Kapitel 5: aitareyāraṇyakam · prathamāraṇyake pañcamo 'dhyāyaḥ
Vaśa, Nivid-Aussaat und die Vaiśvadeva-Vers-Deutungen: Abschluss von Buch 1 (AiĀ 1,5)
Adhyāya 5 (3 Khaṇḍas, AiĀ 1,5,1-3) schließt Buch 1 des Aitareya-Āraṇyaka (die Mahāvrata-Behandlung) ab. Khaṇḍa 1 behandelt den Vaśa-Vers (21-fach, Bauch-Zahlenmystik), unregelmäßige Versmaße als Analogie zum Leibesinneren, die zwölffache Atemkraft-Struktur (7 im Kopf, 2 in der Brust, 3 abwärts) und die Indra-Agni-/Gāyatrī-Anuṣṭubh-Triṣṭubh-Zuordnung zu Schenkeln und Heldenkraft. Khaṇḍa 2 behandelt die Nivid-Einschubformel im Niṣkevalya-Śastra (Triṣṭubh/Jagatī), die „Aussaat“ (āvapana) zusätzlicher Lebensjahre durch Verszählung, sowie eine Reihe kurzer Vers-Erstzitate mit dem wiederkehrenden „X-artig ist die Gestalt dieses Tages“-Muster. Khaṇḍa 3 setzt dieses Deutungsverfahren für die Verse des Vaiśvadeva-Śastra (Savitṛ, Himmel-und-Erde, Ṛbhu, Vaiśvadeva, Agni-Marut, Jātavedas) fort und endet mit dem doppelten Kolophon „So endet der fünfte Adhyāya – so ist das erste Āraṇyaka vollendet“: DAMIT IST BUCH 1 DES AITAREYA-ĀRAṆYAKA (Adhyāya 1-5, insgesamt 22 Khaṇḍas: 4+4+8+3+3) VOLLSTÄNDIG ÜBERSETZT. Einige Textstellen (u.a. zur „dreifachen Nivid des Tages“ in Khaṇḍa 2) sind im Original stark verderbt bzw. in der gescannten Devanagari-Druckausgabe nicht mit Sicherheit zu lesen und daher mit [?] markiert. Übersetzung ohne Verwendung einer vorhandenen Übersetzung als Ausgangspunkt, aus dem Sanskrit-Original morphologisch erarbeitet.
vaśaṃ śaṃsati vaśe ma idaṃ sarvam asad iti | tā ekaviṃśatir bhavanty ekaviṃśatis tā antar udare vikṛtayaḥ | atho ekaviṃśo vai stomānāṃ pratiṣṭhā pratiṣṭhodaram annādyānām | tā vicchandaso bhavanti vicchidram iva vā antas tyam aṇīya iva ca sthavīya iva ca | tāḥ prāṇāvaṃ chandaskāraṃ yathopapadaṃ śaṃsati yathopapadam iva vā antastyaṃ hrasīya iva ca drāghīya iva ca | atha sūdadohāḥ | prāṇo vai sūdadohāḥ prāṇena parvāṇi saṃdadhāti | tām atrotsṛjati dvādaśakṛtvaḥ śastvā dvādaśavidhā vā ime prāṇāḥ sapta śīrṣaṇyā dvau stanyau trayo 'vāñcho 'tra vai prāṇā āpyante 'tra saṃskriyante tasmād enām atrotsṛjati | indrāgnī yuvaṃ su na ity aindrāgnā ūrū urvaṣṭhīve pratiṣṭhe | tāḥ ṣaṭpadā bhavanti pratiṣṭhāyā eva dvipratiṣṭho vai puruṣaś catuṣpādāḥ paśavo yajamānam eva tad dvipratiṣṭhaṃ catuṣpātsu paśuṣu pratiṣṭhāpayati | dvitīyā saptapadā bhavati tāṃ gāyatrīṃ cānuṣṭubhaṃ ca karoti brahma vai gāyatrī vāg anuṣṭub brahmaṇaiva tad vācaṃ saṃdadhāti | triṣṭubham antaḥ śaṃsati vīryaṃ vai triṣṭub vīryeṇaiva tat paśūn parigacchati tasmāt paśavo vīryam anūpatiṣṭhanta īryatāṃ caivābhyutthānaṃ ca || 1
Er rezitiert den Vaśa-Vers: „Mir untertan (vaśe) sei dies alles“ – so ist der Sinn. Diese [Verse] sind einundzwanzig; einundzwanzig sind [auch] diese Umwandlungen (vikṛti) im Inneren des Leibes. Und ferner: der Einundzwanzigfache ist der feste Halt der Stomas; der feste Halt der Speise ist der Bauch (udara). [?, Anm.: die folgenden zwei Sätze über die „unregelmäßigen Versmaße“ und ihre Beziehung zum Leibesinneren bleiben trotz Analyse unsicher.] Diese [Verse] sind unregelmäßig im Versmaß, gleichsam durchbrochen; das Innere [des Leibes] ist bald feiner, bald gröber. Er rezitiert sie als eine dem