Quellen der Menschheit

Mahābhārata · Mausalaparva

Kapitel 9 Arjuna bei Vyāsa: Bericht und die Lehre von der Zeit

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vaiśaṃpāyana uvāca praviśann arjuno rājann āśramaṃ satyavādinaḥ dadarśāsīnam ekānte muniṃ satyavatīsutam

Vaiśaṃpāyana sprach: Als Arjuna, o König, den Einsiedlerhain des Wahrheitsredenden betrat, sah er den Weisen, den Sohn Satyavatīs, abseits sitzen.

Wort für Wort
vaiśaṃpāyanaḥ uvāca
Vaiśaṃpāyana (Subj.) sprach (3.Sg.Perf.)
praviśan arjunaḥ rājan āśramaṃ satyavādinaḥ
als Arjuna, o König, den Einsiedlerhain des Wahrheitsredenden betrat (Part.+Akk.)
dadarśa āsīnam ekānte muniṃ satyavatīsutam
sah er den Weisen, den Sohn Satyavatīs, abseits sitzen (3.Sg.Perf.)

[Anm.: Satyavatīsuta = Vyāsa.]

sa tam āsādya dharmajñam upatasthe mahāvratam arjuno 'smīti nāmāsmai nivedyābhyavadat tataḥ

Er trat zu ihm, dem Pflichtkundigen, dem großen Gelübde Treuen, heran, wartete ihm auf und sprach, nachdem er ihm seinen Namen mitgeteilt hatte: „Ich bin Arjuna.“

Wort für Wort
saḥ tam āsādya dharmajñam upatasthe mahāvratam
er trat zu ihm, dem Pflichtkundigen, dem großen Gelübde Treuen, heran und wartete auf (Abs.+3.Sg.Perf.Med.)
arjunaḥ asmi iti nāma asmai nivedya
seinen Namen, „Ich bin Arjuna“, mitgeteilt habend (Abs.)
abhyavadat tataḥ
sprach er dann zu ihm (3.Sg.Impf.)

svāgataṃ te 'stv iti prāha muniḥ satyavatīsutaḥ āsyatām iti covāca prasannātmā mahāmuniḥ

„Willkommen sei dir!“ sprach der Weise, der Sohn Satyavatīs, und „Setze dich!“ sprach ferner der hochgesinnte große Weise.

Wort für Wort
svāgataṃ te astu iti prāha muniḥ satyavatīsutaḥ
„Willkommen sei dir!“ sprach der Weise, der Sohn Satyavatīs (direkte Rede+3.Sg.Perf.)
āsyatām iti ca uvāca prasannātmā mahāmuniḥ
„Setze dich!“ sprach ferner der hochgesinnte große Weise (direkte Rede+3.Sg.Perf.)

tam apratītamanasaṃ niḥśvasantaṃ punaḥ punaḥ nirviṇṇamanasaṃ dṛṣṭvā pārthaṃ vyāso 'bravīd idam

Als er den Pārtha sah, dessen Sinn unzufrieden war, der immer wieder seufzte, dessen Herz erschöpft war, sprach Vyāsa dies zu ihm:

Wort für Wort
tam apratītamanasaṃ niḥśvasantaṃ punaḥ punaḥ
ihn, dessen Sinn unzufrieden war, der immer wieder seufzte (Akk.Part.)
nirviṇṇamanasaṃ dṛṣṭvā pārthaṃ
den Pārtha, dessen Herz erschöpft war, gesehen habend (Abs.+Akk.Part.)
vyāsaḥ abravīt idam
sprach Vyāsa dies (3.Sg.Impf.)

avīrajo 'bhighātas te brāhmaṇo vā hatas tvayā yuddhe parājito vāsi gataśrīr iva lakṣyase

„Ist dir ein unheldenhafter Schlag widerfahren, oder hast du einen Brahmanen erschlagen, oder bist du im Kampf besiegt worden? Du siehst aus, als hättest du all deinen Glanz verloren.

