Adhyāya 3
Das Sattra der Monate mit steigenden und fallenden Stomas (Vogel-Sattra)
Ein zwölfmonatiges Sattra, dessen Monate nacheinander mit Trivṛt, Pañcadaśa, Saptadaśa, Ekaviṃśa, Triṇava, Trayastriṃśa gefeiert werden, in der Mitte das Mahāvrata und danach die Stomas in umgekehrter Reihenfolge. Es wird als Vogel (pakṣin) und als Gewinn der Jahreszeiten gedeutet. Kaṇḍikā 3 und 6 sind mit gata, dṛti, vātavat, khāṇḍava dunkel und unsicher.
Der Atirātra; einen Monat mit dem Trivṛt, einen Monat mit dem Pañcadaśa, einen Monat mit dem Saptadaśa, einen Monat mit dem Ekaviṃśa, einen Monat mit dem Triṇava, einen Monat mit dem Trayastriṃśa, das Mahāvrata; einen Monat mit dem Trayastriṃśa, einen Monat mit dem Triṇava, einen Monat mit dem Ekaviṃśa, einen Monat mit dem Saptadaśa, einen Monat mit dem Pañcadaśa, einen Monat mit dem Trivṛt; der Atirātra.
ṛtavo na pratyatiṣṭhaṃs ta etena pratyatiṣṭhan pratiṣṭhākāmā upeyuḥ praty eva tiṣṭhanti ṣaḍ vā ṛtava ṛtuṣv evaitena pratitiṣṭhanti
Die Jahreszeiten (ṛtu) fanden keinen Halt; sie fanden dadurch Halt. Wer Halt wünscht, soll sich dem unterziehen; sie fassen Halt. Sechs sind wahrlich die Jahreszeiten; in den Jahreszeiten fassen sie damit Halt.
yad gataṃ madhyata upayanti madhyata eva tad annādyaṃ dhīyate tasmān madhye dhinoti
Dass sie das Gegangene (gata) in der Mitte vollziehen [Anm.: Sinn von gata hier unsicher; wohl das Mahāvrata bzw. der Mittelpunkt] [?], dadurch wird die Speise in der Mitte gesetzt; darum nährt sie, wenn sie in der Mitte ist.
pakṣi vā etat sattrāyaṇaṃ yaṃ kāmaṃ kāmayante tam etenābhyaśnuvate yatra yatra hi pakṣī kāmayate tat tad abhyaśnute
Ein Vogel (pakṣin) ist dieses Sattra-Gehen; welchen Wunsch sie wünschen, den erlangen sie damit; denn wo immer ein Vogel etwas wünscht, das erlangt er.
trivṛtā prayanti trivṛtodyanti prāṇā vai trivṛt stomānāṃ prāṇair eva prayanti prāṇeṣu pratitiṣṭhanti
Mit dem Trivṛt gehen sie aus, mit dem Trivṛt gehen sie [zum Ende] hinauf. Die Lebenshauche sind unter den Stomas der Trivṛt; mit den Lebenshauchen gehen sie aus, in den Lebenshauchen fassen sie Fuß.
Dies sind wahrlich die beiden [Zeitabschnitte] Dṛti und Vātavat [Anm.: dṛtivātavantau, wörtlich ‚Schlauch-‘ und ‚Wind-besitzend‘, Bezug unklar] [?]: Der Khāṇḍava tritt ein in den Viṣuvat; der Vātavat steht auf, der Dṛti bringt zum Abschluss. Darum sind die Windbegabten [weniger] dünn [Anm.: tanīyāṃsaḥ als Komparativ ‚dünner, weniger zahlreich‘], die vom Schlauch Stammenden zahlreicher [?].