Atem gemäße Versbildung, wie es sich eben ergibt; denn das Innere [des Leibes] ist bald kürzer, bald länger [wie diese Verse]. — Der Atem ist der Sūdadoha; durch den Atem verbindet er die Glieder. Er beendet diese [Rezitation], nachdem er sie zwölfmal vorgetragen hat; denn zwölffach sind diese Atemkräfte: sieben im Kopfbereich, zwei in der Brust, drei nach unten gerichtet – hier eben werden die Atemkräfte erlangt, hier werden sie vervollständigt; deshalb beendet er sie hier. „Indra und Agni, gebt ihr uns wohl [...]“ – dies ist der Indra-Agni-Vers; die beiden Schenkel [und] die beiden Kniekehlen sind die beiden festen Stützen. Diese [Verse] sind sechsfüßig, eben für den festen Stand; denn zweifüßig-fest steht der Mensch, vierfüßig die Tiere – eben diesen zweifüßig gegründeten [Opferherrn] gründet er damit auf die vierfüßigen Tiere. Der zweite [Vers] ist siebenfüßig; ihn macht er zur Gāyatrī und zur Anuṣṭubh zugleich: Brahman ist ja die Gāyatrī, die Rede die Anuṣṭubh – eben durch das Brahman verbindet er damit die Rede. Am Ende rezitiert er im Triṣṭubh-Versmaß; Heldenkraft ist ja die Triṣṭubh – eben durch die Heldenkraft erreicht er damit die Herden; deshalb erlangen die Tiere Heldenkraft, sowohl was die Bewegung als auch das Sich-Erheben betrifft.
Wort für Wort
vaśaṃ śaṃsati
er rezitiert den Vaśa-Vers
vaśe ma idaṃ sarvam asat
mir untertan sei dies alles
ekaviṃśatiḥ, antar udare vikṛtayaḥ
einundzwanzig, Umwandlungen im Leibesinneren
pratiṣṭhodaram annādyānām
der feste Halt der Speise ist der Bauch
vicchandasaḥ [?]
unregelmäßig im Versmaß [unsicher]
prāṇo vai sūdadohāḥ
der Atem ist der Sūdadoha
dvādaśakṛtvaḥ śastvā
nachdem er es zwölfmal rezitiert hat
dvādaśavidhāḥ prāṇāḥ
zwölffach sind die Atemkräfte
indrāgnī yuvaṃ su naḥ
Indra und Agni, gebt ihr uns wohl
ūrū urvaṣṭhīve pratiṣṭhe
die Schenkel und Kniekehlen sind die festen Stützen
pra vo mahe mandamānāyāndhasa ity aindre niṣkevalye nividaṃ dadhāti pratyāḍhyeva tad ātmanvīryaṃ dhatte | tāḥ triṣṭubjagatyo bhavanti tad āhur atha kasmāt triṣṭubjagatīṣu nividaṃ dadhātīti na ha vā etasyāhna ekaṃ chando nividaṃ dadhāra na vivyāceti tasmāt triṣṭubjagatīṣu nividaṃ dadhāti | [Anm.: die folgende Passage über die 'dreifache Nivid des Tages' ist im Original stark verderbt und bleibt trotz sorgfältiger Analyse unklar.] atha sūkte vane na vā yo nyadhāyi cākanyo jāta eva prathamo manasvānīti tayor asty anne samasya yad asan manīṣā ity atrādyasyāvaruddhyai | athāvapanam ete antareṇaindrīṇāṃ daśatīnāṃ triṣṭubjagatīnāṃ bṛhatīsaṃpannānāṃ yāvatīr āvapante tāvantyūrdhvam āyuṣo varṣāṇi jīvanty etenaivāvapanenāyur āpyate | prajāṃ me paśavīr jayantīti tv eva sajanīyam anuśaṃsati | tān daryaṃ śaṃsati svastyayanaṃ vai svastitāyai svastyayanam eva tat kurute | ekapadāṃ śaṃsaty ekadhedaṃ sarvam asānīty atho sarvāś chandaskṛtim āpravānīti | indraṃ viśvā avīvṛdhann ati padānuṣaṅgās tāḥ saptānujagati sapta vai śīrṣanprāṇāḥ śīrṣann eva tat prāṇān dadhāty aṣṭamīṃ nānuṣajati vāg aṣṭamī nen me vākprāṇair anuṣaktāsad iti tasmād u sā vāksamānāyatanā prāṇaiḥ satyananuṣaktā | virājaḥ śaṃsaty annaṃ vai virājo 'nnādyasyāvaruddhyai | vāsiṣṭhena paridadhāti vasiṣṭho 'sānīti | eṣa stomo maha ugrāya vāha iti mahadvyā rūpasamṛddhyā | dhurīvātyo na vājayann adhāyīty anto vai dhūranta etad ahar etasyāho rūpam | indra tvām arka īṭṭe vasūnām ity arkavatyā rūpasamṛddhyā | divīva dyām adhi naḥ śromataṃ dhā iti yatra ha kva ca brahmaṇā vāg udyate tad dhy asya kīrtir bhavati yatraivaṃ vidvān etayā paridadhāti tasmād evaṃ vidvān etayaiva paridadhyāt || 2