Wort für Wort
avīrajaḥ abhighātaḥ te
ist dir ein unheldenhafter Schlag [widerfahren] (Nom.)
brāhmaṇaḥ vā hataḥ tvayā
oder hast du einen Brahmanen erschlagen (Nom.Part.+Instr.)
yuddhe parājitaḥ vā asi
oder bist du im Kampf besiegt worden (Lok.+2.Sg.Präs.)
gataśrīḥ iva lakṣyase
du siehst aus, als hättest du deinen Glanz verloren (2.Sg.Präs.Pass.)

na tvā pratyabhijānāmi kim idaṃ bharatarṣabha śrotavyaṃ cen mayā pārtha kṣipram ākhyātum arhasi

Ich erkenne dich kaum wieder - was ist das, Stier der Bharatas? Wenn es von mir gehört werden darf, Pārtha, solltest du es rasch berichten.“

Wort für Wort
na tvā pratyabhijānāmi kim idaṃ bharatarṣabha
ich erkenne dich kaum wieder - was ist das, Stier der Bharatas (1.Sg.Präs.)
śrotavyaṃ cet mayā pārtha
wenn es von mir gehört werden darf, Pārtha (Ger.)
kṣipram ākhyātum arhasi
solltest du es rasch berichten (2.Sg.Präs.+Inf.)

arjuna uvāca yaḥ sa medhavapuḥ śrīmān bṛhatpaṅkajalocanaḥ sa kṛṣṇaḥ saha rāmeṇa tyaktvā dehaṃ divaṃ gataḥ

Arjuna sprach: „Er, dessen Gestalt wolkendunkel war [?], der Glanzvolle, mit großen lotusgleichen Augen - jener Kṛṣṇa ist, zusammen mit Rāma, nachdem er den Leib verlassen hatte, zum Himmel gegangen.

Wort für Wort
arjunaḥ uvāca
Arjuna sprach (3.Sg.Perf.)
yaḥ saḥ medhavapuḥ śrīmān
er, dessen Gestalt wolkendunkel [?] war, der Glanzvolle (Nom.)
bṛhatpaṅkajalocanaḥ
mit großen lotusgleichen Augen
saḥ kṛṣṇaḥ saha rāmeṇa tyaktvā dehaṃ divaṃ gataḥ
jener Kṛṣṇa ist, zusammen mit Rāma, den Leib verlassen habend, zum Himmel gegangen (Nom.+Abs.+3.Sg.Perf.Part.)

[?: 'medhavapuḥ' ist unsicher überliefert; vermutlich Variante zu 'meghavapuḥ' (wolkengestaltig), ein geläufiges Kṛṣṇa-Epitheton.]

mausale vṛṣṇivīrāṇāṃ vināśo brahmaśāpajaḥ babhūva vīrāntakaraḥ prabhāse romaharṣaṇaḥ

Im Keulenkampf geschah der durch den Brahmanenfluch verursachte Untergang der Vṛṣṇi-Helden, heldenvernichtend, bei Prabhāsa, haarsträubend zu berichten.

Wort für Wort
mausale vṛṣṇivīrāṇāṃ vināśaḥ brahmaśāpajaḥ
im Keulenkampf der durch den Brahmanenfluch verursachte Untergang der Vṛṣṇi-Helden (Lok.+Nom.)
babhūva vīrāntakaraḥ prabhāse romaharṣaṇaḥ
geschah, heldenvernichtend, bei Prabhāsa, haarsträubend (3.Sg.Perf.)

ye te śūrā mahātmānaḥ siṃhadarpā mahābalāḥ bhojavṛṣṇyandhakā brahmann anyonyaṃ tair hataṃ yudhi

Jene Helden, hochgesinnt, löwenstolz, gewaltig an Kraft, die Bhojas, Vṛṣṇis und Andhakas, o Brahmane - durch sie selbst geschah gegenseitige Vernichtung im Kampf.

Wort für Wort
ye te śūrāḥ mahātmānaḥ siṃhadarpāḥ mahābalāḥ
jene Helden, hochgesinnt, löwenstolz, gewaltig an Kraft (Nom.)
bhojavṛṣṇyandhakāḥ brahman
die Bhojas, Vṛṣṇis und Andhakas, o Brahmane
anyonyaṃ taiḥ hataṃ yudhi
durch sie [selbst] geschah gegenseitige Vernichtung im Kampf (Instr.+Nom.Part.)

gadāparighaśaktīnāṃ sahāḥ parighabāhavaḥ ta erakābhir nihatāḥ paśya kālasya paryayam

Sie, die Keulen, Eisenstangen und Speere ertragen konnten, mit armdicken Eisenstangen - sie wurden durch Eraka-Schilfhalme erschlagen; sieh die Wendung der Zeit!

