Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 21

Anuvāka 4 Verteilung der Metren-Ziegel auf die Schichtung; Vorteile und Zwecke der verschiedenen Altarformen (Falke, Kaṅka, Rad, Droṇa, Leichenstätte u.a.).

yā āgneyīr gāyatrīr mūrdhanvatīs tābhis tisṛbhis tisraḥ pūrvārdha upadadhāti

Die zu Agni gehörigen Gāyatrī-Verse, die „kopfhaltigen“ – mit diesen dreien legt er drei in der vorderen Hälfte nieder.

atha triṣṭubbhir atha jagatībhir athānuṣṭubbhir atha paṅktibhir atha yat kiñcāgneyaṃ chandas

Dann mit Triṣṭubh-, dann mit Jagatī-, dann mit Anuṣṭubh-, dann mit Paṅkti-Versen, dann mit jedem beliebigen Agni-Metrum.

tisra ekena cchandasā tisra ekena

Drei mit einem Metrum, drei mit einem (anderen);

sarvam agnim anūpadadhāti

so legt er den ganzen Agni der Reihe nach nieder.

etām̐ ha vai yajñasenaś caitraś citiṃ vidāṃcakāra

Diese Schichtung kannte Yajñasena Caitra;

tayā ha vai sa ānardha

mit ihr gelangte er zum Gedeihen [?].

ṛdhnoti ya evaṃ vidvān etā upadhatte

Es gedeiht, wer so wissend diese niederlegt.

paśavo vai chandām̐si

Das Vieh sind nämlich die Metren;

vāmaṃ devānām

das „Liebe“ (vāma, der Schatz) gehört den Göttern;

paśūn eva vāmaṃ bhrātṛvyasya vṛṅkte ‖

Vieh und Schatz also entzieht er dem Rivalen.

ātmā vā āhavanīyo bhrātṛvyo dhiṣṇyas

Der Āhavanīya ist nämlich das Selbst, der Dhiṣṇya(-Herd) der Rivale.

yad gārhapatya upadadhyād bhrātṛvye vāmaṃ paśūn dadhyāt

Würde er (die Ziegel) am Gārhapatya niederlegen, so legte er Schatz und Vieh in den Rivalen.

āhavanīya upadadhāti

Er legt sie am Āhavanīya nieder;

ātmann eva vāmaṃ paśūn dhatte

im eigenen Selbst also legt er Schatz und Vieh nieder.

saiśottaravedir nāma citis

Diese Schichtung heißt „Uttaravedi-Schichtung“ [?].

tasmād etā uttamāyāṃ cityām upadhīyante

Darum werden diese in der obersten Schicht niedergelegt.

uttamas samānānāṃ bhavati ya evaṃ vidvān etā upadhatte

Der Höchste unter seinesgleichen wird, wer so wissend diese niederlegt.

paśur vā agnir

Ein Opfertier ist nämlich Agni.

agnimukhān prajāpatiḥ paśūn asṛjata

Prajāpati erschuf das Vieh, das Agni zum Antlitz (Anfang) hat.

tasmāt pāṅktāḥ paśava ucyante

darum heißt das Vieh „fünffach“ (paṅkta).

dvipād yajamānaḥ

denn zweifüßig ist der Opferherr –

dvyakṣaraṃ loma dvyakṣaraṃ carma dvyakṣaraṃ mām̐saṃ dvyakṣaram asthi dvyakṣaro majjā

Zweisilbig ist „Haar“ (loma), zweisilbig „Haut“ (carma), zweisilbig „Fleisch“ (māṃsa), zweisilbig „Knochen“ (asthi), zweisilbig „Mark“ (majjā);

tasmād vairājāḥ paśava ucyante

darum heißt das Vieh „zur Virāj gehörig“.

yo jānudaghnas sa gāyatracit

Der knietiefe (Altar) ist die Gāyatra-Schichtung;

yo nābhidaghnas sa triṣṭupcit

der nabeltiefe ist die Triṣṭubh-Schichtung;

yaḥ puruṣamātras sa jagaccit

der mannshohe ist die Jagatī-Schichtung.

śyenacitaṃ pakṣiṇaṃ cinvīta svargakāmas

Den Falken-Altar (in Vogelgestalt) soll aufschichten, wer den Himmel wünscht;

śyeno vai vayasāṃ kṣepiṣṭhas

der Falke ist nämlich der Schnellste unter den Vögeln –

svargasya lokasya samaṣṭyai

zur Erreichung der Himmelswelt.

alajacitaṃ pakṣiṇaṃ catussītaṃ cinvīta pratiṣṭhākāmas

Den Alaja-Altar (in Vogelgestalt), viergefurcht (catussīta), soll aufschichten, wer festen Halt wünscht;

dikṣv eva pratitiṣṭhati ‖

in den Himmelsrichtungen also findet er Halt.

kaṅkacitam̐ śīrṣaṇvantaṃ cinvīta yaḥ kāmayeta saśīrṣāmuṣmiṃlloke syām iti

Den Kaṅka-Altar (Reiher-Altar) mit Kopf soll schichten, wer wünscht: „Mit Kopf möchte ich in jener Welt sein.“

saśīrṣaivāmuṣmiṃl loke bhavati ‖

Mit Kopf wird er in jener Welt sein.

