brāhmaṇasya mūrdhan sādayet
Er soll (die Surā) auf dem Haupt des Brahmanen aufstellen;
Kāṭhaka-Saṃhitā · Sthānaka 12
brāhmaṇasya mūrdhan sādayet
Er soll (die Surā) auf dem Haupt des Brahmanen aufstellen;
tena medhyā
dadurch ist sie rein (opferwürdig).
annaṃ vai surā
Surā ist ja Speise;
medhyam annam
die Speise ist rein;
tena medhyā
dadurch ist sie rein.
ekā purorug ekā yājyā
Eine Puroruc-Formel, eine Yājyā;
ekadhaivāsmin vīryaṃ dadhāti
als Einheit eben legt er in ihn Heldenkraft.
sarvahutaṃ juhoti
Er opfert ein Ganzopfer (sarvahuta).
sarvam evāsmin vīryaṃ dadhāti
Alle Heldenkraft eben legt er in ihn.
brāhmaṇaṃ pāyayet
Er soll einen Brahmanen (davon) trinken lassen;
tena haviṣ kriyate
dadurch wird sie zur Opfergabe gemacht.
ātmanā peyā
Sie ist selbst (vom Opferherrn) zu trinken;
ātmann eva vīryaṃ dhatte
in sich selbst setzt er Heldenkraft ein.
tat tan na sūrkṣyam
Dies soll man nicht beschimpfen (verachten) [?];
pāpmā vai surā
Surā ist ja Unheil.
madhyata eṣa pāpmanā gṛhīto yat samayātyeti
Dieser ist mittendrin vom Unheil ergriffen, daß er (die Surā) mittendrin überschreitet (übertreten läßt) [?];
madhyata evainaṃ pāpmano muñcati
mittendrin eben löst er ihn vom Unheil.
yad uttare 'gnau juhuyān na pāpmanā vyāvarteta kriyeta bheṣajam
Wenn er im nördlichen Feuer opferte, würde er sich nicht vom Unheil abwenden; ein Heilmittel würde bereitet;
yad dakṣiṇe 'gnau juhoti
wenn er im südlichen Feuer opfert,
vi pāpmanā vartate kriyate bheṣajam
wendet er sich vom Unheil ab, und ein Heilmittel wird bereitet [?].
yad vikṣārayati
Daß er (sie) herausfließen (abtropfen) läßt,
vīva hy eṣa kṣariti ‖
(geschieht,) weil dieser (Opferherr) gleichsam auseinanderfließt [?].
yad vā etasya vyārdhi yat prāmāyi pitṝm̐s tad agan
Was diesem mißlungen ist, was er verloren hat, das ist zu den Vätern gegangen.
yat pitṛmatībhir abhimantrayante
Daß man (die Surā) mit den Pitṛ-Versen [Anm.: Versen mit „Väter“] anspricht,
pitṛbhya evainam adhisamīrayanti
(bedeutet,) daß man ihn eben von den Vätern her neu anregt (belebt) [?].
yat tisṛbhistisṛbhis
Daß es je drei sind:
tṛtīye hi loke pitaras
die Väter sind in der dritten Welt.
yac catvāras
Daß es vier sind,
ābhya evainaṃ catasṛbhyo digbhyo 'dhisamīrayanti
(bedeutet,) daß man ihn aus diesen vier Himmelsrichtungen neu anregt.
śatākṣarā bhavati
Es sind hundert Silben.
śatāyur vai puruṣaś śatavīryas
Der Mensch hat hundert Jahre Leben, hundert Heldenkräfte;
āyur eva vīryam avarunddhe
Lebensdauer und Heldenkraft eben gewinnt er für sich.
klībāt sīsena tokmāni krīṇāti
Von einem Eunuchen kauft er die grünen Gerstenkörner [Anm.: tokman, „Keimling, junge Gerste“, Deutung unsicher] für Blei [?].
anṛtaṃ vai klībo 'nṛtam̐ sīsam anṛtam̐ surā
Unwahrheit ist der Eunuch, Unwahrheit das Blei, Unwahrheit die Surā;
anṛtenaivānṛtād adhy anṛtaṃ krīṇāti
mit Unwahrheit eben kauft er von Unwahrheit Unwahrheit.
vaḍavā dakṣiṇā
Eine Stute ist der Opferlohn;
sṛtvarī hy eṣā
denn diese ist schweifend [?];
sṛtvarīva surā
schweifend gleichsam ist die Surā;
samṛddhyai ‖
zur Vollkommenheit.