Wort für Wort
gadāparighaśaktīnāṃ sahāḥ parighabāhavaḥ
die Keulen, Eisenstangen und Speere ertragen konnten, mit armdicken Eisenstangen (Gen.+Nom.)
te erakābhiḥ nihatāḥ
sie wurden durch Eraka-Schilfhalme erschlagen (Instr.+Nom.Part.)
paśya kālasya paryayam
sieh die Wendung der Zeit (Imp.)

hataṃ pañcaśataṃ teṣāṃ sahasraṃ bāhuśālinām nidhanaṃ samanuprāptaṃ samāsādyetaretaram

Fünfhundert von ihnen wurden erschlagen, tausend Kraftvollarmige erlangten den Untergang, indem sie aufeinandertrafen.

Wort für Wort
hataṃ pañcaśataṃ teṣāṃ
erschlagen fünfhundert von ihnen (Nom.Part.)
sahasraṃ bāhuśālinām nidhanaṃ samanuprāptaṃ
tausend Kraftvollarmige erlangten den Untergang (Nom.+Akk.Part.)
samāsādya itaretaram
aufeinandertreffend, einander begegnend (Abs.)

punaḥ punar na mṛśyāmi vināśam amitaujasām cintayāno yadūnāṃ ca kṛṣṇasya ca yaśasvinaḥ

Immer wieder kann ich es nicht fassen, den Untergang der von unermesslicher Kraft [Seienden], wenn ich an die Yadus und an den ruhmreichen Kṛṣṇa denke.

Wort für Wort
punaḥ punaḥ na mṛśyāmi vināśam amitaujasām
immer wieder kann ich den Untergang der von unermesslicher Kraft [Seienden] nicht fassen (1.Sg.Präs.+Akk.)
cintayānaḥ yadūnāṃ ca kṛṣṇasya ca yaśasvinaḥ
denkend an die Yadus und an den ruhmreichen Kṛṣṇa (Part.)

śoṣaṇaṃ sāgarasyeva parvatasyeva cālanam nabhasaḥ patanaṃ caiva śaityam agnes tathaiva ca

Es ist wie das Austrocknen des Ozeans, wie das Erzittern eines Berges, wie der Sturz des Himmels, und ebenso wie die Kälte des Feuers.

Wort für Wort
śoṣaṇaṃ sāgarasya iva
wie das Austrocknen des Ozeans
parvatasya iva cālanam
wie das Erzittern eines Berges
nabhasaḥ patanaṃ ca eva
und wie der Sturz des Himmels
śaityam agneḥ tathā eva ca
und ebenso wie die Kälte des Feuers

aśraddheyam ahaṃ manye vināśaṃ śārṅgadhanvanaḥ na ceha sthātum icchāmi loke kṛṣṇavinākṛtaḥ

Unglaublich, meine ich, ist der Untergang des Bogenträgers Śārṅga; und ich will nicht länger hier auf der Welt verweilen, Kṛṣṇas beraubt.

Wort für Wort
aśraddheyam aham manye vināśaṃ śārṅgadhanvanaḥ
unglaublich, meine ich, ist der Untergang des Bogenträgers Śārṅga [Kṛṣṇa] (1.Sg.Präs.+Akk.)
na ca iha sthātum icchāmi loke
und ich will nicht länger hier auf der Welt verweilen (Inf.+1.Sg.Präs.)
kṛṣṇavinākṛtaḥ
Kṛṣṇas beraubt

[Anm.: Śārṅgadhanvan = Kṛṣṇa, Träger des Bogens Śārṅga.]

itaḥ kaṣṭataraṃ cānyac chṛṇu tad vai tapodhana mano me dīryate yena cintayānasya vai muhuḥ

Höre noch etwas Schwereres als dies, o Schatz der Askese, wodurch mein Herz, während ich immer wieder daran denke, zerreißt.

Wort für Wort
itaḥ kaṣṭataraṃ ca anyat śṛṇu tat vai tapodhana
höre noch etwas Schwereres als dies, o Schatz der Askese (Imp.)
manaḥ me dīryate yena
wodurch mein Herz zerreißt (3.Sg.Präs.Pass.)
cintayānasya vai muhuḥ
während ich immer wieder daran denke (Gen.Part.)

paśyato vṛṣṇidārāś ca mama brahman sahasraśaḥ ābhīrair anusṛtyājau hṛtāḥ pañcanadālayaiḥ

Vor meinen Augen, o Brahmane, wurden die Frauen der Vṛṣṇis zu Tausenden von den im Fünfstromland ansässigen Ābhīras im Kampf verfolgt und geraubt.

