Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 38

Anuvāka 2 Somatrank, Reinigungsverse an die Väter, Götter und Agni sowie Bitten um Nachkommenschaft und Wohlergehen der Lebenden und der Toten.

surāvantaṃ barhiṣadam̐ suvīraṃ yajñam̐ hinvanti mahiṣā namobhiḥ |

Das Opfer, mit Surā versehen, auf dem Streu sitzend, reich an Helden, treiben die Mächtigen mit Verehrungen voran.

dadhānās somaṃ divi devatāsu mademendraṃ yajamānās svarkāḥ ‖

Den Soma unter den Göttern im Himmel bewahrend, mögen wir Opferherren, wohlklingend singend, Indra berauschen. [?] ‖

yas te rasas saṃbhṛta oṣadhīṣu somasya śuṣmas surayā sutasya |

Dein Saft, der in den Pflanzen gesammelt ist, die Stärke des Soma, gepresst mit der Surā,

tena jinva yajamānaṃ madena sarasvatīm aśvinā indram agnim ‖

damit belebe den Opferherrn durch Rausch, (belebe) Sarasvatī, die Aśvins, Indra, Agni. ‖

yam aśvinā namucer āsurād adhi sarasvaty asanod indriyāya |

Den die Aśvins und Sarasvatī dem asurischen Namuci abgewannen für die Kraft (Indras),

imaṃ tam̐ śukraṃ madhumantam indum̐ somaṃ rājānam iha bhakṣayāmi ‖

diesen lauteren, honigsüßen Tropfen, den König Soma, verzehre ich hier. ‖

yad atra riptaṃ rasinas sutasya yad indro apibac chacībhiḥ |

Was hier vom saftreichen Gepressten verspritzt (übrig) ist, was Indra mit seinen Kräften trank,

ahaṃ tad asya manasā śivena somaṃ rājānam iha bhakṣayāmi ‖

das verzehre ich hier mit gnädigem Sinn davon, den König Soma. ‖

pitṛbhyas svadhāyibhyas svadhā namaḥ

Den Vätern, die Svadhā genießen: Svadhā, Verehrung!

pitāmahebhyas svadhāyibhyas svadhā namaḥ

Den Großvätern, die Svadhā genießen: Svadhā, Verehrung!

prapitāmahebhyas svadhāyibhyas svadhā namas

Den Urgroßvätern, die Svadhā genießen: Svadhā, Verehrung!

punantu mā pitaras somyāsaḥ punantu mā pitāmahāḥ |

Reinigen sollen mich die Väter, die Somatrinker, reinigen sollen mich die Großväter,

punantu prapitāmahāḥ pavitreṇa śatāyuṣā ‖

reinigen sollen die Urgroßväter, mit dem Seihtuch, das hundert Jahre Leben gibt. ‖

punantu mā pitāmahāḥ punantu prapitāmahāḥ |

Reinigen sollen mich die Großväter, reinigen die Urgroßväter,

pavitreṇa śatāyuṣā viśvam āyur vyaśnavai ‖

mit dem Seihtuch, das hundert Jahre Leben gibt; das volle Leben möge ich erreichen. ‖

agna āyūm̐ṣi pavase ‖

Agni, du läuterst die Lebensspannen. [Anm.: Anfang eines Verses, hier nur als Stichwort] ‖

punantu mā devajanāḥ punantu manasā dhiyaḥ |

Reinigen sollen mich die Göttergeschlechter, reinigen die Gedanken mit dem Sinn,

punantu viśvā bhūtāni jātavedaḥ punīhi mā ‖

reinigen sollen alle Wesen; Jātavedas, reinige mich! ‖

pavitreṇa punīhi mā śukreṇa deva dīdyat |

Mit dem Seihtuch reinige mich, mit dem Lauteren, Gott, leuchtend,

agne kratvā kratūm̐r anu ‖

Agni, durch Tatkraft, den Tatkräften folgend. ‖

yat te pavitram arciṣy agne vitatam antarā |

Das Seihtuch, das in deiner Flamme, Agni, dazwischen ausgespannt ist,

brahma tena punātu mā ‖

damit möge das heilige Wort (brahman) mich reinigen. ‖

pavamānas svarjanaḥ pavitreṇa vicarṣaṇiḥ |

Der sich Läuternde, lichtgeboren, durch das Seihtuch der Umherschauende:

yaḥ potā sa punātu mā ‖

der der Reiniger (Potṛ) ist, der möge mich reinigen. ‖

ubhābhyāṃ deva savitaḥ pavitreṇa savena ca |

Mit beiden, Gott Savitṛ, mit Seihtuch und mit Antrieb,

māṃ punīhi viśvataḥ ‖

reinige mich von allen Seiten. ‖

vaiśvadevī punatī devy āgād yasyā imās tanvo vītapṛṣṭhāḥ |

Die Allgöttliche, die reinigende Göttin, ist gekommen, deren Leiber diese hier sind, die (mit Ghee) gesalbte Rücken haben. [?]

tayā madantas sadhamādyeṣu vayam̐ syāma patayo rayīṇām ‖

Mit ihr uns erfreuend bei den Gelagen, mögen wir Herren der Reichtümer sein. ‖

ye samānās samanasaḥ pitaro yamarājye |

Die (Väter), die gleich, gleichgesinnt sind, die Väter im Reich des Yama,

teṣāṃ lokas svadhā namo yajño deveṣu kalpatām ‖

ihnen sollen Welt, Svadhā, Verehrung (und) Opfer unter den Göttern zugerichtet sein. ‖

ye samānās samanaso jīvā jīveṣu māmakāḥ |

Die (Lebenden), die gleich, gleichgesinnt sind, die Lebenden unter den Lebenden, die zu mir Gehörigen,

teṣām̐ śrīr mayi kalpatām asmiṃl loke śatam̐ samāḥ ‖

deren Glück (Śrī) soll in mir zugerichtet sein in dieser Welt, hundert Jahre lang. ‖

dve sṛtī aśṛṇavaṃ pitṝṇām ahaṃ devānām uta martyānām |

Zwei Wege habe ich gehört, den der Väter und den der Götter und den der Sterblichen. [?]

tābhyām idaṃ viśvam ejat sameti yad antarā pitaraṃ mātaraṃ ca ‖

Auf diesen beiden vereint sich diese ganze bewegte Welt, was zwischen Vater und Mutter ist. ‖

idam̐ haviḥ prajananaṃ me astu daśavīram̐ sarvagaṇam̐ svastaye |

Diese Opfergabe soll mir Zeugung sein, zehn Helden umfassend, mit allen Gefolgschaften, zum Wohlergehen.

ātmasani prajāsani paśusany abhayasani lokasani |

Leibgewinnend, Nachkommen gewinnend, Vieh gewinnend, Furchtlosigkeit gewinnend, Welt gewinnend:

agniḥ prajāṃ bahulāṃ me karotv annaṃ payo reto asmāsu dhatta ‖

Agni soll mir zahlreiche Nachkommenschaft schaffen; Speise, Milch, Same legt in uns nieder! ‖