saṃvatsaro vā antarā tamas svargaṃ lokam
Das Jahr ist nämlich das Dunkel (die Finsternis) auf dem Weg zur Himmelswelt.
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 21
saṃvatsaro vā antarā tamas svargaṃ lokam
Das Jahr ist nämlich das Dunkel (die Finsternis) auf dem Weg zur Himmelswelt.
jyotiṣmatīr etās sāhasrīr iṣṭakās
Lichthaltig sind diese Tausender-Ziegel (Sāhasrī).
yad dhiraṇyaśalkaiḥ prokṣati
Dass er mit Goldsplittern besprengt,
jyotiṣaivāsmai saṃvatsaraṃ vivāsayati
damit vertreibt er ihm mit Licht das Jahr (die Finsternis des Jahres) [?].
sahasrasya pramāsi sahasrasya pratimāsīti
„Des Tausend Maß bist du, des Tausend Abbild bist du“ –
sahasrasaṃmitā hīme lokās
denn tausendfach bemessen sind diese Welten.
ghnanti vā etad agner yad asyātra na kriyate yan na cīyate
Man verletzt nämlich Agni damit, dass ihm hier nicht (richtig) gemacht, nicht geschichtet wird.
amṛtam̐ hiraṇyam
Unsterblichkeit ist das Gold.
yad dhiraṇyaśalkaiḥ prokṣati
Dass er mit Goldsplittern besprengt,
amṛtenaivāsya tanvaṃ pṛṇakti
damit füllt er seinen (des Agni) Leib mit Unsterblichkeit auf.
imā me agna iṣṭakā dhenavas santv iti
„Diese Ziegel, Agni, mögen mir Milchkühe sein“ –
dhenūr evaināḥ kurute
zu Milchkühen also macht er sie;
tā enaṃ kāmadughā amuṣmiṃl loka upatiṣṭhante
als Wunschmelkende stehen sie ihm in jener Welt zu Diensten.
rudraṃ vai devā yajñān nirabhajan
Den Rudra schlossen die Götter vom Opfer aus.
sa devān āyatayābhiparyāvartata
Er umkreiste die Götter mit gespanntem (Bogen) [?].
te devā etac chatarudriyam apaśyan
Die Götter sahen dieses Śatarudriya (hundertfache Rudra-Spende).
tenainam aśamayan
Damit besänftigten sie ihn.
yac chatarudriyaṃ juhoti
Dass er das Śatarudriya darbringt,
tenaivainam̐ śamayati ‖
damit besänftigt er ihn eben.
jānudaghne 'gre juhoti
Zuerst bringt er (die Spende) im knietiefen (Altar) dar –
asyā eva rudram avayajate
so opfert er den Rudra von dieser (Erde) hinweg.
atha nābhidaghne
Dann im nabeltiefen –
antarikṣād eva rudram avayajate
vom Luftraum opfert er den Rudra hinweg.
atha puruṣamātre
Dann im mannshohen –
amuṣyā eva rudram avayajate
von jener (Himmelswelt) opfert er den Rudra hinweg.
ita evordhvaṃ rudram avayajate
Von hier aufwärts opfert er den Rudra hinweg.
atha puruṣamātre
Dann im mannshohen,
atha nābhidaghne
dann im nabeltiefen,
atha jānudaghne
dann im knietiefen –
amuta evārvāñcaṃ rudram avayajate
von dort (oben) herab opfert er den Rudra hinweg.
tat ṣaṭ saṃpadyate
Das ergibt sechs;
ṣad vā ṛtavas
sechs sind nämlich die Jahreszeiten;
ṛtubhya eva rudraṃ niravayajate
von den Jahreszeiten weg also opfert er den Rudra hinaus.
gavīdhukāsaktubhir vā jartilair vā kusayasarpiṣā vā mṛgakṣīreṇa vā juhoti
Mit Gavīdhukā-Grütze oder mit wildem Sesam (jartila) oder mit Butter [?: kusaya-] oder mit der Milch eines Wildtiers bringt er die Spende dar.
yad grāmyeṇa juhuyād grāmāvacāriṇaṃ rudraṃ kuryāt
Würde er mit etwas Dörflichem opfern, so machte er den Rudra zu einem, der im Dorf umherstreift.