Wort für Wort
paśyataḥ vṛṣṇidārāḥ ca mama brahman sahasraśaḥ
vor meinen [Augen], die Frauen der Vṛṣṇis, o Brahmane, zu Tausenden (Gen.Part.)
ābhīraiḥ anusṛtya ājau hṛtāḥ pañcanadālayaiḥ
von den im Fünfstromland ansässigen Ābhīras im Kampf verfolgt und geraubt (Instr.+Abs.+Nom.Part.)

dhanur ādāya tatrāhaṃ nāśakaṃ tasya pūraṇe yathā purā ca me vīryaṃ bhujayor na tathābhavat

Den Bogen ergreifend, vermochte ich dort nicht, ihn zu spannen; und meine Armeskraft war nicht mehr wie einst.

Wort für Wort
dhanuḥ ādāya tatra aham
den Bogen ergriffen habend, ich dort (Abs.)
na aśakaṃ tasya pūraṇe
vermochte ich nicht, ihn zu spannen (1.Sg.Impf.+Lok.)
yathā purā ca me vīryaṃ bhujayoḥ na tathā abhavat
und meine Armeskraft war nicht mehr wie einst (3.Sg.Impf.)

astrāṇi me pranaṣṭāni vividhāni mahāmune śarāś ca kṣayam āpannāḥ kṣaṇenaiva samantataḥ

Meine mannigfaltigen Waffensprüche waren verloren, o großer Weiser, und meine Pfeile gingen in einem einzigen Augenblick vollständig zur Neige.

Wort für Wort
astrāṇi me pranaṣṭāni vividhāni mahāmune
meine mannigfaltigen Waffensprüche waren verloren, o großer Weiser (Nom.Part.)
śarāḥ ca kṣayam āpannāḥ kṣaṇena eva samantataḥ
und meine Pfeile gingen in einem einzigen Augenblick vollständig zur Neige (Nom.Part.)

puruṣaś cāprameyātmā śaṅkhacakragadādharaḥ caturbhujaḥ pītavāsā śyāmaḥ padmāyatekṣaṇaḥ

Und der Mann von unermesslichem Wesen, der Muschelhorn, Diskus und Keule trägt, vierarmig, gelbgewandet, dunkel, mit lotusgleichen, langgezogenen Augen -

Wort für Wort
puruṣaḥ ca aprameyātmā
und der Mann von unermesslichem Wesen
śaṅkhacakragadādharaḥ caturbhujaḥ
der Muschelhorn, Diskus und Keule trägt, vierarmig
pītavāsāḥ śyāmaḥ padmāyatekṣaṇaḥ
gelbgewandet, dunkel, mit lotusgleichen, langgezogenen Augen

yaḥ sa yāti purastān me rathasya sumahādyutiḥ pradahan ripusainyāni na paśyāmy aham adya tam

- er, der von überaus großem Glanz, der vor meinem Wagen herging und die Feindesheere verbrannte, ihn sehe ich heute nicht mehr.

Wort für Wort
yaḥ saḥ yāti purastāt me rathasya sumahādyutiḥ
er, der von überaus großem Glanz, der vor meinem Wagen herging (3.Sg.Präs.)
pradahan ripusainyāni
die Feindesheere verbrennend (Part.)
na paśyāmi aham adya tam
ihn sehe ich heute nicht mehr (1.Sg.Präs.)

yena pūrvaṃ pradagdhāni śatrusainyāni tejasā śarair gāṇḍīvanirmuktair ahaṃ paścād vyanāśayam

Durch dessen Glanz einst die Feindesheere verbrannt wurden, und die ich danach mit von Gāṇḍīva entsandten Pfeilen vernichtete -

Wort für Wort
yena pūrvaṃ pradagdhāni śatrusainyāni tejasā
durch dessen Glanz einst die Feindesheere verbrannt wurden (Instr.+Nom.Part.)
śaraiḥ gāṇḍīvanirmuktaiḥ aham paścāt vyanāśayam
und die ich danach mit von Gāṇḍīva entsandten Pfeilen vernichtete (Instr.+1.Sg.Impf.)

tam apaśyan viṣīdāmi ghūrṇāmīva ca sattama parinirviṇṇacetāś ca śāntiṃ nopalabhe 'pi ca

- ihn nicht sehend, verzage ich und schwanke wie im Taumel, o Bester, mein Sinn ist ganz erschöpft, und ich finde keinen Frieden.