„Für euch, den Großen, Berauschten, dem Saft [gilt dies]“ – so [beginnt der Vers]; in die Indra-eigene Niṣkevalya-Rezitation legt er die Nivid [Einschub-Formel] hinein; wie ein erwidernder Gegenzug verleiht er sich damit selbst Heldenkraft. Diese [Verse] sind Triṣṭubh und Jagatī. Dazu wird gesagt: warum legt er die Nivid in die Triṣṭubh- und Jagatī-Verse? Weil kein einziges Versmaß dieses Tages allein die Nivid tragen konnte, ohne zu bersten – deshalb legt er die Nivid in Triṣṭubh und Jagatī. [Anm.: die folgende Passage über die „dreifache Nivid des Tages“ ist im Original stark verderbt und bleibt trotz sorgfältiger Analyse unklar.] Nun, im Sūkta [heißt es, dass] der [dort] Erwähnte [?], der eben Erstgeborene, der Geistbegabte [gemeint sei]; in diesen beiden liegt die ganze Nahrung [beschlossen], soweit Einsicht reicht – dies dient hier der Erlangung des Vorrangs [?]. Dies nun ist die „Aussaat“ (āvapana): zwischen den Indra-eigenen Zehnergruppen von Triṣṭubh- und Jagatī-Versen, die mit der Bṛhatī versehen sind – wie viele [Verse] man da „aussät“, so viele Jahre über [die übliche Lebenszeit] hinaus lebt man; eben durch diese Aussaat wird [zusätzliche] Lebenszeit erlangt. „Mögen mir Nachkommenschaft und Vieh zum Siege verhelfen“ – dies eben rezitiert er als dazugehörige Formel. Er rezitiert [einen weiteren Vers] [?]; ein Heilsgeleit ist dies fürwahr, zum Heil; eben ein Heilsgeleit bewirkt er damit. Er rezitiert einen einzelnen Versfuß: „Auf eine Weise möge ich dies alles sein“ – und ferner: „möge ich die gesamte Gestaltung der Versmaße erreichen“. „Ihn, Indra, stärkten alle [Wesen]“ – [dies ist] mit den Versfuß-Anschlüssen; diese [Verse] sind sieben, im Jagatī-Versmaß angeschlossen; denn sieben sind ja die Atemkräfte im Kopf – eben im Kopf setzt er damit die Atemkräfte fest. Den achten [Vers] schließt er nicht an; die Rede als achte soll nicht mit den Atemkräften verbunden werden, [so der Sinn] – deshalb hat die Rede zwar denselben Sitz wie die Atemkräfte, ist aber tatsächlich nicht mit ihnen verbunden. Er rezitiert Virāj-Verse; Speise ist ja die Virāj – zur Erlangung der Speise. Mit einem Vasiṣṭha-Vers umschließt er [die Rezitation]: „Ich möge ein Vasiṣṭha [ein Bester] sein“, so der Sinn. „Dieser Stoma-Gesang [gilt] dem Großen, dem Gewaltigen als Zugkraft“ – dies ist mit großartiger, reicher Gestalt. „Wie ein am Joch [ziehendes Pferd], das antreibend eingespannt wurde“ – ein Ziel ist ja das Jochende; dies ist die Gestalt dieses Tages. „Dich, Indra, ruft der Arka-Gesang der Güter an“ – dies ist mit Arka-artiger, reicher Gestalt. „Wie den Himmel über den Himmel [erhöhend], verleihe uns Ruhm“ – wo immer durch das Brahman die Rede erhoben wird, dort eben entsteht sein Ruhm; wo ein solcher Kenner damit [die Rezitation] abschließt, [dort geschieht dies]; deshalb solle ein solcher Kenner eben damit abschließen.