āraṇyenaivāraṇyam abhi rudraṃ niravayajate
Mit etwas Wildwüchsigem also opfert er den Rudra zum Wald hin hinaus.
arkaparṇena juhoti
Mit einem Arka-Blatt (Kalotropis) bringt er die Spende dar.
arko vā agnir
Der Arka ist nämlich Agni;
arkeṇaivainam arkād adhi niravayajate
mit dem Arka also opfert er ihn (den Rudra) vom Arka (Agni) hinweg.
uttarasya pakṣasya yā carameṣṭakā tasyāṃ juhoti
Auf dem letzten Ziegel des nördlichen Flügels bringt er die Spende dar.
eṣā vai rudrasya dik
Dies ist nämlich Rudras Himmelsrichtung;
svāyām eva diśi rudraṃ pratihṛtyāvayajate
in dessen eigener Richtung also opfert er ihm (das Opfer) zurückgebend hinweg.
paśur vā agnis
Ein Opfertier ist nämlich Agni.
etarhi vā eṣa jāyate yarhi cīyate
Jetzt wird er geboren, wenn er geschichtet wird.
yathā vatso jātas stanaṃ prepsaty evaṃ vā eṣa etarhi bhāgadheyaṃ prepsati
Wie ein neugeborenes Kalb das Euter zu erreichen sucht, so trachtet er jetzt nach seinem Anteil (bhāgadheya).
sa yajamānaṃ caivādhvaryuṃ ca dhyāyati
Er sinnt (richtet seine Gedanken) auf den Opferherrn und auf den Adhvaryu.
yac chatarudriyaṃ juhoti
Dass er das Śatarudriya darbringt,
bhāgadheyenaivainam̐ śamayati
damit besänftigt er ihn mit dem (ihm zustehenden) Anteil.
aṅgiraso vai svargaṃ lokaṃ yantas te 'jāyāṃ gharmaṃ prāsiñcan
Als die Aṅgiras zur Himmelswelt gingen, gossen sie die heiße Milch (Gharma) auf eine Ziege.
sā śocantī parṇaṃ parāmṛśat
Sie, brennend, berührte ein Blatt.
so 'rko 'bhavat
Das wurde zum Arka.
tad arkasyārkatvam
Darin liegt das Arka-Sein des Arka.
yad arkaparṇena juhoti
Dass er mit einem Arka-Blatt die Spende darbringt –
sayonitvāya
zur Gleichheit des Ursprungs (Sayonitva).
yaṃ dviṣyāt tasya saṃcare paśūnāṃ nyasyet
Wen er hasst, dessen Viehweg lege er (die Spende) nieder (bringe sie in Verbindung).
yaḥ prathamaḥ paśur ākrāmati ta ārtim ārchanti
Das Tier, das zuerst hinzutritt – die (Besitzer) geraten in Not.
yā uttamās tā yajamānaṃ vācayet
Die letzten (Ziegel/Sprüche) lasse er den Opferherrn sprechen.
etā vai devatās svargyās
Diese sind Gottheiten, die zum Himmel taugen;
tābhir eva svargaṃ lokam eti
durch sie eben geht er zur Himmelswelt.
etā vai devatā abhicaraṇīyās
Diese Gottheiten sind auch für den Schadenszauber verwendbar.
yaṃ dviṣyāt taṃ brūyād amuṃ vo jambhe dadhāmīti
Wen er hasst, von dem soll er sprechen: „Diesen lege ich euch in den Rachen.“
etābhya evainaṃ devatābhya āvṛścati
Diesen Gottheiten schneidet er ihn eben zu (gibt ihn preis);
tājak pradhanvati ‖
alsbald läuft er (der Feind) davon [?].