
aus einem Gefäß nämlich wird Speise gegessen;
tenaiva mukhenānnamatti ‖
auf eben diese Weise (Mund) isst er Speise.
śmaśānacitaṃ cinvīta yaḥ kāmayeta pitṛloka ṛdhnuyām iti
Den Leichenstätten-Altar (Śmaśāna) soll schichten, wer wünscht: „In der Welt der Väter möchte ich gedeihen.“
śmaśānacitā vai yamo 'muṣmiṃl loka ārdhnot
Mit dem Leichenstätten-Altar nämlich gedieh Yama in jener Welt.
pitṛloka evardhnoti ‖
In der Väterwelt also gedeiht er.
gāyatracitaṃ pakṣiṇaṃ cinvīta svargakāmas
Den Gāyatra-Altar in Vogelgestalt soll schichten, wer den Himmel wünscht.
agnir vai tat pakṣī bhūtvā svargaṃ lokam apatat
Agni nämlich flog damals, zum Vogel geworden, zur Himmelswelt auf;
yad āhur gāyatrī pakṣiṇī bhūtvā svargaṃ lokam apatad iti
wenn man sagt: „Die Gāyatrī flog, zum Vogel geworden, zur Himmelswelt auf“ –
svargasya lokasya samaṣṭyai
(so geschieht es) zur Erreichung der Himmelswelt.
anye 'gnaya ūrdhvāś cīyante nyañco 'nye
Andere Feueraltäre werden aufwärts (hochragend) geschichtet, andere abwärts gerichtet (flach).
ya ūrdhvāś cīyante te 'muṣmai lokāya ye nyañcas te 'smai
Die aufwärts geschichteten sind für jene Welt, die abwärts gerichteten für diese.
yad ūrdhvas tiṣṭhan hiraṇyaśalkaiḥ prokṣati
Dass er aufrecht stehend mit Goldsplittern (Goldplättchen) besprengt,
tenaivainam ūrdhvaṃ cinute
damit schichtet er ihn eben aufwärts.
svargasya lokasya samaṣṭyai ‖
Zur Erreichung der Himmelswelt.