praugacitaṃ cinvīta yadi manyeta pūrvo mātikrānto bhrātṛvya iti

Den Prauga-Altar (dreieckig, Gabeldeichsel-Form) soll schichten, wer meint: „Der Rivale hat mich zuvor überholt.“

praugacitā vai devā asurān prāṇudanta ya enān pūrve 'tikrāntā āsan

Mit dem Prauga-Altar nämlich stießen die Götter die Asuras fort, die sie zuvor überholt hatten.

ya evainaṃ pūrvo 'tikrānto bhrātṛvyas taṃ tena praṇudate

Den Rivalen, der ihn zuvor überholt hat, den stößt er damit hinweg.

ubhayataḥpraugaṃ cinvīta yadi manyeta paścān me bhrātṛvya iti

Den beidseitigen Prauga soll schichten, wer meint: „Der Rivale ist hinter mir.“

ya evāsya paścād bhrātṛvyas taṃ tenāpanudate

Den Rivalen, der hinter ihm ist, den vertreibt er damit.

pra śreyām̐saṃ bhrātṛvyaṃ nudate prati pāpīyām̐saṃ nudate ‖

Den besseren Rivalen stößt er fort, den schlechteren stößt er (zurück) entgegen.

rathacakracitaṃ cinvītābhicaran

Den Radaltar (Rathacakra) soll schichten, wer Schadenszauber übt.

rathacakracitam̐ ha sma vai devā asurebhyo vajram iyadbhyas tvety abhyavasṛjanti

Mit dem Radaltar schleuderten die Götter den Donnerkeil auf die Asuras: „So viele (Feinde) für dich!“

vajram eva bhrātṛvyāya praharati

Den Donnerkeil also schleudert er auf den Rivalen.

stṛṇuta enam̐ samūhyaṃ cinvīta paśukāmaḥ

„Streut ihn hin“ – den Samūhya-Altar (Altar aus zusammengekehrtem Schutt) soll schichten, wer Vieh wünscht.

paśavo vai purīṣam

Das Vieh ist nämlich der Schutt (purīṣa, auch: Dung);

paśūn evāsmai samūhati

Vieh also kehrt er ihm zusammen.

sarvata uttaravediṃ nivapati

Ringsum streut er die Uttaravedi-Erde aus.

paśavo vā uttaravediḥ

Das Vieh ist nämlich die Uttaravedi;

paśūn evāvarunddhe ‖

Vieh also gewinnt er für sich.

paricāyyaṃ cinvīta sajātakāmaḥ

Den Paricāyya-Altar (Rundaltar) soll schichten, wer Stammesgenossen wünscht;

parīva vai sajātā viśanti

die Stammesgenossen nämlich lassen sich gleichsam ringsum nieder [?];

sajātair evainaṃ paricinoti ‖

mit Stammesgenossen also umschichtet er ihn.

droṇacitaṃ cinvītānnakāmaḥ

Den Droṇa-Altar (Trog-Form) soll schichten, wer Speise wünscht;

pātreṇa vā annam adyate

aus einem Gefäß nämlich wird Speise gegessen;

tenaiva mukhenānnamatti ‖

auf eben diese Weise (Mund) isst er Speise.

śmaśānacitaṃ cinvīta yaḥ kāmayeta pitṛloka ṛdhnuyām iti

Den Leichenstätten-Altar (Śmaśāna) soll schichten, wer wünscht: „In der Welt der Väter möchte ich gedeihen.“

śmaśānacitā vai yamo 'muṣmiṃl loka ārdhnot

Mit dem Leichenstätten-Altar nämlich gedieh Yama in jener Welt.

pitṛloka evardhnoti ‖

In der Väterwelt also gedeiht er.

gāyatracitaṃ pakṣiṇaṃ cinvīta svargakāmas

Den Gāyatra-Altar in Vogelgestalt soll schichten, wer den Himmel wünscht.

agnir vai tat pakṣī bhūtvā svargaṃ lokam apatat

Agni nämlich flog damals, zum Vogel geworden, zur Himmelswelt auf;

yad āhur gāyatrī pakṣiṇī bhūtvā svargaṃ lokam apatad iti

wenn man sagt: „Die Gāyatrī flog, zum Vogel geworden, zur Himmelswelt auf“ –

svargasya lokasya samaṣṭyai

(so geschieht es) zur Erreichung der Himmelswelt.

anye 'gnaya ūrdhvāś cīyante nyañco 'nye

Andere Feueraltäre werden aufwärts (hochragend) geschichtet, andere abwärts gerichtet (flach).

ya ūrdhvāś cīyante te 'muṣmai lokāya ye nyañcas te 'smai

Die aufwärts geschichteten sind für jene Welt, die abwärts gerichteten für diese.

yad ūrdhvas tiṣṭhan hiraṇyaśalkaiḥ prokṣati

Dass er aufrecht stehend mit Goldsplittern (Goldplättchen) besprengt,

tenaivainam ūrdhvaṃ cinute

damit schichtet er ihn eben aufwärts.

svargasya lokasya samaṣṭyai ‖

Zur Erreichung der Himmelswelt.