Adhyāya 1
Das Jahres-Sattra (Saṃvatsara-Sattra) mit Tagesordnung und Deutung seiner Bausteine
Kaṇḍikā 1 gibt den Ablaufplan des Jahres-Sattra (Caturviṃśa, Abhiplava-Ṣaḍahas, Pṛṣṭhya-Ṣaḍaha, Divākīrtya, Chandomadaśāha, Mahāvrata) in stark verkürzter Aufzählung; Kaṇḍikā 2–15 deuten die Elemente einzeln (Pṛṣṭhya in der Mitte, Sākaṃvṛta-Rad, Bṛhaspatistoma, Svarasāmans, Indrastoma, Devatalpa usw.). Einige Angaben, besonders die Zählung der Ṣaḍahas, sind schwer zu berechnen; unsichere Deutungen sind markiert.
atirātraś caturviṃśaṃ prāyaṇīyam ahar dvau trivṛt pañcadaśau ṣaḍahau pṛṣṭhyaḥ ṣaḍaho dvau trivṛt pañcadaśau ṣaḍahau sa māsaḥ sa dvitīyaḥ sa tṛtīyaḥ sa caturthaḥ sa pañcamas trayas trivṛt pañcadaśāḥ ṣaḍahāḥ pṛṣṭhyaḥ ṣaḍahas trivṛd bṛhaspatistomas trayaḥ svarasāmāno divākīrtyam ahas trayaḥ svarasāmānaḥ pañcadaśa indrastoma ukthyaḥ pṛṣṭyaḥ ṣaḍahas trayastriṃśārambhaṇa ekaḥ pañcadaśas trivṛt ṣaḍaho dvādaśāhasya daśāhāni vyūḍhā agniṣṭomās trivṛta udbhic ca balabhic ca dve ahanī dvau pañcadaśatrivṛtau ṣaḍahau pṛṣṭhyaḥ ṣaḍaho dvau pañcadaśatribṛtau ṣaḍahau sa māsaḥ sa dvitīyaḥ sa tṛtīyaḥ sa caturthaḥ pañcadaśatrivṛt ṣaḍahaḥ pṛṣṭhyaḥ ṣaḍahaḥ pañcadaśatrivṛt ṣaḍaho gauś cāyuś ca dve ahanī chandomadaśāho 'ṣṭācatvāriṃśaṃ prathamam ahar atha catuścatvāriṃśaṃ catvāriṃśaṃ ṣaṭtriṃśaṃ dvātriṃśaṃ triṃśaṃ dve aṣṭāviṃśe pañcaviṃśaṃ caturviṃśaṃ mahāvrataṃ cātirātraś ca
Der Atirātra, das Caturviṃśa, der Prāyaṇīya-Tag; die zwei Ṣaḍahas aus Trivṛt und Pañcadaśa; der Pṛṣṭhya-Ṣaḍaha; wiederum zwei Ṣaḍahas aus Trivṛt und Pañcadaśa – das ist ein Monat; das ist der zweite, das dritte, das vierte, das fünfte; drei Ṣaḍahas aus Trivṛt und Pañcadaśa; der Pṛṣṭhya-Ṣaḍaha; der Trivṛt, der Bṛhaspatistoma; drei Svarasāmans; der Divākīrtya-Tag; drei Svarasāmans; der Pañcadaśa, der Indrastoma, der Ukthya; der Pṛṣṭhya-Ṣaḍaha; der Trayastriṃśa als Ārambhaṇa; ein Pañcadaśa-Trivṛt-Ṣaḍaha; die Daśāhas des Dvādaśāha; die getrennten (vyūḍha) Agniṣṭomas, die Trivṛt-[Tage]; der Udbhid und der Balabhid, die beiden Tage; die zwei Ṣaḍahas aus Pañcadaśa und Trivṛt; der Pṛṣṭhya-Ṣaḍaha; wiederum zwei Ṣaḍahas aus Pañcadaśa und Trivṛt – das ist ein Monat; das zweite, das dritte, das vierte; ein Ṣaḍaha aus Pañcadaśa und Trivṛt; der Pṛṣṭhya-Ṣaḍaha; ein Ṣaḍaha aus Pañcadaśa und Trivṛt; das Gau und das Āyus, die beiden Tage; der Chandomadaśāha: als erster Tag das Aṣṭācatvāriṃśa [Stoma der Achtundvierzig], dann das Catuścatvāriṃśa, das Catvāriṃśa, das Ṣaṭtriṃśa, das Dvātriṃśa, das Triṃśa, zwei Aṣṭāviṃśa, das Pañcaviṃśa, das Caturviṃśa; das Mahāvrata und der Atirātra.
