Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 40

Anuvāka 7 Verse auf die Butter (ghṛta) als den dreifach gebundenen Stier, ihre Ströme und ihre Süße.

samudrād ūrmir madhumām̐ ud ārad upām̐śunā sam amṛtatvam ānaṭ |

Aus dem Meer stieg die honigreiche Woge auf; durch das leise Gemurmel (Upāṃśu) erreichte sie die Unsterblichkeit.

ghṛtasya nāma guhyaṃ yad asti jihvā devānām amṛtasya nābhiḥ ‖

Der Name der Butter, der verborgen ist: Zunge der Götter, Nabel des Unsterblichen.

vayaṃ nāma prabravāma ghṛtasyāsmin yajñe dhārayāmā namobhiḥ |

Wir wollen den Namen der Butter verkünden, in diesem Opfer sie mit Verehrungen hochhalten.

upa brahmā śṛṇavac chasyamānaṃ catuśśṛṅgo 'vamīd gaura etat ‖

Der Brahman-Priester soll das Rezitierte anhören; der vierhörnige Büffel (Gaura) hat dies ausgeblasen [?].

catvāri śṛṅgā trayo asya pādā dve śīrṣe sapta hastāso asya |

Vier Hörner, drei Füße hat er, zwei Köpfe, sieben Hände;

tridhā baddho vṛṣabho roravīti maho devo martyām̐ āviveśa ‖

dreifach gebunden brüllt der Stier; der große Gott ist in die Sterblichen eingegangen.

tridhā hitaṃ paṇibhir guhyamānaṃ gavi devāso ghṛtam anvavindan |

Dreifach niedergelegt, von den Paṇis verborgen, fanden die Götter die Butter in der Kuh;

indra ekam̐ sūra ekaṃ jajāna venād ekam̐ svadhayā niṣṭatakṣuḥ ‖

Indra erzeugte eines, die Sonne eines; eines haben sie aus dem Sehnsüchtigen (Vena) kraft Eigenmacht (svadhā) herausgezimmert.

etā arṣanti hṛdyāt samudrāc chatavrajā ripuṇā nāvacakṣe |

Diese strömen aus dem herzhaften Meer, hundertfach gehegt, dem Trüger nicht sichtbar;

ghṛtasya dhārā abhicākaśīmi hiraṇyayo vetaso madhya āsām ‖

die Ströme der Butter schaue ich an; ein goldenes Rohr ist mitten unter ihnen.

samyak sravanti sarito na dhenā antar hṛdā manasā pūyamānāḥ |

Zusammen strömen sie wie Flüsse, wie Milchkühe, im Innern durch Herz und Sinn geläutert;

ete arṣanty ūrmayo ghṛtasya mṛgā iva kṣipaṇor īṣamāṇāḥ ‖

diese Wogen der Butter strömen, wie Wild vor dem Schützen fliehend.

sindhor iva prādhvane śūghanāso vātapramiyaḥ patayanti yahvāḥ |

Wie des Stromes Schnellen am Abhang eilen sie, windgetrieben, die Rüstigen, dahin;

ghṛtasya dhārā aruṣo na vājī kāṣṭhā bhindann ūrmibhiḥ pinvamānaḥ ‖

die Ströme der Butter (gleichen) einem rötlichen Renner, der die Ziellinie durchbricht, mit Wogen schwellend.

abhi pravanta samaneva yoṣāḥ kalyāṇyas smayamānāso agnim |

Sie strömen hin wie Frauen zum Fest, schön, lächelnd, zu Agni;

ghṛtasya dhārās samidho nasanta tā juṣāṇo haryati jātavedāḥ ‖

die Ströme der Butter gesellen sich den Brennhölzern; sie genießend freut sich Jātavedas.

kanyā iva vahatum etavā u añjy añjānā abhicākaśīmi |

Wie Mädchen, die zum Brautzug gehen, salbend mit Salböl, schaue ich (sie) an;

yatra somas sūyate yatra yajño ghṛtasya dhārā abhi tat pavante ‖

wo Soma gepresst wird, wo das Opfer ist, dorthin läutern sich die Ströme der Butter.

abhyarṣata suṣṭutiṃ gavyam ājim asmāsu bhadrā draviṇāni dhatta |

Strömt herbei, ihr guten Lobgesang, zum Kuhwettlauf; legt in uns glückliche Güter nieder.

imaṃ yajñaṃ nayata devatā no ghṛtasya dhārā madhumat pavante ‖

Führt dieses unser Opfer, ihr Gottheiten; die Ströme der Butter läutern sich honigsüß.

dhāman te viśvaṃ bhuvanam adhi śritam antas samudre hṛdy antar āyuṣi |

In deiner Stätte ruht die ganze Welt, im Meer, im Herzen, im Innern des Lebens.

apām anīke samithe ya ābhṛtas tam aśyāma madhumantaṃ ta ūrmim ‖

Die im Antlitz der Wasser, im Treffen herbeigebracht ist – diese deine honigreiche Woge möchten wir genießen.