Wort für Wort
tam apaśyan viṣīdāmi
ihn nicht sehend, verzage ich (Part.+1.Sg.Präs.)
ghūrṇāmi iva ca sattama
und schwanke wie im Taumel, o Bester (1.Sg.Präs.)
parinirviṇṇacetāḥ ca śāntiṃ na upalabhe api ca
mein Sinn ist ganz erschöpft, und ich finde keinen Frieden (Nom.Part.+1.Sg.Präs.Med.)

vinā janārdanaṃ vīraṃ nāhaṃ jīvitum utsahe śrutvaiva hi gataṃ viṣṇuṃ mamāpi mumuhur diśaḥ

Ohne den Helden Janārdana wage ich nicht zu leben; denn schon als ich hörte, dass Viṣṇu gegangen sei, verwirrten sich mir auch die Himmelsrichtungen.

Wort für Wort
vinā janārdanaṃ vīraṃ na aham jīvitum utsahe
ohne den Helden Janārdana wage ich nicht zu leben (Inf.+1.Sg.Präs.)
śrutvā eva hi gataṃ viṣṇuṃ
denn schon als ich hörte, dass Viṣṇu gegangen sei (Abs.+Akk.Part.)
mama api mumuhuḥ diśaḥ
verwirrten sich mir auch die Himmelsrichtungen (3.Pl.Perf.)

pranaṣṭajñātivīryasya śūnyasya paridhāvataḥ upadeṣṭuṃ mama śreyo bhavān arhati sattama

Mir, dessen Verwandte und Kraft dahin sind, der leer umherirrt, solltest du, Bester, geneigt sein, mir [meinen] Nutzen zu weisen.“

Wort für Wort
pranaṣṭajñātivīryasya śūnyasya paridhāvataḥ
dessen Verwandte und Kraft dahin sind, der leer umherirrt (Gen.Part.)
upadeṣṭuṃ mama śreyaḥ bhavān arhati sattama
mir meinen Nutzen zu weisen solltest du geneigt sein, o Bester (Inf.+2.Sg.Präs.)

vyāsa uvāca brahmaśāpavinirdagdhā vṛṣṇyandhakamahārathāḥ vinaṣṭāḥ kuruśārdūla na tāñ śocitum arhasi

Vyāsa sprach: „Durch den Brahmanenfluch gänzlich verbrannt, sind die großen Wagenkämpfer der Vṛṣṇis und Andhakas umgekommen, Tiger der Kurus; du solltest sie nicht betrauern.

Wort für Wort
vyāsaḥ uvāca
Vyāsa sprach (3.Sg.Perf.)
brahmaśāpavinirdagdhāḥ vṛṣṇyandhakamahārathāḥ vinaṣṭāḥ kuruśārdūla
durch den Brahmanenfluch gänzlich verbrannt, sind die großen Wagenkämpfer der Vṛṣṇis und Andhakas umgekommen, Tiger der Kurus (Nom.Part.)
na tān śocitum arhasi
du solltest sie nicht betrauern (Inf.+2.Sg.Präs.)

bhavitavyaṃ tathā tad dhi diṣṭam etan mahātmanām upekṣitaṃ ca kṛṣṇena śaktenāpi vyapohitum

So musste es geschehen, denn dies war den Hochgesinnten bestimmt; und Kṛṣṇa hat es geschehen lassen, obwohl er es hätte abwenden können.

Wort für Wort
bhavitavyaṃ tathā tat hi diṣṭam etat mahātmanām
so musste es geschehen, denn dies war den Hochgesinnten bestimmt (Ger.+Nom.Part.)
upekṣitaṃ ca kṛṣṇena śaktena api vyapohitum
und Kṛṣṇa hat es geschehen lassen, obwohl fähig, es abzuwenden (Nom.Part.+Instr.+Inf.)

trailokyam api kṛṣṇo hi kṛtsnaṃ sthāvarajaṅgamam prasahed anyathā kartuṃ kim u śāpaṃ manīṣiṇām

Denn Kṛṣṇa vermöchte selbst die ganze Dreiwelt, das Bewegliche und Unbewegliche, anders zu machen - wie viel mehr den Fluch der Weisen!