Mit dem Pṛṣṭhya in der Mitte stiegen die Ādityas hinauf zur himmlischen Welt. Dass sie die Pṛṣṭhyas in der Mitte vollziehen, dient dem Hinaufsteigen zur himmlischen Welt.
cakre vā ete sākaṃvṛtīyat trivṛt pañcadaśau stomau yaṃ kāmaṃ kāmayante tam etenābhyaśnuvate yatra yatra hi cakrīvatā kāmayate tat tad abhyaśnute
Diese beiden Stomas, Trivṛt und Pañcadaśa, sind wie ein Rad (cakra) [Anm.: ‚cakre … sākaṃvṛtīyat‘, Text und Bezug auf das Sākaṃvṛta-Sāman unsicher] [?]. Welchen Wunsch sie wünschen, den erlangen sie damit; denn wo immer einer, der ein Rad hat, etwas wünscht, das erlangt er.
Nun dieser Trivṛt, der Bṛhaspatistoma: Mit ihm gelangte Bṛhaspati zur Stellung des Hauspriesters (purodhā) der Götter. Wer den Wunsch nach einem Hauspriestertum hat, soll sich ihm unterziehen; sie erlangen einen Hauspriester; man stellt sie voran (pura enān dadhate).
athaite svarasāmānaḥ śiro vai divākīrtyaṃ prāṇāḥ svarasāmāno yad divākīrtyam abhitaḥ svarasāmāno bhavanti śivasyeva tat prāṇā dhīyante
Nun diese Svarasāmans: Das Haupt ist wahrlich der Divākīrtya-Tag, die Lebenshauche sind die Svarasāmans. Dass die Svarasāmans zu beiden Seiten des Divākīrtya stehen, dadurch werden die Lebenshauche gleichsam glückbringend gesetzt (śivasyeva) [?].
Nun dieser Pañcadaśa, der Indrastoma, der Ukthya: Mit ihm übertraf Indra die anderen Götter; sie übertreffen die anderen Geschöpfe, die sich diesem unterziehen.
Nun diese Daśāhas des Dvādaśāha, die getrennten Agniṣṭomas, die Trivṛt-Tage: In der Mitte werden sie vom Übel frei. Dies ist wahrlich das Götterlager (devatalpa); sie steigen eben auf das Götterlager. Sie werden Lagerteilhaber (talpya); sie erlangen das Lager dessen, der [mehr] ausgezogen ist (pravasīyasas talpam) [?].
Nun diese beiden, Udbhid und Balabhid: Mit ihnen ließ Bṛhaspati für die Götter das Vieh heraus (udasṛjat); so lassen sie mit diesen beiden das Vieh heraus.
Nun dieser Chandomadaśāha, das Melken der Metren: Die Metren vollziehen sie in absteigender Ordnung (arvāñci); darum kommt das Vieh zu denen, die [abwärts] genießen (arvāñco bhuñjantaḥ) [?].
athaid vratam annaṃ vai vrataṃ na vā anyatra mukhād annaṃ dhinoti yad upariṣṭād vratam upayanti mukhata eva tad annādyaṃ dhīyate tasmān mukhe sad annaṃ dhinoti
Nun das Vrata [Mahāvrata]: Speise ist das Vrata. Nirgends anderswo als vom Mund her nährt Speise. Dass sie das Vrata oben [am Ende] vollziehen, dadurch wird die Speise gleichsam am Mund gesetzt; darum nährt Speise, wenn sie im Mund ist.