Wort für Wort
pra vo mahe mandamānāya andhasaḥ
für euch, den Großen, Berauschten, dem Saft
aindre niṣkevalye nividaṃ dadhāti
in die Indra-eigene Niṣkevalya-Rezitation legt er die Nivid
triṣṭubjagatyo bhavanti
diese sind Triṣṭubh und Jagatī
na ekaṃ chando nividaṃ dadhāra
kein einziges Versmaß konnte die Nivid tragen
āvapanam
die 'Aussaat' [Zusatzverse für zusätzliche Lebenszeit]
yāvatīḥ āvapante tāvantyaḥ āyuṣo varṣāṇi
so viele man aussät, so viele Jahre [zusätzliche] Lebenszeit
prajāṃ me paśavīḥ jayantu
mögen mir Nachkommenschaft und Vieh zum Siege verhelfen
ekapadāṃ śaṃsati
er rezitiert einen einzelnen Versfuß
indraṃ viśvāḥ avīvṛdhan
ihn, Indra, stärkten alle [Wesen]
sapta śīrṣanprāṇāḥ
sieben Atemkräfte im Kopf
vāk aṣṭamī na anuṣaktā
die Rede als achte nicht verbunden
virājaḥ śaṃsati, annaṃ vai virāṭ
er rezitiert Virāj-Verse, Speise ist die Virāj
vāsiṣṭhena paridadhāti
mit einem Vasiṣṭha-Vers schließt er ab
indra tvām arkaḥ īṭṭe vasūnām
dich, Indra, ruft der Arka-Gesang der Güter an
yatra brahmaṇā vāk udyate tad kīrtiḥ bhavati
wo durch das Brahman die Rede erhoben wird, entsteht Ruhm
tat savitur vṛṇīmahe vayo no deva savitar iti vaiśvadevasya pratipadanucarā vaikāhikau rūpasamṛddhau bahu vā etasminn ahani kiṃca kiṃca vāraṇaṃ kriyate śāntyā eva śāntir vai pratiṣṭhaikāhaḥ śāntyām eva tat pratiṣṭhāyām antataḥ pratitiṣṭhanti | pratitiṣṭhati ya evaṃ veda yeṣāṃ caivaṃ vidvān etad dhotā śaṃsati | tad evasya savitur vāryaṃ mahad iti sāvitram anto vai mahad anta etad ahar etasyāho rūpam | katarā pūrvā katarāparāyor iti dyāvāpṛthivīyaṃ samānodarkaṃ samānodarkaṃ vā etad ahar etasyāho rūpam | anaśvo jāto anabhīśur ukthya ity ārbhavam | rathas tricakra iti yad etat trivat tanto vai trivadanta etad ahar etasyāho rūpam | asya vāmasya palitasya hotur iti vaiśvadevaṃ bahurūpaṃ bahurūpaṃ vā etad ahar etasyāho rūpam | gaurīr mimāya salilāni takṣītīty etad antam | ā no bhadrāḥ kratavo yantu viśvata iti vaiśvadevam aikāhikaṃ rūpasamṛddhaṃ bahu vā etasminn ahani kiṃca kiṃca vāraṇaṃ kriyate śāntyā eva śāntir vai pratiṣṭhaikāhaḥ śāntyām eva tat pratiṣṭhāyām antataḥ pratitiṣṭhanti | pratitiṣṭhati ya evaṃ veda yeṣāṃ caivaṃ vidvān etad dhotā śaṃsati | vaiśvānarāya dhiṣaṇām ṛtāvṛdha ity āgnimārutasya pratipadanto vai dhiṣaṇānta etad ahar etasyāho rūpam | prayajvyo maruto bhrājadṛṣṭaya iti mārutaṃ samānodarkaṃ samānodarkaṃ vā etad ahar etasyāho rūpam | jātavedase sunavāma somam iti jātavedasyāṃ purastāt sūktasya śaṃsati svastyayanaṃ vai jātavedasyāṃ svastitāyai svastyayanam eva tat kurute | imaṃ stomam ahate jātavedasa iti jātavedasyaṃ samānodarkaṃ samānodarkaṃ vā etad ahar etasyāho rūpam aho rūpam || 3 || ity aitareye prathamāraṇyake pañcamo 'dhyāyaḥ || iti prathamāraṇyakaṃ samāptam ||
