Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 38

Anuvāka 3 Hymnus auf die Erschaffung Indras aus Körperteilen und Opferstoffen durch die Aśvins, Sarasvatī und Varuṇa, im Bild von Weben und Heilkunst.

sīsena tantraṃ manasā manīṣiṇa ūrṇāsūtreṇa kavayo vayanti |

Mit Blei den Zettel, mit dem Sinn, mit dem Wollfaden weben die Weisen, die Seher.

aśvinā yajñam̐ savitā sarasvatīndrasya rūpaṃ varuṇo bhiṣajyam ‖

Die Aśvins, Savitṛ, Sarasvatī (weben) das Opfer, Varuṇa Indras Gestalt, heilend. ‖

tad asya rūpam amṛtam̐ śacībhis tisro dadur devattās saṃrarāṇāḥ |

Diese seine unsterbliche Gestalt gaben mit Kräften die drei, die von den Göttern gegebenen, sich vereinigend. [?]

lomāni śaṣpair bahudhā na tokmabhis tvag asya mām̐sam abhavan na lājāḥ ‖

Die Haare (wurden) durch Gräser, vielfach wie durch junge Gerstensprossen; seine Haut, sein Fleisch wurden gleichsam geröstete Körner. [?] ‖

tad aśvinā bhiṣajā rudravartanī sarasvatī vayati peśo antaram |

Das (webten) die Aśvins, die Heiler, mit dem Rudra-Pfad; Sarasvatī webt die Gestalt (peśas) von innen. [?]

asthi majjānaṃ māsaraiḥ kārotareṇa dadhato gavāṃ tvaci ‖

Das Gebein, das Mark, mit dem Maṣara-Brei und dem Kārotara-(Seihtuch) [?], setzend in die Haut der Kühe. [?] ‖

sarasvatī manasā peśalaṃ vasu nāsatyābhyāṃ vayati darśataṃ vapuḥ |

Sarasvatī webt mit dem Sinn das schöne Gut, für die Nāsatyas (Aśvins) den sehenswerten Leib.

rasaṃ parisrutā na rohitaṃ nagnahur vīras tasaraṃ na vema ‖

Den Saft aus dem Läutertrank wie das rote (Blut) – der Held, der Hefe[-Bereiter] [?], wie das Weberschiffchen den Einschlagfaden. [?] ‖

payasā śukram amṛtaṃ janitram̐ surāyā mūtrāj janayanti retaḥ |

Mit Milch (zeugen sie) das lautere, unsterbliche Zeugungsmittel; aus der Flüssigkeit der Surā zeugen sie den Samen,

apāmatiṃ durmatiṃ bādhamānā ūvadhyaṃ vātam̐ sabvaṃ tad ārāt ‖

Missgunst und Missgedanken abwehrend; das Unverdaute [?] und den Wind, das ferne fort (mit sich) [?]. ‖

indras sutrāmā hṛdayena satyaṃ puroḍāśena savitā jajāna |

Indra, der gute Beschützer, (zeugte) die Wahrheit durch das Herz; mit dem Puroḍāśa erzeugte Savitṛ,

yakṛt klomānaṃ varuṇo bhiṣajyan matasne vāyavyair na mitāti pittam ‖

Leber (und) Lunge [?]; Varuṇa, heilend, (zeugte) an den beiden Nieren [?]; mit den vāyavya-Gefäßen verfehlt er die Galle nicht. [?] ‖

āntrāṇi sthālī madhu pinvamānā gudāḥ pātrāṇi sudughā na dhenuḥ |

Die Eingeweide (sind) der Topf, den Honig anschwellen lassend; die Därme (sind) die Gefäße, wie eine gut milchende Kuh.

śyenasya patraṃ na plīhā śacībhir āsandī nābhir udaraṃ na mātā ‖

Die Milz ist wie eine Falkenschwinge, mit Kräften; der Nabel ist ein Sessel (Rastplatz), der Bauch gleichsam die Mutter. [?] ‖

kumbho vaniṣṭhur janitā śacībhir yasminn agre yonyāṃ garbho antaḥ |

Der Krug, der Dickdarm, ist mit Kräften der Erzeuger, in dem zuvor im Mutterschoß der Keim ist. [?]