Wort für Wort
trailokyam api kṛṣṇaḥ hi kṛtsnaṃ sthāvarajaṅgamam
denn Kṛṣṇa selbst die ganze Dreiwelt, das Bewegliche und Unbewegliche
prasahet anyathā kartuṃ
vermöchte anders zu machen (Opt.+Inf.)
kim u śāpaṃ manīṣiṇām
wie viel mehr den Fluch der Weisen

rathasya purato yāti yaḥ sa cakragadādharaḥ tava snehāt purāṇarṣir vāsudevaś caturbhujaḥ

Er, der Diskus- und Keulenträger, der vor deinem Wagen herging - aus Zuneigung zu dir tat er dies, der uralte Seher, Vāsudeva, der Vierarmige.

Wort für Wort
rathasya purataḥ yāti yaḥ saḥ cakragadādharaḥ
er, der Diskus- und Keulenträger, der vor deinem Wagen herging (3.Sg.Präs.)
tava snehāt purāṇarṣiḥ vāsudevaḥ caturbhujaḥ
aus Zuneigung zu dir, der uralte Seher, Vāsudeva, der Vierarmige (Abl.)

kṛtvā bhārāvataraṇaṃ pṛthivyāḥ pṛthulocanaḥ mokṣayitvā jagat sarvaṃ gataḥ svasthānam uttamam

Nachdem er die Last der Erde abgenommen hatte, der Großäugige, und die ganze Welt befreit hatte, ist er zu seinem höchsten eigenen Ort gegangen.

Wort für Wort
kṛtvā bhārāvataraṇaṃ pṛthivyāḥ pṛthulocanaḥ
die Last der Erde abgenommen habend, der Großäugige (Abs.)
mokṣayitvā jagat sarvaṃ
die ganze Welt befreit habend (Abs.)
gataḥ svasthānam uttamam
ist er zu seinem höchsten eigenen Ort gegangen (Nom.Part.)

tvayā tv iha mahat karma devānāṃ puruṣarṣabha kṛtaṃ bhīmasahāyena yamābhyāṃ ca mahābhuja

Von dir aber wurde hier ein großes Werk für die Götter vollbracht, Stier unter den Männern, mit Bhīma als Helfer und mit den beiden Zwillingen, o Starkarmiger.

Wort für Wort
tvayā tu iha mahat karma devānāṃ puruṣarṣabha kṛtaṃ
von dir aber wurde hier ein großes Werk für die Götter vollbracht, Stier unter den Männern (Instr.+Nom.Part.)
bhīmasahāyena yamābhyāṃ ca mahābhuja
mit Bhīma als Helfer und mit den beiden Zwillingen, o Starkarmiger (Instr.)

kṛtakṛtyāṃś ca vo manye saṃsiddhān kurupuṃgava gamanaṃ prāptakālaṃ ca tad dhi śreyo mataṃ mama

Ich halte euch für die Aufgabe erfüllt und vollendet, Stier der Kurus; und dass nun die Zeit zum Aufbruch gekommen ist, das halte ich für das Beste.

Wort für Wort
kṛtakṛtyān ca vaḥ manye saṃsiddhān kurupuṃgava
ich halte euch für die Aufgabe erfüllt und vollendet, Stier der Kurus (Akk.Part.+1.Sg.Präs.)
gamanaṃ prāptakālaṃ ca tat hi śreyaḥ mataṃ mama
und dass die Zeit zum Aufbruch gekommen ist, das halte ich für das Beste (Nom.)

balaṃ buddhiś ca tejaś ca pratipattiś ca bhārata bhavanti bhavakāleṣu vipadyante viparyaye

Kraft, Verstand, Glanz und Tatkraft, o Bhārata, entstehen zur ihnen bestimmten Zeit und schwinden, wenn die Wendung kommt.

Wort für Wort
balaṃ buddhiḥ ca tejaḥ ca pratipattiḥ ca bhārata
Kraft, Verstand, Glanz und Tatkraft, o Bhārata
bhavanti bhavakāleṣu vipadyante viparyaye
entstehen zur ihnen bestimmten Zeit und schwinden, wenn die Wendung kommt (3.Pl.Präs.)

kālamūlam idaṃ sarvaṃ jagadbījaṃ dhanaṃjaya kāla eva samādatte punar eva yadṛcchayā

Die Zeit ist die Wurzel von all diesem, der Same der Welt, Dhanaṃjaya; die Zeit allein nimmt alles wieder und gibt es wieder, nach eigenem Willen.

