Quellen der Menschheit

Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 40

Anuvāka 14 Agni-Lieder um Hilfe und Gnade, zum Abschluss des vierzigsten Sthānaka mit Schlussvermerk.

īḍe agniṃ vipaścitaṃ girā yajñasya sādhanam |

Ich preise Agni, den Weisen, mit dem Lied, den Vollbringer des Opfers,

śruṣṭīvānaṃ dhitāvānam ‖

den Hörbereiten, den Andachtsvollen.

agne śakema te vayaṃ yamaṃ devasya vājinaḥ |

Agni, wir möchten vermögen, dich zu zügeln [?], den Gott, den Kraftvollen;

ati dveṣām̐si tarema ‖

über die Anfeindungen wollen wir hinüberkommen.

pṛthupājā amartyo ghṛtanirṇik svāhutaḥ |

Von breiter Kraft, unsterblich, buttergekleidet, wohlgeopfert,

agnir yajñasya havyavāṭ ‖

ist Agni der Opfergabenträger des Opfers.

tam̐ sabādho yatasruca itthā dhiyā yajñavantaḥ |

Ihn haben in Bedrängnis, die Löffel erhoben, so mit Andacht die Opfernden

ācakrur agnim ūtaye ‖

Agni zur Hilfe herbeigerufen.

navaṃ nu stomam agnaye divaś śyenāya jījanam |

Ein neues Loblied habe ich nun für Agni, den Adler des Himmels, erzeugt;

vasvaḥ kuvid vanāti naḥ ‖

ob er uns wohl Gut gewinnen wird?

spārhā yasya śriyo dṛśe rayir vīravato yathā |

Dessen Herrlichkeiten wünschenswert zu schauen sind, wie der Reichtum eines Helden-Reichen,

agre yajñasya cetataḥ ‖

der an der Spitze des Opfers wahrnimmt.

upa tvā raṇvasaṃdṛśaṃ prayasvantas sahaskṛta |

Zu dir, dem erfreulich Anzuschauenden, (kommen wir) mit Opfergaben, Kraftgeschaffener;

agne sasṛjmahe giraḥ ‖

Agni, wir lassen die Lieder strömen.

upa chāyām iva ghṛṇer aganma śarma te vayam |

Wie zum Schatten der Glut sind wir zu deinem Obdach gekommen,

agne hiraṇyasaṃdṛśaḥ ‖

Agni, gold(farben) Anzuschauender.

agne mṛḍa mahām̐ asi ya īm ā devayuṃ janam |

Agni, sei gnädig; groß bist du, der du den gottergebenen Menschen

iyetha barhir āsadam ‖

zur Streu, zum Sitzen aufsuchst.

sa mānuṣīṣu dūḍabho vikṣu prāvīr amartyaḥ |

Er, der Unbetrügbare, hat unter den menschlichen Stämmen als Unsterblicher geholfen;

dūto viśveṣāṃ bhuvat ‖

Bote von allen wird er sein.

aurvabhṛguvac chucim apnavānavad āhuve |

Wie Aurva, wie Bhṛgu, wie Apnavāna rufe ich den Reinen an,

agnim̐ samudravāsasam ‖

Agni, den im Meer Wohnenden [?].

ā savam̐ savitur yathā bhagasyeva bhujim̐ huve |

Wie der Antrieb Savitṛs, wie den Genuss des Bhaga rufe ich an

agnim̐ samudravāsasam ‖

Agni, den im Meer Wohnenden.

huve vātasvanaṃ kaviṃ parjanyakrandyam̐ sahaḥ |

Ich rufe den windrauschenden Seher, die von Parjanya angebrüllte Macht,

agnim̐ samudravāsasam ‖

Agni, den im Meer Wohnenden.

upa tvā jāmayo giro dediśatīr haviṣkṛtaḥ |

Zu dir haben sich die Schwestern, die Lieder, hindeutend, die Opfergaben Bereitenden,

vāyor anīke asthiran ‖

an der Spitze des Vāyu aufgestellt [?].

yasya tridhātv avṛtaṃ barhis tasthā asaṃdinam |

Dessen dreifach unversperrte Streu sich erhob, ungebunden,

āpaś cin nidadhā padam ‖

auch die Wasser legten (ihm) einen Standort nieder [?].

agnir mūrdhā ‖

Agni ist das Haupt [Anm.: Anfang eines Spruches, nur angedeutet].

ud agne śucayas tava śukrā bhrājanta īrate |

Empor, Agni, gehen deine Lichtglut, glänzend, strahlend auf;

tava jyotīm̐ṣy arcayaḥ ‖

deine Lichter, deine Flammen.

īśiṣe vāryasya hi dātrasyāgne svarpatiḥ |

Denn du gebietest, Agni, über das Wünschenswerte, über die Gabe, Herr des Lichts;

stotā syāṃ tava śarmaṇi ‖

dein Preiser möchte ich sein in deinem Obdach.

tvām agne manīṣiṇas tvām̐ hinvanti cittibhiḥ |

Dich, Agni, dich treiben die Weisen mit ihren Gedanken an;

tvāṃ vardhantu no giraḥ ‖

dich sollen unsere Lieder stärken.

adabdhasya svadhāvato dūtasya rebhatas sadā |

Des Unbetrügbaren, Eigenmächtigen, des Boten, des Preisenden stets,

agnes sakhyaṃ vṛṇīmahe ‖

des Agni Freundschaft erwählen wir.

agniś śucivratatamaś śucir vipraś śuciṣ kaviḥ |

Agni, der Reinste im Gebot, rein, der Weise, rein, der Seher,

śucī rocata āhutaḥ ‖

rein, leuchtet er, mit Spende begossen.

ity ekottaraśataśākhādhvaryuprabhedabhinne śrīmadyajurvede kāṭhake carakaśākhāyām orimikāyāṃ hiraṇyagarbhaṃ nāma catvāriṃśaṃ sthānakaṃ saṃpūrṇam ‖

So ist im ehrwürdigen Yajurveda, der in einhunderteins Adhvaryu-Zweige gespalten ist, im Kāṭhaka, in der Caraka-Schule, in der Orimikā das vierzigste Sthānaka namens Hiraṇyagarbha vollständig.

bhadram astu saṃpūrṇā ceyamorimikā ‖

Heil sei; und vollständig ist diese Orimikā.

śrīgranthatraye madhyapaṭhitāś ca yājyānuvākyāḥ saṃpūrṇāḥ ‖

Und die im Mittelteil der drei ehrwürdigen Bücher gelesenen Yājyā- und Anuvākyā-Verse sind vollständig.

asmin granthatrayābhyāntare yājyānuvākyā nāma caturtho granthaḥ ‖

Innerhalb dieser drei Bücher ist das Buch namens Yājyānuvākyā das vierte.