plāśir vyaktaś śatadhāra utso duhe na kumbhī svadhāṃ pitṛbhyaḥ ‖

Der Plāśi (Gaumen?) [?], erschienen, ein Quell mit hundert Strömen, melkt wie der Topf den Vätern die Svadhā. [?] ‖

mukham̐ sadasya śira it satena jihvā pavitram aśvināsan sarasvatī |

Der Mund des Sitzes, das Haupt mit hundert (Kräften) [?], die Zunge – das Seihtuch waren die Aśvins, Sarasvatī. [?]

capyaṃ na pāyur bhiṣag asya vāro vastir na śepo harasā tarasvī ‖

Der After wie der Cāpya-Trank [?]; sein Heiler (ist) der Schweif (vāra); der Penis wie die Blase, mit Glut kraftvoll. [?] ‖

aśvibhyāṃ cakṣur amṛtaṃ grahābhyāṃ chāgena tejo haviṣā śṛtena |

Durch die Aśvins das Auge, das Unsterbliche, durch die beiden Schöpfbecher, durch den Bock den Glanz, durch gekochte Opfergabe.

pakṣmāṇi godhūmaiḥ kuvalair utāni peśo na śuklam asitaṃ vasāte ‖

Die Wimpern (wurden) mit Weizenkörnern (und) Jujuben eingewoben; wie eine Gestalt hüllen sie das Weiße und das Schwarze (des Auges) um. [?] ‖

avir na meṣo nasi vīryāya prāṇasya panthā amṛto grahābhyām |

Wie ein Widder das Schaf, (so) in die Nase zur Manneskraft; der Pfad des Atems (ist) unsterblich, durch die beiden Schöpfbecher. [?]

sarasvaty upavākair vyānaṃ nasyāni barhir badarair jajāna ‖

Sarasvatī erzeugte mit den Opfersprüchen den Zwischenhauch (vyāna), mit Nasenbändern, mit dem Streu, mit Jujuben. [?] ‖

indrasya rūpam ṛṣabho balāya karṇābhyām̐ śrotram amṛtaṃ grahābhyām |

Indras Gestalt: der Stier, zur Kraft; mit den beiden Ohren das Gehör, das Unsterbliche, durch die beiden Schöpfbecher.

yavā na barhir bhruvi kesarāṇi karkandhu jajñe madhu sāraghaṃ mukhāt ‖

Wie Gerste das Streu; auf der Braue die Haarborsten; die Jujube wurde geboren, der Honig, das Bienengut aus dem Mund. [?] ‖

ātmann upasthe na vṛkasya loma mukhe śmaśrūṇi na vyāghraloma |

Am Leib, am Schoß wie das Haar des Wolfes, im Gesicht die Barthaare wie das Haar des Tigers;

keśā na śīrṣan yaśase śriyai śikhā sim̐hasya loma tviṣir indriyāṇi ‖

die Haare auf dem Haupt für Ruhm und Glück, der Schopf, das Löwenhaar, Glanz und Sinneskräfte. ‖

aṅgāny ātman bhiṣajā tad aśvinātmānam aṅgais samadhāt sarasvatī |

Die Glieder am Leib (fügten) die Heiler, die Aśvins; den Leib fügte Sarasvatī mit den Gliedern zusammen.

indrasya rūpam̐ śatamānam āyuś candreṇa jyotir amṛtaṃ dadhānā ‖

Indras Gestalt, hundertfältig bemessenes Leben, mit dem Gold [candra] das Licht, das Unsterbliche setzend. ‖

sarasvatī yonyāṃ garbham antar aśvibhyāṃ patnī sukṛtaṃ bibharti |

Sarasvatī trägt im Mutterschoß den Keim, die Gattin der Aśvins das gut Gemachte.

apāṃ rasena varuṇena sāmnendram̐ śriyai janayann apsu rājā ‖

Mit dem Saft der Wasser, mit Varuṇa, mit dem Sāman, Indra zum Glück erzeugend – der König in den Wassern. ‖

tejaḥ paśūnām̐ havir indriyāvat parisrutā payasā sāraghaṃ madhu |

Der Glanz des Viehs, die Opfergabe, kraftvoll, mit dem Läutertrank, mit Milch, dem Bienengut, dem Honig.

aśvibhyāṃ dugdhaṃ bhiṣajā sarasvatyā sutāsutābhyām amṛtas soma induḥ ‖

Von den Aśvins, den Heilern, von Sarasvatī gemolken, von Gepresstem und Nichtgepresstem: unsterblich, der Soma, der Tropfen. ‖