„Jenes Begehrenswerte des Savitṛ erwählen wir, Kraft [gib] uns, Gott Savitṛ“ – dies sind die dem ersten Vers des Vaiśvadeva-[Śastra] folgenden zwei Verse, als Ein-Tags-Ritus reich an Gestalt; vielerlei wird ja an diesem Tag an [rituellen] Abwehr-Handlungen vollzogen – eben durch Besänftigung; denn Besänftigung ist der feste Halt des Ein-Tags-Ritus; in eben dieser Besänftigung als festem Halt finden sie am Ende ihren festen Stand. Einen festen Stand erlangt, wer dies so weiß, und [ebenso] diejenigen, deren kundiger Hotṛ dies rezitiert. „Das begehrenswerte Große eben dieses Savitṛ“ – ein Savitṛ-Vers [ist dies]; ein Ende ist ja das Große; dies ist die Gestalt dieses Tages. „Welche [von beiden] ist die frühere, welche die spätere?“ – dies ist der Himmel-und-Erde-Vers, von gleichem Ausgang; von gleichem Ausgang ist auch die Gestalt dieses Tages. „Ohne Roß geboren, ohne Zügel, preiswürdig“ – dies ist der Ṛbhu-Vers. „Der Wagen mit drei Rädern“ – was hier dreifach ausgesagt wird, dreifach redend ist die Gestalt dieses Tages. „Dieses köstlichen, ergrauten Hotṛ“ – dies ist der Vaiśvadeva-Vers, vielgestaltig; vielgestaltig auch ist die Gestalt dieses Tages. „Die Wildkuh hat gebrüllt, die Wasser durchquerend“ – damit endet [dieser Abschnitt]. „Mögen heilsame Einsichten von überall zu uns kommen“ – dies ist der Vaiśvadeva-Vers als Ein-Tags-Ritus, reich an Gestalt; [wiederum:] vielerlei wird an diesem Tag an [Abwehr-Handlungen] vollzogen – eben durch Besänftigung; einen festen Stand erlangt, wer dies so weiß. „Dem Vaiśvānara [Agni] die Erkenntnis, o Wahrheitsmehrer“ – dies ist der Anfangsvers des Agni-Marut-[Śastra]; ein Ende ist ja die Erkenntnis (dhiṣaṇā); dies ist die Gestalt dieses Tages. „Die opferfreudigen Marut mit glänzenden Speeren“ – dies ist der Marut-Vers, von gleichem Ausgang; von gleichem Ausgang auch ist die Gestalt dieses Tages. „Dem Jātavedas [Agni] wollen wir Soma auspressen“ – dies ist der Jātavedas-Vers; er rezitiert ihn vor dem [Haupt-]Sūkta; ein Heilsgeleit ist ja der Jātavedas-Vers, zum Heil; eben ein Heilsgeleit bewirkt er damit. „Diesen Stoma-Gesang [widmen wir] dem großen Jātavedas“ – dies ist der Jātavedas-Vers, von gleichem Ausgang; von gleichem Ausgang auch ist die Gestalt, die Gestalt dieses Tages. — So endet im Aitareya-Āraṇyaka, im ersten Āraṇyaka, der fünfte Adhyāya. So ist das erste Āraṇyaka [Buch 1] vollendet.
Wort für Wort
tat savitur vṛṇīmahe
jenes Begehrenswerte des Savitṛ erwählen wir
vaiśvadevasya pratipadanucarā
die dem ersten Vers des Vaiśvadeva folgenden Verse
śāntyā eva pratiṣṭhā
eben durch Besänftigung der feste Halt
katarā pūrvā katarā aparā
welche ist die frühere, welche die spätere
dyāvāpṛthivīyam
der Himmel-und-Erde-Vers
anaśvo jātaḥ anabhīśuḥ ukthyaḥ
ohne Roß geboren, ohne Zügel, preiswürdig [Ṛbhu-Vers]
rathas tricakraḥ
der Wagen mit drei Rädern
asya vāmasya palitasya hotuḥ
dieses köstlichen, ergrauten Hotṛ
gaurīr mimāya salilāni takṣatī
die Wildkuh hat gebrüllt, die Wasser durchquerend
ā no bhadrāḥ kratavo yantu viśvataḥ
mögen heilsame Einsichten von überall zu uns kommen