Wort für Wort
kālamūlam idaṃ sarvaṃ jagadbījaṃ dhanaṃjaya
die Zeit ist die Wurzel von all diesem, der Same der Welt, Dhanaṃjaya (Nom.)
kālaḥ eva samādatte punaḥ eva yadṛcchayā
die Zeit allein nimmt [alles] und [gibt es] wieder, nach eigenem Willen (3.Sg.Präs.)

sa eva balavān bhūtvā punar bhavati durbalaḥ sa eveśaś ca bhūtveha parair ājñāpyate punaḥ

Derselbe, der stark gewesen ist, wird wieder schwach; derselbe, der Herrscher gewesen ist, wird hier wieder von anderen befehligt.

Wort für Wort
saḥ eva balavān bhūtvā punaḥ bhavati durbalaḥ
derselbe, stark gewesen, wird wieder schwach (Abs.+3.Sg.Präs.)
saḥ eva īśaḥ ca bhūtvā iha
derselbe, Herrscher gewesen, hier (Abs.)
paraiḥ ājñāpyate punaḥ
wird wieder von anderen befehligt (3.Sg.Präs.Pass.)

kṛtakṛtyāni cāstrāṇi gatāny adya yathāgatam punar eṣyanti te hastaṃ yadā kālo bhaviṣyati

Und deine Waffen, die ihre Aufgabe erfüllt haben, sind heute so gegangen, wie sie gekommen waren; sie werden wieder in deine Hand kommen, wenn die Zeit dafür da sein wird.

Wort für Wort
kṛtakṛtyāni ca astrāṇi gatāni adya yathāgatam
und deine Waffen, die ihre Aufgabe erfüllt haben, sind heute so gegangen, wie sie gekommen waren (Nom.Part.)
punaḥ eṣyanti te hastaṃ yadā kālaḥ bhaviṣyati
sie werden wieder in deine Hand kommen, wenn die Zeit dafür da sein wird (3.Pl.Fut.+3.Sg.Fut.)

kālo gantuṃ gatiṃ mukhyāṃ bhavatām api bhārata etac chreyo hi vo manye paramaṃ bharatarṣabha

Es ist Zeit, o Bhārata, dass auch ihr den höchsten Gang antretet; dies halte ich für das beste und höchste Ziel für euch, Stier der Bharatas.“

Wort für Wort
kālaḥ gantuṃ gatiṃ mukhyāṃ bhavatām api bhārata
es ist Zeit, dass auch ihr den höchsten Gang antretet, o Bhārata (Nom.+Inf.)
etat śreyaḥ hi vaḥ manye paramaṃ bharatarṣabha
dies halte ich für das beste und höchste [Ziel] für euch, Stier der Bharatas (1.Sg.Präs.)

etad vacanam ājñāya vyāsasyāmitatejasaḥ anujñāto yayau pārtho nagaraṃ nāgasāhvayam

Nachdem er dieses Wort des Vyāsa von unermesslichem Glanz vernommen hatte, ging der von ihm verabschiedete Pārtha in die Stadt Nāgasāhvaya.

Wort für Wort
etat vacanam ājñāya vyāsasya amitatejasaḥ
dieses Wort des Vyāsa von unermesslichem Glanz vernommen habend (Abs.)
anujñātaḥ yayau pārthaḥ nagaraṃ nāgasāhvayam
ging der verabschiedete Pārtha in die Stadt Nāgasāhvaya (Nom.Part.+3.Sg.Perf.)

[Anm.: Nāgasāhvaya = Hāstinapura.]

praviśya ca purīṃ vīraḥ samāsādya yudhiṣṭhiram ācaṣṭa tad yathāvṛttaṃ vṛṣṇyandhakajanaṃ prati

Und nachdem der Held die Stadt betreten hatte, trat er vor Yudhiṣṭhira und berichtete, was sich in Bezug auf das Volk der Vṛṣṇis und Andhakas zugetragen hatte.

Wort für Wort
praviśya ca purīṃ vīraḥ
die Stadt betreten habend, der Held (Abs.)
samāsādya yudhiṣṭhiram
zu Yudhiṣṭhira getreten (Abs.)
ācaṣṭa tat yathāvṛttaṃ vṛṣṇyandhakajanaṃ prati
berichtete, was sich in Bezug auf das Volk der Vṛṣṇis und Andhakas zugetragen hatte (3.Sg.Impf.)

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